Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

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  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Hallo zusammen,
    Ich plane gerade eine Pyrenäentour (hier bushcraft-deutschland.de/viewtopic.php?f=73&t=4350 nachzulesen) daher frage ich mich, ob mein Erstehilfe Tageskurs da reicht.
    Bisher war ich immer mit einem Kumpel unterwegs, der Sanitäter beim Militär war. Da fühlt man sich dann gut.

    Ich möchte eben zumindest die Sofortversorgung (inkl. Reanimationstechniken etc.) beherrschen und wissen, ob das ein Schupfen ist oder ein gefährlicher Infekt, der behandelt werden muss.

    Also einfach wissen, wann es Zeit ist auf schnellstem Wege medizinisches Personal zu finden.

    Kohletechnisch siehts bei mir wie immer mau aus. Bei örtlichen DRK gibts 8 Unterrichtseinheiten Outdoor Kurs für 35€ + 16 UE EH-Kurs 50€ als Vorraussetzung.
    Das wären halt 85€ die für Kentnisse draufgehen. eigentlich nicht schlecht das mal generell zu machen aber so huschhusch mal soviel auf den Putz hauen möchte ich nur wenns notwendig ist.

    Daher bitte ich um eure Meinungen!

    Gruß, Lukas
    ...ein Bushcrafter will in den Wald!
    ...ein Surviver will schnell aus dem Wald!
    ...ein Prepper bleibt gleich ganz zuhause!

    Danke an Ronny und ISCREAM für diese Erläuterung!
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Die Kohle ist nicht auf den Putz gehauen, wenn du einen
    Erste Hilfe Kurs besuchst.
    Du brauchst das Wissen nicht nur für Outdoortouren,
    sondern du kannst im alltäglichen Leben in eine
    Situation kommen, in der du deine erworbenen Kenntnisse
    anwenden kannst um einem Menschen zu helfen.

    Gerade bei den von dir erwähnten Reanimationstechniken (HLW)
    ist es extrem wichtig das sofort ein Ersthelfer damit beginnt.
    Umso früher durch einen Ersthelfer damit begonnen wird, bis der Rettungsdienst eintrifft, desto größer die Chancen des Patienten
    Suchst du Anschluss? Dann fass in eine Steckdose :)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jackdaniels ()

  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Wenn Dein Kumpel hier Erfahrung hat, lass Dir doch ggf. von ihm einen Kurs und Infos geben...

    Lad ihn mal zu einem oder ein paar Bier ein und verbringt mal einen Tag zu dem Thema..

    Evtl hat er ja auch noch Ausbildungsunterlagen von seinen Ausbildungen rumliegen...

    Ansonsten halt ich das was das DRK hier anbietet und was dafür verlangt wird für ein wirklich gutes und sehr günstiges Angebot...!

    Weisst ja, was diverse Kurse jetzt mal egal zu was aus privater Hand sonst so kosten...

    Muss man einfach hart entscheiden, obs einem das Wert ist, ggf. sein oder das Leben anderer bewahren zu können...

    Wenn Dir Erste Hilfe wichtig ist, sind die 85 Euro sicher gut angelegt, wenn das mit Deinem Kumpel so nicht funktioniert...
    *Never hesitate...!*

    Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
    nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
    viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
    (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Hallo

    Das ist schwierig zu beurteilen.
    Ich weiß ja nicht was Du beherrscht, wie Dein Wissensstand aussieht.
    Die Kurse beim Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen sind meist sehr müde da auch nur mit dem 08/15-Material geübt wird.
    Meiner Ansicht nach solltest Du folgende Dinge beherrschen:
    [list=]Druckverband
    Stabile Seitenlage
    Atemspende
    Atemwegssicherung
    Schienung
    Wundbehandlung
    Blasenversorgung[/list]

    Wiederbelebung kannst Du vernachlässigen, wenn Du allein bist drückst Du 10 Minuten und bist dann zu erschöpft um weiter zu machen. Zudem steht ja in akzeptabler Zeit keine weiterführende Hilfe zur Verfügung.
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    "Blackmorrow" schrieb:



    Wiederbelebung kannst Du vernachlässigen, wenn Du allein bist drückst Du 10 Minuten und bist dann zu erschöpft um weiter zu machen. Zudem steht ja in akzeptabler Zeit keine weiterführende Hilfe zur Verfügung.



    Das obere seh ich auch so..
    Aber das zitierte...find ich zu pauschal die Aussage.
    Das weiss man nie ob jemand kommt oder nicht.. oder sowas nicht auch zufällig in der Nähe von einem Dorf oder sonst was passiert..

