Meine Bögen

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    • Meine Bögen

      Affenjunge ist ja an und für sich der schlechteste Handwerker der Welt, aber ich wollte schon immer den tollen Indianern und Waldläufern aus den Videospielen nacheifern also setzte ich mir in den Kopf auch mal so ein Teil zu bauen. Da war ich wohl so 18 oder sowas.
      Eine Kombination aus fehlendem Talent, Unwissen und absolut keiner Geduld führte dazu dass meine ersten Versuche volkommener Müll wurden und zerbrachen. Schnell verlor ich die Lust daran, doch um ein paar Jahre gereift und etwas fitter im Kopf hab ich mich nocheinmal dran versucht, diesesmal habe ich mir diverse Seiten im Internet durchgelesen und an einer gut getrockneten Esche mal probiert.
      Mit Beil, Hobel, Raspel und Messer ging ich dem Teil zu Leibe und tatsächlich kam sowas ähnliches wie ein Bogen raus. Selbst Pfeile habe ich mir selber gemacht. Ab dem Moment hat es mich erwischt, ich wollte immer mehr davon basteln und neue Formen ausprobieren. Da mein erster Bogen, von dem ich kein Bild habe zerbrach hatte ich auch einen konkreten Grund dafür.

      Der erste wirklich brauchbare Bogen von mir ist aus Eberesche gebaut.


      Das war so ein Zwischendurchding den ich gemacht hab damit ich meine Fertigkeiten trainieren kann und einen Bogen habe bis die großen Eschenhölzer getrocknet waren. Die Zugkraft ist mit etwa 20 Pfund ziemlich gering und der Tiller auch noch weit von perfekt entfernt.

      Einen weiteren Bogen habe ich aus Hasel gebaut. Hasel trocknet extrem schnell im Vergleich zu anderen Hölzern und eignet sich daher gut als Übungsholz. Ich wollte unbedingt Recurves dran machen und so sammelte ich meine ersten Erfahrungen im Dampfbiegen.



      Vom aussehen schon deutlich besser und auch ganz ordentlich schiessen konnte man damit. Unglücklicherweise zerbrach mir das Teil nach ner Weile der Benutzung weil Hasel halt auch nicht das non plus Ultra ist.

      Der erste richtig taugliche und ich würde sagen, "gute" Bogen von mir wurde aus einem getrockneten Eschenrohling gefertigt. Ich machte einen Flachbogen mit etwa 40 Pfund Zugkraft und Nussholztips. Damit hab ich fast ein
      Jahr geschossen und praktisch das Bogenschießen so richtig gelernt. Benutze ihn hin und wieder auch heute noch In der Zwischenzeit auch endlose Pfeile gebaut weil die mir immer kaputt oder verlorern gingen.


      Im Moment schieße ich einen englischen Langbogen mit D-Profil und ca. 60 Pfund auch vom selben Baum stammend wie der vorherige Bogen. Der taugt richtig was und schießt sowohl schnell als auch weit. Den Bauch habe ich geflämmt weil Esche bei solchen Profilen und Zugkräften so langsam an seine Grenzen kommt. Aber bisher absolut einwandfrei. Mein bestes Stück bisher und der wird noch ne Weile halten.




      Naja verglichem mit dem was andere machen sinds nur paar gebogene Stöcke mit ner Schnur dran aber ich komm damit zurecht. Demnächst gibts vielleicht mal was aus Eibe und einen Recurvebogen habe ich auch noch in der Mache bin aber im Sommer zu unmotiviert um irgendwas handwerklich zu machen weil ich lieber draussen bin. Ab Herbst ist wieder Werkelzeit.
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      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
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      Au ja... sehr toller Thread :)

      Respekt, das sind sehr schöne Bögen, "Affe"!
      Ich stelle fest, dass auch Du von dem Virus "Bogenbau" befallen wurdest.
      Ja, der lässt einen nimmer los.

      Da nutze ich doch gleich die Gelegenheit und stell auch mal meine Werke vor:

      1. Mein Erstling, Robinie, ca. 50#28"




      2. Mein zweiter, für meine Freundin, Haselnuss, ca. 30#28"




      3. Mein verunglückter. Der hat ca. 2" Set bekommen, da dacht ich so "Och, probierst mal en Backing". Bloss, was nehmen? Sehnen hatte ich nciht, auch keine Rohhaut. BlingBlingBling- Idee!
      ca. 3m noch Cordura1000DEN in ATACS AFG.
      Damit sah er aber noch besch*** aus und hat nommal 2" Set bekommen :oops:
      Dann hab ich eben noch die Wurfarme gebeizt und nun- voila, mein "Survival-Tarn-Bow", Esche, 35#28"




      4. Mein letzter, vergangene Woche fertig gestellt. Robinie, Schwarznusseinlage am Griff, 40#28"


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      Sowohl als auch.

