Stahlsortenbestimmung

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    • Stahlsortenbestimmung

      Muss mich hier nochmal zurückmelden weil ich gerad vor einem Problem stehe, dass ich alleine nicht lösen kann.

      Folgendes Problem: Ich habe letztens beim Aufräumen im Keller drei Flachstahlstangenm, die allem Anschein nach unbearbeitet aus der Fabrik kommen denn sie haben noch die Walzhaut an sich, gefunden aus denen ich einen Haufen Messer machen könnte, bzw. habe ich mit einem schon angefangen.

      Nun stehe ich vor dem Problem, dass ich nicht weiß welche Stahlsorte das wohl ist. Wenns ein Baustahl ist kann ich ihn nicht härten.
      Also hab ich versucht den Funkenflug wenn ich die Flex dranhalte zu analysieren.
      Es gab lange Funkenbahnen mit vielen Sternen.
      Gemäß dem was ich weiß bedeutet, viele Sterne wie bei einer Wunderkerze, dass Kohlenstoff drinnen ist. Ich habe als Kotnrollgruppen noch einen Baustahl und einen reinen Kohlenstoffstahl einer alten Feile an die Flex gehalten. Ergebniss war, dass der Stahl ordentlich Sterne macht, wenn auch nicht ganz so viele wie der Feilenstahl.
      Als nächstes habe ich versucht ein kleines Stück das ich abgesägt hatte mit Wasser zu härten.
      Das Ergebniss war ein bischen seltsam. Der Stahl ist beiweitem nicht so hart geworden wie Kohlenstoffstähle die ich bisher erfolgreich in Wasser gehärtet habe. Er lässt sich also noch Feilen, wenn auch schwerer. Was aber auschschlagebend für eine Härtung sein muss ist dass dieses auf dem selben Stahl der nicht gehärtet wurde ritzt, aber umgekehrt nicht.
      Ich vermute also dass eine unvollständige Härtung stattgefunden hat. Womöglich war Wasser nicht das richtige Härtemittel.
      Ich vermute also einen niedrig legierten Stahl der vielleicht in Öl härtet, denn ich hab vergessen zu erwähnen, dass er rostet, wenn auch langsamer als unlegierter C-Stahl.

      Also zu meinen Fragen.
      Kann es sein dass Wasser bei bestimmten Legierungen zu keiner vollständigen Härtung führt? Ich dachte immer das Öl sei dafür da, das der Stahl nicht zerstört wird.
      Welche Tests könnte ich machen um die Sorte noch etwas einzugrenzen, ausser Härteversuche mit Öl?
      Sollte sich heraustellen dass ich es mit einem High Techstahl zu tun habe den ich nicht selber härten kann, wo hin wendet man sich wenn man eine genaue Bestimmung haben möchte?
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Stahlsortenbestimmung

      Hi AJ na lange hast du es ja nicht ohne uns ausgehalten und das ist auch gut so.
      Zu deiner Frage:Was hälst du davon zum Schrottplatz um die Ecke zu gehen und da nachfragen vorausgesetzt hier kann dir aus der Ferne niemand einen Tip geben.Gruss Rockdog
      Ruhrpott!
      Auf Kohle geboren!
      Hier hamwa kein Dialekt.
    • Stahlsortenbestimmung

      Ich denke so ein Schrotthändler der tagtäglichen Umgang mit Stahl hat erkennt das.Er muss ja auch nach Stahlgüte einkaufen bzw verkauft auch nach Qualität.Schick doch einfach ein Bild vielleicht ist hier ja einer unserer Messerbauer dabei der das auch erkennen kann.
      Ruhrpott!
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      Hier hamwa kein Dialekt.
    • Stahlsortenbestimmung

      Hallo,

      der Schrottplatz um die Ecke macht das mit einer Röntgenpistole. Dabei wird über die Röntgenstrahlung die beinhalteten Elemente bestimmt, das ganze ist zwar nicht so genau wie eine Spektralanalyse aber für die grobe Bestimmung sollte es ausreichen. Eine andere Möglichkeit wäre die Spektralanalyse, so etwas haben Metallinstitute in Universitäten oder großen Firmen, dabei wird über einen Lichtbogen die Interferenzfarben über ein Prisma aufgeteilt und analysiert.

      Es ist zwar möglich mit dem Funkenflug den Kohlenstoffgehalt zu bestimmen, aber es ist natürlich auch wichtig welche weiteren Elemente zugefügt worden sind, die stark die Härteeigenschaften beeinflussen. Bei normalen Baustählen gibt es meines Wissens nach keinen Wunderkerzeneffekt, da der C-Gehalt bei unter 0,2% liegt und daher auch zu wenig Kohlenstoff für die Martensitumwandlung vorliegt.

      Aber vielleicht schaust du dir das mal an:
      mandl.it/die-funkenprobe-zur-stahlbestimmung/

      Ich habe mir das mal vor ein paar Semester durchgelesen, aber auch einiges wieder verworfen, da man heut zu Tage selten mit reinen C-Stählen arbeitet und man auf andere Verfahren zurück greifen muss, um diese im Fall der Fälle zu charakterisieren.

