Aussteigen

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  • Welcher normal denkende Mensch verschwendet sein Leben, um Häuser zu bezahlen, in denen man nie ist, weil man nur noch arbeitet?


    Gute Frage!!!!

    Find ich schon gut, diesen Ansatz - ähnlich wie H.D. Thoreau in "Walden", der sich auch mit Saison-Jobs ein paar tausend Dollar erwirtschaftet hat, um wieder ein paar Monate unabhängig, off-the-grid leben zu können. Ist ja nicht so, dass er nicht arbeitet oder ein Sozial-Schmarotzer wäre...

    Ich habe auch mal den Dia-Vortrag von Jo Bentfeld besucht, der das ähnlich macht, bzw. heute eher von seinen Vorträgen etc. sein Leben am Yukon fianziert.
    verlag-gueniker.de/index.php?page=jo_bentfeld
  • "BushcraftLedwig" schrieb:

    Wem es spass macht, der sol dass ruhig machen!
    Ich persönlich würde mir lieber eine Blockhütte bauen! :D


    Geht mir genau so...
    Allerdings denke ich mir, entweder ganz weg oder garnicht.
    Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.
  • Aye,

    wenn man Familie mit Kindern hat, trägt man Verantwortung!
    Man muß sich dieser Verantwortung stellen. Es ist einfach Ehre und Pflicht!
    Weglaufen, ein Loch in den Boden graben, abtauchen - das kann
    jeder. - Keine Leistung -.
    Aber er hat Kinder.
    Die Popularität eines Mannes ist nicht immer ein Kriterium für seine Bedeutung.
    Diese resultiert vielmehr aus dem Einfluß, den sein Leben für seine Angehörigen gewonnen hat! :idea:

    "Wer immer sparen will, der ist verloren.
    Auch moralisch"!
    (Theodor Fontane)

    Schönes Wochenende an Euch! :D
    Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
    Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
    Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)
  • "Sinclair" schrieb:

    Aye,

    wenn man Familie mit Kindern hat, trägt man Verantwortung!
    Man muß sich dieser Verantwortung stellen. Es ist einfach Ehre und Pflicht!
    Weglaufen, ein Loch in den Boden graben, abtauchen - das kann
    jeder. - Keine Leistung -.
    Aber er hat Kinder.
    Die Popularität eines Mannes ist nicht immer ein Kriterium für seine Bedeutung.
    Diese resultiert vielmehr aus dem Einfluß, den sein Leben für seine Angehörigen gewonnen hat! :idea:

    "Wer immer sparen will, der ist verloren.
    Auch moralisch"!
    (Theodor Fontane)

    Schönes Wochenende an Euch! :D


    Weise Worte, mein Freund!
    Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.
  • Den Ansatz find ich gut
    Aber wie Sinclair schon sagte
    wenn man Familie mit Kindern hat, trägt man Verantwortung!


    Ich persönlich würde auch am liebsten Aussteigen
    Habe schon oft darüber nach gedacht.
    Manchmal ko*** mich das Leben hier einfach nur noch an.
    Leben um zu Arbeiten heißt es hier was ich aber auf keinen Fall bis an mein Lebensende machen will.
    Ich möchte meine Freiheit genießen.
    In Deutschland kann man das aber so gut wie vergessen.
    Wenn dann würde ich eh lieber nach Norwegen oder Alaska gehen.
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Am liebsten nach Norwegen da eine hübsche junge Dame gesucht die dort aufgewachsen ist
    Die kennt sich dann mit den Wintern aus (dann wird es auch nicht so kalt ^^)

    Aber mal Spaß bei Seite
    Natürlich ist das Leben dort hart nicht nur im Winter, aber was hat man hier noch für Perspektiven
    Ich mit meiner Ausbildung und meinem Wissensstand nicht gerade viele.
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Wer tatsächlich inzwischen nicht nur "mal eben" über's Wochenende aussteigen will, sondern ernsthaft und für immer, um was am eigenen status quo zu verändern, sollte sich als allererstes darüber im klaren werden, daß man der eigenen Persönlichkeit nicht weglaufen kann.

