Die beste Bushcraft- oder Outdoorgeschichte gewinnt 30€

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    • Die beste Bushcraft- oder Outdoorgeschichte gewinnt 30€

      Erzählt uns eine Geschichte von eurem außergewöhnlichsten, spannendsten oder auch lustigsten Outdoor-, Bushcraft- oder Survivalerlebnis.

      Habt Ihr noch nichts erlebt? Kein Problem - dann erfindet einfach etwas.

      Die Geschichte, welche der Community am besten gefällt, da sie am meisten Likes erhalten hat, bekommt von mir einen 30€ Geschenkgutschein. Einsendeschluss ist der 20.06.2013.

      In den Beiträgen sollen nur Geschichten stehen, also keine Kommentare, Fragen oder Diskussionen.

      Viel Spaß beim schreiben und viel Glück!

      Die Rechte am Text müssen beim Poster liegen! Also nichts irgendwo abschreiben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
      Survival-Training in Deutschland | Mein Youtube Kanal. Meine Website: Ronny-Schmidt.de und hier bin ich sonst immer zu finden: Heavy Iron Club
    • Die beste Bushcraft- oder Outdoorgeschichte gewinnt 30€

      ok..dann möchte ich mal anfangen. Aber die 30.- Euro möchte ich nicht, da die Geschichte eh zu peinlich ist. :roll:

      Ich hatte letztens (als mal die Sonne in NRW schien) diverse Firersteelmuster bekommen und wollte diese mit meinem Sohn testen.

      Also ausgepackt, Sohn gerufen und ihm mal erklärt, dass sein Vater ihm jetzt zeigt wie man Feuer macht. :!: Was trockene Späne und anderes Material abgelegt und cool mit nem Klingenrücken versucht Funken zu zaubern. Sekunden...nein Minuten vergingen ohne Erfolg. Vater am schwitzen und Sohn schon ungeduldig. Also den dazugehörigen Schaber verwendet. Funken flogen aber es tat sich nichts.

      Mittlerweile T-Shirt nass, Sohn weg und von der Frau ein breites grinsen. Nein..das kann es nicht sein. Also nochmal Klingenrücken...vielleicht muss ich einfach mal was fester draufhauen, damit auch große Funken kommen. 2-3x gemacht und dann war nichts mehr zum draufhauen. Der Firerstarter hat sich mal eben in 2 Portionen zerlegt.

      Also Sohn geschnappt und ne Runde gekickert. Einen Fierestarter habe ich seitdem nicht mehr benutzt.

      Grüße aus Solingen
      Sven
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    • Die beste Bushcraft- oder Outdoorgeschichte gewinnt 30€

      Als ich noch klein war bin ich mit meinen Vater in den Wald gegangen und wollten eine Wanderung machen.
      Ihr müsst wissen das ich direkt am Wald wohne und wir durch eine Schlucht mit einem Bach gewandert sind.
      Also sind wir los gegangen und als wir eine Stelle gefunden haben die Recht 'angenehm' nach unten verlief sind wir los gestampft. Unten an dem Bach angekommen mussten wir natürlich wieder hoch aber es war zu Steil mein Vater kam hoch, ich aber nicht also musste er Nachhause und ein Seil holen. Er also los und was mach ich?
      Ich wusste nichts anderes als mir die Strümpfe und die Hose auszuziehen und an Ostern bei ca. 10 Grad und einer Wassertemperatur von ca. 5 Grad zu baden.
      Als mein Vater mit dem Seil wieder da war wollte ich gar nicht mehr weg.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Die beste Bushcraft- oder Outdoorgeschichte gewinnt 30€

      Eine meiner vielen Geschichten die ich erlebt habe:

      Als ich noch klein war..... :mrgreen: langlang ists her... :lol:
      Eine Gruppe Jungs... Etwa 6-8 Jahre alt...
      Ca. 100 Meter vom Waldrand entfernt in einem sog. "Neubaugebiet" war eine Baustelle auf der ein paar Reihenhäuser gebaut wurden..

