Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

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  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Hallo zusammen,
    Seit dem Äquinoktium am 22. September sind die Nächte im Nordhalbkugel länger als die Tage und der Herbst ist offiziel bei uns. Trotzdem haben wir in meiner Gegend tagsüber bis zu 20 °C und nachts über 12 °C. Nach meinem persönlichen Empfinden ist das wie Hochsommer und ich laufe überall noch mit T-Shirt oder Hemd, ohne Pulli und ohne Jacke durch die Gegend.
    Im Umfeld und unterwegs fallen mir immer wieder Leute auf, die fast völlig vermummt sind und trotzdem frieren. Da hörst du dann, „Mach das Fenster zu, es zieht!“
    Warum ist es mir immer zu warm, während andere Leute frieren?
    Ist das eine Erziehungssache? Ich denke ja. Zentralheizungen für Jedermann ist eine relative Neuheit in der Menschengeschichte. Zuvor gab es den Kachelofen in der Stube und das Herd in der Küche und das war’s dann. Im Mittelalter gab es nicht einmal geschlossene Fenster, sondern einfach ein Loch in der Wand.
    Wie haben die Leute es damals überlebt? Wenn ich manche Bekannte im Winter besuche, bin ich häufig erstaunt wie warm das Raumklima eingestellt ist. Da sind häufig 23-25° in der Bude und die Leute sitzen da mit Wollkragenpullis, während ich wie in der finnischen Sauna schwitze.
    Es kann sicherlich mehrere Gründe haben. Ich bin in England in einem alten Haus aufgewachsen. Im Winter haben wir meistens nicht mehr als 16° Raumtemperatur gehabt. In meinem Zimmer gabe es Schiebefenster mit einfacher Verglasung und ständigem Luftzug. Bei Starkfrost hatte ich häufig Frostblumen auf der Fensterinnenseite gehabt. Als junger Pfadfinder und als Grundschüler mit Schuluniform habe ich auch im Winter kurze Hosen tragen dürfen. Bin ich deshalb weniger kälteempfindlich, weil ich früher so ausgegangen bin?
    Die körperliche Konstitution spielt bestimmt auch eine Rolle, auch die Muskelmasse. Muskeln generieren Hitze bei Bewegung. Je mehr Muskeln dabei aktiviert werden, je wärmer wird man.
    Ich bin überzeugt, dass man Kälteempfindlichkeit positiv beeinflussen kann. Wie seht Ihr das?
    Wer von euch friert, wer nicht?
    Neigt ein Person, der häufig und gerne draussen unterwegs ist, weniger kälteempfindlich zu sein?

    Ich bin einmal gespannt auf euer Kommentare
    Cheers Mike
    Silence is golden, duct tape is silver

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von MacGyver ()

  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Aye Mike,

    Dein Hitzeempfinden hat eine ganz natürliche Erklärung:
    - Du bist im Klimakterium - :!: :mrgreen:
    Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
    Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
    Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Hallo,

    mir wird schnell kalt.

    Ich schiebe das zum einem auf die Erziehung in gut geheizten Räumen.

    Zum anderen habe ich einen Körperbau und einen Stoffwechsel, der dazu beiträgt.
    Wenig Muskelmasse und ein sehr geringer Körperfettanteil.

    Also wenig isolation und wenig Wärmeproduktion durch Muskeln.

    Ich versuche jedoch eine gewisse Abhärtung zu erzielen, z.b. durch kalt duschen.

    Aber ich werde vermutlich immer schneller frieren als Menschen mit mehr Masse und muss das dann eben bei der Bekleidung berücksichtigen.

    Gruß
    Matt
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Also ich bin auch einer der fröstler,
    jedenfalls im Alltag.
    Wenn ich laufen gehe dann bin ich meißt nur leicht bekleidet, durch die bewegung und den Rucksack wird mir schnell warm.
    vor allem im Wald wo ich weniger dem Wind ausgesezt bin,
    außerhalb z.B Feldwegen usw. muss ich mir wieder etwas mehr anziehen.
    Beim Rasten sowieso noch ne Schicht XD.
    Aber z.B so wenn ich einafch in der Stadt unterwegs bin oder draußen rumstehe wird mir extrem schnell kalt.

