Outdoor-Survival Erste Hilfe

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    • Outdoor-Survival Erste Hilfe

      Ich mache folgenden Vorschlag:

      Wir nehmen hier eine kleine "Fallstudie" vor, anhand eines Beispiels also. Jeder sagt, wass er machen würde und wir diskutieren darüber. Gebt bitte auch an, wie hoch Ihr die Überlebenschance einschätzen würdet - im Sinne von "kommt lebend im Krankenhaus an"!

      Bitte versuchen, allgemeinverständlich zu erklären.

      Mitdiskutieren kann jeder, egal ob Laie oder Profi.

      Grundsätzliche Annahmen zur Betrachtung wären sinnvol, z.B.:

      - beobachteter Herz-Kreislauf-Stillstand
      - nur Basismaßnahmen und nur Basis-Erste-Hilfe Set
      - Erreichbarkeit qualifizierter notfallmedizinischer Versorgung > 1 Stunde

      Sonst werden wir Äpfel mit Birnen vergleichen.

      Ich werfe jetzt folgendes Fallbeispiel in den Raum - aber
      bitte bedenken, es ist konstruiert! Die wenigsten werden solche Szenarien unter den og. Bedingungen schon einmal gesehen haben:

      Bei einer Wanderung durch unwegsames Gelände stürzt ein Team-Mitglied. Er rutscht einige Meter ab und prallt mit der rechten Brustkorbhälfte auf einen Felsen.

      Insgesamt seit Ihr mit 3 Leuten unterwegs.

      Keine Gefährdung der Helfer, normales Wetter usw., Notruf
      über Handy möglich.

      Beschwerden:

      - Schmerzen rechter Brustkorb
      - Atemnot

      Im weiteren Verlauf:

      - blaue Lippen
      - er wird zunehmend unruhig
      - die Atmung wird zu schnell
      - er wird blass
      - Herzfrequenz über 100
      - verlängerte Rekapillarisierungszeit (Nagelbettprobe)*1)
      - irgendwann gestaute Halsvenen

      Und um - Stillstand.

      *1) Man drückt auf einen Fingernagel / Ohrläppchen. Das Blut wird rausgedrückt und das Nagelbett weiß. Wenn man loslässt, muss nach 2 Sekunden alles wieder rot sein (Rekapillarisierungszeit). Sonst ist der Blutdruck zu niedrig.

      Maßnahmen:

      - Basisreanimation
      - Notruf
      - bei der Rea mit Teampartner abwechseln bzw. 2-Helfer Methode
      - bis Eintreffen RD durchreanimieren, wenn mgl.

      Fazit:

      - Kreislaufstillstand aufgrund einer Luftansammlung im Brustkorb - ausserhalb der Lunge. Luft dringt z.B. durch einen Lungenriss dort ein, kann aber nicht mehr hinaus. Es entsteht ein Überdruck, der das Herz verschiebt und die großen Blutgefäße abknicken lässt (Spannungspneumothorax). Das kann sehr schnell gehen.
      - Spannungspneumothorax = reversible Ursache, kann also grundsätzlich behoben werden. Bliebe bei einem normalen Erste Hilfe Satz aber nur, den Druck mittels Messerklinge zu entlasten. Wenn das schnell genug geschieht, könnte sicherlich eine erfolgreiche Rea draus werden. Wenn nein, und med. Hilfe > eine Stunde, kommt er nach meiner Einschätzung zu 95% nicht lebendig im Krankenhaus an.

      Und jetzt: Auf erkanntes Ziel ... Feuer frei!
      Wo der Teufel machtlos ist, schickt er ein Weib als Boten.
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      "susannewilliams" schrieb:

      Awesome...


      Äh, Interpretationsproblem meinerseits. Im positiven oder im negativen Sinne Awesome?

      "susannewilliams" schrieb:


      Genau DIESE Szenarien Betrachtung sagt uns auch was wirklich in unsere MedKits (Erste Hilfe Kit) gehört.


