Barfuß vs. " Wanderstiefel "

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    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Mahlzeit !

      Vor 2 Wochen habe ich es zum ersten mal gewagt, ich war Barfuß im Harz unterwegs auf Wegen, die ich letztes Jahr noch in wuchtigen Trekking Boots gelaufen bin. Und es war einfach nur ein klasse Erlebnis....Wahnsinn ! Intensiver gehts kaum noch, " Auf-dem-Weg-zu-sein "....

      Nun muss ich aber dabei sagen, das ich meine Füße langsam an diese, für sie bis dahin ungewohnte Freiheit, gewöhnt habe. Erst im Haus und im Garten, dann mal auf der Straße und in Wiesen, danach kam unser Wald und öffentliches Gelände dran und jetzt mittlerweile halt eben schon auf felsigem Grund in einem deutschen Mittelgebirge ! Und auch immer von den Stunden her in kleinen Schritten, die dann aber immer mehr ausgedehnt wurden.

      Warum ich das mache:
      Wenn man sich viel mit einem tiefer gehenden Thema befasst ( bei mir war es meine Osteoporose mit den daraus resultierenden ständigen Rückenschmerzen ) und sich dann tiefer mit dem menschlichen Körper befasst, dann kommt man nebenbei am Rande zu der Erkenntnis: die Evolution hat uns nicht für das Tragen von Schuhen ausgerichtet.
      Alle Muskeln und Sehnen im Fuß bilden einen gewaltigen Stützapparat, wenn sie denn beansprucht würden.
      Dadurch das wir diesen Muskeln und Sehnen ihre Funktion nehmen, in dem wir Schuhe tragen, verkümmern diese einfach. Und das gilt für alle Muskeln der menschlichen Stützkonstruktion !!

      Barfuß gehen ist ein sehr intensives Gefühlserlebnis und zudem noch gesund ( und man bekommt noch eine kostenlose Fußreflexzonenmassage). Tatsächlich ist es nämlich so, das sich die Füße ohne schützende Schuhsohle beim Gehen ständig an die Unebenheiten im Boden anpassen müssen. Und das stärkt und trainiert die Fußmuskulatur.
      Diese Muskeln sind wichtig, weil sie das Quer- und Längsgewölbe an der Fußunterseite tragen. Verkümmern die Muskeln dagegen, können sich die Gewölbe absenken. Dann bekommt man Platt-/Senkfüße.


      Hier mal noch etwas interessantes ( liegt als PDF auf meinem Rechner :(

      Fossile Fußspuren aus Tansania, die etwa 3,6 Millionen
      Jahre alt sind, belegen, dass unsere Vorfahren vom Hangeln
      im Regenwald zum aufrechten Gang in der Savanne
      übergingen.
      Auf zwei Barfüßen legten die Jäger und Sammler die meiste
      Zeit der etwa 2 Millionen Jahre menschlicher
      Entwicklungsgeschichte zurück. Selbst in den kühlen
      Höhlen Südfrankreichs finden sich versteinerte Spuren von
      nackten Füßen aus der Eiszeit vor ca. 40.000 Jahren.
      Etwa um diese Zeit kommt die Nutzung einer Fußbedeckung auf – sie ist jedoch noch relativ
      selten. Ab etwa 27.500 Jahren vor heute nimmt die Nutzung von Schuhen zu. Darauf
      deutet die veränderte Knochenform der Zehen hin (Trinkaus/Shang 2008).
      Aber erst mit der kostengünstigen Massenfertigung von Schuhen ab den 1860er Jahren wurden sie für die Mehrheit der Menschen in den Industrienationen verfügbar. Menschliche Füße stecken daher erst seit ca. 150 Jahren regelmäßig und für lange Zeit in Schuhen.

      Heute kommen 98% aller Menschen mit gesunden Füßen auf die Welt, aber nur 40% haben
      als Erwachsene noch gesunde Füße. Viele Menschen sind geplagt von Schwielen,
      Hühneraugen, Hornhaut, Fußpilz, brüchigen Nägeln, Schweißfüßen, Platt-, Senk- oder
      Spreizfüßen – letztlich auch von Knie- und Rückenproblemen oder Fersensporn-beschwerden und Krampfadern.
      Menschen, die barfuß leben, kennen diese Beschwerden kaum. Je früher und länger Schuhe getragen werden, je enger der Schuh und je höher der Absatz, je umfangreicher die Polsterung, desto mehr verformt sich der Fuß, umso weniger kann er seine ursprüngliche
      Funktion trainieren (Kulin, S. 22-31).