      Hab so ziemlich am Anfang nen Kurs bei Konrad Vögele gemacht (holzbogenbau.com). Unter seiner Anleitung ist auch mein Erstling entstanden.

      Aber wie unschwer erkennbar, ich mach nur reine Flachbögen, mit dem D-Profil kann ich mich (noch) nicht anfreunden. Da sind schon 2 bei zerbröselt :oops:

      Mein Traum wär mal einen aus Osage zu machen... Aber da wag ich mich erst nach noch ein paar Bögen ran. Bei mir im Verein schießt einer einen Vögele-Osage-Bogen. Ein absoluter Traum!
    • Meine Bögen

      Ich hab ja von dieser ganzen Bogentheorie nicht wirklich viel Ahnung aber D-Profil und durchgehende Biegung holt halt was mehr Leistung aus dem Holz raus, aber bringt halt die meisten Holzarten auch an die Grenze. Auf den meisten Bogenbaufachseiten steht dass man mit Esche kein Langbogen mit D-Profil bauen kann zumindest nicht bei dieser Zugsärke. Sieh her ich hab trotzdem einen gebaut. :D

      Ich mach nur was mit dem was hier wächst darum werd ich keinen Osage bauen. Irgendwie seh ich keine Sinn drin was aus importiertem Holz zu bauen, weil dann könnte ich mir auch direkt einen kaufen. Aber meine Philosophie ist nicht deine Philosophie.

      Von wo hast du eigentlich die Robinienrohlinge her?
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Meine Bögen

      Wenn ich hier kleine Empfehlungen aussprechen darf:

      Bücher:
      "Die Bibel des traditionellen Bogenbaus" Band 1-4
      "Der gebogene Stock" von Paul Comstock

      Forum:
      Link darf ich hier, glaub ich net setzen, aber google mal nach dem Forum von Fletchers Corner ;)

      Was die QUelle meiner Hölzer angeht:
      Meist kaufe ich mir die Robinien-Spaltlinge bei Konrad.
      Nun hab ich endlich einen Holzhandel gefunden, der auch Robinienstämme hat. Da hab ich grad einen Stamm gekauft und probier mich mal dran.

      Eine andere Quelle hab ich noch nicht erschließen können. :?
    • Meine Bögen

      ja Fletchers Corner kenn ich auch nur zu gut. Hab da viel von gelernt. Nur wird man da sehr schnell desillusioniert wenn man sieht was die da für Teile bauen können. :o

      Ich find meine Bogenhölzer meist hier in der Umgebung.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • AW: Meine Bögen

      Schöne Bogen habt ihr da gebaut! Toll!
      :)

      So den eigenen Bogen aus einem Baumstamm frei zulegen, ist doch eine ganz besondere Erfahrung und mit jedem neuen lernt man wieder etwas mehr, erst recht wenn er bricht oder man merkt, das man auch aus Esche einen englischen Langbogen bauen kann der funktioniert.

      Die Buchempfehlungen für Einsteiger würde ich teilen, evtl noch ergänzt um den Titel "Mein Pfeil- und Bogenbaubuch". Das ist zwar eigentlich für Kinder, enthält aber sehr viel Wissen und ganz konkrete Anleitungen im Gegensatz zu den Biebeln, die doch eher Spezialthemen behandeln, das aber dafür sehr fundiert.

      Zum Anfang ist aber Kurs wie beschrieben sicher der einfachste Weg. Wenn es ein guter Bogenbauer ist, wird man viel von dem nötigen Wissen bekommen für all die Bögen, die folgen werden, denn bei einem bleibt es meist nicht.

      Esche-, Ulme- und Eberesche-Staves und Billets bekommt ihr in Bogenbauer-Qualität z.B. auch bei mir.
    • Meine Bögen

      Naja, ein Bogenbaukurs macht den Einstieg zwar dahingehend "einfacher", dass man die Grundlagen (Rücken freilegen, dann Bodentiller, dann Tillerbrett) kennenlernt.
      Bisher hatte ich primär Staves, wo der Jahresring nur noch mit dem Frühholz bedeckt war und bloss noch freigekratzt werden musste.

      Das vertrackte ist halt- kein Stave ist gleich, dazu kommen noch die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Hölzer.

      Mir sind schon 3 Bögen am Tillerbrett zerbröselt (und eine Deckenlampe, weil die einem davonfliegenden Wurfarm im Weg stand), weil ich irgendwas missachtet hab, mal wieder zu ungeduldig war, usw.

