Zusammenschrieb Messer für Pfadfinder

    • Zusammenschrieb Messer für Pfadfinder

      Hi,

      ich habe für meinen Stamm gerade einen kleinen Zusammenschrieb zum Messerkauf und ein bisschen Theorie gemacht.

      Falls einige von euch, oder falls überhaupt, jemand Lust hätte, könnte sie/er gerne einmal reinsehen und mir feedback geben, vielleicht habe ich ja etwas Elementares vergessen?

      Das ist noch eine recht rohe Fassung, überseht Tippfehler oder seltsame Sätze einfach, ich habe das noch nicht sonderlich überarbeitet, werde ich aber noch tun. Mir geht es im Moment nur um den Inhalt, der transportiert wird.

      Gut... Hochladen als Anhang ist wohl nicht...

      darum hier ein Link:

      dropbox.com/s/0spimrb6ulhmleu/Pfadfinder%20Messer.pdf?dl=0

      Falls sich jemand die Arbeit machen sollte meinen Text zu lesen, vielen vielen Dank!
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      Ertrag nicht Knebel oder Zangen,
      Will lieber um mein Leben bangen,
      Als oed an Leib und Geist verschwendet -
      Und an taeglich Plag verendet.

      (Die Apokalyptischen Reiter - Seemann, Album: Riders On The Storm (2006))
    • Kategorisch von Messern “aus asiatischer Produktion“ abraten ist Unsinn.
      Auch die Information, dass diese wohl aus “Dosendeckeln oder zerkleinerten VW Käfern“ hergestellt seien, hat eher in der Wahlpropaganda einer rechten Partei ihren Platz.

      Gesendet von meinem LG-H815 mit Tapatalk
    • @*tom Du hast insofern recht, dass es vielleicht etwas viel Polemik ist, ich werde das etwas abmildern. Dennoch werde ich das, wenn auch in anderer Form, drin lassen, denn genau diese Messer gibt es. Flohmarktmesser für 5€ ohne erkennbare Härtung. In Kinderhänden nach 5 Minuten mit Nicks und Rolls so groß wie Finger. Kein Wunder, wenn eine Schneidkante sich ohne erkennbaren Widerstand umbiegen lässt.
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      (Die Apokalyptischen Reiter - Seemann, Album: Riders On The Storm (2006))
    • Ist bis auf Kleinigkeiten ganz okay. Ich würde aber ein paar Formulierungen weglassen. Solche die bei ängstlichen Eltern für sinnlosen Hirnfasching und Ablehnung sorgen könnten. Z. B. sind Messer für Pfadfinder ausschließlich Werkzeuge, Punkt. Alles andere weglassen, keine Erläuterungen zu Militär-, Kampf-, HJ-Fahrenmessern. Auf sowas kann man auf Nachfrage eingehen.

      Bei der Auswahl des Messer auch auf geeignete Scheiden eingehen. Nichts ist schlimmer als ein tolles Messer mit einer ungeeigneten Scheide. Das bleibt dann nämlich zu hause.

      Deine Ausführungen über Stähle sind teilweise Halbwahrheitenn, teilweise falsch (Als rostfrei gilt ein Werkzeugstahl mit 0,5%C bei einem Cr-Gehalt >12,5% Bzw. je nach Quelle >12-13%). Das trifft z. B. auf den 1.4116 zu, der zwar selbst in Kontakt mit Fruchtsäuren und in der Spühlmaschine nicht rostet, der aber trotzdem noch nicht seewasserbeständig ist. Nicht nur die Legierung sondern auch das umgebende Medium und die WB spielt eine entscheidende Rolle bei der Korrosionsfreiheit. Welcher Stahl schnitthaltiger ist, hängt nicht nur von der Legierung und WB ab, sondern ganz empfindlichn auch vom angepassten Schliff, vom Schnittgut und der Schneidetechnik. Insofern kann sowohl ein "rostfreier" schnitthaltiger sein (Zugschnitt in weichen Lebensmitteln) als auch ein rostender (Druckschnitt im Holz, Hacken, Hobeln) usw. usf.

      Aufgrund der Komplexität des Themas wäre grundsätzlich die Frage, ob und in welchem Umfang es sinnvoll ist, darauf einzugehen. Da so ein Referat bzw Handreichung nie ganz fertig ist, würde ich das vom Interesse abhängig machen und wieder im Einzelfall auf Fragen eingehen.

      Wichtiger als den richtigen Stahl finde ich bei Pfadfindern den Punkt Messerpflege und Instandhaltung. Wie kann ein 10jähriger sein Messer mit seinen einfachen Mitteln und handwerklichen Möglichkeiten pflegen und eine halbwegs vernünftige Gebrauchsschärfe selbst hinbekommen?

      Bei sicheren Umgang mit dem Messer könntest du noch darauf eingehen, wie man ein Messer richtig übergibt: Klappmesser werden ggf. eingeklappt überreicht. Ansonsten Griff auf den Partnert gerichtet, Messerrücken an der eigenen Handfläche, an halbem Griff oder an der Klinge ohne Handkontakt zur Schneide festgehalten. Bei Übergabe erfolgt der deutliche Hinweis: "Achtung! Schneide nach oben!"
    • Im Wesentlichen nicht schlecht.Hätte aber ein paar Kritikpunkte.