      Nicht Einlagen sondern barfuß gehen trainiert Fußmuskulatur,
      Sehnen, Bänder und Gelenke. Durch Barfußgehen erhält man
      auch ohne Wasser einen Kneipp-Effekt und stärkt so das
      Immunsystem. Daher ist selbst kein Schnupfen durch
      Barfußgehen zu befürchten (selbst bei Schnee oder im
      Morgentau auf der feuchten Wiese) – im Gegenteil: die Zahl
      der Erkältungen verringert sich bei regelmäßigem
      barfuß laufen.
      Barfußgehen ist eine kostenlose Fußreflexzonenmassage, ein Gratis-Wellness-Programm, das man sich jederzeit gönnen kann. Mit dem barfuß-gehen
      werden Gleichgewicht und Koordination trainiert. Viele Barfüßer berichten auch von einem
      neuen, tieferen Kontakt zur Natur und einem positiveren Lebensgefühl, Selbstvertrauen, von
      Stress-Abbau und tiefem Schlaf.
      Die Klarheit im Kopf und eine innere wie äußere aufrechte Haltung sind weitere Effekte, die Barfußläufer erleben (Kulin, S. 9, 22-37, 40-52)

      Ein paar Punkte sind zu beachten, wenn man vom Dauer-Schuhler wieder zum Barfußläufer
      werden will:
      Zu Hause:
      •Erstmal raus aus Schuhen und Strümpfen - und die neue Freiheit genießen
      •Vorderfußgang üben (siehe die „Die 10 besten Barfuß-Tipps“)
      •Von der Wohnung ins Freie übergehen: Balkon/Terrasse, Garten
      •Mit Fußgymnastik spielen: z.B. mit den Zehen Gegenstände aufheben

      Im Freien:
      •Ab 10°C Außentemperatur: problemlos möglich (für Trainierte auch darunter)
      •Tetanus-Schutz sicher stellen
      •Feld- und Waldwege, Parks, Wiesen etc. nutzen und einfach mal Schuhe und
      Strümpfe für ein Stück der Strecke ausziehen (auch bei Wanderungen)
      •Barfußpfade, Barfußparks und Barfußwanderungen ausprobieren
      •Barfuß joggen: mit Barfuß-Schuhen (Minimal-Schuhen) testen, langsam anfangen,
      allmählich steigern; bei purem Barfußlaufen an Pflaster und Pinzette denken
      •Grundsätzlich, und vor allem für Diabetiker gilt: Zum Abschluss die Fußsohlen auf
      Verletzungen kontrollieren, Füße waschen und mit leichter Lotion pflegen

      Einige Barfuß-Tipps
      1. Gehen Sie so oft wie möglich barfuß – es
      ist ein kostenloses Wohlfühl- und
      Gesundheitsprogramm.
      2. Der „richtige“ Barfußgang ist nicht über die
      Fersen, sondern über den Ballen:
      „Mittelfußgang“. Imitieren Sie das
      Anschleichen einer Katze, beobachten Sie sich beim Rückwärtsgehen: Der Fuß setzt
      mit dem Ballen auf – so sollten Sie auch vorwärts gehen.
      3. Barfußgehen im Freien, im Schnee nach dem Saunagang etc. stärkt
      das Immunsystem.
      4. Kinder, die sehr oft barfuß laufen, haben bessere motorische Fähigkeiten.
      5. Nackte und gepflegte Füße können erotisierend wirken; eine Fußmassage
      entspannt und verstärkt den lustvollen Effekt.
      6. Tägliches Füße waschen ist beim barfuß laufen normal – Eincremen sollte man die
      Füße nicht zu häufig, wenn, dann mit einer leichten Feuchtigkeitscreme. Bei
      trockener und rissiger Haut hilft Melkfett.
      7. Mit etwas Übung können Sie zum energiesparenden und Gelenkschonenden Barfuß-Joggen übergehen.
      Wichtig ist
      allerdings: Wer bislang mit Laufschuhen unterwegs war, muss langsam die Muskulatur, Bänder, Sehnen und Dämpfungssysteme trainieren, die bislang nicht
      benötigt wurde. Daher sollte die Umstellung allmählich erfolgen: Erst 10 Minuten
      täglich auf weichem Boden barfuß gehen oder langsam laufen, dann allmählich
      steigern und härteren Boden trainieren – eine Umstellungsphase von 6 Monaten ist
      durchaus üblich.

