Passaround: TRC knives Bushcraft

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    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Servus Jungs und Mädels,
      der litauische Messerhersteller TRC knives (trcknives.com) war so freundlich uns das Modell "Bushcraft", aus seiner Survival Serie, für einen Passaround zur Verfügung zu stellen um es nach bushcrafter Art auf Herz und Nieren zu testen.



      Eckdaten des Messers:
      Handmade Custom
      ELMAX steel / 60-61 HRC (heat/cryo-treated)
      Schliff: sabre grind
      Klingenstärke: 3.66mm oberhalb des Griffes
      Gesamtlänge: 229mm
      Klingenlänge: 109mm
      Gewicht: 194g (zzgl. Lederscheide 109g)
      Griff: black linen micarta
      Leather sheath fits 8 mm fire steel(fire steel not included)


      Wie bei jedem Passaround gibt es ein paar Regeln zu beachten:
      Themenrelevant testen, bedeutet, alle Arbeiten welche im Outdoor- und Bushcraftbereich normalerweise anfallen können. Dazu gehören nicht Schläge mit der Klinge auf Steine für Bruchtests oder Autotüren aufbrechen.

      1. Der Test als Review muss innerhalb 4 Tage nach Erhalt erfolgt sein. Wer dies nicht schaffen könnte, sollte sich nicht bewerben. Spätestens am 5 Tag muss der Versand mit Nennung der Sendungsnummer erfolgt sein.

      2. Das Testmesser muss versichert als Post/DHL Paket zum nächsten Teilnehmer versendet werden.


      Die Teilnehmer sind:
      - AndreasR > Text mit Bildern
      - dk74 > Text mit Bildern
      - kelte1964 > Text mit Bildern
      - Hagbard > Text mit Bildern
      - Bushdoctor > Text mit Bildern
      Bilder
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      Finnisches Sprichwort

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Unterholz ()

    • Re: Passaround: TRC knives Bushcraft

      Das gute Messer kam bei mir an, ausgepackt, gestaunt, aus der stabilen Scheide gezogen und gleich erst mal geschnitten. Na toll ein richtig scharfes Messer.
      Zu den technischen Daten brauch ich ja nicht mehr so viel sagen. Unterholz hat dazu ja schon komplett aufgeklärt. Also hab ich ein paar Fotos gemacht und das Messer mit anderen verglichen. Aber seht selbst....










      Das TRC Bushcraft ist dem Benchmade 162 Bushcraft Sibert Design am ähnlichsten. Zumindest was die Klingengeometrie angeht. Auch das Benchmade hat einen tollen Stahl spendiert bekommen.... S30V ebenfalls auf 60-61HRC gehärtet wie der Elmax des TRC. Zur Klinge kann man nur noch sagen das beim Testmodell die Schleifkerbe fehlt. Somit ist ein dauerhaftes nachschärfen schwierig. Der Herstellerfehler lässt sich aber sicher korrigieren. Auf der Website von TRC haben die Messer diese Kerbe. Sicher nur ein Versehen was aber bei einem ca 200 Euro Messer das auch noch zum testen zur Verfügung gestellt wird nicht sein darf!

      Das Messer liegt trocken und ohne Handschuhe angenehm in der Hand. Aber wehe dem es wird nass.... Schon wird der Griff mit wenig Kontur zu einer rutschigen Angelegenheit. Noch schlimmer wird es mit weichen eng anliegenden Nappalederhandschuhen. Das Gefühl für das Messer geht nun ganz verloren und das arbeiten wird zum Risiko. Da sitzt das Benchmade mit dem stark ausgeformten G10 Griff doch perfekt daneben. Selbst das Bark River Bravo 1 liegt besser in der Hand. Ich denke hier besteht bei TRC Nachholebedarf.

      Für mich ist das Messer nicht besonders aufregend. Der Stahl ist sicher toll und scharf ist es auch. Allerdings gibts für diesen Preis Messer in denen mehr Know how steckt. Ich teile diese Meinung mit Mambolina der bei mir auf der Nachbarschaft wohnt und extra sich Zeit genommen hat das Messer in Augenschein zu nehmen.

      TRC ist auf dem richtigen Weg und hat mehrere Modelle im Angebot. Ich konnte nur ein Modell in die Hand nehmen. Sven vom Messerdepot kann sicher Auskunft über die anderen Modelle geben. Ich bin mir auch sicher das Sven auf die Qualität der Klingen achtet.

