Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

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    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      Hallo :)

      auf Youtube kursieren viele Videos (oft von Amerikanern), die für diese grossen (12-20cm) Messer sprechen. Ein grosses Messer soll alles können, was ein kleines kann aber nicht umgekehrt. Ein grosses Messer soll ein Langzeitersatz für eine Axt/ein Beil sein. Ein grosses Messer soll effektiver als ein Beil sein. Und so weiter.
      Ich persöhnlich finde dass eine Kombination aus Beil und Taschenmesser das beste ist. Eine Axt ist einfach viel effektiver als ein riesiges Messer, ganz einfach weil der grossteil des Gewichts im Kopf ist, und nicht über das ganze Messer verteilt ist.


      Ich habe das Gefühl, dass viele Outdoormenschen, Pseudo-Bushcrafter und Survivalisten nur noch an die Ausrüstung denken, und nicht an die Natur und das Praktische Wissen, was einen am Ende doch am weitesten bringt.

      Ein Beispiel dafür ist das Gerber Ultimate Survival Kit (galaxus.ch/en/gerber-bear-gryl…LauqNv_uLkCFYSV3godz28ALQ). Preis: 99.20- CHF, oft billiger bei Amazon und Ebay. Ich habe es geschenkt bekommen, und verstehe nicht, warum manche Youtube-Kanäle es als "bestes Kit" vermarkten.
      Wer eine gewisse Erfahrung draussen hat, wird sofort merken dass in der Tasche ausser der Gerber Clutch nur billiger China-Kram ist. Trotzdem kaufen es viele Leute, auf Amazon sind gute Bewertungen dazu. "Top Qualität" haben manche Leute geschrieben... Anscheinend haben sie wenig Erfahrung im Wald...

      Was haltet ihr zur ganzen Sache? Könnt ihr etwas hinzufügen?

      Wie gesagt, das ist meine Meinung als fast 15-Jähriger.

      Gruss, Moritz :)
      Be around stupid people, feel like a genius all the time!
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      LOL Bear Grylls China Gerümpel KIT.
      Ich finde ein gutes Messer hat etwa 9,5-10,5 cm Klingenlänge
      und zum Holzbearbeiten eignen sich Sägen und Äxte besser.

      Bear Grylls macht schöne Youtubevideos und dann kann man mit dem
      gewonnenen Wissen bei renommierten Herstellern sich was Brauchbares kaufen
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      "TheMomo1501" schrieb:


      Ein Beispiel dafür ist das Gerber Ultimate Survival Kit (galaxus.ch/en/gerber-bear-gryl…LauqNv_uLkCFYSV3godz28ALQ). Preis: 99.20- CHF, oft billiger bei Amazon und Ebay. Ich ... verstehe nicht, warum manche Youtube-Kanäle es als "bestes Kit" vermarkten.



      Naja , es steht Bear Grylls drauf, dann muss es ja gut sein! :P :P

      Nein, im ernst. Bushcraft und Survival wird immermehr zum Mainstream und zum trend. Da ist es normal das viele Hersteller/Leute versuchen Unwissenden das Geld aus der Tasche zu ziehen...

      Aber zum Glück gibt es für Leute, die diesem Hobby ernsthaft nachgehen wollen, ja Foren wie dieses, in denen man richtige Informationen und Tipps bekommt. :D

      Zu den Messern: versuche mal mit so einer Machete feine Arbeiten (z.B. Nut und Feder) zu schnitzen. Unnötig schwierig bis unmöglich.

      Noch nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln kann man damit ordentlich rauskratzen :mrgreen: :mrgreen:

      Ein Riesenmesser ist (wie ein Porsche) für die meisten eine Schwanzverlängerung. Die Erste Hürde/Bodenwelle/Feldweg stoppt dich. :D

      Natürlich will jeder sowas haben. Aber rein rational betrachtet bleibt es halt ein (überflüssiges) Statussymbol.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      Hi,
      Was du in punkto Ausrüstungsfetischismus bemerkst, das unterstreich ich voll!
      Zur Diskussion Langes Messer, Beilersatz...
      Es hängt stark davon ab wo man sich aufhält. In unseren Breiten kann ein Messer dem Beil nicht das Wasser reichen. Es kann auch nicht effektiver sein und schon gar keinen Langzeitersatz darstellen. In tropischen Gefielden, oder auch in Gegenden mit spärlichem Baumwuchs wird ein Haumesser natürlich besser abschneiden.
      Wohlgemerkt, ich beziehe mich nicht auf feine Arbeiten sondern aufs Grobe! Eine schneidfreudige 8-10 cm lange Klinge sollte eh dabei sein.
      Andrerseits solls Bushcraften ja auch Spaß machen, und wenn jemandem eine 18cm Klinge mehr taugt als ein Beil, warum dann auch nicht?
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      "MAYL" schrieb:



