Baumharz als Nahrung oder Medizin?

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    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Angeblich kann man Baumharz essen oder auch als Medizin verwenden, Kann ich mir eigentlich nicht so recht vorstellen. Verklebt da nicht der Verdauungstrackt? Habt ihr schon mal was davon gehört? Eher als Plombenzieher
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Ich denke schon dass man es Essen kann, gibt für mich nun keinen Grund warum es den Verdauungstrakt verkleben sollte. Meines Wissens nach sind Harze Hydrophob, dem entsprechend haben sie eigentlich keinen Grund irgendwo in deinem Verdauungstrakt anzupappen. Tut ein verschluckter Kaugummi ja auch nicht.
      Und einen derart großen Harzbrocken, der einem Stöpsel gleich kommt wirst du wahrscheinlich nicht verschlucken.

      Zudem bin ich mir ziemlich sicher dass in einem Video von Waldhandwerk Sepp ein wenig Harz kaut wie einen Kaugummi. Ob es schmeckt keine Ahnung.

      Zur Wundversorgung, würde ich persönlich davon abraten. Das mag aber daran Liegen dass ich im medizinischen Bereich arbeite, und sorge um die "Sauberkeit" des Wundgebiets habe. Da ich nicht weiß was schon alles an diesem Harz war, bzw noch darauf herumkraucht.

      Die Frage wäre halt ob man es ggf. "abkochen" könnte. Sprich erhitzen unterhalb des Entflammpunktes und dennoch heiß genug um es zu entkeimen. Sollte es dabei seinen Aggregatszustand ändern kann man bestimmt auch grobe Verschmutzungen abschöpfen. Das ist aber nur ein Gedankengang, da ich um ehrlich zu sein noch nie mit Harz gearbeitet hab.

      Wäre aber mal interessant ob jemand schon praktische Erfahrungen bezüglich meiner Theorie gesammelt hat.
      Auf Kriegsfuß mit Interpunktion :(
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Also Fichtenharz (trocken und klar, kein frisches) kann man als Kaugummi benutzen. Schmeckt am Anfang ganz schön bitter, gibt sich aber schnell.
      Letztendlich gibt es recht wenig essbare Materie die nicht durch Magensaft aufgelöst wird, eine erhöhtes Risiko der Verursachung einer Appendizitis kann ich aber nicht ausschließen.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Hi

      Hab vor längerer Zeit auch mal davon gelesen. Fichtenharz wurde früher als Kaupech bezeichnet. Jedoch eignet sich nicht jede Ausformung. Muss wohl eine bestimmte Farbe haben (gelblich bis leicht lila) und so rein wie möglich, damit es im Mund nicht klebt (wird beim kauen dann rosa/lila). War in der älteren Generation und auch in den skandinavischen Ländern wohl stärker verbreitet.

      Hab bislang noch nicht das Richtige gefunden :lol:

      Aber man kann sich auch einen klumpen Harz oben in die Mundhöhle "legen" dann hat man was zum lutschen (aber am besten nicht kauen, da es ewig braucht bis du es wieder aus den Zähnen hast :mrgreen: ).

      Gibt glaub ich auch ein Vid von Kai Sackmann, indem er es verwendet.

      Habe die Ehre

      tree_top
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Harz essen? Wir weit wollt ihr noch gehen? Aber dann kann wenigstens niemand mehr plappern wenn der Mund zugeklebt ist. Die Zahnärzte wird es aber freuen, Plomben sind teuer :)
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Harz ist höchst antibakteriell...

      Und klar kann man es essen...
      Auch zur Wundversorgung kann man es verwenden...

      Ich würde es allerdings nicht kauen, sondern lutschen..
      Jemand Unerfahrenem kann mann gerne mal einen dicken Bobbel geben und sagen: Is gut - beiss mal drauf... :mrgreen:
      Lacher sind garantiert, wenn die Beissladen zusammenkleben und es Stunden dauert, bis das Zeug wieder aus den Zähnen ist.
      *Never hesitate...!*

      Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
      nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
      viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
      (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Weihrauch (Olibanum) wird und wurde auch gekaut, zumindest in arab. Ländern bzw Kulturen. Teils auch, weil es wohl reinigende und antiseptische Inhaltsstoffe enthält; ob das stimmt, weiss ich nicht.