      Irgendwann werde ich wohl auch ein TRC mein Eigen nennen. So ist das eben mit der Sucht.....

      Grüße aus der Altmark
      Andreas
      Bushcraft kann man lernen, Survival muss man meistern!
    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Andreas
      Äh, es ist echt schön dass Du soviele verschiedene Klingen besitzt, und diese evtl auch nutzt (irgendwie), aber ich versteh grad net was die Bilder mit einem Passaround zu tun haben, geschweige denn wie das in ein Review eines einzelnen Artikels, um den es hier ja geht, passt.
      Irgendwie ist das Kernthema um was es geht bei dem Post garnicht berücksichtigt. Nix mit den Eigenschaften, Führigkeit, Choppingverhalten, ob es sich beim SChnitzen verharkt usw usf.
      Also die praktische Komponente fehlt völlig.
      Erinnert eher an solche Schreibtisch Befummel Reviews aka unboxings.
      Und diese sind nunmal völlig praxisfern.
      Ich hoffe die nachfolgenden Tester werden eher darauf eingehen und das in Augenschein nehmen. Wenn schon ein Messer als Werkzeug reviewt wird, dann doch prakmatisch und dem Nutzzweck entsprechend.
      Ein Sammler wird wohl eher nach Design und Verarbeitung und Geometrie gehen, Find ich aber eher unspektakulär.
      lg habicht
    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Hallo,

      nur mal vorab als Information. Dieses Passaround ist nicht von uns organisiert. Unseres läuft aktuell im Hintergrund mit klaren Vorgaben und ausgewählten Usern und wird erst veröffentlicht, wenn es komplett abgeschlossen ist.

      Bzgl. AndreasR möchte ich nur folgendes erwähnen. Wir sind natürlich stetig dabei das TRC in unterschiedlichen Varianten anzubieten. Ich glaube Andrius verflucht mich schon, so oft ich Ihn wegen Ideen anschreibe :lol:

      Aktuell habe ich auch ein Messer mit G10 Beschalung bei mir. Mal sehn, wenn ich es schaffe, setze ich heut abend mal ein Bild bei uns im Topic ein.

      Gruß Sven
      MESSERDEPOT • Inh. Sven Kinast
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    • Re: Passaround: TRC knives Bushcraft

      "AndreasR" schrieb:

      Zur Klinge kann man nur noch sagen das beim Testmodell die Schleifkerbe fehlt. Somit ist ein dauerhaftes nachschärfen schwierig. Der Herstellerfehler lässt sich aber sicher korrigieren. Auf der Website von TRC haben die Messer diese Kerbe. Sicher nur ein Versehen was aber bei einem ca 200 Euro Messer das auch noch zum testen zur Verfügung gestellt wird nicht sein darf!


      Hallo Andreas, vielen Dank erstmal für deine erste Meinung und den Vergleich zum Benchmade.
      Was die Schleifkerbe angeht hat dieses Modell keine. Es handelt sich um keinen Fehler des Produzenten.
      trcknives.com/gbr/page/bushcraft-79

      Bitte verwechsele das Modell nicht mit dem TR7-10 oder TR13.
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    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Zuerst und an vorderster Stelle vielen Dank an Unterholz und TRC Knives (trcknives.com), die diesen Passaround organisiert und das Testobjekt zur Verfügung gestellt haben!

      Das Messer mit den von Unterholz bereits vorgestellten technischen Daten, kommt in einer grundsoliden braunen und sehr gut verarbeiteten Lederscheide daher. Diese kann per Schlaufe hoch am Gürtel oder tiefer baumelnd getragen werden. An der Seite findet sich eine, an Bushcrafterscheiden fast schon obligatorische Halterung für einen 8mm Firesteel.
      Die umgeklappte Gürtelschlaufe ist mit der Scheide vernäht und vernietet. Der Niet auf der Innenseite wurde mit einem Stück Leder überklebt, so daß ein eventuelles Verkratzen von Klinge oder Griff wirkungsvoll vermieden wird.
      Insgesamt wirkt die Scheide sehr hochwertig, stabil und gut verarbeitet.