    Oder anders herum:

    Nicht nur die persönlichen Chancen und Stärken, auch die persönlichen Probleme und Schwächen wandern mit aus. Denen entkommt man durch einen simplen Umzug seines Gerümpels nicht.

    Mit dieser Erkenntnis geschlagen, kann man im ersten Schritt schon mal die "innere Auswanderung" in Angriff nehmen. Durch möglichst objektiv vergleichende Recherche von "hier" und "dort". Das geht in gewissen Grenzen auch schon durchs jeweils nationale Web.

    Ein paar Beispielfragen:
    - wie marktkonform ist der eigene Broterwerb im Ziel?

    - wie ist das Preisniveau im Ziel?

    - wie sieht im Ziel der Wohnungsmarkt aus?

    - Welche Fahrzeuge und Führerscheine sind/bleiben legal?

    - welche Gesetze, Regeln und Fristen gelten für eine Einwanderung und den Erwerb der Staatsbürgerschaft?

    Hier kann man dann auch gleich mal die Einwanderungspapiere besorgen und regelmäßig in aktualisierter Version testweise durcharbeiten. Neben den Stellenanzeigen und Wohnungsinseraten aus nationalen Portalen des Ziellands.

    - welche sozialen Einrichtungen stehen im persönlichen Katastrophenfall zur Verfügung? Da ist später beim Probelauf im Zielland die beste Quelle oft der nächstgelegene Bettler. Und mit etwas Glück spricht der sogar Deutsch...

    Ergiebige Online-Quellen sind auch und gerade die örtlichen Zeitungen des Ziellands. In der Originalsprache, versteht sich. Bei dieser Gelegenheit merkt man dann auch ziemlich schnell, ob man dem Weltgeschehen denn auch wirklich in der Sprache des Ziellands folgen kann. Und gewinnt unter Umständen nebenbei auch eine objektivere Sicht auf unser eigenes sch...önes Land...

    Selbst im deutschsprachigen Raum gibt's übrigens Sprachprobleme. Die sind nur subtiler und deshalb um so schwerer auszumerzen. Wer's nicht glaubt, sollte einfach mal eine Weile Lokalzeitungen aus der Schweiz mit in den eigenen Pressespiegel aufnehmen.

    Die Sprache des Ziellands ist elementar wichtig, sonst ist das mit dem Ausstieg von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und nicht nur, weil man sich ohne nicht verständigen kann. Die Sprache wird vom kollektiven Denken und Fühlen der Sprechenden geformt. Be-greift man wie die Sprache tickt, verinnerlicht man auch das Denken und Fühlen der neuen Landsleute. Auch in Bezug auf unser eigenes sch...önes Land.

    Im nächsten Schritt sollte man vor Ort mit der Hand am Arm praktisch durchspielen, ob man sich denn tatsächlich genauso im Zielland zurechtfindet, wie man's aus der Ferne recherchiert und belesen hat.

    Also keinen Badeurlaub im Touristen-Ressort, sondern Welt entdecken: Ämterläufe, Preise erkunden, Infogespräche mit dem dortigen Pendant der hiesigen Pappnasen. Und das in den touristisch eher langweiligen Gegenden des Gastlands, denn da wird man später wohnen.

    Auf diese Weise hat man dann auch tatsächlich die Chance, ehemalige Landsleute zu treffen, die den eigenen noch im Aufbruch befindlichen Weg schon erfolgreich gegangen sind. Deren Erfahrungen kann man auch neu erfinden, muß das aber nicht.

    Im finalen Schritt wird die konkrete Auswanderung organisiert. In der Sprache des Ziellands, das mittlerweile mindestens genauso vertraut sein sollte wie unser eigenes sch...önes Land.

    Aber Obacht!

    Unser sch...önes Land will zusätzlich zur auslaufenden Miete für's hiesige Lebendürfen auch noch Ausfuhrzoll für sein Inventar sehen, wenn's für unbestimmte Zeit hierzulande keine Steuergeschenke mehr finanziert. Auch der liebevoll in Container verpackte Hausrat nebst Fahrzeugen muß dann erst noch ein zweites Mal freigekauft werden.