      Als erstes würde ich auf die Markennamen verzichten(sieht etwas nach Marketing aus).Statt dessen mehr Beispielfotos.
      Es gibt auch europäische und amerikanische Schrottmesser aus Dosenblech.
      Jugendlichen ohne Aufsicht ist das Führen von Messern grundsätzlich verboten.
      Inuitmesser nicht empfohlen?Warum ?Sind die blöde?Mehr auf die Verwendungszwecke der div.Messer und Klingenformen eingehen.Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.(Gleich mal ein bisschen Allgemeinbildung verbreiten)
      Stahlsorten sind nicht wichtig, wohl aber der Nachschärffaktor(stumpfe Messer sind gefährlich)Carbon visa Inox.
      Griffformen: Rechtshänder- Linkshänder
      Ansonsten: weitermachen

      Viel Spass!
      Wenn einer der mit Mühe kaum geklettert ist auf einen Baum,schon meint das er ein Vogel wär ,so irrt sich der! (W.Busch)
    • @Pulsar

      Gute Anregungen, ich werde einige Teile noch übernehmen und einpflegen.

      Ich denke die Stahlsache werde ich nicht detaillierter Beschreiben... grundlegend ist es nicht falsch, dass hochlegierte Stähle schnitthaltiger sind als niedrig legierte Stähle, sicherlich gibt es Ausnahmen, die WB habe ich bewusst wieder gelöscht, ich denke einfach das ist too much. Selbst die Eltern wären damit überfordert. Prozentzahlen bezüglich rostend und rostresistent habe ich ebenfalls wieder gelöscht, ich glaube das hilft kaum jemandem. Vielleicht kürze ich den Abschnitt aber, wie von dir vorgeschlagen, weiter ein, so ist es tatächlich nur die halbe Wahrheit. Immerhin wollte ich ja nur sagen, egal ob rostend oder nicht, egal welcher Stahl... seid nur vorsichtig bei den ganz billigen Messern vom Grabbeltisch, die taugen oft nix.

      Schärfen und Pflegen ist inhalt der Gruppenstunden, das habe ich, zugegeben leider nicht in der für euch zugänglichen Version, schon hinzugefügt, aber guter Einwand, dankeschön.

      Das Übergeben werden wir auch in den Gruppenstunden machen, ich werde das aber noch einpflegen, hab ich vergessen, hast du recht.
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    • @Uhu

      Das mit den Inuit war so nicht gemeint^^ ist blöd geschrieben, hast du recht. Werd ich noch ändern.

      nachschärfen habe ich in der neueren Version schon drin, ich lad die gleich mal hoch, dann kann man die auch lesen

      edit: neu ist oben.
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    • Hallo,

      Das ist gut gemacht. Als ich es gelesen habe habe ich mir Gedanken gemacht die Pulsars "Hirnfaschings-Bedenken" nache kommen. Nach der Einleitung kommt erst einmal das Waffengesetz. Vielleicht könne man Punkt 1.1 mit einemEinleitenden Satz klar stellen, dass es hier um die Beschaffung eines Werkzeuges geht, man eben kein bedrohliches Erscheinungsbild abgeben will und sich klar von Waffen distanziert die gemäß 42a wie folgt abgegrenzt werden...

      Der Absatz zu Stahlsorten ist interessant aber ggf. für Themen-neulinge nicht so hilfreich, da schwer in die Praxis transferierbar, Vielleicht kannst Du ja eine Liste beispielhafter ordentlicher Stäle im mittleren Preissegment (440C, 13C27,..) ergänzen damit man einen groben Anhaltspunkt hat.
    • Hallo @Dhaza,

      tolle Zusammenstellung!
      Die meisten Punkte die mir aufgefallen sind haben oben die Kollegen @Pulsar und @Grisumat schon angesprochen.

      Zusätzliche Vorschläge:

      * Bei den Anschliffen würde ich noch den Hohlschliff mit aufnehmen und da kurz drauf eingehen (neben Flach- und Skandi-Schliff), da dieser auch oft zu finden ist. Dafür würde ich ggf. den Hinweis auf den "Säbelschliff" (sabre grind) weglassen, das klingt wieder martialisch und im Grunde ist es ja auch ein Flachschliff (nur eben ein halbhoher).

      * Die Bezeichnung "Ballenschliff" würde ich durch "balliger Schliff" (konvex grind) ersetzen, der Begriff "Ballenschliff" ist meines Wissens nach eher ungebräuchlich, ich habe ihn zumindest noch nirgendwo gehört oder gelesen.

      * Evtl. würde ich noch eine kurze Erklärung zu dein einzelnen Klingenformen hinzufügen, warum sie geeignet oder weniger geeignet sind.
      Beispiel Bowie-Klinge: Trotz bauchiger Form der Klinge immer noch eine feine Spitze um in kleine Ecken zu kommen. Das ist gerade im Outdoor- und Werkzeug-Einsatz, wo ein Messer nicht nur zum Zerschneiden von Bindfäden etc. benutzt wird ein wichtiger Punkt.