      Beim tragen des Messers wechselte ich zwischen der von mir bisher favorisierten hohen Trageweise und der tiefen baumelnden. Die zweitgenannte Variante erwies sich als sehr komfortabel, machte sie doch jede Bewegung mit und wenn bei der hohen Trageweise der Messergriff schon mal in die Seite drückt, baumelt sie so gemütlich an mir herunter.
      Das Messer sitzt tief und fest und läßt sich doch ohne großen Aufwand ziehen, wenn auch (vorerst?) nur zweihändig.
      Der feste Sitz in der Scheide und die/das am unteren Ende angebrachte Öse/Loch, erlauben es den Großgewachsenen unter uns auch, das Messer um den Hals gebunden als Neck Knife zu tragen. Theoretisch.



      Nun muß das Messer aber aus der Scheide!
      Groß und satt liegt es da in meiner Hand. Ein wenig hin und her und siehe da, ein echter Handschmeichler!
      Keine Kanten, nichts steht über oder ab. Die schwarzen Micarta-Griffschalen passen wie angegossen, die Ösen im Griff sind sauber eingepasst. Beim Lanyardhole wurde auf eine Hülse verzichtet.
      Die Griffschalen wirken auf den ersten Blick und das erste Befummeln doch sehr glatt, hatte sie sehr viel rauer erwartet. Wie sich das in der Praxis auswirkt, darauf bin ich gespannt!



      Auch die Klinge ist auf hohem Niveau verarbeitet. Anschliff, Schneidphase - alles symmetrisch, alles sauber, so wie es sein soll!
      Auf eine Schleifkerbe wurde verzichtet. Inwiefern daß einen Vor- oder Nachteil bedeutet vermag ich nicht zu beurteilen. Die Messer ohne Kerbe die ich besitze, sind mir hinsichtlich der Schärfbarkeit noch nicht nachteilig aufgefallen und ein evtl. kleines Recurve nehme ich in Kauf.



      Was einem aber sofort auffällt, sind die unheimlich scharfen Kanten am Klingenrücken. Habe ich so noch nicht erlebt. Aber was soll ich sagen, ich mag das so!
      Ich würde mir fünf, sechs, sieben Zentimeter der rechten Kante vom Griff her gesehen, mit einer Schlüsselfeile verrunden. Da liegt der Daumen, da soll es bequem sein. Mit der linken Kante kann man seinen Feuerstahl zünden und Hornhaut raspeln.
      So seh ich das, scharfe Kanten sind schnell verrundet, Runde jedoch wieder einigermaßen scharf zu bekommen um einiges schwerer. Klarer Punkt fürs TRC von mir!



      Optisch kommt das TRC kühl und reduziert daher. Ein Arbeitsmesser will es sein und so wirkt es auch, daß jedoch auf hohem Niveau!
      Das mag jeder beurteilen wie er will, ist halt Geschmackssache. Es hat was!


      Das war jetzt etwas Theorie, weiter nun mit der Praxis!
      Ein kleiner Sonntagsspaziergang sollte es werden, rund um den Hellsee. Wunderschöne Endmoränen-Landschaft mit einem, für diese Gegend Brandenburgs seltenen Mischwald.
      Xaver hat bestimmt für eine Menge Totholz gesorgt und bei einem solchen Mistwetter tendiert die Wahrscheinlichkeit auf einen anderen Menschen zu treffen gegen Null. Genau mein Ding!
      Stulle, Apfel, Limonade waren schnell geschmiert, gepflückt und eingepackt – das Messer sowieso!
      An dieser Stelle hätt ich vielleicht auch an einen Fotoapperat denken sollen. Nun denn, die hier gezeigten Bilder entstanden dann nach der Heimkehr.

