Kaffee, frisch aus dem Wald

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    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Hi,
      ich hoffe das hier nicht der 1000 Post zu dem Thema ist, aber ich hab als Neuling hier nix gefunden und mich deshalb entschlossen einen neuen zu eröffnen.
      Mir ist auch bewusst das Kaffee beim Bushcraften nicht oberste Priorität hat, aber soll ja auch Spaß machen.
      Also,
      ich war gestern zum "Mittagessen" im Wald..
      Es gab ein paar Bucheckern, Esskastanien und dazu "Kaffee".
      Ich hab im Vorfeld gelesen, dass man aus folgenden Zutaten wenn man sie röstet Kaffee herstellen kann:
      Malz,Roggen, Zichorien, Gerste, Eicheln, Feigen, Löwenzahnwurzeln

      In der Realität konnte ich nur Löwenzahnwurzeln und Eicheln finden.
      Das hab ich dann spontan einfach mal ins feuer geworfen, die Eicheln raus wenn sie geplatzt sind und die Löwenzahnwurzeln als sie außen eine schwarze schicht bekommen haben. Ich hab die Zutaten dann noch ne knappe halbe stunde am feuer nachtrocknen lassen, 2 Steine genommen das ganze zu einem Pulver zerrieben, dieses dann in die Tasse des BW-Geschirr und mit Wasser ins Feuer bis es gekocht hat.
      Jetzt nur noch warten bis sich der Satz unten Absetzt und schon hat man einen Kaffee.
      Aber Achtung gut "rösten" sonst kann es sehr ungesund werden!
      Das Endprodukt schmeckt sehr bitter, aber die Ähnlichkeit zu Kaffee is nicht von der Hand zu weisen, meiner Meinung nach eine Willkommene Abwechslung.
      Grüße aus Hessen
      Pfadi
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Ich hab das noch nicht ausprobiert wie Du... aber wollte evtl. am Wochenende mal ein paar Wegwarten- und Löwenzahnwurzeln ausgraben, rösten und brühen (davon steht bei mir alles voll)

      Weil Du die Eicheln nicht gewässert hast, sind die sicher ziemlich bitter gewesen.

      Frage mich, was man noch so an Wurzeln reinmachen könnte?
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Leider enthält das Getränk kein Coffein...
      Aber ich bin jemand der gerne mal ein heißes Getränk trinkt und Brenneseltee ist auch nicht so das Wahre, da ist der bittere Kaffee besser :D
      Ich hab vergessen Lupinen kann man rösten, das gibt einen richtig leckeren Kaffee, dieser enthält auch Coffein, aber sowas findet man halt nicht im Wald. Wäre aber mal ne Idee für ein surivalGarten...
      Ich hab kein Plan was man noch für Wurzeln verwenden könnte...
      Wer sein Kaffe mit zucker trinkt, könnte mal Birkensaft ausprobieren, aber ich mag auch normalen Kaffee nicht mit Zucker ist also nix für mich.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Eichelkaffee:

      - Eicheln knacken
      - Kleinschneiden, raspeln oder grob mahlen
      - mit heißem Wasser aufgießen, sofort abgießen und 2 - 3 Mal kaltes hinterher, bis es klar ist
      - rösten (im Ofen bei 50 - 70° oder am Feuer auf dem Stein)
      - Mahlen



      Verfeinern mit Zimt, Zichorie (Wegwarte), Zucker, Löwenzahnwurzeln o.ä.

      Bilder
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Hab mir auch mal ein Gebräu aus den Eicheln zubereitet:

      Eicheln knacken, achteln und in kaltem Wasser mindestens 12 Stunden wässern, damit die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden.

      Es gibt Eichelarten, die haben mehr Bitterstoffe eingelagert und andere, die einen süßlichen Geschmack bereits mitbringen. Erstere länger wässern und das Wasser gegebenenfalls austauschen. Am besten man kostet ein Stück der rohen Eichel. Ich hab hier einen ziemlich süßen Baum entdeckt.

      Nach dem wässern werden die Eichelstücken geröstet. Am Feuer oder wie hier in einer beschichteten Pfanne, bis der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist. Danach noch fein mahlen und fertig ist der Eichelkaffee.

      Getrunken wird er hier auf türkische Art; also einfach kochendes Wasser drüber und 5 Minuten ziehen lassen. Schmeckt ziemlich lecker - jedenfalls besser als mein Experiment, aus gerösteten und ganzen Hagebuttenkernen einen Kaffee zu bereiten.

