Yukon Quest 300 – Das Hundeschlitten-Training 2017 hat begonnen!

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    • Yukon Quest 300 – Das Hundeschlitten-Training 2017 hat begonnen!

      Der Sommer verging schnell, der Herbst noch viel schneller und vor zwei Tagen sind dann die ersten weissen Floeckchen hier am Fox Lake, Yukon, Kanada gefallen.
      Die morgendlichen Temperaturen sind hier schon seit einiger Weile unter 0 Grad, so dass wir bereits Anfang September mit dem Training unserer Schlittenhunde beginnen konnten. Natuerlich noch nicht mit dem Schlitten, sondern mit dem ATV/Quad.



      Meine Freunding und ich haben uns beide fuer das Yukon Quest 300, ein 300-Meilen-Hundeschlitten-Rennen eingeschrieben (Yukon Quest 300 website). Anfang Februar 2017 started das Rennen in Whitehorse und wird dann bis nach Pelly Crossing fuehren. Bis dahin ist natuerlich noch viel zu tun und natuerlich muessen die Hunde (und wir!) in Form gebracht werden. Ich dachte ich poste hier ab und zu wie es so mit den Vorbereitungen und dem Training laeuft. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen…

      Im Herbst beginnen wir normalerweise mit ganz leichtem Training. Zuerst laufen wir die Teams nur ganz locker so fuer etwa 3 Meilen (Kanada hat ja eigentlich das metrische System uebernommen, aber im Hundeschlittensport ist noch alles in Meilen…was ja auch ganz praktisch ist, weil so ein Hundeteam auf lange Distanzen so ungefaehr 10 Meilen pro Stunde laeuft. Laufzeiten lassen sich in Meilen also ganz toll “metrisch” rechnen). Die meisten Hunde haben im Sommer mit uns “Freeruns” mit dem ATV zu einem nahe gelegenen See gemacht und sind so ohnehin relative fit. Aber die kurzen Laeufe im Zuggeschirr sind wichtig um wieder eine richtige Arbeitsmoral bei der Truppe herzustellen. Nach so etwa 5 Laeufen erhoehen wir dann so auf 5 Meilen, dann auf 7, dann 10 und nun sind wir heute bei 15 Meilen angekommen.



      Das geht dann immer so weiter…bis die Hunde ohne grosse Probleme so etwa 50 Meilen laufen. Dieses Trainingsziel haben wir uns fuer etwa Anfang December gesteckt. In der Hochzeit des Trainings sollen die Teams dann so etwa 50 Meilen laufen und dann nach etwa 4-6 Stunden Pause die gleiche Distanz wieder zurueck. Zwischen diesen langen Einheiten kommen dann immer wieder ein bis zwei Tage Pause und mehrere kurze Einheiten mit 15-20 Meilen.



      Wir haben in dieser Saison mehrere unerfahrene junge Hunde (1,5 Jahre) im Training. Fuer die ist nicht nur das reine Ausdauer- und Krafttraining wichtig, sondern auch das sie viel Erfahrung bei verschiedenen Trail- und Wetterbedingungen und vor allem beim Wintercamping bekommen. Die sollen in ihren jungen Jahren moeglichst vielen verschiedenen Herausforderungen gestellt werden, damit sie dann in den Rennen oder auf laengeren Touren souveraen alles meistern koennen.

      Fuer uns bedeutet das vor allem viele Uebernachtungstouren… :D …ich freu mich schon!

      Gruss,
      Fabian
    • @Bushcraft Yukon
      Viel Spaß, Erfolg und schöne Abenteuer wünsche ich Euch.
      Eine wirklich sehr schöne Idee von Dir hier über Eure Vorhaben und Eindrücke zu berichten.

      Ganz nebenbei:
      Ich bewundere und beneide jeden dafür, der sich für ein Leben im wunderschönen Yukon entscheidet.
      Es wird wohl immer ein Traum von mir bleiben.
      Von daher erfreue ich mich an jedwede Berichtserstattung, die aus diesem Arial veröffentlicht wird.

      Ganz herzlichen Dank für das Teilhabenlassen!

      Gruß
      Steini

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Steinadler ()

    • was ich mich immer frage, wovon lebt ihr in dieser Zeit, da ihr ja sicher kein Geld verdient. In D muss man ja ständig weiter wuppen, weil einfach so eine Auszeit nehmen, weil man seine Hunde trainieren will, macht kein Arbeitgeber mit. @Bushcraft Yukon, wie funktioniert das bei dir?
      Jackknife YT Channel


      Buschmesser Website

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen, ist die Weltanschauung der Leute, welche sich die Welt nicht angeschaut haben
      Alexander v. Humbold, Naturforscher 1769-1859
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      Mit Tipples Kaktusklöten gehen Icebreaker flöten !

      wyrd bið ful aræd
    • @jackknife Doch wir arbeiten auch. Meine Freundin hat einen ganz normalen Job in der Stadt. Fuer diesen Winter plant sie einen zusaetzlichen freien Tag pro Woche, damit sie neben den Wochenenden etwas mehr trainieren kann.