      Am See angekommen stellte ich sofort fest, daß wie erwartet mehr als genug kleines und großes Testmaterial bereitlag.
      An dieser Stelle will ich noch erwähnen daß das Messer mit einer guten Gebrauchsschärfe bei mir eintraf, allein rasieren tat es nicht. Durch Papier schnitt es sehr gut.
      Die ersten Stecken und Holzstücke waren schnell entrindet und beschnippelt, von leichten bis kräftigen Schnitten. Die Klinge dringt dabei leicht und tief in das Holz ein. Das macht Spaß!
      Zögerte ich zuerst da ich den Griff für sehr glatt hielt, verlieh mir der Fingerschutz ausreichend Sicherheit. So richtig griffig, naja, hab ich schon besser gefühlt, z.B. beim Pohl Force November aus dem PA.
      Ich habe Handschuhgröße elf und könnte mir vorstellen, daß es größere Hände sicherer aufnimmt.
      Die Schalen könnte man noch etwas anrauhen oder auch grooven, dann passt das.
      Ein paar kleine Hackproben bestand das Messer mit guten Leistungen. Hier halte ich Klingenlastige Messer für etwas im Vorteil, der Schwerpunkt des TRC liegt ungefähr auf Höhe des ersten Klingenlochs, vielleicht einen Tick davor.
      Auch alle Freunde von Batoning sollten hier voll auf ihre Kosten kommen, das Teil macht nicht den Eindruck, vor jedweder Art Holz in die Knie zu gehen.

      Mich interessiert bei einem Messer aber vor allem wie es sich bei eher feineren Arbeiten schlägt. Kerben schneiden, schlitzen, schnitzen usw..
      Als ich mich schon damit begnügen wollte, lediglich ein paar Kerben und ähnliches zu schneiden, fand ich eine kleine relativ trockene Astgabel, die sich prima für eine Zwille eignete. Na Wunderbar!
      Rast gemacht und die Stullen gegessen und dabei an der Astgabel rum geschnippelt.
      Es ging mit dem Messer ausgesprochen gut. Der Stahl, der nun schon einiges an Holz gefressen hatte, nahm Span für Span mit einer Leichtigkeit vom Holz, daß es eine Freude war.
      Am unteren Ende der langsam entstehenden Zwille bohrte ich mit Hilfe der sehr führigen Klingenspitze zügig ein Loch.
      Auch am Gabelknoten, dort wo es erfahrunsgemäß etwas fummelig für große Klingen wird, machte das TRC einen prima Job.
      Feine Arbeiten machten mit dem Messer richtig Spaß und gingen einfach von der Hand, nicht zuletzt aufgrund der praxisnahen Klingenform.
      Einzig mein Daumen meldete mit der Zeit immer stärkere Bedenken an. An den Klingenrücken muß auf alle Fälle Hand angelegt werden, so wird es extrem unkomfortabel und schnell nur noch etwas für richtige Kerle. Da ich mich natürlich für einen solchen halte, hielt es mich nicht zurück, die Zwille halbwegs fertigzustellen.



      Der Nachmittag ging seinem Ende entgegen und ich dem selbigen meiner kleinen Wanderung. Dabei immer weiter hackend, schneidend, schnitzend . . .
      Ich hätte auch gerne eine Blechdose aufgeschnitten und durchlöchert, da müssen meine Messer durch aber ich glaube das wäre gegen die PA regeln.
      Wieder zuhause angekommen wiederholte ich den „Papiertest“. Das Messer hatte keinen Deut von seiner Schärfe verloren. Großartig!



      Ich bedaure sehr daß ich aus beruflichen Gründen nur so verdammt wenig Zeit hatte das Messer zu testen.
      Gern hätte ich es das volle Wochenende bespielt, einfach weil ich meinen Spaß damit hatte.
      Das TRC Bushcraft ist ein tolles Messer!
      Es vermittelte mir rundherum ein gutes Gefühl, es war zu allem gut zu gebrauchen, hielt seine Schärfe auf beeindruckende Weise. Halt etwas griffiger könnte es sein.
      Und vielleicht ein klein wenig mehr, wie soll ich sagen . . . bling . . . .
      Gut, es ist ein Worker und will wohl auch gar nicht mehr sein. Meinetwegen, ich mag es auch so wie es ist!


      Den mir nachfolgenden Teilnehmern des PA wünsche ich viel Freude an und mit dem Messer!
      Ich habe mir erlaubt, die auf dem Spaziergang entstandene einfache Zwille mit zwei Gummis zu versehen und sie dem Paket beizufügen. Ihr könnt ja noch ein wenig daran rumschnippeln oder ähnliches, oder einfach nur ein paar Gummibären durch die Gegend schießen.
      Bilder
      Frieden, Freiheit, Abenteuer!
    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Moin moin liebe Freunde eines gepflegten Messers,

      hier nun mein
      Review des TRC Bushcraft


      Auf die technischen Daten gehe ich nicht weiter ein, die sind aus den anderen Reviews und von der Homepage aus bekannt. Mir geht es vornehmlich um die Praxistauglichkeit.