      Viele Grüße
      Mathias
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Stahlsortenbestimmung

      Hallo,

      leider kann man mit der Röntgenpistole hochkohlenstoffhaltige Stähle leider nicht bestimmen.
      Zumindest hat es bei meinen selbstgedengelten Messern aus, vermutlich C60 Federstahl, das Prüflaborleider wegen o.g. Kriterien nicht geschafft.

      Gruss
      Konrad
    • Stahlsortenbestimmung

      "Konrad" schrieb:

      Hallo,

      leider kann man mit der Röntgenpistole hochkohlenstoffhaltige Stähle leider nicht bestimmen.
      Zumindest hat es bei meinen selbstgedengelten Messern aus, vermutlich C60 Federstahl, das Prüflaborleider wegen o.g. Kriterien nicht geschafft.

      Gruss
      Konrad



      Hallo

      @ Konrad
      da hast du wohl doch recht, ich hab mal etwas um her gesucht und anscheinend sind Elemente mit kleinerem Kern als Fluor nicht bestimmbar. Das letzte mal als ich so eine Pistole verwendet habe, musste ich den Chromgehalt messen. Was aber gehen sollte ist die Spektralanalyse, dabei wird ein Lichtbogen aufgebaut und die einzelnen Spektren untersucht, da müsste aufjedenfall auch der Kohlenstoff bestimmbar sein.

      Evtl könntest du hier mal anfragen, ich habe dort als Ferienarbeiter gearbeitet:
      vohtec.de/de/labor/spektralanalyse.html
      Die geben dir nicht nur die Elemente aus sondern auch gleich den richtigen Werkstoff, und ich bin mir auch sicher dass hierbei der Kohlenstoffgehalt mit dabei ist.

      Welche Parameter hast du den zum Härten verwendet? Wenn Funken fliegen sollte ja ein gewisser Kohlenstoffanteil drin sein, wenn du aber die Temperatur zu niedrig genommen hast, dann wandelt sich der Stahl nicht vollständig in Martensit um, anderseits brauchst du mindestens 0,2-0,3% Kohlenstoff zum umwandeln. Wenn ich du wäre würde ich mal den Stahl mit den Parametern von C40 oder C30 härten, oder du schaust im Eisenkohlenstoffdiagramm nach und gibts dann zur PSK Linie 30-50 Grad dazu. Wenn dein Stahl sehr hart und spröde ist, ohne anlassen, könntest du wohl einige Messer daraus fertigen, falls das nicht klappt, wirds wohl ein Wald und Wiesenbaustahl sein. Hart und spröde kannst du mit der Ritztechnik einschätzen oder du spannst das Stück im Schraubstock ein und teilst es mit einem Hammer, Achtung Schutzkleidung, Brille und Handschuhe sind da das mindeste. Wenn sich der Block verbiegt und nicht sauber durchbricht, dann ist der Sahl auch trotz härten zu weiche.

      Zur Vollständigkeit, zu hohe Temperaturen für den Stahl, ziehen eine Kornvergröberung nach, was schlechtere Festigkeitswerte zur Folge hat, daher sollten die Härtetemperaturen schon eingehalten werden, wenn du später gute Messer fertigen möchtest. Unterschiedliche Abkühlmittel wie Wasser Luft und Öl bringen eine unterschiedliche Abkühlgeschwindigkeit mit sich. Stähle die in Wasser statt in Öl abgeschreckt wurden neigen dann zu Härterissen, aber dein Gefüge wandelt sich in Martensit um, wird also spröde und hart und du kannst festellen ob er überhaupt umwandelt, daher würde ich das beibehalten.

      Nun noch etwas anderes, der Stahl ist nicht rostträge oder nichtrostent? Den da gibt es noch so Geschichten wie Austenitisch Martensitisch die sich nicht vollkommen zu Martensit umwandeln lassen. Falls es sich aber um einen Martensitischen Stahl handelt bin ich mir nicht mehr sicher welche Härtetemperaturen verwenden könntest, da die zugegebenen Legierungstypen die Umwandlung von Austenit in Martensit extrem beeinflussen. Am einfachste wäre es also wenn dein Stahl ein paar Rostflecken hat, den bei den Edelstählen und deren Härtung bin ich mir auch nicht mehr sicher.

      Viele Grüße
      Mathias
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Stahlsortenbestimmung

      Ich war beim Schmied und es ist so wie ich mir schon gedacht habe. Der Stahl ist n Haufen Scheisse wert. Er hat wohl Kohlenstoff aber viel zu wenig, darum wohl auch diese unvollständige Härtung...

      Tja muss ich mir halt was anderes suchen. Es hat nicht zufällig wer noch was SB1 oder D2 in 4mm Stärke übrig?
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Stahlsortenbestimmung

      Also Leute ich hab wieder was zum knobeln.