      Und wenn man so gar nicht ohne Schuhe kann, dann sollte man was angepasstes nehmen:

      sole-runner.com/barfuss_laufen_fuenf_gute_gruende.htm

      In diesem Sinne !

      Gruß, Ludger
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Ich bin jahrelang nur Barfuß gelaufen, oft bis Oktober oder November. Anfang März fing ich meist schon wieder an ohne Schuhe zu laufen. Selbst auf mehrtägigen Festivals mit mehreren tausend Besuchern ist nie etwas passiert. Man entwickelt einfach ein bewussteres laufen.
      Die schlimmste Begegnung mit Glas hatte meine Ferse, als mir ne Mineralwasserflasche runtergefallen ist und mir eine große Scherbe durch den Druck gegen den Hacken schoß. Ich bin auch mal in meinem Zimmer ausgerutscht und habe so eine coole Radelle gedreht, das ich mit dem Hacken auf den Tesafilmabroller geknallt bin. Da steckte mir dann diese Riffelkante wo man das Tesa mit abtrennt im Hacken. Kein Blut nix.
      Ich denke das die Gefahr beim barfußlaufen oft etwas überdramatisiert wird.
      Hab irgendwann wieder angefangen Schuhe zu tragen, aber bin gerade dabei die Schuhe mal wieder öfter zu hause zulassen.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Moin!

      Zuhause und teilweise im Garten lauf ich Sommer wie Winter Barfuß.
      Im Wald sind mir feste Stiefel wichtig, weil das Risiko in Scherben zu treten doch sehr hoch ist. Außerdem kann das Klettern an z.B Felsen oder Hängen ohne Schuhe sehr schmerzhaft werden.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Habs schon mal in nem anderen Tread geschrieben.
      Als Kind beim spielen im Wald in einen alten Dosenverschluß von einer Cola oder sonstigen Dose geteten ( Aaaaaaaaauuuuuuuaaaaaa ). Fuß auf und Sehne der kleinen Zehe durchgeschnitten. 3-4 Monate bis ich wieder Schmerzfrei laufen konnte!!!!! :cry: :cry: :cry:
      Das war lehrne durch Schmerz in vollendung!!!!!
      Was für mich heißt: Einen Fuß vo die Tür = Schuhe an!!!!!

      Kiwi
      Beim Mopped fahren verlasse ich mich voll auf meine Sinne !!!!
      Wahnsinn , Irrsinn , Blödsinn , Schwachsinn !!
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Ich als Physiotherapeut kenne das Problem mit den "platten Füßen" nur zu gut und arbeite nahzu täglich in meiner beruflichen Praxis daran den Menschen da draußen wieder nen physiologischen Gang beizubringen. Oftmals leider erfolglos, da die wenigsten Menschen sich auf ein Leben ohne Schuhe einlassen wollen/können (Gesellschaftszwang). Viele haben Angst vor angeblichen Infektionen oder Verletzungen bzw. sie ekeln sich schlichtweg vor dem bloßen, ungeschützten Kontakt mit dem Untergrund. Dabei ist das, was Malcolm Douglas schreibt komplett richtig: unsere Muskeln verkümmern zum Großteil durch das Tragen von Schuhen. Hat man vor ca. 10 Jahren Läufern noch zu einem möglichst stützenden und federndem Schuhwerk geraten, so gehen die Ratschläge heute viel mehr in die Richtung des Barfußlaufens. Schuhe mit frei beweglichen Zehen, sockenähnlichem Aufbau und ultraleichter Konstruktion stürmen den Markt. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich finde.
      Doch sei jedem "Neubarfußgänger" zur Vorsocht geraten. Gewöhnt euch eure Schuhe erst wieder ab, bzw die neue Gangart an! Sonst hängt ihr mit Überlastungsproblemen gleichermaßen an, wie mit Schuhen. Veränderung braucht Zeit, also gebt eurem Körper 12-20 Wochen um sich an das Barfußlaufen zu gewöhnen bevor ihr zu Höchstleistungen auflauft.

      MfG Chevy
      Wenn dir das Leben in den Arsch tritt, nutze den Schwung um weiter voran zu kommen!