      Das stimmt genau!
      Wo der Teufel machtlos ist, schickt er ein Weib als Boten.
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      Das Ziel habe ich erkannt, den Weg dahin noch nicht. Das Rätsel oben ist ja schon gelöst. Mach doch mal das erste Fallbeispiel. Und wichtig wäre noch deutlich zu machen wann das nächste Fallbeispiel beginnt.
      Hast Du schon einmal einen spontanen Spannungspneu gehabt? Pneu ja, aber Spannungspneu ohne Unfallmechanik?
      Druckentlastung mit Messerklinge OK, wird aber nichts werden. Stec noch nen Kugelschreiber, einen Trinkhalm oder so rein, dann bin ich da bei Dir.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Outdoor-Survival Erste Hilfe

      Unfallmechanik war der Sturz. Wie beschrieben auf den Thorax. Lungenriss wäre denkbar, auch wäre eine Verletzung der Lunge durch eine gebrochene Rippe denkbar. Spannungspneu hab ich zb beim Verkehrsunfall mit Gurttrauma gesehen. Mechanik ähnlich.
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      "Blackmorrow" schrieb:

      Das Ziel habe ich erkannt, den Weg dahin noch nicht. Das Rätsel oben ist ja schon gelöst. Mach doch mal das erste Fallbeispiel. Und wichtig wäre noch deutlich zu machen wann das nächste Fallbeispiel beginnt.
      Hast Du schon einmal einen spontanen Spannungspneu gehabt? Pneu ja, aber Spannungspneu ohne Unfallmechanik?
      Druckentlastung mit Messerklinge OK, wird aber nichts werden. Stec noch nen Kugelschreiber, einen Trinkhalm oder so rein, dann bin ich da bei Dir.


      Der Vorschlag zum Faden ist aber gut. Was haltet ihr davon, wenn man einen Fall einstellt und "die anderen" lösen lässt? Wenn dann 12 Stunden nix mehr dazu kommt, ist das Beispiel aus und wer will kann ein neues einstellen. Ok?
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      Bei einem Spannungspneu ist ja eine Entlastungspunktion indiziert.
      Entweder mit einer Venenverweilkanüle (14g) oder besser noch mit einer Dekommpresionsnadel.
      Aber, wer hat die dabei und ist daran so ausgebildet, dass er die Maßnahme durchführen kann?

      Mit einem Messer wird es schon sehr sportlich, werde ich demnächst ausprobieren, ob es klappt (ich habe einen Dummy um diese Maßnahme zu trainieren).
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      Finde ich völlig OK. Nur bitte nichts so kompliziertes. Für uns "Profis" gibt's genug Fallbeispiele zum knobeln im www, das sollte alles auch für Laien erkennbar, eruierbar und behandelbar sein (auch wenn die Therapie in der Einstellung einer solchen besteht).
      Ich kann einen Spannungspneu punktieren, bin ausgebildet das zu tun und hätte auch das nötige "Besteck" im Kit, zur Not eine 14 GA Braunüle (obwohl die oft zu kurz ist), aber mit dem Messer sehe ich das auch kritisch. Da muss dann irgend eine Form von "Offenhalter" rein. Müsste ich das mit einem Messer machen (Patient ist hoffentlich bewusstlos) würde ich in 2. oder dritten Intercostalraum einen Hautschnitt längst machen, dann darunter mit der Messerspitze die Muskulatur quer durchtrennen. Dann einen Kugelschreiber, Trinkhalm oder so etwas mit dem beidseitig abgeschnittenen Finger eines Infektschutzhandschuhs betapen und den dann durch das Pleurafell in die Brusthöhle vorschieben. Pleurafell also stumpf punktieren. So könnte ich mir das zumindest vorstellen. Gemacht hat das so wohl kaum schon einmal jemand:)
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      Vielleicht könnte man auch mit nem Nagel punktieren und dann was anderes zum Offenhalten reinpopeln. Lippenmembrane würde ich auch basteln. @ Susanne: ich hab auch grosslumige iv dabei. Aber die Annahme war ein handelsübliches First Aid Kit. Da ist sowas nicht drin.
      Wo der Teufel machtlos ist, schickt er ein Weib als Boten.
    • Outdoor-Survival Erste Hilfe