      Wir Jungs damals schon immer dabei draussen irgendwelche Lager (bei uns hiess das "Lägerle") zu bauen...
      Nachdem wir ja dort oft im Wald unterwegs waren und für unsere Festung "Material" gebraucht haben, sind wir immer mehr, gerade auch am Wochenende oder am frühen Abend wenn dort Feierabend war, auf der Baustelle rumgeturnt (damals war auf einer Baustelle noch Schlechtwetter und um spätestens 15:00 Uhr Feierabend) und haben von dort alles an Nägeln, Schrauben, Hölzern, Brettern usw. weggeschleift, das wir finden, brauchen, und tragen konnten....im Laufe von Wochen war das eine ganze Menge...
      Und wir hatten im Wald bald eine wahre Festung...Zweistöckig..aus Schalungsplatten, Gerüstplatten, Diehlen, Stangen, Planen usw.. :mrgreen: ..mit Bodenplatten, Fahnenmast und allem drum und dran...
      Sogar 99% wasserdicht war das Teil...

      Das war natürlich deutlich besser wie sämtliche Lager der "Konkurrenz" und viel besser wie alles was man mit "Naturmaterialien" so herstellen konnte... :mrgreen:

      Irgendwann haben die von der Baustelle das dann wohl geschnallt - hat aber schon so ein paar Monate gedauert. Und das ganze Lager war abgerissen worden und das Material verschwunden... :o

      War natürlich ziemlich madig für uns damals... :evil:
      Aber gut - so läuft es dann... :roll:

      Allerdings kam da nie was - keiner hat gefragt - keiner hat Anschiss bekommen oder sonst was...
      Die Jungs von der Baustelle haben sich damals zu den Zeiten wohl auch noch was gutes dabei gedacht und ich denke von unserer Konstruktion waren sie wohl auch ein wenig beeindruckt...
      Das Ding abzureisen war sicher ein Act...
      Das war quer durch massiv vernagelt und verschraubt... :D
      Und es hat mind. 6-7 "Mann" (damals "Männchen") Platz geboten...

      Heute würde ich sagen:
      Survival- und WCS- mässig gut improvisiert und die vorhandenen Mittel zielorientiert genutzt... :mrgreen:

      Übrigens habe ich damals als Knilch auf der Baustelle einen Zimmermanns-Hammer gefunden der in der Grube im Dreck lag....und natürlich haben wir diesen Hammer bei unserem Lager sehr gut brauchen und benutzen können...
      Er wurde damals wie ein Schatz versteckt und gehütet...! :D

      Diesen Hammer habe ich heute noch - und überwiegend immer im Auto liegen...! ;)
      *Never hesitate...!*

      Es gibt immer was zu tun.. Und wenn mal
      nichts mehr zu tun ist hat man davor bereits so
      viel getan, dass es gut tut nichts zu tun..
      (Von mir - die andern fandens witzig. :lol: )
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      Wenn man das so beschreiben kann, dann war das meine erste Durchschlageübung.