      Diesesmal bin ich im Gegensatz zum letzten mal an was richtig tolles geraten glaube ich.

      Bei ner Hausauflösung einer alten Schreinerei hab ich diese Maschinenhobelklingen ergattern können.



      Es steht keine Stahlsorte drauf, bloß auf einem der Hersteller oder Vertrieb "Paul Koll jr. - Remscheid Hasten", wozu ich aber auch nix im Internet zu finden konnte.

      Ich hab mich dann mal an die Funkenprobe gemacht. Das Funkenbild habe ich mit dieser Liste mit Videos diverser Stahlsorten hier abgeglichen
      messerforum.net/showthread.php?64906-Funkenprobe
      und stehe noch irgendwie zwischen 1.2519 und HSS, wobei ich finde dass es dem 1.2519 stärker ähnelt.
      Merkmale sind:
      - Eine relativ kurze verzweigte Garbe
      -Funken lösen sich im Vergleich zu anderen Stählen nur wenige und bei viel Druck
      -Farbe ist deutlich rot orange
      - C- Explosionen nur wenige und haupsächlich auf "halber Strecke" der Bahnen wie man auf dem einen Bild auch sehen kann.
      -Am Ende der Flugbahnen sind auffällig Tropfen oder Zungenförmige Abschlüsse.






      Ich hab noch nicht so viel Erfahrung aber ich vermute halt einen Werkzeugstahl mit relativ hohem Wolframanteil. Da würde 1.2519 auch passen, weils ja hauptsächöich für schneidende Werkzeuge genutzt wird. Ich glaub, wenn schon nicht der richtige Stahl, habs ichs wenigstens in die halbwegs richtige Kategorie eingeordnet.

      Was sagt ihr dazu?
      Bilder
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Stahlsortenbestimmung

      Das ist die Klinge eines Dickenhobels. Sowas haben wir auch in der Werkstatt rumstehen. Falls ich morgen dazu komme dann schau ich mal ob ich in den Unterlagen was über die Stahlsorte erfahren kann. Wieso gehst du denn eigentlich nicht auf eine der bekannten Messermacherseiten und bestellst dir flux nen gescheidten Stahl? Kostet doch nicht die Welt und du weisst woran du bist. Dann weisst du auch sofort den richigen Kohlenstoffgehalt und kannst das Ding präzise Härten. Ohne genaue Kenntnisse über dem Selbigen und somit auch die Unkenntnis über die Überschreitung der PSK Kurve, ist Härten etwa wie Topfschlagen in einer Turnhalle. Aber das weisst du vermutlich auch schon alles selber....
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      keine sorge ich hab auch N690 hier rumliegen an dem ich gerade arbeite. Bin aber zufällig heute bei dem Trödel da vorbeigekommen und hab die drei Hobel für 4 Euro bekommen. Da konnt ich nicht neinsagen.

      Keine Ahnung warum aber schon nur für das Detektivspiel zu erraten was es für ein Stahl ist waren die 4 Euronen gut angelegte Kohle :D
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Stahlsortenbestimmung

      Auf gar keinen Fall HSS...!
      HSS wird und wurde nie für solche Anwendungen verwendet..

      Nimm mal einen wirklichen HSS Bohrer und vergleiche das Funkenbild..
      Richtiger HSS funkt dunkel rot..



      Ferndiagnose ist immer schwer... Aber so wie Du beschreibst ist das ein Stahl mit hohem Nickelgehalt.. Nickel macht Stahl hitzestabil...
      Mach mal ein Stück richtig blank und ätze es... Ich sag Dir es wird sehr hell bleiben.. ;)

      Das ist ein netter Stahl für Ziehmesser... aber man könnte besseres draus machen... und für die Ziehmesser gäbe es auch idealeren Stahl...
      *Never hesitate...!*

      Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
      nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
      viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
      (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
    • Stahlsortenbestimmung

      Hallo Aj,

      genau aus so einem Streifenhobelmesser hab ich mir ein Ziehmesser und ein Löffeleisen gefertigt. Beim Ziehmesser habe ich das Hobelmesser auf 20cm abgeflext und Griffe angeschweißt. Somit brauchte ich nicht schmieden, schleifen und härten. Die Schweißstelle ist natürlich gut gekühlt worden.
      Das Löffeleisen habe ich geschmiedet. Seltsamerweise fiel, wenn die Glühtemperatur etwas(ca 50-100°) zu hoch war, diese glühende Teil einfach ab. Keine Ahnung warum. Dann habe ich es wie einen Kohlenstoffstahl bearbeitet. Dieses Löffeleisen ist zwar nicht das schönste, aber der Stahl ist weitaus schnitthaltiger als diese Löffeleisen die man so kaufen kann.
      Ich meine mich zu erinnern, daß die Streifenhobelmesser aus Chrom-Vanadium waren. HSS war mir damals(vor 30 Jahren)zu teuer.
      Wenn du die Dinge mal sehen willst, bringe ich es zum Wandern mit.

      Gruss
      Konrad