      Nein, im ernst. Bushcraft und Survival wird immermehr zum Mainstream und zum trend. Da ist es normal das viele Hersteller/Leute versuchen Unwissenden das Geld aus der Tasche zu ziehen...

      Aber zum Glück gibt es für Leute, die diesem Hobby ernsthaft nachgehen wollen, ja Foren wie dieses, in denen man richtige Informationen und Tipps bekommt. :D



      Bushcraft und Survival, wird nie Mainstream werden, da 90% der Bushcrafter gar kein Bushcraft betreiben, sondern sich einfach die Bezeichnung einer Subkultur angeeignet haben um eben ihrem Gearwahn eine Daseinsberechtigung und einen außergewöhnlichen Namen zu verpasse.
      90% der sich als Bushcrafter bezeichnenden Menschen, sind nicht in der Lage in Deutschland 50 essbare Wildpflanzen zu bestimmen,
      10 verschiedenen Fallenauslöser zu bauen, 20 Baumarten zu benennen, die Fährten von Katze, Dachs, Marder und Hase zu unterscheiden im Schnee, Feuer zu machen mittels Handdrill, Bowdrill, Flint oder Feuersäge, 5 verschiedene Arten von Unterschlüpfen zu bauen ohne ein Tarp, Gefäße aus Holz oder Rinde herzustelle, zu Schlachten, Felle mittels Hirngerbung und Räuchern haltbar zu machen, Leder zu bearbeiten, sich Schuhe oder Kleidung zu fertigen, eine Kraxe zu bauen, Heilkräuter zu bestimmen, Werkzeuge aus Flint herzustellen, einen Bogen und Pfeile zu bauen, manche wissen nicht einmal wo Osten ist auch wenn sie bei Sonnenaufgang aufstehen.

      Ich denke nicht das Bushcraft jemals Mainstream werden wird, lediglich die Bezeichnung wurde aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und daraus ein Mainstreamunwort kreiert.

      Grüße Bushdoc
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      :lol:
      @Bushdoc: Jetzt hast Du aber die Latte hochgehängt.... ist das die Bedingung für das "Bushcrafter-Abzeichen in Bronze"??

      Dann bin ich selbst noch nicht durch und gelte als Anfänger... :mrgreen:

      Aber im Grunde hast Du absolut recht, und ich gebe Dir recht. Lese gerade in China auf der Reise "Ultimate Guide to Wilderness Survival" von McPherson - und das öffnet mir in der Hinsicht gerade auch die Augen für die "essentials".

      Gruß aus dem ehemaligen deutschen Protektorat ;)
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      Nein Erik, das war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem umfangreichen Themenbereich des Bushcraft, dass ja nur all zu gern nur auf Gear reduziert wird. Ich wollte nur zeigen, dass Bushcraft einfach viel mehr ist, als Messer, Hobo und Tarp.

      Als Literatur dazu empfehle ich gerne Wildwood Wisdom, diese Buch beinhaltet einen umfangreichen Schatz an Bushcraftwissen mit vielen neuen Ideen und Anleitungen und dazu noch nett geschrieben. Es ist von 1952 oder so, wurde aber jetzt als Taschenbuch neu aufgelegt, ich hab meins nur leider gerade verliehen, sonst wüsste ich das genaue Herausgabejahr.

      Mein Post sollte man nicht als Angriff verstehen, sondern nur als Denkanstoß. ;)

      Grüsse Bushdoc
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      "Bushdoctor" schrieb:

      Als Literatur dazu empfehle ich gerne Wildwood Wisdom, diese Buch beinhaltet einen umfangreichen Schatz an Bushcraftwissen mit vielen neuen Ideen und Anleitungen und dazu noch nett geschrieben. Es ist von 1952 oder so, wurde aber jetzt als Taschenbuch neu aufgelegt, ich hab meins nur leider gerade verliehen, sonst wüsste ich das genaue Herausgabejahr.