      Bei Baumharz gibt es soviele verschiedene, und beschränkt man sich dabei mal nicht nur auf Kiefer, Fichte, Tanne, also hierige Bäume, sondern auch tropische Gegenden, dort werden harzhaltige Bäume seit zig Jahren verwendet, sowohl für medizinische als auch Nahrungszwecke.
      Man denke da zB mal an Kautschuk, welches auch "verharzen" kann.
      Es ist also einiges mit Harz möglich.
      lg habicht
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Es gibt viele Harze mit antibakterieller Wirkung. Eigentlich sind alle Harze antibakteriell und fungizid, denn das ist deren sinn. Mit Harz schützt der Baum sich bei Verletzungen vor Pilzbefall und Infektionen.
      Mastixharz wird zur Konservierung von Wein seit Jahrtausenden benutzt, Retsina z.B. ist auch heute noch erhältlich. Olibanum/ Weihrauch ist antibakteriell, es gibt Salben mit Weihrauch, und auch Weihrauchkapseln zum Einnehmen.
      So lange man das Harz giftiger Bäume meidet (Eibe z.B.) sollte das gesundheitsmäßig schon OK sein.
      Zur wundbehandlung wird sich das weniger eignen, denn Harz ist zu zäh um es einfach auf eine Wunde auftragen zu können.
      Übrigens ist auch die althergebrachte Myrrhe die schon Jesus zur Geburt von drei Leuten bekam unter denen sich vermutlich ein Arzt befand (was auch immer das von etwa2000 Jahren bedeutet haben mag) ein Baumharz, die konservierende Benzoe, der medizinisch relevante Sandarak...alles Baumharze.
      Nicht zuletzt kann man auch die reinigende und desinfizierende Wirkung in Form einer Räucherung genießen. Das ist auch eine sehr alte Art Harze zu verwenden.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      "Joe Byrne" schrieb:

      Mein Opa hat mir immer Harz von Kirschbäumen zum Essen gegeben . Fand ich nicht so dolle, Wrigley's Spearmint schmeckte besser. Aber geschadet hat es nicht.


      In meinem Fall war es der Freund meines Vaters der mir das Harz während einer Wanderung bei Meissen angeboten hat.
      Ich hatte damals noch fast keine Plomben, das war 1977 aber die die drin aren haben es überlebt. Ich habe gekaut. Ich fand es geschmacklich ok.
      Von daher wie so oft, muß jeder selbst ausprobieren und entscheiden wie er es macht, geschmacklich findet.
      Das Harz das ich gegessen habe war war recht weich.
      Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet, der wird für jene pflügen, die dies nicht getan haben.
      Seien es die Geistigen oder die Stählernen.
    • Baumharz als Nahrung oder Medizin?

      Jep.... Harze sind gut... Ich mag Harze... :)

      Wichtiger Hinweis war:
      Nicht von giftigen Bäumen.
      Wobei hier im Einzelfall zu klären wäre, ob das Harz Giftstoffe enthält. Im Zweifelsfall lieber meiden...

      Gelutschtes (oder die dies mögen auch gekautes) Harz ist auch gut für die Mundhygiene, wenn keine Zahnbürste da ist..


      Blackmorrow:
      Zur Wundversorgung:

      Auch da kann es verwendet werden...
      Je nach Konsistenz und Anwendung wirken dort die gleichen Eigenschaften wie antibakteriell und fungizid.
      Es kann z.B. im Survival-Fall auch auf einen (mehr oder weniger guten) Verband gerieben werden, bevor dieser auf die Wunde kommt...

      Wenn man für einen Verband nur ein (ggf. dreckiges) Stück Stoff hat, kann das Harz in den "Verband" gerieben nicht schaden.. ;)

      Im Mittelalter wurden Harze auch verwendet um Wunden zu kleben.
      Dass das gescheit funktioniert, braucht man allerdings eine passende Konsistenz und muss es ggf. warm auftragen und durch einen Verband 1-2 Tage fixieren.
      *Never hesitate...!*

      Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
      nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
      viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
      (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )