spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

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    • spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      Junge Blätter von Linde, Rotbuche, Birke und Ahorn sind essbar, bei den anderen weiß ich es nicht.
      Diese Blätter isst man nur im jungen Alter, da sie später Gerbstoffe entwickeln die es für uns mehr oder weniger ungenießbar machen.
      Am besten schmecken sie sich gerade erst entfaltet haben.
      Brombeere, Himbeere, Stachelbeere, Johannisbeere, Erdbeere sind ebenfalls essbar.

      Zum Thema Eicheln gibts ein schönes Video von Sacki:


      Zu 12. Was verstehst du unter "Vogelbeeren"? Meinst du S. aucuparia? de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      Guten Morgen

      Die Essbarkeit von Bäumen ist zwar nicht mein Spezialgebiet, aber ich versuch hier mal ein wenig Klarheit zu schaffen. Natürlich sind meine Aussagen ohne Gewähr!!! (nicht dass du dich meinetwegen vergiftest ;) ).
      Nun gut vielleicht hilfts dir ja... Erstmal ganz locker bleiben. Es gibt bei Bäumen weit weniger giftige und vor allem sehr giftige Vertreter als bei den krautigen Pflanzen.

      Allgemein:
      zum essen eignen sich aus meiner Sicht (geschmacklich) eigentlich immer nur die jungen Blätter, da sie noch nicht ausdifferenziert sind und daher weniger Gerbstoffe etc. beeinhalten und zudem nicht so ledrig sind. Des weiteren sollte man auch nie sher große Mengen essen.

      Wirklich giftig sind unter anderem..:
      Eibe (Taxus baccata, außer der rote Arillus)
      einige Thuja und Chamaecyparis - Arten
      Robine vor allem für Kinder
      Schneeball (Viburnum ...) außer reife Früchte
      Goldregen (Laburnum anagyroides)
      Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum)


      Aber nun zu deinen Punkten (Reihenfolge nach Wissenstand sortiert).

      zu 2. In Deutschland kommt natürlich eigentlich nur eine Buchenart vor und das ist die Rotbuche (Fagus sylvatica). Essbar sind hierbei sowohl die Blätter, als im geringen Maße auch die rohen Bucheckern (geröstet komplett unbedenklich). Verwechlungsgefahr besteht höchstens mit der Hainbuche (Weißbuche) Carpinus betulus, die aber zu den Birkengewächsen zählt und meines Wissens von der auch unbedenklich ist. (Unterschied: Carpinus betulus: Blattränder doppelt gezahnt)

      zu 1. Ich wüsste nicht, dass es einen Unterschied bei den Linden in Bezug auf die Essbarkeit gibt. Unter anderem der Silberlinde (Tilia tomentosa) wurde fälschlicherweise eine Giftigkeit gegenüber Bienen und Hummeln zugeschrieben. Dies liegt aber nur an der späten Blüte im Jahr und dem geringen Nektarbetrag.

      zu 12. Ja, ich esse Vogelbeeren (Sorbus aucuparia), da sie nicht giftig sind. Jedoch reagieren manche Menschen auf rohe Beeren extrem mit Brechreiz und Verdaungstörungen auf die Inhalststoffe (weswegen sie lang als giftig deklariert wurde). Dies ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Der Geschmack (auch unterschiedlich bei den Unterarten) lässt aber zu wünschen übrig! (kann sehr bitter sein und daher isst man eh nicht viel ;) )
      Gekocht sind sie aber vollkommen unbedenklich.

      zu 3. Dem Eschen-Ahorn (Acer negundo), aber auch dem Berg- (Acer pseudoplatanus) und dem Feld- Ahorn (Acer campestre) wird nachgesagt, dass neben den Samen evtl. auch die Blätter Hypoglycin A enthalten und daher leicht giftig sein könnten. Vor allem für Pferde gefährlich.

      zu 5. Birkenblätter würd ich auch nur im jungen Zustand essen, da sie ausdifferenziert einfach nicht schmecken (bitter wie Hölle). Die enthaltenen Saponine sind meines Wissens auch ein Grund für die heilende Wirkung von Birkenblättertee und in geringem Maße eher unbedenklich.

      zu 8. Eichenblätter wirklich nur ganz jung essen wegen den Gerbstoffen. Sehr sehr bitter im alter und ich kann mir nicht vorstellen, dass es jmd. schmeckt und der hohe Gerbstoffanteil ist nicht zu verachten.
      Eichelmehl: Eicheln etwas die Schale anschneiden und kurz Rösten um die flüchtigen Giftstoffe auszutreiben. Dann zerkleinern und wässern (hitzebeständige Gerbstoffe werden ausgewaschen(des kann ne ganze Zeit lang dauern) und immer wieder frisches Wasser dazu geben bis es nicht mehr trübe wird und die Eicheln nicht mehr bitter schmecken. Riesen Aufwand und vom Ergebniss war ich entäuscht aber....

      zu 10. Ich finde die ganz jungen Weißdornblätter (Crataegus) ganz lecker.

      So des wars erstmal.

      Wie gesagt ist hier nur mein Wissensstand (begrenzt) aufgeführt und hat keinen Anspruch auf Richtigkeit!!!! ;)

      Vielleicht konnt ich bißchen helfen und dir etwas die Angst nehmen

      Habe die Ehre
    • spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      "Lisa" schrieb:



      Aber nochmal zu jungen/ alten Blättern: Sind die dann, wenn sie groß und pappig werden ungesund/giftig?


      Nach der Ausdifferenzierung der Blätter kommt es zur vermehrten Einlagerung von Gift und Gerbstoffen in die Vakuole der Zellen. Dient vor allem der Pathogenabwehr (Tiere, Pilze etc.) Daher schmecken ältere, ausgewachsene Blätter meistens auch deutlich bitterer als Junge. Daher würd ich dir raten eher junge Blätter zu genießen.

      "Lisa" schrieb:


      Wichtig zu wissen wär mir noch, ob man die Rosskastanienblätter und die Blätter vom Sanddorn essen kann?


      soweit ich weiß, haben Rosskastanienblätter und Früchte haben unter anderem einen Saponinanteil (auch Gerbstoff- und Flavnoidanteil) und sollten daher nur in geringem Maße zu sich genommen werden.

      Zu den Sanddornblättern kann ich dir leider nicht viel sagen, da ich auch noch nie auf die Idee kam die zu essen :? , aber ich wüßte nicht, dass am Sanddorn irgendwas besonders giftig wäre...

      Sonst hätt ichs wohl schon mal gehört ;)
      Grüße
    • AW: spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      Mir ist noch was zu 6. eingefallen!
      Bei Weidenblätter ist immer zu beachten, dass sie Salicylsäure enthalten, die wie Aspirin wirkt!
      Daher benutzt man sie eher medizinisch als kulinarisch...!

      Brennesselsamen sind jetzt bald soweit...! ;)

      Buchenblätter kannst du weiter sammeln, trocknen und zu Mehl vermahlen.

      Ahornblätter sind mir zu bitter, aber sind super wenn man eine "heiße" Stelle hat! Bei Insektenstichen und Prellungen als Breiumschlag...:smile:

      Und vor lauter Blättern die leckeren Blüten nicht vergessen!

      Holunderblüten sind jetzt genau richtig!
    • spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      Hi Alex, bei uns blühen die Brennesseln noch nicht mal...Kommt noch.Esse die auch total gerne;) Dafür blühen schon unsere Linden!
      Der Tippmit den Buchenblättern ist gut, werd ich mal ausprobieren.

      Ist denn im Sanddorn, die doch glaub ich zu den Ölweiden zählt (?!) auch Salicylsäure enthalten?

      Was machst du mit den Holunderblüten?

      Gruß, Lisa
    • spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      Hi

      Salicin (wird erst im Körper zu Salicylsäure) befindet sich meines Wissens vor allem in der Rinde der Salix- arten (Weidengewächse, Familie der Salicaceae, Ordnung: Salicales - Weidenartige)

      Sanddorn (Hippophae rhamnoides) gehört zur Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae und Ordnung Elaeagnales) aus der Ordnung der Ölbaumartigen

      Daher hat Sanddorn wenig mit Weiden zu tun. Gehört nicht mal zu gleichen Ordnung ;) Nicht von den deutschen Namen verwirren lassen. ;)

      Holunderblüten in Pfannkuchenteig eintauchen und kurz in Öl ausbacken. Unfassbar lecker !!!!

      Ach ja. Holunderblüten- Likör und Schnappes auch empfehlenswert ;)

      Grüße
    • AW: spezielle Fragen zu essbaren Bäumen-Komplettverwirrung

      Genau, ...Holunderblüten Fritter ...,sehr lecker! Holunderblüten Sirup nicht vergessen und mehr fällt mir grad nicht ein...
      Aber du kannst mal ins neue Lexikon schauen! Da hab ich mit Chinaerik was über den Holunder rein gesetzt ...;)