Bandana (Halstuch) für Erste-Hilfe?

    • Bocephus schrieb:

      Bei QuikClot besteht die Gefahr, daß es demnächst zu einer Modeerscheinung in Deutschland wird. Dabei ist es ursprünglich für schwere Verletzungen auf dem Schlachtfeld konzipiert.
      wird auch gerade Mode, passt schon. Letzter Totschlag mit Messer war glaube ich gestern, einen vom DRK hat's erwischt, ausgerechnet. Psychosoziale Beratungsstelle (...) breaking-news-saarland.de/saar…r-bei-beratungsgespraech/

      Eigentlich ging es hier doch um die Frage, ob ein Bandana als Multiuse Gegenstand fuer die ERSTversorgung geeignet ist. Und das ist es natuerlich. Klappt besser als ablecken oder ausschutteln. ;) Wer auf Nummer Sicher gehen will nimmt ein Dreiecktuch als Bandana. Geht aber eben auch andersrum.
      Der Rest der Diskussion besteht dann aus Fachleuten, die sich Fachbegriffe um die Ohren hauen und von dafuer vorgesehenen, professionell geeigneten und offiziell zugelassenen Mitteln reden. Ist natuerlich bei richtiger Anwendung alles besser, aber geht an der Frage vorbei. Die hiess nicht "was haettest du gern auf dem RTW"
      ‹Soltau statt sautoll!›
      Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat. (Nietzsche)
      Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen (Orwell)
    • Bocephus schrieb:

      Bei QuikClot besteht die Gefahr, daß es demnächst zu einer Modeerscheinung in Deutschland wird. Dabei ist es ursprünglich für schwere Verletzungen auf dem Schlachtfeld konzipiert.

      couchcamper schrieb:

      wird auch gerade Mode, passt schon.

      Sehe ich ebenfalls so: München, Manchester, London, etc. unterscheiden sich von der Art der Verwundungen (Schußverletzung, abtrennte Körperteile nach Explosion, etc.) nicht mehr viel von einem Schlachtfeld.

      Insofern ist es gerechtfertigt die Erstversorgung äquivalent anzupassen -> Tourniquet & QuickClot.


      JIC
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      JustInCase schrieb:

      Bocephus schrieb:

      Bei QuikClot besteht die Gefahr, daß es demnächst zu einer Modeerscheinung in Deutschland wird. Dabei ist es ursprünglich für schwere Verletzungen auf dem Schlachtfeld konzipiert.

      couchcamper schrieb:

      wird auch gerade Mode, passt schon.
      Sehe ich ebenfalls so: München, Manchester, London, etc. unterscheiden sich von der Art der Verwundungen (Schußverletzung, abtrennte Körperteile nach Explosion, etc.) nicht mehr viel von einem Schlachtfeld.

      Insofern ist es gerechtfertigt die Erstversorgung äquivalent anzupassen -> Tourniquet & QuickClot.


      JIC
      Der Unterschied besteht in der Rettungskette.

      Bei all diesen Anschlägen hat sich ja gezeigt, daß die Rettungskräfte mit einem Massenanfall von Verletzten, oder sagen wir lieber Verwundeten, auch in sehr komplexen Lagen gut umgehen konnten.

      Quikclot ist halt "schnell und schmutzig". Darauf kann ich verzichten, wenn der Patient eine Viertelstunde später in der Notaufnahme liegt.
      Ich betrachte die Dinge stets mit Humor. Dadurch bin ich gezwungen, sie zu verstehen.
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      ... und keine Notaufnahme schafft, personell und räumlich, mehr als zwei schwerverletzte Pat. gleichzeitig. Der Rest wartet dann eben im KH, auf den Gängen, dann auch die Leichtverletzten. Dann hätte ich lieber eine stehende Blutung!
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      1234 schrieb:

      ... und keine Notaufnahme schafft, personell und räumlich, mehr als zwei schwerverletzte Pat. gleichzeitig. Der Rest wartet dann eben im KH, auf den Gängen, dann auch die Leichtverletzten. Dann hätte ich lieber eine stehende Blutung!
      Das ist ja genau mein Punkt. Quikclot ist eben nunmal nichts für Leichtverletzte.

      Und im Falle eines Großereignisses, egal ob nun Terroranschlag oder Zugunglück, befindet sich die "Notaufnahme" vor Ort in Form des mobilen Behandlungsplatzes mit entsprechendem Rettungspersonal. Das ist eine völlig andere Situation, als blutend im heißen Sand zu liegen und nicht zu wissen, wann der Blackhawk kommt.
      Ich betrachte die Dinge stets mit Humor. Dadurch bin ich gezwungen, sie zu verstehen.
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      Bocephus schrieb:

      Und im Falle eines Großereignisses, egal ob nun Terroranschlag oder Zugunglück, befindet sich die "Notaufnahme" vor Ort in Form des mobilen Behandlungsplatzes mit entsprechendem Rettungspersonal
      was aber wie ich oben schon geschrieben habe... lange.. je nach Verkehrssituation, Abrufbarkeit des SEG Personal, Verfügbarkeit von Ressourcen überhaupt..
      örtlicher Lage des Geschehen, Behinderung durch nicht verletzte Veranstaltungsteilnehmer, Behinderung durch Schaulustige usw.. usw... einige Zeit (für einige Schwerverletzte zu lange Zeit) dauern kann... Bitte nicht Übung und Realität vergleichen... in der Realität gibt es Ungenügsamkeit die wie z.B. Boston gezeigt hat,
      Niemand vorausberechnen kann....
      Meine Fotoalben ;-)

      Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten
      :!:

      Ab und zu, ist Abstand zu gewinnen, die beste Annäherung.
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      Es ist ja auch insgesamt unschön, Opfer eines Terroranschlags zu werden.

      Ich selber habe auch QuikClot, es gibt aber nicht sehr viele Situationen, in denen ich es anwenden würde.

      Wie gesagt sehe ich auch eher die Gefahr einer Modeerscheinung.
      Das Zeug wird vom Militär verwendet, also muß es gut sein. QuikClot als "Must have" in jedem persönlichen Erste Hilfe Päckchen. Jetzt ist das Zeug zwar bald in Mode aber auch noch ziemlich teuer. Also muß es doch eine preisgünstige Alternative geben... Am Ende glaubt jeder, er trägt ein Wundermittel mit sich rum, und jede auch nur etwas größere Blutung wird mit einem heißen Fernost-Imitat gestillt. Und genau so ist das Ganze nicht gedacht.
      Ich betrachte die Dinge stets mit Humor. Dadurch bin ich gezwungen, sie zu verstehen.
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      Danke @WalterB - zwischen Annahme der (idealen) Rettungsbedingungen und Realität liegen leider oft Welten.

      Prinzipiell dürfen Rettungskräfte (von Combat Medics abgesehen, aber die haben wir nicht im zivilem Umfeld) nicht in die heiße Zone - solange die Lage nicht als sicher deklariert ist (was Stunden dauern kann) wartet der Blutende und wird je nach Verletzungsschwere zum Verblutenten - innerhalb von Minuten. Dafür sind die "Mode-Wundermittel" gedacht und geeignet.

      Ich teile Deine Bedenken @Bocephus das es Hinz & Kunz einsetzen wenn sie sich in den Finger geschnitten haben - das wird man nur durch den weiterhin hohen Preis in Grenzen halten; verhindern wird man es nicht können.

      Der bewußte Einsatz, und Leute hier im Forum machen sich Gedanken & tauschen sich aus und sind eher nicht leichtfertig im Umgang, ist gerechtfertigt. Genauso wie beim Tourniquet: Limb for Life.

      JIC