      * Evtl. noch der Hinweis das so genannte "Kindermesser" außer für die ganz Kleinen eher ungeeignet sind, da eine Spitze ein wichtiges Werkzeug ist. Und bei richtigem Umgang (Abstand zum Nebenmann und kein Schnitzen zwischen den Beinen oder im Gehen, was Du ja auch schon ansprichst) ist eine Spitze auch nicht wirklich gefährlicher als ein scharfes Messer ohne Spitze.

      Lass' uns gerne die überarbeitete Version sehen.

      Vielleicht bist Du nach Fertigstellung ja auch bereit, sie als Artikel (zum Anpinnen im Bereich Messer) oder als Blog-Beitrag hier im Forum abzulegen? Ich denke, dass ist auch hier im Forum eine tolle Bereicherung.
      :thumbup:


      Gruß
      NordWicht
      Der Mensch muss wieder lernen, dass die Natur seine angestammte Heimat ist und nicht ein fremder Planet, den man nur mit einem Raumanzug betreten kann.
    • ich habe einiges hinzugefügt, neue Version online.

      @NordWicht hmm.. bezüglich des Online stellens sehe ich kein Problem, außer dass ich es eben versucht habe recht einfach zu halten und eher für einen jugendlichen Leser verfasst habe (ob mir das besonders gut gelungen ist steht auf einem anderen Blatt, bezüglich Wortwahl muss ich da nochmal drüber). Ich weiß nicht ob das dem Anspruch in diesem Forum gerecht wird.

      Überreichen werde ich noch die Tage hinzufügen, weiß noch nicht wie ich das mache.

      dropbox.com/s/0spimrb6ulhmleu/Pfadfinder%20Messer.pdf?dl=0
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      Ertrag nicht Knebel oder Zangen,
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      (Die Apokalyptischen Reiter - Seemann, Album: Riders On The Storm (2006))

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dhaza ()

    • Neu

      Ich denke, das Waffengesetz gehört in die Gruppenleiterausbildung.

      Es ist wohl am besten, dem Pfadfinder zu einem Fahrtenmesser mit 9 cm Klingenlänge zu raten. Sollten sie irgendwann einmal die legale Klingenlänge kürzen, hat man damit eine Chance, es behalten zu können.
      Ich hatte über die Jahre sehr viele Messer, OpinelCarbone 8 und Fahrtenmesser mit 9 cm Klinge fand ich am besten.
      Im Gegensatz zum echten Bushcrafter aus dem Internet hat der Pfadfinder ja fast immer die Kurze Bügelsäge und ein 600 g Beil oder das Fiskarsbeil in Reichweite, wenn er plant ein Feuer zu unterhalten. Es schlägt ja niemand die Häringe einer Kohte mit einem Stein ein.
      Daher finde ich es für Pfadfinder völlig blödsinnig 12 cm Klingen rum zu schleppen. Die haben beim Schnitzen, Frühstücken und Kochen ihre Nachteile und wiegen unnötig viel.
      Die Sippe soll ja wandern und nicht lagern!
      Die Hälfte der alten Säcke rennt am Ende nur noch mit Opinel Carbone 8 und Victorinox Falt- Nagelschere rum, oder im Pärchen mit Opinel und Victorinox Climber. Frag mal Bündische mit grauen Schläfen, was die wirklich im Sommer mitnehmen! - Dinger, die sie als Sechzehnjährige als Zahnstocher betrachtet haben!
      Ich denke, wir sollten uns Gedanken machen, welche Messer wir empfehlen, statt theoretische Abhandlungen zu verfassen.
      Ich finde, Dein Text gehört in die Sippenführerschulung und nicht in die Jungpfadfinderprobe. Schreib ihn ausführlich mit allen Infos.
      Aber gib dem Wölfling ein gutes Messer in die Hand! Ohne Metallurgische Erklärung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Erbswurst ()

    • Neu

      Eisenherz schrieb:


      Das nennt man dann wohl vorauseilenden Gehorsam ... :rolleyes:
      Wobei er mit dem Rest nicht so ganz unrecht hat.
      Als ich mit meinem Enkel unterwegs war Messer suchen habe ich ihm "sinnvolle"
      Messer gezeigt und er hat sie abgelehnt weil sie ihm einfach nicht gefielen.
      Stahl, Waffengesetz und das ganze drumrum hat ihn garnicht interessiert.
      Und selbst meine 18jährige Tochter interessierte in erster Linie die Optik.
      Und erst danach "Wie bekomme ich es wieder scharf?"
      Natürlich hatte ich ihr im Vorfeld schon gesagt das es ein Einhandmesser nach 42a ist.
      Aber das war ihr egal da sie es auf Arbeit genau so braucht. Für die Handtasche durfte
      Papa ihr dann noch ein schickes kleines Damastmesser kaufen. :D
      Denkt daran, je verborgener und dunkler die Ecken, desto dunklere Gestalten trifft man auch dort. (@maggot)