      Das Messer kam genutzt und somit nicht mehr allzu scharf bei mir an. Zunächst habe ich es also neu abgezogen, auch, um die Schärfbarkeit zu testen. Dabei dachte ich gleich: Hui! Das ist kein 440C, nichtmal ATS-34, das ist ELMAX! Im Vergleich zu Messern mit den vorgenannten Stählen und gleich starker Schneidfase brauchte ich fast doppelt so lange. Klar, schwer vergleichbar, für mich war das aber auffällig. Dies ist übr. keine negative Wertung - wenn die Schärfe dafür um den Faktor länger steht, ist das okay. Insbesondere aus jagdlicher Sicht. So, mit dem scharfen Messer kann es denn jetzt los gehen!

      Achtung: Das nachfolgende Bild ist nix für Chaetophobiker!



      Der erste Eindruck war sehr positiv, das Messer ist sauber verarbeitet (wie erwartet), allerdings im direkten Vergleich zum TR7-10 steht die Angel an den Griffschalen etwas hervor. Auch hier finden wieder Hohlnieten Verwendung (in meinen Augen nicht die allererste Wahl) und die Fangriemenöse hat keine Hohlniete. Damit kann ich leben. Die Form leitet sich entfernt vom Ray Mears Bushlore ab (hey, daher vermutlich der Name!), ist daher eigtl. nicht ganz so meins (einer der ganz wenigen Punkte, die ich an Ray Mears auszusetzen habe, das nur am Rande...). Es handelt sich aber wieder um den Sabre-Grind (Säbelschliff), nicht um den typischen Scandi auf Null. Analog zur Vorlage fehlt natürlich die Schleifkerbe, was ich zunächst schade fand. Ansonsten ist die Geometrie ausgewogen. Der Klingenrücken ist scharfkantig, gut zur Nutzung des Feuerstahls.

      Die Scheide ist ein fast komplett anderes Konzept als beim TR7-10. Hier kommt erwartungsgemäß eine typische Bushcraft-Sheath zum Einsatz, mit Dangler, Firesteelloop und einer Öse für einen Beinriemen. Das Material und die Verarbeitung sind super, jedoch stört mich die Siebdruckplattenoptik der Lederrückseite ein wenig in meinem ästhetischen Empfinden (das nennt man dann Jammern auf hohem Niveau)...
      Den Dangler hätte ich mir allerdings etwas anders gewünscht, denn die beiden Neiten sitzen schon arg nah an der (gehobelten) Kante des Lederstreifens, aus dem der Dangler besteht. Eine Naht wäre hier nicht schlechter gewesen (dazu ist aber zu sagen, dass ich bei Lederscheiden ohnehin kein großer Freund von Nieten bin). Was auffällt: Es kommt kein D-Ring zum Einsatz sindern ein, äh, Vierkantring? Der hat mir wider Erwarten sehr gut gefallen, da hierdurch das ewige Schlackern der Scheide am Bein (bei Nichtverwenden eines Beinriemens) weitestgehend unterbunden wird.
      Was ich aber wirklich an der Scheide auszusetzen habe: In den Firesteelloop passt kein Friesensteel! Okay, Friesenlümmel sind halt besonders dick, also mit LMF probiert: Passt auch nicht! Schade und auch irgendwie unverständlich.
      Wieder sehr gut ist der lange Zugweg aus der Scheide, so sitzt viel Leder zwischen dem Fingerschutz und dem Herausfallen aus der Scheide...

      So, genug geglotzt und gegrapscht, ab in den Wald!




      Vorweg: Ich habe das Messer gequält!



      Ich habe damit Holz gehackt (hab leider gerade das engl. Wort dafür vergessen, hoffe, Ihr könnt mit dem dt. auch etwas anfangen...), geschnitzt wie ein Blöder, und nach alledem auch noch mehrere Miscanthusstängel abgelängt - ein Härtetest für jede Klinge!



      Alles ging mit Bravour, auch feinere Schnitzereien waren sehr gut mit der Klinge zu steuern.