      Die nächste Charge werde ich etwas länger rösten. Denke da geht noch was im Geschmack. ;)

      Bilder
      Wer sich in die Natur begibt, der lernt beim allerbesten Meister! (Erwin Thoma)
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Es hat sich als deutlich einfacher herausgestellt die Eicheln vorher mit der Schale anzurösten bis die Schale schwarz wird und die Eicheln kleine Risse bekommen.
      danach kann man die Eicheln ganz einfach aus der Schale lösen indem man mit einem Stein oder der Messerflachseite drauf drückt. Das spart unwahrscheinlich viel Arbeit.
      Auch bringt es 0 die ganzen oder halbierten Nüsse zu Wässern weil die Oberfläche zu klein ist. Man muss die schon vorher irgendwie Raspeln oder anders zerreiben, dann in ein Netz geben und mindestens nen Tag lang in fließendem Wasser lassen.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      "Affenjunge" schrieb:

      Es hat sich als deutlich einfacher herausgestellt die Eicheln vorher mit der Schale anzurösten bis die Schale schwarz wird und die Eicheln kleine Risse bekommen.
      ...
      Auch bringt es 0 die ganzen oder halbierten Nüsse zu Wässern weil die Oberfläche zu klein ist. Man muss die schon vorher irgendwie Raspeln oder anders zerreiben, dann in ein Netz geben und mindestens nen Tag lang in fließendem Wasser lassen.


      Ich hab die vorher auch im ganzen geröstet - geht wirklich besser.

      Aber zum Wässern: Ich habe irgendwo gelesen gehabt, dass man einfach mit kochendem Wasser aufgießen soll und immer wierderholen. So hab ich's gemacht. Einen Wasserkocher voll kochendes Wasser gemacht. Damit 3 Mal drübergegossen und mit klatem Wasser nachgespült. Danach war nix bitteres mer zu schmecken.

      Nehme an, dass sich die Bitterstoffe wie beim Tee durch kochendes Wasser leichter lösen!
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      Ich habe vorhin noch zufällig im Survival Magazin gelesen wie die das machen: rösten in einem Topf mit Deckel (Eicheln können explodieren), dan abpellen inkl innerem Häutchen und dann nicht länger als eine Stunde in kaltem Wasser einlegen. Trocken und weiterverarbeiten
      Ausprobiert habe ich es aber noch nicht.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      "chinaerik" schrieb:

      "Affenjunge" schrieb:

      Es hat sich als deutlich einfacher herausgestellt die Eicheln vorher mit der Schale anzurösten bis die Schale schwarz wird und die Eicheln kleine Risse bekommen.
      ...
      Auch bringt es 0 die ganzen oder halbierten Nüsse zu Wässern weil die Oberfläche zu klein ist. Man muss die schon vorher irgendwie Raspeln oder anders zerreiben, dann in ein Netz geben und mindestens nen Tag lang in fließendem Wasser lassen.


      Ich hab die vorher auch im ganzen geröstet - geht wirklich besser.

      Aber zum Wässern: Ich habe irgendwo gelesen gehabt, dass man einfach mit kochendem Wasser aufgießen soll und immer wierderholen. So hab ich's gemacht. Einen Wasserkocher voll kochendes Wasser gemacht. Damit 3 Mal drübergegossen und mit klatem Wasser nachgespült. Danach war nix bitteres mer zu schmecken.

      Nehme an, dass sich die Bitterstoffe wie beim Tee durch kochendes Wasser leichter lösen!


      Beim Kaffee machen kann das sein, aber wenn man die Eicheln wirklich essen will, ist meine Methode die einzige die wirklich vernünftig entbittert. Es geht mit heißem Wasser gewiss schneller, aber erst wenn man die Oberfläche durch raspel verfielfacht hat.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Kaffee, frisch aus dem Wald

      "Affenjunge" schrieb:

      Es geht mit heißem Wasser gewiss schneller, aber erst wenn man die Oberfläche durch raspel verfielfacht hat.


      Achso, hatte ich vergessen zu erwähnen: Ich hatte sie schon kleingeschnitten, dann mit kochendem Wasser überbrüht und mit kaltem Wasser nachgespült, bis die Flüssigkeit klar war.
      Beim Überbrühen mit kochendem Wasser wird das Wasser tiefbraun - schätze also mal, dass da ziemlich viel an Bitterstoffen rausgelöst wird.