    Und es sollen auch (wenn auch sehr wenige..) schon welche durch eine Wiederbelebung auch ohne "weiterführende" Hilfe wieder zu sich gekommen sein...
    Das pauschal einfach mal "wegzulassen" finde ich keinen guten Rat..
    Ausserdem sagt er, dass sie insgesamt zu viert sind..
    Das wären sogar 2 Zweierteams für die HLW / Wiederbelebung...
    Weiterhin ist so eine Ausbildung nicht NUR für diese Tour brauchbar...

    Soll keine Erbsenzählerei sein... aber ich halt es hier für wichtig, das gesagt zu haben...
    *Never hesitate...!*

    Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
    nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
    viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
    (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Ich denke für die meisten Dinge reicht ein "einfacher" Erste Hilfe Kurs.

    Während meiner Ausbildung war eigentlich die Grunddevise, Blutungen stoppen, steril abdecken, ruhig stellen und einen Arzt aufsuchen.

    Wie Verbrennungen zu behandeln sind weiß man ja zu meist.

    Unterkühlungen nicht unterschätzen, alles unter 35,5°C Körpertemperatur, vor allem unter Anstrengung erfordern sofortiges Handeln, aber wie in vielen Videos und Guides erklärt, wärmen ein Teelicht und die Rettungsdecke schon gut. Ich selbst hatte den Fall aber nicht.

    Einen "schwerwiegenden" Infekt von einem leichten Schnupfen zu unterscheiden, macht sich spätestens durch Fieber bemerkbar. Darum würde ich einfach ein simples Fieberthermometer einpacken. Sicher gibt es auch Infekte die ohne Fieber einher gehen. Alles was die Leistungsfähigkeit in einem schweren Maße senkt würde ich zur Sicherheit checken lassen. Wichtig ist dabei die eigenen Grenzen zu kennen. Sollte es doch dazu kommen das Fieber eintritt, viel Trinken, auch wenn es schwer fällt. Zudem empfiehlt es sich immer ein wenig Salz (ich habe das in einem kleinen Päckchen im EDC) bei sich zu haben. Da es in Form einer Briese :!: im Getränk zwar nicht schmeckt aber ein wenig Elektrolyte wieder gibt.

    Insgesamt Dehydratation nicht unterschätzen, und den damit einhergehenden Elektrolytverlust.

    Ehe das Argument aufkommt, das gängiges Salz nicht alle notwendigen Elektrolyte abdeckt, selbst im Krankenhaus ist es bei Fieber ein "Hausmittel" eine Briese Salz in den Tee zu machen. (Von Infusionen mal abgesehen)

    Was infizierte Wunden angeht auf die Entzündungszeichen achten:
    - Schmerz
    - Rötung
    - Überwärmung (auch lokal)
    - Schwellung
    - Funktionseinbußen
    Das trifft natürlich nicht nur auf offene Wunden zu. Sondern auch auf überlastete Gelenke etc.. Im speziellen aber offene Wunden auch kleine würde ich in einer Outdoor Situation regelmäßig checken, am besten morgens und Abends einmal.

    Wichtig ist natürlich auch "Erste Hilfe"-Medikation entsprechend auf die Reisenden angepasst bei sich zu haben. So empfiehlt es sich notwendige Medis für Allergien oder bekannte Krankheiten bei sich zu haben. In meinem Fall zum Beispiel führe ich immer (auch als EDC) meine Migränemedikation mit, man weiß nie wann und wo es einen erwischt. Zudem ist Traubenzucker auch immer gut, selbst wenn man nicht wie ich Diabetiker im Bekanntenkreis hat.

    Das ist zwar nur grob Zusammengefasst was ich als mindestmaß ansehe.
    Ein Großteil der Ersten Hilfe "im Feld" ist eh improvisiert. Aber vor allem im westlichen europäischen Raum ist die Zeit, die zu überbrücken ist, bis Hilfe eintrifft, meist recht kurz.

    Verhalten bei Schock, und Reanimationsmaßnahmen sollten aber auch im Grundkurs enthalten sein.
    Auf Kriegsfuß mit Interpunktion :(

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Araneae ()

  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Durch die HLW wieder " zurück zu kommen", die Chancen liegen bei 3%.
    Was mann wissen muss, ist, das man die HLW solange macht, bis der Rettungswagen eintrifft. ( nicht Krankenwagen :) )

    Sinn der HLW ist, das Gehirn des Bewusstlosen weiter mit Sauerstoff zu versorgen. Da ist nach 3 Minuten Schicht im Schacht!!!
    Und der im Krankenhaus ins Leben wiedergeholte würde sich wünschen gleich verstorben zu sein!