      Bei gröberen Arbeiten wie dem Kraftschnitt stellte es sich übrigens als gar nicht so verkehrt heraus, dass die Schleifkerbe fehlt. Was beim Schnitzen jedoch unangenehm auffiel war der scharfe Klingenrücken - der drückte doch mit der Zeit sehr unangenehm in den Daumen (wäre es mein Messer hätte ich das Stück unmittelbar vor den Griffschalen etwas an den Kanten gebrochen, dann wäre gut). Der Griff ist auch bei feuchten Bedingungen (ich hatte nasse Bedingungen - daher auch die mäßige Bildqualität) gut und sicher zu greifen, mir passt der Griff sehr gut und auch für verschd. Grifftechniken eignet sich die Form.



      Die Klinge gleitete nur so durch's Holz und ich konnte fast nicht aufhören zu schnitzen! Die Späne waren glatt und scharfkantig. Bei dem Anschliff hätte ich diese Schnitzeigenschaften nicht erwartet. Super.




      Die Danglervariante hat mir beim Tragen der Scheide sehr gut gefallen! Meine nächste baue ich auch genauso. Jedoch ist das Messer dann natürlich noch schwieriger bei nassen Bdeingungen zu ziehen, da ich aber eh immer einen Fangriemen montiere wäre das Problem auch gelöst.



      Der ELMAX-Stahl hat mir persönlich auch sehr gut gefallen! Allerdings natürlich um den Preis eines entspr. teureren Messers... Ich werde daher auf das TR13 warten (meine Hoffnung: Dass es irgendwann als reine Klinge verfügbar ist - dann bekommt es bei mir einen schönen Holzgriff in Semi-Fulltang). Die Schärfe war auch nach allen Arbeiten (auch Schnitzen trockenen Holzes) noch sehr gut! Ausbrüche o.ä. waren nicht festzustellen, und - ganz auffällig - das Klingenfinish war immer noch fast wie neu. Der Stahl bekommt von mir daher eine volle Empfehlung.

      Ich konnte das Bushcraft nicht im jagdlichen Gebrauch testen (dafür hatte ich es einen Tag zu früh losgeschickt, sonst hätte ich ein passendes Damkalb gehabt...), aber rein vom Stahl her wäre wohl schon eine gute Eignung gegeben. Mein Grundsatz ist ja: Rostfreier Flachschliff mit langer Schnitthaltigkeit für die Jagd, für's Holz Carbonstahl (gern laminiert) als Skandischliff.

      Wenn man es auf die 3 Einzelkategorien Preis-Leistung, Verarbeitung und Praxistauglichkeit herunterbricht, bekommt das Messer von mir bei Preis-Leistung ein Gut, bei Praxistauglichkeit ein Gut und bei Verarbeitung ein Sehr Gut.

      Zuguterletzt noch einmal mein Dank an Unterholz für die Organisation und die Möglichkeit, teilzunehmen!



      P.S.: Nicht wundern - da ich hier ja leider nur Unimog-Internet habe, lade ich die weiteren Bilder jetzt nacheinander hoch, wird ne Weile dauern... Der Beitrag bekommt etwa ein Dutzend Fotos...

      P.P.S.: So, das sollten jetzt eigentlich alle sein! Falls noch Jemand spezielle Fragen zum Messer hat, gerne per PM, dann ergänze ich hier den Beitrag entsprechend.
      Bilder
    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      So das Messerchen ist jetzt auch bei mir angekommen. Und ich will nicht lange um den heißen Brei rumlabern sondern euch meinen Eindruck zu dem Messer vermitteln.

      Typ: TRC Bushcraft

      1. Die Scheide

      1.1 Verarbeitung und Haptik:
      Die Scheide ist eine verklebte, maschinengenähte Bushcraft-Lederscheide mit Dangler. Sie ist gut verarbeitet und hält das Messer auch sehr gut in sich, was man nicht von allen Köcherscheiden behaupten kann. Das Leder fühlt sich auf der Außenseite hochwertig an, die Innenseite fühlt sich sehr rau an, so als ob das Leder mit irgendetwas beschichtet wurde. Die Nähte sind sauber und fest, allerdings nicht versenkt. Die Gürtelschlaufe an der Scheide ist vernäht und zusätzlich noch vernietet, hier sind die Nähte ebenfalls auch nicht versenkt. An der Innenseite der Scheide hingegen schon. Der Dangler ist vernietet und daher auch nicht abnehmbar. Gürtelschlaufe sowie Dangler passen auf Gürtel mit einer Breite von bis zu 60mm. Die Feuerstahlschlaufe ist etwas lieblos eingenäht und bildet auf dem Scheidenrücken einen leichten Buckel. Sie fasst nur Feuerstähle mit einem Durchmesser von 6mm. Die Kanten der Scheide sind gut verklebt und sauber verschliffen. Außerdem besitzt sie eine genietete Öse für einen Oberschenkelriemen.


      1.2 Praxistest:
      Sowohl am Dangler als auch an der Gürtelschlaufe getragen mach die Scheide einen guten und soliden Eindruck. Sie kann dank des Danglers auch mit großen Tourenrucksäcken getragen werden, da so prima auch noch ein Schließen des Hüftgurts möglich ist. Beim Eilmarsch baumelt die Scheide jedoch stark am Dangler, hierzu bietet die Scheide allerdings die Möglichkeit einen Lederriemen durch das vorgesehene Loch zu ziehen und sie am Oberschenkel zu fixieren. An der Gürtelschlaufe getragen, lässt sich der Dangler leider nicht abnehmen, was dazu führt, dass die Scheide etwas unangenehm am Oberschenkel absteht und man mit ihr leicht hängen bleibt. Das Messer sitzt in beiden Trageweisen sehr fest in der Scheide und es ist nahezu unmöglich dies beim Rennen zu verlieren. Die Feuerstahlschlaufe ist leider etwas knapp bemessen, so konnte beim Gebrauchstest kein Feuerstahl angebracht werden, da keiner in dieser kleinen Größe verfügbar war.


      1.3 Kritik:
      Kritisch muss ganz klar angemerkt werden, dass an einer Bushcraftscheide eine Feuerstahlschlaufe mit 9-10mm Durchmesser verbaut werden sollte, da die bei der Zielgruppe beliebten Feuerstähle diese Maße, in der Regel, aufweisen. Des Weiteren wäre ein abnehmbarer Dangler wünschenswert. Dieser könnte z.B. mit Druckknöpfen fixiert werden.

      2. Das Messer

      2.1 Verarbeitung und Haptik
      Das Messer ist ein TRC Bushcraft aus ELMAX, mit einem Säbelschliff, welches sehr gut verarbeitet ist. Der Anschliff sitzt mittig und ist sehr gleichmäßig. Der Griff ist ebenfalls sauber verarbeitet, keine Grate, keine Spaltmaße und keine Passungenauigkeiten. Des Weiteren ist er verklebt und mit zwei Hohlnieten fixiert. Der Klingenrücken weist zwei Grate auf, die sehr scharf sind. Diese sollen wohl zum Abziehen des Feuerstahls und zum Abschaben von Kienspan dienen. Außerdem fällt auf, dass das Messer sehr grifflastig ist.

      2.2 Praxistest
      Um die Praxistauglichkeit unter Beweis zu stellen wurde das Messer in fünf Bushcraftdisziplienen unter die Lupe genommen Batoning, Beaverchewing, Bowdrillset anfertigen, Viererauslöserbau, Feuerstahl abziehen. Für das 4mm starke Messer ist das Batoning von unterarmdicken Ästen, dank des Säbelschliffs kein Problem, dieser weist eine gute Spaltwirkung auf.

      Beaverchewing funktioniert auf Grund der kurzen Klinge mit einer Länge von knapp 110mm bedingt, ist aber bis zu einem Astdurchmesser von 10cm kein Problem.

      Für das Bowdrillset wurde ein trockener Ast der länge nach gespalten, was für das Messer wie zu erwarten kein Problem war. Mit der Spitze der Klinge lies sich auch sehr gut das Bohrloch vorfertigen. Es konnten keine Klingenausbrüche oder ein Umlegen des Grates nach dem Bohren festgestellt werden. Das Anspitzen der Spindel ging auch ohne weiteres, dank der guten Schärfe des Messers von der Hand (allerdings wurde es zuvor mit einem DC4 auf Rasierschärfe gebracht).

      Eine der Königsdisziplinen des Bushcraft ist der Bau eines Viererauslösers. Dies gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet, da sich das Messer zwar gut in den frischen Hasel biss, die Druckschnitte für die Kerben waren aber nicht angenehm auszuführen, hier wurde der Daumen auf den Klingenrücken gelegt um mehr Druck ausüben zu können, Allerdings verursachte der scharfe Klingenrücken Schnitte am Daumen, was negativ anzumerken ist. Außerdem ist auch ein fehlendes Jimping hier zu bemängeln.