      "First published in 1945."

      Steht auf der Rückseite - es lag gerad auf dem Schrank neben mir :)

      cucu
      Sinner
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      "Bushdoctor" schrieb:


      Bushcraft und Survival, wird nie Mainstream werden, da 90% der Bushcrafter gar kein Bushcraft betreiben, sondern sich einfach die Bezeichnung einer Subkultur angeeignet haben um eben ihrem Gearwahn eine Daseinsberechtigung und einen außergewöhnlichen Namen zu verpasse.

      ...

      Ich denke nicht das Bushcraft jemals Mainstream werden wird, lediglich die Bezeichnung wurde aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und daraus ein Mainstreamunwort kreiert.

      Grüße Bushdoc


      Sowas in der Art habe ich eigentlich gemeint :D
      Wir gehen da also konform.
      Hab mich wohl nicht so klar ausgedrückt.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      Ja ist von 1945. Aber in dem Buch gehts auch zu 75% um Gear, nur halt um etwas primitivere Ausrüstung. ;)

      Zur Ausgangsfrage. Top oder Flop? Kommt auch sehr auf den Anwender an, würde ich sagen. Als SURVIVAL Messer könnte ich mir so ein BK9 oder ESEE Junglas schon gut vorstellen. Zum Bushcraften vielleicht nicht, da müssen auch feinere Arbeiten gemacht werden. Aber beim Survival geht es doch in erster Linie darum ein Shelter zu bauen und Feuerholz bereit zu stellen. Man muss sich den 42a ja auch nicht immer schön reden. :|

      Für einen langen Aufenthalt im Wald ziehe ich aber auch ein kleines Messer und ein Säge vor.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      Hallo :)

      Sehe dass ich da etwas staub aufgewirbelt habe...
      Ja der nutnfancy ist wirklich eine Nummer. Aber durch ihn bin ich auf umwegen dann zum normalem bushcraften gekommen! Seine Schiessvideos sind auch etwas verrückt, wenn der da auf 1km weite riesendosen ballert, mitten in der Wüste...

      Das mit dem WD40 hab ich am Anfang sogar ernst genommen... Als ich noch Ultimate Survival Knife und Zelt in den Wald mitschleppte... ;)

      Freue mich auf weitere Meinungen und Antworten!

      Moritz
      Be around stupid people, feel like a genius all the time!
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      Leute, Leute wir reden hier über Amerika
      Die Bushcraftkultur in Amerika und Deutschland unterscheiden sich gravierend.Was in den Weiten Amerikas angebracht und sinnvoll ist,ist bei uns oftmals nur Angeberei. ganz besonders bei Messern und anderen Hieb-und Stichwaffen.Außerdem sollte man UNSRE hiesigen Gesetze nicht ganz außer Acht lassen.
      LG Tippelschw. :lol:
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      "Friese" schrieb:

      "Bushdoctor" schrieb:


      Ein in der Notsituation hergestellter Bogen funktioniert jagdlich nicht. Punkt. Hölzer müssen ablagern.


      Ich hab sehr großen Respekt vor deinem Wissen aber gibs zu, diesen Punkt hast du selber nie ausgetestet oder?
      Mit einem Haselbogen aus frischem Holz oder in kurzer Zeit schnellgetrocknet, also 2-3 Tage, hol ich dir Fische aus dem Wasser und Amseln vom Himmel.
      Die Theorie und das was man machen kann liegen oft weit auseinander. Es heißt aus ner Fichtenbohle kann man keinen Bogen machen und trotzdem gewinnen manche damit Turniere.
      Es hieß auch dass ich mein linkes Knie in die Tonne kloppen kann und OP brauche und laufe jetzt trotzdem auf 3000er und Halbmarothonstrecken. Theorie ist so oft zu Lebenfremd.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Amerikaner Survival-Style: Top oder Flop?

      "Friese" schrieb:

      Und Gear interessiert mich vom ganzen Bushcraftertum am allerwenigsten.


      Aber es interessiert Dich auch. Denn man kann sehr viel Freude an guter Ausrüstung und gutem Werkzeug haben. Das weißt Du mit Sicherheit. So eine Freude hat auch -und gerade- ein Mensch, der regelmäßig damit arbeitet. Wie der Jakute... ;)