      Disce pati non querens.
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Interessanter Beitrag, und wie sieht das mit diesen 5-Zehen Schuhen aus die man öfter mal sieht?
      Hat da der Fuß auch so viel Bewegungsfreiheit wie barfuß?
      Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
      (Antoine de Saint- Exupéry, 1900 - 1944)
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Aye,

      natürlich kann man unbeschadet barfuß über Glasscherben laufen. 8-)
      Besonder zu empfehlen sind:
      - Flaschenboden oder Stücke davon;
      - Flaschenhals oder Stücke davon;
      - Aber auch der Flaschenkörper bietet feinste Filetstücke!

      Beliebter Trick der Barfußexperten:
      Man trinke vorher eine Flasche Wodka - dann spürst du gar nichts. :idea: :mrgreen:
      Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
      Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
      Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Also bei mir im Garten lauf ich grundsaetzlich Barfuß allerdings weiss ich das da nirgends Glas oder so rumliegt ... im Wald oder beim wandern etc wuerde ich mich das nich trauen xD
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Leute hört doch auf den Sinclair herauszufordern.Der ist kein Schlechter seht seine anderen Beitäge da ist auch kein dummes Zeug dabei.Der foppt euch nur und grinst sich ein weil ihr darauf anspringt und das mitlerweile in ich glaube den 3. Tread.Jeder hat seine Meinung und Erfahrung gute wie schlechte zu dem Thema.Belasst es dabei leben und leben lassen.
      Ruhrpott!
      Auf Kohle geboren!
      Hier hamwa kein Dialekt.
    • Barfuß vs. " Wanderstiefel "

      Hallo zusammen,

      als ich vor 10 Jahren diverse Dauerläufe absolviert habe und teilweise unter Knieprobleme gelitten habe, habe ich mich mit der Lauftechnik auseinandergesetzt. Ich habe mir damals das Buch "Natürlich Laufen" von Matthias Marquardt zugelegt und nach und nach auf das Vorfußlaufstil umgestellt.
      Beim Vorfußlauf-Training wird viel Wert auf der richtigen Aufbau von der Fuß und Wadenmuskulatur gelegt.

      Beim Aufbautraining waren damals viele Barfußeinheiten mit dabei.
      So kam ich dazu immer mehr und mehr barfuß zu laufen bis ich soweit war, dass ich ein 10km Wettlauf auch barfuß mitgemacht habe und in den Sommermonaten jeden Tag 7 km Barfuß über Feldwege und Felder ins Geschäft hin und zurück lief.

      Ich würde jedem raten, der das Barfußlaufen in der Natur ausprobieren möchte dies auch langsam anzugehen.

      Unsere Füße sind einfach gewöhnt alles durch Socken und Schuhsohlen abzutasten und sind deshalb sehr sensibel und empfindlich. Es ist schon eine Umstellung plötzlich direkter Kontakt zum Boden zu bekommen.
      Erst mit der Zeit setzt sich die Hyperempfindlichkeit ab und der Fuß reagiert wie es dazu beschaffen wurde. Die Fußsohle wird nicht unbedingt viel dicker wie vorher aber irgendwie zäher. Dann ist es auch kein Problem durch Splitt oder auf steinigem Boden zu laufen.

      Auch mit der Muskulatur ist es eine Umstellung. Es empfiehlt sich hier auch Balanzierübungen zum Beispiel mit Kippbretter zu machen um Bänder, Sehnen und Muskeln auf das Barfußlaufen einzustellen. Auch empfiehlt sich die Beweglichkeit durch Strecken und Dehnen zu fördern.

      Steife Bergstiefel geben doch sicheren Halt, aber auf Kosten der Beweglichkeit. Die Achillessehne und die Bänder am Sprunggelenk werden unterstützt, aber dadurch auch gleichzeitig geschwächt. Diese Schwäche muss man langsam wieder aufbauen.
      Erst nach das Wiederherstellung des natürlichen Bewegungsapparates ist man auch sicher barfuß unterwegs.

      In all den Jahren seither habe ich immer wieder kleine Kratzer und auch Blasen bekommen, aber noch nie habe ich den Fuß verdreht oder sonst eine Verletzung zugezogen. Man bekommt einfach mehr Gespür für die Bodeneigenschaften und reagiert dementsprechend. Dies erreicht man wiederum erst mit der Zeit und Erfahrung.
      Dies kann man auch nur sammeln wenn man es auch macht.

      In diesem Sinne muntere ich jeden, der das wirklich machen will, dazu auf das zu probieren, aber mit Vorsicht.

      Müde belächlet wird man vielleicht schon, aber als Bushcrafter und Surviver müssen wir das eigentlich gewohnt sein ;)

      cheers Mike.
      Silence is golden, duct tape is silver