      Und das tillern selbst ist schon eine Wissenschaft für sich, da fehlt mir echt noch "das Auge" für die Eigenschaften.

      Ich hab mich nun daran gewagt und einen ganzen Robinienstamm gekauft, den hab ich nun gespalten und mal nur das Kernholz freigelegt. Jetzt bin ich grad verzweifelt dabei, mich an meinen Wunschjahresring für den Bogenrücken heran zu tasten, aber das ist echt mörderrisch... Da schabst Du und plötzlich ein lautes "SCHEIXXE", weil Du wieder "zu tief gebuddelt hast.

      Nächster....

      Macht echt einen Unterschied, einen bearbeitungsbereiten Rohling zu kaufen, oder selbst den Jahresring freizulegen. Das hab ich z.B. nicht bei dem Kurs gelernt.

      Affenjunge hats schon treffend gesagt, wenn man sich die Selfbows von den Jungs bei Fletchers Corner ansieht und dann seine eigenen.... Kreationen, da kriegt man schon Ansätze von Depressionen :mrgreen:
    • Meine Bögen

      Ich denke ich werdem mich auf jedenfall auf englische Langbögen Formen spezialisieren. Mir sagt die Form am meisten zu und das bearbeiten kommt mir persönlich am natürlichsten vor.

      Hier wuchern die scheiss Robinien ein paar ungenutzte Brachflächen zu und ich werd mir mal demnächst einen Stamm abschneiden. Mit Robinie habe ich noch keine Erfahrung.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Meine Bögen

      "Affenjunge" schrieb:

      Ich denke ich werdem mich auf jedenfall auf englische Langbögen Formen spezialisieren. Mir sagt die Form am meisten zu und das bearbeiten kommt mir persönlich am natürlichsten vor.

      Hier wuchern die scheiss Robinien ein paar ungenutzte Brachflächen zu und ich werd mir mal demnächst einen Stamm abschneiden. Mit Robinie habe ich noch keine Erfahrung.


      Nach meinem Info-Stand ist aber Robinie eher für Flachbögen geeignet, da weniger druckstabil. Und bei dem typischen D-Profil der Langbögen wären da Stauchrisse am Bogenbauch vorprogrammiert.

      Aber das soll Dich jetzt ja nicht davon abhalten, das dennoch zu probieren.

      Eine Anekdote aus einem der Bücher:
      Jemand hatte einfach eine Kieferbohle genommen und allen ernstes daraus einen voll funktionsfähigen Bogen gebaut. Warum? Weil er nicht davon beeinflusst war "Nimm nur dieses Holz, das darf man nicht, das geht aber nciht, usw". sondern einfach gemacht hat.

      Es würde mich also nciht überraschen, wenn Du einen funktionsfähigen Langbogen aus Robinie schaffst ;)
    • Meine Bögen

      Ich hab gerade einen Haselnussrohling in der Garage stehen.
      Bin aber völlig demotiviert weiterzu"bauen", da meine Werkbank so extrem verrutscht, wenn ich mit dem Zieheisen arbeite.

      Soll ich die irgendwie mit "Winkeln" an dem Boden befestigen?
      Oder soll ich mir doch einen Schnitzhund kaufen?

      Gruß
      Schnitzer3000
      "Der Feind meines Feindes ist mein Freund." - Napoleon
    • AW: Meine Bögen

      Eine stabile Werkbank ist etwas sehr essentielles, nicht nur beim Bogrnbauen. Daher würde ich die an die Wand dübeln. Oder einen Schnitzhund selber bauen, wegen der Erfahrung. Anleitung gibt es z.B. in dem Buch "Ausrüstung selbst gemacht".
    • Ich lese hier voller Bewunderung und Begeisterung :D

      Ich bin noch hin und her gerissen ob ich mal nen Bogenbaukurs machen.
      Da Affenjunge schreibt, dass er sich alles selbst beigebracht hat und deine Fotos echt toll aussehen, würd ich mich da auch mal rantrauen.

      -Nur welches Holz jetzt genau? Haselnuss,Robinie,Esche - auf jeden Fall nichts teures für den ersten Versuch?
      -Dann einen ganzen Stamm? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich den kriege und wie ich genannte Jahresringe freilegen muss :/
      -Ich würd einen ganz normalen (evtl. einen Langbogen,aber bei Gott zu Anfang keinen Recurve) machen wollen :P

      oder vorgeschnittenes Holz und dann "nur noch" die Wurfarme etc. ausarbeiten??

      Ich bin, ohne irgendetwas davon ausprobiert zu haben, von dem Thema ergriffen :)

      Hoffe ihr könnt helfen
      LG, calixto
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.