    Ich denke es hat viel Training zu tun, damals in der BW Zeit waren wir bei -20 bis -25 Grad Nachts mit Sturmwarnung draußen im Biwak.
    habe unseren Zugführer dafür gehasst (war mein Geburtstag) XD
    Zur der Zeit habe ich aber kaum gefroren da ich öfters in den Situationen war.
    Heute würde ich "gefühlt Sterben" vor kälte in der Situation.

    Zu dem habe ich wenig Masse und einen Stoffwechsel der mich auch nicht zunehmen lässt.
    Kann also auch mit am Körperbau liegen.
    Bei uns zu hause wird eig wenig geheißt, im Winter gerade so das 19-20 Grad herschen im Wohnbereich.
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Der Säufer und der Hurenbock, der friert auch noch im dicksten Rock


    Ist nicht Erziehung, sondern Gewohnheit. Meine genetisch eng und in Nachkriegs-Deutschland aufgewachsenen Verwandten in Australien sitzen bei 18°C. mit dickem Pullover und schnattern.
    Dies ist eine Signatur
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Ich denke auch, dass das reine Gewohnheit ist..
    Erziehung ist auch Gewohnheit - >>Gewöhnung<< des Körpers..

    Ansonsten denke ich bin ich auch relativ "frostfest" - einfach dadurch, dass ich oft und lange und bei jedem Wetter das ganze Jahr über regelmässig draussen bin.
    Etwas das bei vielen heute (auch hier ...) wohl eher weniger der Fall ist.

    Wenn man nicht Wind und Wetter das ganze Jahr über mitmacht, kann sich der Körper auch nicht daran gewöhnen.

    Vielleicht ist es auch wichtig, dass man damit schon in der Kindheit anfängt..

    Ausserdem denke ich, dass das auch mit dem Immunsystem zu tun hat..
    Diese ganzen Erkältungen, Krippe usw. .. das kommt mit durch ein "verweichlichtes" Immunsystem...
    Bei jedem Wetter regelmässig draussen sein - auch bei Kälte und Nässe ist sicher ein sehr gutes Training für das Immunsystem...
    *Never hesitate...!*

    Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
    nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
    viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
    (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Interessantes Thema!

    - Gewohnheit
    Der Körper stellt sich ja darauf ein, dass er einen Großteil des Tages in 15 oder 25° Raumtemperatur hockt. Da kann man nicht einfach umschalten.
    Dazu kommen Bekleidungsgewohnheiten - ich habe meistens immer die gleiche Kleidung an z.B. im Büro und wenn ich rausgehe - also lass ich meinen Körper sich eher selbst justieren, als ständig rein und raus in die Klamotten.

    - Konstitution
    Mal abgesehen von Körperfett, Muskelmasse, trainiert oder nicht u.ä. - es gibt auch eine "thermische" Konstitution, wie sie die TCM kennt. Ich bin da z.B. eher "milzschwach" und anfälliger für "Wind" Einflüsse.
    Außerdem kennt man in der TCM und im chin. Kampfsport das "Wei Qi", sozusagen die energetische Schutzhülle auf der Haut. Das kann von Geburt an in die eine oder andere Richtung ausgeprägt sein, wird auch entscheidend in den ersten 5 - 6 Lebensjahren geformt. Kann aber auch trainiert werden.

    Ich habe schier unglaubliche Erfahrungen gemacht, wie man das mit inneren Kampfkünsten und Qigong trainieren kann...! (Leider bin ich nicht mehr wirklich im Training, und das spüre ich auch :? )
    Ich konnte früher z.B. im Bett, wenn meine Frau gefroren hat, die Körpertemperatur vom Unterbauch ausgehend innerhalb weniger Atemzüge auf heiß hochfahren - fragt meine Frau - die kam dann von frösteln auf schwitzen innerhalb 2 Minuten.

    Qigong, Kaltduschen, Atemübungen, oder einfach draußen bewegen oder arbeiten, das alles trainiert den Stoffwechsel sich anzupassen und baut Wei Qi auf :mrgreen:
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Außerdem kennt man in der TCM und im chin. Kampfsport das "Wei Qi", sozusagen die energetische Schutzhülle auf der Haut. Das kann von Geburt an in die eine oder andere Richtung ausgeprägt sein, wird auch entscheidend in den ersten 5 - 6 Lebensjahren geformt. Kann aber auch trainiert werden.