    Selbst innerhalb der doch ach so freizügig grenzenlosen EU!
  • Jeder Jeck ist anders! Und von mir aus soll jeder machen, was er für richtig hält.

    Der Artikel erweckt in mir allerdings die Vermutung, dass der Protagonist eine recht egoistische oder gar hedonistische Einstellung hat. Zugegebener Maßen nicht unter materialistischen Aspekten. Keinen Bock auf die selbst gewählte Arbeit, keinen Bock auf die Familie und keinen Bock auf den ganzen Konsumkram.

    Ich stelle mir wie Sinclair die Frage, wie es mit der Verantwortung gegenüber der eigenen Familie aussieht? Und dabei meine ich nicht nur die Kinder.

    Ich für meinen Teil, kann diesem Lebenskonzept nicht das Geringste abgewinnen. Ich liebe meine Familie, ich mag meinen Beruf (nicht immer) und ich kann mich in Grenzen auch an Konsum erfreuen! Und die eigene "Scholle" ist mir heilig!
    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
  • "smeagolvomloh" schrieb:

    Jeder Jeck ist anders! Und von mir aus soll jeder machen, was er für richtig hält.

    Der Artikel erweckt in mir allerdings die Vermutung, dass der Protagonist eine recht egoistische oder gar hedonistische Einstellung hat. Zugegebener Maßen nicht unter materialistischen Aspekten. Keinen Bock auf die selbst gewählte Arbeit, keinen Bock auf die Familie und keinen Bock auf den ganzen Konsumkram.

    Ich stelle mir wie Sinclair die Frage, wie es mit der Verantwortung gegenüber der eigenen Familie aussieht? Und dabei meine ich nicht nur die Kinder.

    Ich für meinen Teil, kann diesem Lebenskonzept nicht das Geringste abgewinnen. Ich liebe meine Familie, ich mag meinen Beruf (nicht immer) und ich kann mich in Grenzen auch an Konsum erfreuen! Und die eigene "Scholle" ist mir heilig!


    Das mit der Scholle gefällt mir. :mrgreen:

    Mancher sieht hierzulande eben tatsächlich keine positive Perspektive mehr. Trotz aller Propaganda aus den nationalen Mainstream-Medien. Und dann ist es nur legitim, sich auch aktiv nach Alternativen umzutun. Solange man die tatsächlich noch zur Auswahl hat. Denn für Kanada sind zum Beispiel viele hier wohl schon zu alt.

    Und das gilt nicht nur für bindungslose Einzelkämpfer. Auch ganze Familien landen mittlerweile ja schleichend verarmt in der Perspektivlosigkeit. Nur: Wenn Mittelstand in den Niedriglohn absinkt, hört man einfach nichts, weil sich da jeder so anerzogen schämt und sich deshalb ganz alleine selbst für's Verpuffen seines "German Dream" verantwortlich macht.

    Und dann geht's eben auf zu neuen Ufern, für einen Neuanfang.

    Gerade ihrem Entdeckergeist verdanken die Hamburger übrigens die Hanse und ihren Welthafen. Na gut, eigentlich nicht primär ihrem Entdeckergeist, sondern wohl eher ihren angetrauten Hamburgerinnen.

    Denn welcher gesunde zufrieden denkende Mensch würde wohl so ganz ohne Not auch nur auf die Idee kommen, monatelang mannsdicke Eichenstämme in den eiskalten Uferschlamm zu rammen.
    Damit so ein möglichst großen Anleger entsteht.
    An dem möglichst große Schiffe anlegen können.
    Die danach möglichst weit, weit weg über's Meer fahren...

    Der rundum Zufriedene bleibt still zu Hause, kaut seine Scholle, pflügt seine Holde oder auch mal umgekehrt.

    Und gründet dabei vielleicht sogar eine Familie. Aber wohl eben nie im Leben die historischen Fundamente einer Freien und Hansestadt!