Dechsel mit Goldregenstiel

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    • Dechsel mit Goldregenstiel

      Hallo,
      in vergangenen Zeiten, aber auch heute in abgelegenen Gebieten ohne Strom hat man zur Bearbeitung von Holzbohlen oder auch Baumstämmen für z. B. den Blockhausbau solche Zweihand Dechsel benutzt (wie auch andere Werkzeuge z. B. Sidebeile).

      Diese Dechsel/Dexel habe ich mit einem Stiel aus Goldregen versehen.
      Der Stiel ist aus einem Stamm herausgearbeitet worden, der ca. einen Durchmesser von 35 cm hatte.
      Bei der Bearbeitung habe genau entlang des Faserverlaufes gerabeitet um die schöne Maserung deutlich heraus zu arbeiten.

      Man hätte natürlich auch einen Stiel aus Esche aus dem Baumarkt nehmen können (mache ich ja auch manchmal), aber es macht einfach ultra viel Spaß so ein schönes Holz zu verarbeiten.

      Die Zeit darf man nicht rechnen, dann wäre so ein Stiel viel zu teuer.

      Goldregen ist meiner Meinung nach eines der kontrastreichesten Hölzer die es gibt.

      Der Stiel sieht durch den Kontrast aus, als hätte man 2 Hölzer miteinander verleimt - ist aber Splint- und Kernholz wie gewachsen.
      Stiellänge ist ca. 70 cm.

      Die Biegung des Stieles ist beim Trocknen entstanden, denn Goldregen verzieht sich ultra doll beim Trocknen.
      Obwohl ich den Stamm noch feucht mehrfach gespalten habe.

      Der Dechselkopf selbst dürfte auch so 80- 100 Jahre alt sein.

      Bilder dazu:


      Bilder
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von von Zwillinger ()

    • Dechsel mit Goldregenstiel

      @mibagro

      Ich finde sogar noch besser, als mit einem geraden Stiel.
      Darum habe ich ihn auch genommen.

      Man hat früher (manchmal noch heute) primär eine Dexel mit gebogenen Stielen versehen.

      Es kommt aber auch auf den Winkel der Schneide zum Stiel an - der muss passen.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      @Wilderer

      In diesem Fall habe ich den Kopf von einem schwedischen Bauern, der ihn selbst seit ca. 60 Jahren besessen hat und davor sein Vater entsprechend lange.
      Ich glaubte dem netten Menschen jetzt einfach mal.
      Meistens aber kann man an der Punze (Schmiedemarke) ein Alter zuordnen.
      Diese unterscheiden sich oft minimal im Laufe der Zeit und durch recherche bekommt man dann das ca. Alter heraus.
      Bei diesem Kopf gibt es keine Schmiedemarke, darum ist davon auszugehen, dass er nicht von Ochsenkopf ist.
      Die punzieren immer.
      Die Form einer Dechsel unterscheidet sich nach meiner Erfahrung auch nicht sonderlich (Ausnahmen gibt es natürlich), zumindest bei meinen 7 Stück nicht.

      Normalerweise wird ein Stiel nicht verkeilt, wenn die Dechsel neu ausgeliefert wird, sondern wird durch koninsche Verklemmung eingepasst.

      Aber bei älteren Dechseln schrumft das Holz auch mal gerne und der Stiel würde durchrutschen, wenn man keinen Keil verwendet.
      Die Stiele werden bei Dechseln ja von oben durchgeschoben.

      Bei mir fehlten einfach ein paar mm Holz zur konischen Verklemmung und darum wurde (wie richtig bemerkt)ein Keil eingearbeitet.

      Es freut mich immer, wenn man die Details auf meinen Fotos so gut erkennen kann, ich habe nichts zu verstecken.

      Edit
      Ich habe gerade mal geschaut nach der Ochsenkopf Dechsel und.... man sieht eben doch manchmal kleine Unterschiede zu den neueren Dechseln.
      Sowohl der Winkel "Kopf zum Stiel" ist etwas anders, als auch die Länge des Hammers.
      Selbst die Unterseite ist anders, bei mir ist ein kleiner Steg zu sehen. Vielleicht doch etwas voreilig der Vergleich.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      "mibagro" schrieb:

      Ok,na denn HAU rein ;)
      Zeigst dann ma Bilder vom neuen Blockhaus? ;-P
      LG Michel


      Die ersten Bohlen werden gerade bearbeitet.

      Mal sehen ob ein Blockhaus draus wird.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      @Pulsar
      Das Thema "Trocknen von Holz" ist schon ein Thema, dass mich sehr beschäftigt.
      Man lernt da wohl niemals aus.
      Die Stirnseiten hatte ich (wie von Dir beschrieben) mit Leim "abgedichtet", aber wie man sieht - verzogen.
      In diesem Fall druchaus erwünscht, konnte ich mir aber nicht aussuchen.

      Ich bin für Tips da sehr offen und...ich teste weiter.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      @Phagomir

      Es freut mich sehr, dass Dir meine "Werkzeugberichte" gefallen, ich war mir nicht so sicher, ob das so ankommt.

      Es war mir dennoch ein Anliegen es trotzden zu machen.

      Um so schöner ist Deine Rückmeldung.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      @Schnitzer3000

      Goldregen sieht wirklich ähnlich aus wie Eibe,
      Der Unterschied ist aber die Farbe des Kernholzes.

      Eibe ist, besonders bei der frischen Verarbeitung um einiges heller als Goldregen und(so meine Erfahrung) mit einer intensiveren Maserung versehen.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      He Zwillinger!
      Super Teil!

      Wustest du das Goldregen giftig ist? Das spielt auch eine Rolle bei der Verarbeitung des Holzes; wie auch bei Eibe und Robinie sol man darauf achten das man beim Sägen und Schmirgeln (und alle andere zerspanende Verarbeitungstechniken) kein Staub einatmet und dafur sorgen das kein Holzmehl mit den Schleimhauten (wie Augen!) in berührung kommt.

      P.s; Ich finde deine Beiträge sehr net und kannst gerne so weitermachen!

      Glückwunsch und prost aus dem Lande der Westfriesen!
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      Hallo,

      gut das du es sagst.
      weder bei Goldregen in kleiner Menge*, noch bei Eibe in kleiner Menge* oder bei Robinie in großer Menge habe ich Mund- und Augenschutz getragen.
      Muß der liebe Gott mich gern haben, daß ich noch bleiben darf. :mrgreen:

      Gruss
      Konrad
      * unter 1m³ Verarbeitungsmenge
    • Dechsel mit Goldregenstiel

      @FryskKnyft
      Es freut mich, das Dir meine Beiträge gefallen.

      Ja ich weis, die Hölzer, teilweise die Rinde besonders der Schleifstaub und Holzmehl sind giftg.

      Das musste ich am Anfang selbst leidvoll Erfahren.

      Ich versuche nahezu alles mit diesen Hölzer draußen zu machen.

      Meistens trage ich einen Mundschutz, aber der reicht eigentlich nicht aus.

      An eine Vollmaske werde ich mich wohl auch nicht gewöhnen können.
      Ich habe bis jetzt noch keine brauchbare Maske für mich entdeckt.

      Für Tips hat in Sachen Vollmaske bin ich immer offen.

      Nicht umsonst sind manche Eibenbogenbauer durch das Nervengift der Eibe schwerst krank geworden.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.