      Ich war 13 und wohnte in Hüttenberg/Hessen. Zur Schule ging ich in Butzbach. Jeden Tag sollte ich dort von meinem Vater abgeholt werden. So auch an diesem Tag. Nur das Problem war, er kam irgendwie nicht. Als ich dann so etwa 4 Stunden auf ihn gewartet hatte marschierte ich los. In etwa kannte ich ja den Weg. Bin ihn ja jeden Tag gefahren. Nur an diesem Tag lief ich nicht exakt diesen Weg, sondern wollte abkürzen. Ich weiß nicht mehr in welcher Ortschaft das genau war, aber ich erreichte eine Kaserne der Amerikaner. Um diese wollte ich herum laufen. Als ich so den Zaun entlang lief, höhrte ich jemanden schreien. Es war ein Soldat, der mir aus einem Fenster der Wohnblöcke irgend etwas zurief. Als ich inmitten einer Sandfläche stand, rannte ein Gedanken durch meinen Kopf: Minen. Aus heutiger Sicht kann ich da nur drüber lächeln, denn 1993 lagen mit großer Sicherheit in der freien Landschaft keine Minen mehr rum. Jedenfalls hoffe ich das.
      Auf jeden Fall ging mir zu der damaligen Zeit ordentlich die Pumpe. Ich drehte mich also um und ging in meinen eigenen Fußspuren zurück zum Zaun und dann an dem Zaun entlang. Ich dachte, wenn die Minen gelegt hätten, würden die ja kaum ihren eigenen Zaun hochjagen. War für mich damals logisch...
      Nachdem ich wieder sicheres Gebiet erreicht hatte und irgendwann Niederkleen erreicht hatte, wusste ich, das Hüttenberg hinter dem Wald liegen musste, der an das Dorf angrenzt. Also lief ich durch den Wald als mich fast der Schlag traf. Da war ein riesiges Loch in der Erde. Ich hatte fast Tränen in den Augen, weil ich mir recht hilflos vorkam. Es gibt nur wenige Ereignisse an die ich mich so deutlich erinnere. Also an die Emotionen in bestimmten Momenten. Dieser Moment ist einer von denen, die sich fest in mir einbrannten.
      Ich hatte schlicht und einfach nicht gewusst, das es dort einen Steinbruch gab...
      Also habe ich das Loch umrundet und traf aus einen Waldweg dem ich folgte bis ich wieder Felder erreichte.
      Genau genommen hatte ich in diesem Moment keine Ahnung wo ich war. Dennoch lief ich weiter. Entfernt sah ich ein weiteres kleines Waldstück. Rechts daneben, etwa 10 Meter entfernt stand ein Baum, der von einem Blitz zerstört wurde. Diesen Baum kannte ich. In der Nähe hatten wir unsere Butzen im Wald gebaut. Der Rotlaub. Von dort war der Weg wieder bekannt und ich erreichte spät in der Nacht mein Zuhause.
      Dort angekommen schnallte mein Vater erst nicht was los war und fragte, warum ich so spät erst zu Hause war. Es war ein Missverständnis gewesen, weil wir oft halt auch mit dem Bus heimfuhren oder mit Freunden noch spielten.
      Ich habe aus diesem Abenteuer viel gelernt, was mir auch später weiter geholfen hat.
      Nicht in Panik verfallen und überlegen was man tut zum Beispiel.
      Bekannte Wege nutzen, auch wenn man etwas mehr laufen muss.
      Möglichst nicht im Dunklen laufen. Ich hab das Loch erst sehr spät gesehen. Also, ich stand quasi an der Kante!
      Die Orientierung mit den Dörfern oder eben diesem Baum: Bekannte Bezugspunkte nutzen.

      Den Marsch werde ich nie vergessen :)

      Gruß, Para
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Bushcraft- oder Outdoorgeschichte - Zu viel Rauch

      Ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde war ungefähr wie folgt:

      Kohtenlager 200x. Es regnete und wir konnten deshalb kein Programm machen. Ein Feuer war in der Regel nur Abends, am Lagerfeuer, Jurte, oder Kohtenabenden, wo man gemütlich mit seiner Gruppe in der Kohte saß und dabei Stockbrot/Fondue oder sonstiges verzehrte und sich dabei etwas erzählte.
      Unser Zelt hatte viel Platz, da wir 4 statt 5 Leuten waren und zudem ein doppelstöckiges Gepäckpatent gebaut hatten.(Unten Schuhe, oben Taschen/Rucksäcke).
      Da dachte ich mir, warum nicht den sozialen Brennpunkt zu uns holen. So fragte ich, ob wir an diesem Nachmittag Feuer machen können, nicht zu Letzt um die Mentalität der verregneten Teilnehmer zu stärken.
      Die Erlaubnis wurde insofern erteilt, da nur dann kein Feuer erwünscht ist, wenn Programm läuft.
      Gesagt, getan, Feuer brannte und wir hatten viele Teens in der Kohte und genossen die Atmosphäre.
      Nach einer Weile war das Kohtenkreuz nicht mehr sichtbar. Der Rauch stieg aus irgendeinem Grund nicht richtig ab. Nach kurzer Zeit, war der Rauch so tief, dass man nicht mehr richtig sitzen konnte.
      Ich sagte zu den Jungs: "Legt euch bloß hin", weil der Rauch nicht bis ganz auf die Höhe der Bettstellen kam.
      Dann bin ich mal rausgegangen um zu gucken, was los war, frische Luft, oder mal gucken wie das Geschehen von außen aussah.
      Der Rauch kam aus allen Ritzen, also nicht nur aus dem Schornstein. Das sah aus, wie eine Kifferkohte, so sagte man. Überall kam Rauch raus.
      Ich weiß nicht mehr, wie wir weiterverfahren haben. Jedenfalls hatten wir ne Menge Spaß und wir wurden für die Unternehmung gelobt, weil wir so die Teilnehmer beschäftigt hatten und die Atmosphäre auf dem Lager verbesserten.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      Mc Donalds um Mitternacht