    Mit der HLW sorgst du praktisch dafür, das wenn die Profis Erfolg haben, der Patient nicht allzuviel gehirnzellen verliert. Das ist der ganze Trick. der Rettungsdienst macht nix anderes. Aber sie haben bessere Ausrüstung.

    Also A und O ist, sowie es geht, sich Helfer zu organisieren. Oder halt HLW bis zum eigenen erschöpfen. Denn Erste Hilfe ist Pflicht. Es sei denn du bist körperlich nicht in der Lage. Das trifft dann zu, wenn du über dem Opfer/ Patienten selber kollabierst :)
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Araneae, Dein Post in allen Ehren, aber was soll denn ein Laie der sich Gedanken um einen Erste-Hilfe-Kurs macht damit anstellen?
    Ich bin RA, OK. Ich verstehe was du schreibst, und ich verstehe auch was du sagen möchtest. Einen medizinischen Laien überforderst Du damit total.

    Liebes Eichhörnchen, da sehen aktuelle Zahlen zum Glück anders aus;)
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Ich habe schon versucht zum kompromieren und zu vereinfachen um es einem Laien nahe zu bringen. Wie erwähnt sind es meiner Meinung nach die wichtigsten Dinge die ICH immer beachten würde.

    Allerdings kannst du damit durchaus Recht haben, dass es überfordert.
    Die Hoffnung dass es ein wenig behilflich ist besteht dennoch.
    Auf Kriegsfuß mit Interpunktion :(
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    "Blackmorrow" schrieb:


    Liebes Eichhörnchen, da sehen aktuelle Zahlen zum Glück anders aus;)


    Es ehrt Dich, das als ehemaliger Rettungsdienstler zu wissen, aber das kannst du wohl nicht Länderübergreifend beurteilen? In NRW ist das so der fall. In ganz Deutschland sogar unter 2 %
    98% Erlangen schwere Hirnschäden. Deswegen ist es nunmal wichtig zu wissen, warum mann HLW macht.

    Ist nunmal nicht so wie bei Babewatch :lol:
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    "Araneae" schrieb:



    Die Hoffnung dass es ein wenig behilflich ist besteht dennoch.




    Seh ich auch so...
    Allgemein gesehen halte ich das von Dir für eine gute Zusammenfassung...

    Die Leute hier haben unterschiedliche Kenntnisstände.
    Dem einen hilfts, den anderen überforderts...
    Aber pauschal kann man das nicht sagen - auch nicht, dass hier nur Laien sind... ;)
    *Never hesitate...!*

    Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
    nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
    viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
    (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Alles Papperlapapp ob 2, 3, 5 oder 10 %..!
    Diese Zahlen sind dann wenn einer vor mir liegt überhaupt nicht existent..!

    Ich würde für jede 0,01% kämpfen und versuchen was ich versuchen kann...!

    Von daher:
    Es schadet nie, zu wissen wie eine gute HLW durchgeführt wird und das auch zu KÖNNEN...!

    Einfach mal so "weglassen" halte ich für keinen guten Rat..

    Sollte eigentlich auch in Deiner Einstellung so verankert sein Blackmorrow...
    *Never hesitate...!*

    Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
    nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
    viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
    (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Ein mir ganz wichtiges Dingen, ist zu wissen, ( wenn auch weniger Bushcraft, aber erste Hilfe Relevant), der Mythos, einem verunglücktem Motorradfahrer nicht den Helm abzunehmen. Käse
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    :mrgreen: Für mich stellt sich hier eher die Frage:
    Muss ich bei desolater Finanzlage in die Pyrenäen,
    oder sorge ich für Basiswissen und verinnerliche es im Schwarzwald?
    Nächstes Jahr stehen die Pyrenäen aller Vorraussicht nach auch noch.
    Ich war schon Ersthelfer bei einem Frontalcrash, ich würde mich noch Heute, 20 Jahre später, beschissen fühlen wenn ich nicht hätte helfen können. 15 Minuten können für einen Schwerverletzten lange sein. :idea:
    Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet, der wird für jene pflügen, die dies nicht getan haben.
    Seien es die Geistigen oder die Stählernen.
  • Wie viel Erste Hilfe-Kenntnis ist genug?

    Aye,

    siehe meinen heutigen Beitrag unter "Heute gemacht"!
    Das kann jeder von Euch. :idea:
    Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
    Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
    Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)