      Ich habe im Auegnblick noch das Glueck meine Broetchen mit recht unregelmaessigen und saisonalen Jobs zu verdienen. "Nebenbei" ist es auch mein "Job" hier unser Haus zu bauen. Da kann ich mir die Zeit halt recht gut einteilen. Das Haus ist aber in so ein bis zwei Wochen hoffentlich fertig (endlich!). Dann muss ich mir fuer den Winter auch einen Job suchen. Teilzeit waer nett schlecht... ;)

      Die meisten anderen Musher die wir so kennen, arbeiten entweder nur im Sommer (dafuer aber doppelt so hart!), besitzen Huetten/Haeuser, die sie vermieten koennen, sind genetisch stinkereich, oder arbeiten vollzeit das ganze Jahr und trainieren nebenbei (was sich dann in einer ungemein ungesunden Gesichtsfarbe und extremen Augenringen widerspiegelt...aber so lernt man fuers Rennen ohne Schlaf auszukommen).

      Ich denke es ist recht schwer die Lebensstile und die damit verbindenen Lebenshaltungskosten in Deutschland und hier im Yukon zu vergleichen. Klar, am Ende des Tages wollen wir alle Essen im Bauch haben und in ein warmes Bettchen krabbeln. Zum Beispiel verdiene ich uebers Jahr vergleichweise wenig Geld. Dafuer stecken wir viel Arbeit in andere Bereiche, die dann Kosten reduzieren. Wir halten Huehner fuer Eier, zuechten Karnickel und Jagen fuer Fleisch, wir bauen genug Gemuese fuer ein halbes Jahr an, schlagen Feuerholz um die Bude zu heizen, wir wohnen in einer kleinen Huette (ohne fliessendes Wasser/Dusche, nur mit Outhouse) die wir hier gebaut haben, damit wir waerend des Hausbaus keine Miete zahlen muessen, usw. Ein Paradies? Frag mal meine Mutter...die war gerade fuer zwei Wochen zu Besuch da. Ist fix und fertig nach Deutschland zurueck, "weil man sich hier ja nie ausruhen und einfach mal nix tun kann". Nachdem wir jetzt fuer fast zehn Jahre so leben, habe ich zum ersten Mal das Gefuehl, dass so ein dummer einwoechiger Pauschalurlaub am Strand irgendwo im Warmen ein ganz dolles Konzept waere... oops ...aber wenn ich nochmal ganz genau nachdenke, wuerde ich um nix in der Welt tauschen wollen!
    • @Bushcraft Yukon: Aber Internetzugriff habt ihr. Ist auch wichtiger als fließendes Wasser. :)

      Ich bin auch der Meinung, dass man mit weniger genauso, sogar eher noch glücklicher sein kann. Glück macht sich nicht am Besitz fest. Mir wäre es nur dauerhaft zu kalt, dort wo du lebst. Ansonsten bestimmt geile Gegend.

      Wünsche euch viel Spass beim Trainieren.

      Gruß

      Volker
    • Ich wollt einfach mal ein kleines update in Sachen Training geben.

      Inzwischen musste ich meinen Focus ein wenig verschieben, da ich leider nicht mehr am Yukon Quest 300 teilnehmen kann, da mir das Yukon Quest fuer die Zeit einen Job angeboten hat. Auch nicht schlecht! Meine Freundin wird nach wie vor das YQ 300 laufen und ich habe mir stattdessen ein anderes Rennen in Alaska ausgesucht. So geht es denn nun schon Anfang Januar zum Gin Gin 200. So sehr ich auch das YQ 300 nochmals laufen wollte, freue ich mich darueber mit dem Gin Gin wieder etwas Neues zu sehen. Fuer unser Training bedeuted das, dass wir ein wenig anziehen muessen, damit die Hunde etwas frueher fit sind.



      Soweit laeuft das Training super. Leider ist der Schnee immer noch etwas mager, aber wir konnten die ersten Runden auf dem Schlitten drehen. Inzwischen haben die Hunde so in etwa 700 Meilen (ca 1100 km) Training hinter sich und sind dabei Distanzen von bis zu 45 Meilen gelaufen. Von diesen laengeren Einheiten haben wir auch schon mehrere direkt hintereinander gemacht, damit sich die Hunde besser an die Rennsituation gewoehnen koennen.



      Dieses Jahr haben wir viele junge Hunde dabei. Fuer die sind viele Trainingseinheiten nicht nur rein koerperliche Vorbereitung. Die kleinen Kerle muessen auch alles moegliche andere lernen: Camping mit Schlafen im Freien und auf Stroh, waermende Jacken tragen, direkt am Schlitten gefuettert zu werden, booties anziehen, ...und natuerlich auch die verschiedensten Trailbedingungen: Tiefschnee, blankes Eis, offenes Wasser, over flow, durch Weidengestruepp (wenn mal was schiefgegangen ist...). Bis jetzt haben sich die Kleinen absolut super gemacht! Wir sind maechtig stolz auf die Bande!



      Vor ein oder zwei Wochen sind die Temperaturen dann mal wieder ordentlich abgesackt. Die noch offenen Gewaesser koennen die Kaelte gebrauchen!



      Aber Training bei -40 Grad ist keine Freude und so sind wir in ein hoeher gelegenes Berggebiet gefahren. Dort waren es ganze 10 Grad waermer...da fuehlen sich -30 an wie Urlaub... ;) ...und die Aussicht ist auch genial.







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