Vergleich von verschiedenen Stählen für Outdoor-Messer

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  • Moin.

    Hier möchte ich einmal auf die unterschiedlichen Stähle eingehen, wie sie bei typischen Outdoor-Messern Verwendung finden.
    Es folgt eine Übersicht über die Stahlsorten und ihre Schnitthaltigkeit.


    Die ist ein Artikel mit Grundlagen-Informationen. Zum Thema schnitthaltige Stähle und Schärfbarkeit habe ich auch bereits hier etwas geschrieben: Über den Mythos, dass ein Stahl schnitthaltig und gleichzeitig leicht zu schärfen sei

    Natürlich ist die Schnitthaltigkeit eines Stahls nicht sein einziges nützliches Kriterium nachdem man ein Messer auswählt. So zählen zusätzlich Korrosionsbeständigkeit und ggf. Verschleißfestigkeit zu den erwünschten Eigenschaften.

    Die Webseite "Survivalmesserguide.de" hat einmal eine große Tabelle aufgestellt, in der alle möglichen Sorten von Stählen verglichen wurden.
    Aufgefallen sind mir dabei unter Anderem folgende Details:
    • Der Stahl an dem alle Anderen in Punkto Schnitthaltigkeit und Verschleißfestigkeit gemessen wurden ist der CPM S90V.
    • Als Maß der Dinge bei Korrosionsbeständigkeit gilt der mit Stickstoff anstatt Kohlenstoff legierte "H1"-Stahl, den z.B. Spyderco in seinen "Salt"-Modellen verwendet.
    • Schnitthaltigkeit ist nicht gleich Verschleißfestigkeit und kann ggf. weit von einander abweichen. Dabei kann die Verschleißfestigkeit aber ein guter Hinweis darauf sein, wie leicht bzw. schwer ein Stahl zu schärfen ist.
    • Der in den USA so gerne verwendete "1095" ist gerade einmal Mittelmaß und hat keine bessere Schnitthaltigkeit als ein Schweizer Taschenmesser (440A-Stahl).
    • Viele der (rostfreien) Stähle, die bei der Schnitthaltigkeit eher im unteren Mittelfeld angesiedelt sind haben dafür gerade bei der Korrosionsbeständigkeit klare Vorteile. - Das erklärt vielleicht, warum gerade für Jagdtaschenmesser immer noch gerne der 440A (bzw. Werkstoffnummer 1.4110) von Puma, Hubertus und Co. als Stahl verwendet wird, da das Blut des Wildes sehr korrosiv wirkt und den Stahl angreift.


    Achtung!
    Ich möchte auf Folgendes hinweisen, da diese Tabelle unter "Stahlkennern" zu diversen Diskussionen hier und auch in anderen Foren geführt hat:

    Diese Tabelle ist als grobe Übersicht für den Anfänger gedacht.
    Bitte nehmt die angegebenen Prozentzahlen nicht als "absolute, richtige Aussage" sondern versteht sie eher als Tendenz um die Stähle grob für Euch einzusortieren.


    Ich hatte Email-Kontakt mit dem Autoren der verlinkten Tabelle und er hat mir geschrieben, dass er die Tabelle nach bestem Wissen erstellt hat. Die Daten sollen, seiner Angabe nach, aus diversen Quellen (amerikanischer Messerhersteller) von ihm zusammengesammelt worden sein. Man kann also davon ausgehen, dass die einzelnen Werte nicht alle zu 100% untereinander vergleichbar sind. Exakte Verfahren zur Ermittlung der genauen Werte und wie er diese auf eine gemeinsame Basis gebracht hat, hat er mir trotz wiederholter Nachfrage nicht genannt.


    Hier die Ergebnisse als grafische Darstellung:



    Quelle:
    Eine tabellarische Ansicht der Ergebnisse und der zugehörige Artikel findet sich auf: survivalmesserguide.de/der-beste-stahl-fuer-messer/



    Gruß
    NordWicht
    Der Mensch muss wieder lernen, dass die Natur seine angestammte Heimat ist und nicht ein fremder Planet, den man nur mit einem Raumanzug betreten kann.

    1.163 mal gelesen

Kommentare 8

  • Harlekin -

    Auch wieder sehr gut erklärt. Danke!

  • Achim H. -

    Sieht aus, als wären die Eigenschaften der Sandvik-Stähle (14C28N / 12C27) vertauscht. Der 14er ist der neuere mit dem höheren Chromanteil, sowie höherer Schnitthaltigkeit und Verschleißfestigkeit.

    • NordWicht -

      Ja, ist mir bei der Übernahme der Daten auch aufgefallen. Ich werde das mal überprüfen.

    • RedRobin -

      Wenn du magst, kann ich dir das in der Grafik korrigieren.

    • NordWicht -

      Danke Dir, aber das ist nicht mein Bild (dann hätte ich es schon geändert). Und eine Kopie des (fremden) Bildes hier einzustellen wäre eine Urheberrechtsverletzung.

      Ich habe oben die Original-Grafik von der Webseite des Erstellers verlinkt. Über den Fehler habe ich ihn per Email informiert. Ich hoffe, dass er das irgendwann demnächst korrigiert, dann sollte die Grafik oben automatisch auch stimmen. :)

    • RedRobin -

      Okay, dann hoffen wir mal. :)

  • ryder_hook -

    @Nordwicht, die Korrosionsbeständigkeit steht dann aber zu etwas anderem im Verhältnis. Oder wie ist die Prozentzahl hier zu verstehen?

    • NordWicht -

      Danke für den Hinweis. Habe die entsprechende Info oben im Artikel ergänzt.
      Die Messlatte für Korrosionsbeständigkeit ist der stickstofflegierte "H1"-Stahl. Er wird z.B. bei den Spyderco "Salt"-Modellen verwendet. Leider ist dieser Stahl nicht besonders schnitthaltig.