    Chinerik: das klingt interessant.
    Meine Kinder sind ähnlich gestrickt wie ich. Meine Tochter muss ich manchmal dazu zwingen, doch eine Jacke anzuziehen.

    An den Anderen: Danke für den Input und vor allem auch für die Ehrlichkeit. :mrgreen:
    Silence is golden, duct tape is silver
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Also wenn es mir noch etwas zu warm ist, trägt mein Kumpel in der Schule schon eine Winterjacke, ich glaube das ist eine Frage der Gewohnheit und der Erbschaft und man kann es sich antrainieren, glaube ich, weil ich
    im letzten Winter öfters im T-shirt in die Schule gefahren bin, auch wenn es scheite, bis mich die Leute zu dumm angeguckt haben.
    "pain is weakness leaving the body" usmc
    Es muss wehtun! Never surrender!
    Selbstdisziplin ist es Provokationen, auch eines (alten) opas :love: , hinzunehmen.
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Mein Frauchen friert z.B erst recht spät, wo ich schon ne dicke jacke an habe zieht sie sich nen Pulli an.
    Da gehe ich eindeutig davon aus das es an den Genen liegt.
    Denn die ganze Familie friert kaum.
    Wird daran liegen das sie Russischer herkunft sind, ein Bruder läuft bei Schnee noch in Shirt und kurzer Hose die Runde mit dem Hund wo cih immer denke "WTF"
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    "chinaerik" schrieb:

    fragt meine Frau - die kam dann von frösteln auf schwitzen innerhalb 2 Minuten.


    Hallo,

    wenn ich neben meiner Frau liege, kann sie das sogar noch schneller als 2 Minuten. :shock: :shock: :shock: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

    Gruss
    Konrad
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Ich denke auch, dass Gewohnheit und Training zur Unempfindlichkeit führen.
    Wenn in Alaska im Winter die Menschen nach -60 Grad dann wieder -20 Grad haben, krempeln sie sich die Ärmel hoch.
    Dann kann man es eben auch wie Cody Lundin trainieren.

    Ein Punkt findet aber auch im Kopf statt- der eine mag Kälte und der ander mag Sommer und Sonne ohne Ende.
    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    ich laufe gerne auch im Herbst noch mit kurzen Hosen herum. Mir ist auch i.mer zu warm.
    Ich habe eine Gartendusche. Dort Dusche ich jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen eiskalt. Dieses mach ich schon zig Jahre. Wir heizen auch nicht wie doof. Meist hat unser Wohnzimmer nur 17 Grad.
    Heute erst kamen mir voll eingepackte Menschen entgegen, waehrend ich im T Shirt mit dem Hund durch die Plaene lief.
    Jackknife YT Channel


    Buschmesser Website

    Die gefährlichste aller Weltanschauungen, ist die Weltanschauung der Leute, welche sich die Welt nicht angeschaut haben
    Alexander v. Humbold, Naturforscher 1769-1859
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    Mit Tipples Kaktusklöten gehen Icebreaker flöten !

    wyrd bið ful aræd
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    "Pulsar" schrieb:



    Dort in Feuerland lebten einst Indianer, die wegen des ständigen Regens nur selten Klamotten getragen haben. Ist mir völlig unklar, wie die diese extreme Witterung so ausgehalten haben.



    Die Plains Indianer haben ja bei den Jungen auch ab 3 oder 4 angefangen, sie zum Morgenritual im Fluss baden zu lassen... sommers wie winters!
    (nach so einer Erziehung würde ich im Herbst sicher auch noch im Lendenschurz rumlaufen...!)
  • Kälteempfindlichkeit - angeboren oder anerzogen?

    Ja das passt schon. Wie es aussieht wird dieses Jahr noch bis mindestens Mitte Oktober Kurze Hosen Zeit sein und bin auch über die ganzen Alpen nur in kurzen Hosen rumgelaufen. Oben ohne in den Schnee springen und im Eiswasser schwimmen macht mir Spaß.
    Aber eigentlich bin ich doch vielmehr ein Sommerkind. Zwischen 30-35 °C fühl ich mich am wohlsten. Hitzunempflichkeit kann halt man genauso üben. Man muss sich halt immer aklimatisieren. Dann passts schon.
    Hieß früher AJ im Forum.


    - Die Wüste ruft -