      Es war einmal vor langer langer Zeit ein kleines Mandelauge, welches sich mit gleichgesinnten in einer Pfadfindergruppe zu beweisen versuchte. Es galt die dunkle Natur mit Taschenlampe und Kompass zu bezwingen.
      Mit großer Vorfreude und auch ein wenig mulmiges Gefühl, sprangen Mandelauge, als die älteste und Nesthäkchen Judith, mit 6 Jahren, als die jüngste, mit 3 anderen Mädchen aus einem Kleinbus, welcher an einer unbekannten Lichtung in der Nähe des Waldes bei Wiesbaden parkte und uns in den Wald entließ. Es war gegen 22 Uhr am Abend. Ausgerüstet mit Karte, dem eingezeichneten Ziel, zwei Taschenlampen, Kompass, machten sie sich auf den Weg.
      Siegessicher und voller Tatendrang jodelten sie die ersten 1000 Metern im immer dunkler werdenden Wald, Parolen gegen die Jungs, die an einer anderen Stelle im Wald ausgesetzt wurden. Der Wald wurde immer dunkler, die Lichter der letzten Häuser am Stadtrand verschwommen zu kleinen blassen Punkten. Judith wich Mandelauge nicht mehr von der Seite und schob langsam ihre Hand in ihre. Sie kamen an eine Weggabelung und zum ersten Mal wurde eine Taschenlampe angeschaltet, welche nach nur 10 Sekunden den Geist aufgab. Eine zweite Lampe wurde ausgepackt, welche bereits nach 5 Sekunden den Geist aufgab. Mit Streichhölzern versuchten sie, sich die Niederlage nicht einzugestehen und sahen schon die Jungs am Lagerfeuer sitzen, während sie den richtigen Weg vergeblich suchten. Judith wurde unruhig und schluchzte langsam vor sich hin. Der Wind rauschte durch die dunklen Nadelbäume und hinterließ ein leises knacken der Äste in ihren Ohren. Alle Augen streiften durch die Dunkelheit. Langsam kroch das mulmige Gefühl an ihren Sachen empor bis in ihre Köpfe. Judith flehte umzudrehen.
      Planlos stolperten die Mädchen mit immer schnelleren Schritten auf die heller werdenden Lichter der Stadt zu. Als sie die ersten Laternen der Straßen erreichten, machte sich Erleichterung in ihnen breit. In der Stadtmitte kamen sie zum stehen. Mittlerweile zeigte die Uhr fast Mitternacht. Zahlreiche Nachtmenschen schauten verdutzt und wundernd die Waldmädchen an. Was tun, ohne Geld, ohne Handy und mit wartenden Gruppenbetreuern am Lagerfeuer, welche bereits das Nachtessen vorbereiteten. Spießbraten mit Feuerkartoffeln sollte es geben. An den Gedanken daran, lief ihnen das Wasser im Mund zusammen. Da kam Mandelauge die Idee. Sie liefen zum nächsten Mc Donalds, stürmten den Laden, liefen auf die Kassen zu und baten darum, telefonieren zu dürfen. Die Mitarbeiter betrachteten die jungen Mädchen mit großer Besorgnis. Wo waren die Eltern? Wir rufen vielleicht besser die Polizei? Es war nicht einfach die besorgten Mitarbeiter davon abzuhalten, die Mädchen auszuliefern. Ein Gruppenleiter war zuhause geblieben, der sich auf eine Prüfung vorbereiten musste und nicht an der Nachtorientierung teil nahm. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis dieser von seiner Mutter an das Telefon geholt wurde. Aufgebracht erzählten die Mädchen alle durcheinander was passiert sei und das sie nun im Mc Donalds standen. Der Gruppenleiter befahl, das sie sich nicht bewegen sollten und nach ca. 30 Minuten kam er um sie zu holen. Gerettet stiegen die Mädchen in einen Kleinbus ein, freuten sich schon auf eine dicke Scheibe Spießbraten und machten schon wieder die ersten Witze.
      Wer nun glaubt, dass sei das Ende der Geschichte, täuscht sich.
      Als Strafe für die schnelle Aufgabe, durften die Mädchen mit dem Gruppenleiter in einem anderen Waldgebiet aussteigen und mit ihm die Nachtorientierung durch ziehen.
      Um ca. 4.30 Uhr am Morgen erreichten sie ausgehungert und müde das Basislager, wo sie sich den Spot und Witz der Jungen, bis zum Schlafen gehen anhören durften. Der Spießbraten wurde verputzt, der Poncho mitten im Wald ausgebreitet und um 6.30 Uhr die Augen geschlossen.