      "Steiger" schrieb:

      Vielleicht könnte man auch mit nem Nagel punktieren und dann was anderes zum Offenhalten reinpopeln. Lippenmembrane würde ich auch basteln. @ Susanne: ich hab auch grosslumige iv dabei. Aber die Annahme war ein handelsübliches First Aid Kit. Da ist sowas nicht drin.


      Hmmm...oder gar Handelsübliches First Aid Kit modifizieren...
    • Outdoor-Survival Erste Hilfe

      Ich habe immer 2 Stück Schlauch dabei...
      Im BOB und im Bushcraft-Rucksack...
      So durchssichtiger Aquariumschlauch...

      1x etwa 1cm und 1x etwa 0,6cm Aussendurchmesser...

      Solche Schläuche sind wunderbar für vieles zu gebrauchen..

      Kleine Wasserstellen leeren... Atmen unter Wasser... usw..
      Oder evtl. auch für das was ihr da bequatscht... ;)

      Sind zwar nicht steril....aber die können ausgekocht werden wenns die Zeit zulässt oder zur Not halt ne Infektion riskieren - besser wie nur zuschauen...
      *Never hesitate...!*

      Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
      nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
      viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
      (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
    • Outdoor-Survival Erste Hilfe

      Ich finde First Aid wird oft vernachlässigt.
      Ich habe mich um eine Ausbildung bemüht und viele Spezialfortbildungen gemacht und besuche regelmäßig Fortbildungskurse.

      Dennoch habe ich in meinen Medi- Kits immer auch eine Ausgabe vom

      "Wilderness and Travel Meddicine" dabei (allerdings ältete Ausgaben)
      amazon.de/WILDERNESS-TRAVEL-ME…rness+and+travel+medicine
      Um für mich selber nachzulesen und um das Kit auch für andere Nutzbar zu machen. Ist eher für Einsteiger geschrieben aber ich mag die Sicherheit einer "Anleitung".
      Für diejenigen, die sich ein Kit zulegen wollen kann ich folgende Internetseiten empfehlen:

      surviveoutdoorslonger.com/#

      wildernessmedical.com/

      Die Kits sind nach meiner persönlichen Auffassung sehr gut und wenn man die noch mit Israeli Bandage, QuickCloth, Tourniquet, Wendeltubus, ChestSeal, persönlichen Medikamenten, Purell, Iodine, antibiotic ointment etc. aufwertet kann man sich MedKits in verschiedenen Größen für jeden Anlass (Einzeltrip, Gruppenreisen etc etc) und für jede Lage "zusammenschrauben".
      MEHR geht immer :D Ist halt nur die frage ob man eine Rettungsstelle mitführen will...
      Aber der Inhalt eines normalen Kfz- Verbandkastens ist eigentlich schon eine gute Basis. Wenn ich wieder aufzähle, was ich sonst noch alles einpacke, gibt es wieder endlose Diskussionen...Warum, Wieso, brauchst du nicht etc. daher lasse ich das an dieser Stelle einfach. Man lernt ja dazu


      Gruß
      G.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Outdoor-Survival Erste Hilfe

      Du brauchst draußen kein Chestseal. Du brauchst auch kein Israelisches Verbandpäckchen. Ohne in Reichweite von Hilfe zu sein ist Quikclot kontraindiziert, wir besprechen hier ein Fallbeispiel, nicht unsere Ausrüstung, dafür gibt es schon mehr als einen Thread, und...ach, egal... :roll:
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.