      Die Griffigkeit des Messers ist bei feuchter Wetterlage eher mittelmäßig zu bewerten. Bei der Handhabung des Messers für Schnitzarbeiten muss ebenfalls bemängelt werden, dass hin und wieder ein Finger, störend, in eine der Hohlnieten rutscht. Der scharfkantige Klingenrücken konnte hingegen beim Abziehen des Feuerstahls auf ganzer Linie punkten. Dieser reißt aus dem Feuerstahl große und langbrennende Tropfen, die es ermöglichen auch noch aus einem halben Meter Entfernung, Zunder, wie ein Häufchen abgeschabte Späne von einem Kienspan, zu entzünden.

      2.3 Kritik
      Die leichte Grifflastigkeit des Messers wirkte sich im Gebrauch keinesfalls negativ auf die Handhabung aus. Kritisch anzumerken ist der scharfe Klingenrücken, vor allem im hinteren Drittel, der so scharf ist, das durch ihn Verletzungen verursacht werden können. Generell ist in den vorderen Zweidritteln der Klinge bei einem Bushcraftmesser ein scharfer Klingenrücken, wie dieser, wünschenswert. Ein nicht zu aggressives und harmonisches Jimping wäre hier im hinteren Drittel die Lösung.

      3. Fazit
      Ein sehrgut verarbeitetes Messer mit kleinen Mängeln in der Anwenderfreundlichkeit. Hierzu gibt es eine gut verarbeitete Lederscheide mit Feuerstahlschlaufe, die allerdings nur für kleine Feuerstähle geeignet ist.

      4. Persönliche Wünsche und Anregungen
      So wie das Messer im Moment ausgeliefert wird, ist es keine Kaufoption für mich. Wenn allerdings der Klingenrücken mit einem Jimping versehen würde, anstatt der Hohlnieten Schraubnieten oder Vollnieten Verwendung fänden, das Griffmaterial strukturreicher gestaltet oder grobes Canvasmicarta zum Einsatz käme und noch eine Schleifkerbe mit einem Radius von 2-2,5mm angebracht würde, dann wäre das Messer meine erste Wahl. Der Firesteelloop an der Scheide sollte auf große Steels abgestimmt werden. Dann wäre ich voll zufrieden.

      Ich hoffe euch gefällt mein erstes Review.

      MfG Bushdoc
      Bilder

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Bushdoctor ()

    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Hallo,

      klasse!!!!!!!! Das sind doch mal Berichte die richtig gut sind... genial!!!! Vorab ein Danke an euch Tester.

      Zu den Einzelheiten:
      Ich nehme die Informationen mal mit und werde dies mit Andrius besprechen. Naja....ein Messer zu finden was jeden zusagt ist wahrlich schwierig bzw. fast gar nicht möglich. Geschmäcker sind halt unterschiedlich und das ist gut so, ansonsten laufen wir ja alle mit den gleichen Messern und Rucksäcken rum. :mrgreen:

      Aber den Punkt Klingenrücken (eventuell geteilt kantig/rund), Firesteelhalter sowie die fehlende aber so oft gewünschte Hülse für das Lanyard werde ich ansprechen. Bei den Schrauben habe ich so mein Problem. Der eine will die Hülsen der andere die Schrauben.

      Um dieses Topic nicht unnötig zu befüllen, werde ich jetzt mal separat eine Abfrage der Verbesserungen bei euch anfragen. Mal sehen wie die Resonanz und Tendenz ist.

      Gruß Sven
      MESSERDEPOT • Inh. Sven Kinast
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    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      Also wir ham am Wochenende auf dem Stammtisch versucht, LMF groß, Friesenstahl, Miltec groß und Primus groß reinzuschieben, von denen passte leider keiner. Kann natürlich sein, dass da Fertigungstoleranzen sind bei den Scheiden.

      MfG Bushdoc
    • Passaround: TRC knives Bushcraft

      "Outdoor Bavaria" schrieb:

      Hi,

      ein spitzen Testbericht den du geschrieben hast!

      Respekt :)
      VG, Andy


      Den Worten meines Vorschreibers kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen.

      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.