      Und Moral der Geschicht, Mädchen laufen alleine nicht :D
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      Sommer. Irgendwann Mitte der 70er Jahre. Es ist heiß, es sind Ferien und mir ist langweilig. Üblicher Weise verbringe ich die eine Hälfte der Sommerferien mit meinem Bruder und meinen Eltern im Urlaub, die anderen drei Wochen, bei schönem Wetter, auf unserem Boot, einem 21-Fuß-Weekender. Der liegt am Krienecke, einer der Seen an der Oberhavel. Wir Jungs haben unsere eigenen Kanadier mit denen wir die Gegend unsicher machen. Aber mit meinem sieben Jahre jüngeren Bruder abzuhängen habe ich keine Lust. Mann, ist mir langweilig.

      Meine Freundin ist noch verreist und kommt erst am Sonntag wieder. Noch vier Tage. Meine Kumpels sind auch alle nicht da. Zum Angeln habe ich keine Lust. Ist sowieso zu warm, Hundstage, da beißen die Fische ohnehin nicht. Der Wind aus Osten verspricht anhaltende Trockenheit, es ist der Westwind der feuchte Luft und Donner und Blitze mit sich bringt. Zur Brauerei hinüber paddeln und Pfandflaschen klauen geht auch nicht. Unter der Woche sind da zu viele Arbeiter. Ist das alles öde. Die umliegenden Inseln, Pulvermühlen- und Zitadellengraben, Ravelin Schweinekopf, das alles kenne ich schon in- und auswendig. Aber zu den Schubern könnte ich fahren.

      Schuber heißen eigentlich Schubboot. Die kommen in der Regel aus Polen und schieben hier auf der Havel bis zu drei Schubleichter vor sich her. So ein Schubleichter ist gut und gerne über 70 Meter lang und breiter als 10 Meter. In der Regel werden diese mit Schüttgut beladen, Schrott, Kies, Kohle. Momentan liegen nördlich der Spandauer Schleuse, fest gemacht an den dortigen Pollern, 8 solcher Schubleichter. Alle beladen mit Sand. Da könnte man doch mal gucken.

      Also losgepaddelt. Dank des strammen Rückenwinds komme ich gut voran. Ich umfahre ein riesiges Seerosenfeld und mache nach 20 Minuten Fahrzeit an der von der Schifffahrtstraße abgewandten Seite an den Schubleichtern fest. Da die Leichter mit tausenden Tonnen von Sand beladen sind, ist die obere Kante der Bordwand nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche. Ein kurzer Check ob ich das Boot meiner Eltern sehen kann. Nein, die Bastion Brandenburg der Spandauer Zitadelle liegt zwischen uns, also kann auch keiner mein feuerrotes Kanu sehen. Alles fertig machen zum Entern.

      Während meiner Tour über die Leichter entdecke ich, dass diese Schotten haben. Diese sind vom Deck aus erreichbar, die Zugänge sind mit schweren, massiven Stahlluken abgedeckt, die von außen mit großen Drehriegeln verschlossen werden. Einige aber nicht alle sind großen Hangschlössern gesichert. Beim Öffnen einer dieser unverschlossenen Zugänge sehe ich eine senkrecht nach unten führende Leiter. Das muss erkundet werden! Also klettere ich durch die offene Luke, halte mich am Lukenrand fest und versuche den Lukendeckel zu schließen. Wäre zu blöd, wenn der Entenschutz (a.k.a. als Wasserschutzpolizei) vorbei fährt und sich wegen der offenen Luke Gedanken macht. Auf der Innenseite des Deckels ist mittig eine Kette angeschweißt, an der ziehe ich und tatsächlich bewegt sich der bestimmt 7 Kilo schwere Deckel. Allerdings bekommt er, nachdem er den rechten Winkel überwunden hat, eine gewisse Eigendynamik – und donnert mir auf den Kopf. Irgendwie schaffe ich es aber wegzutauchen und mein australischer Bush-Hut dämpft den Aufprall des Lukendeckels auf meinem Kopf. Wie sagt mein Vater immer: „Kopf ist kein edles Körperteil.“ So weit so gut.

      Nicht so gut ist, dass ich mich mit meiner linken Hand am Lukenrand festgehalten habe. So lagen die Finger meiner linken Hand auf dem Lukenrand, als der Deckel runter knallte. Da sind sie auch jetzt noch, eingeklemmt zwischen Rand und Deckel. Der Deckel ist immer noch ein Spalt offen und wird in dieser Position von meinem Kopf gestützt. Durch den Spalt kommt auch das einzige Licht, ansonsten ist es hier stockdunkel. Meine rechte Hand brauche ich zum festhalten an der Leiter; die Finger aus dem Spalt herausziehen gelingt mir auch nicht. Und wenn ich versuche, den Deckel mit meinen Kopf aufzudrücken habe ich das Gefühl, dass mir die Klappe den Zeigefinger abschert. Und die Finger sind so gut wie neu, keine 15 Jahre alt und die brauche ich auch noch. Wenn ich aufhöre den Deckel mit meinem Kopf zu stützen sind sie ab, die Finger. Keine Panik! Nach Hilfe rufen? Hier hört mich keine Sau. Warten? Auf wen? Die Schubleichter liegen hier teilweise wochenlang und meine Eltern vermissen mich frühestens in 4 oder 5 Stunden.

      Nach einer gefühlten Ewigkeit gelingt es mir die Finger nach einer kombinierten Hand_rauszieh_Kopf_drückt_Luke_hoch Aktion zu befreien. Mit dem Daumen der verletzten Hand halte ich mich an der Leiter fest, öffne die Luke komplett mit der Rechten und ziehe mich ans Deck. Hier, im Sonnenlicht, begutachte ich meine Finger. Die gute Nachricht ist, die Blutung hält sich in Grenzen. Zumindest spritzt es nicht. Die Schlechte ist, man kann von Mittel- und Ringfinger die Gelenkknorpel sehen.

      Theoretisch habe ich jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder zum westlichen Havelufer paddeln, mein Boot da fest machen, ein paar hundert Meter zur Feuerwehrwache zu laufen und mich von denen in Krankenhaus fahren zu lassen. Allerdings wäre dann später wohl mein Kanu geklaut. Oder gegen den kräftigen Gegenwind zum Bootsliegeplatz meiner Eltern zu paddeln, mir dort einen Notverband verpassen zu lassen und dann mit meinem Vater 10 Minuten zum Auto zu laufen und von da aus ins Krankenhaus zu fahren.

      Also zurück zur Ausgangsbasis. Ich lasse mir doch nicht mein Boot klauen. Schon mal versucht einen leichten Kunststoffkanadier einhändig gegen Windböen der Stärke 5 über einen See zu paddeln? Mit der rechten, gesunden Hand halte ich das untere Ende des Stechpaddels. Da ich mit der linken Hand keine Faust machen kann erziele ich den nötigen Gegendruck aufs Paddel durch das Handgelenk. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass ich so die linke Hand hochhalten muss und die Blutung fast gänzlich stoppt. Bei den Seerosen ist zwischenzeitlich ein Angler mit seinem kleinem Boot. Erste Hilfekasten hat er nicht an Bord und auf die Idee mich zu schleppen kommt er auch nicht. Allerdings habe ich ihn auch nicht gefragt.

      Das lag wahrscheinlich daran, dass ich zu beschäftigt war mir zu überlegen, was ich für eine Geschichte erzähle. Schließlich gab es eine klare Ansage, dass die Schubleichter tabu sind, sozusagen maritime No-Go-Area für kanadierfahrende Teenager. Als Anker habe ich einen großen Hohlblockstein an Bord, angebunden an einem billigen und splissigen Kunststoffseil. Und wenn ich mir am Seil beim Ankern eine Faser in die Hand piekse und dadurch den Stein fallen lasse und der Stein genau auf meine linke Hand fällt, mit der ich mich am Süllrand abstütze … Absolut glaubhaft!

      Ziemlich schnell entschließe ich mich unter Land zu paddeln. Das ist zwar weiter aber ich muss nicht so sehr gegen den Wind ankämpfen. Nach der zweiten gefühlten Ewigkeit komme ich irgendwann beim Boot meiner Eltern an. Im vorbeipaddeln hebe ich meinen komplett blutverkrusteten linken Arm hoch, was meine Mutter mit einer Schockstarre quittiert und mein Vater veranlasst, mit dem Erste-Hilfe-Kasten zum Strand zu eilen.

      Nachdem er feststellt, dass es „nur“ die Finger sind gehen wir zum nächsten Wasserhahn und reinigen die Wunden. Als langjähriger technischer Einsatzleiter beim Katastrophenschutz erkennt er, dass die Wundränder zu zerfranst sind (ist ja logisch, wenn da ein Hohlblockstein drauf fällt) und deshalb nicht genäht werden können. Also die Haut über die Gelenke schieben, fachmännisch verbinden und gut ist. Er bietet mir zwar an, dass wir ins Krankenhaus fahren aber wenn man seinem Vater bei solchen Diagnosen nicht vertraut, bei welchen dann? Gegen Tetanus bin ich geimpft. Und es hat funktioniert. Lediglich die Narben sieht man heute noch.
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      Eistee - Necktar der Götter :P

      Laos, Kleistadt Pakse ca. 200 km von der kambodschanischen Grenze. Bruthitze, Tag wie Nacht über 38 Grad und dazu noch eine so hohe Luftfeuchtigkeit, dass man beim Gehen fast Schwimmflügel tragen könnte. Es war gerade Regenzeit, aber das hielt meine Freundin und mich nicht davon ab ein Moped zu mieten um das bergige Hinterland zu erkunden. Gesagt getan. Für 3$ pro Tag eine Honda Dream 100CC gemietet (so ziemlich das einzige Gefährt was auf den Straßen da rumfährt) ab in den Sattel und nix wie los. Ich bin in meinem Element und als alter Vespafahrer komme ich gut mit den Verkehrsregeln in Südost-Asien zurecht. Es gibt nämlich keine. Die Hupe ist das wichtigste Instrument. Wenn sie funktioniert kann man getrost auf Bremse, Blinker und anderen Kram verzichten :D So die Meinung der Einheimischen.
      Wir sind in Hochstimmung, auch wenn meine Holde mir ständig vom Rücksitz aus zubrüllt ich solle langsamer fahren. Als ich dann auf 25km/h herunten bin und sie immer noch meint wir wären zu schnell, beschließe ich sie zu ignorieren und in den nächsten Minuten machen wir gut Strecke. Langsam wird der Verkehr weniger und wir nähern uns dem Stadtrand. In der Ferne kann man schon den endlosen Dschungel sehen und auf einem sanft, aber stetig ansteigenden Hügel liefern wir uns noch ein 'Rennen' mit einem Einheimischen unseres Alters, welcher sage und schreibe, drei geschlachtete Schweine auf dem Rücksitz seiner Honda hat. Wir gewinnen knapp mit 2 Motorradlängen, der Junge lacht, hupt, winkt und biegt auf eine Schotterpiste ein.
      Bald darauf kommen wir an eine Y-Kreuzung. Beim darauf zu fahren machen ich meine Freundin darauf aufmerksam und sie kramt die Karte aus Ihrer Hosentasche, entfaltet sie, hält sie sich vors Gesicht und schwupps der Fahrtwind tut sein übriges und die Karte klebt vor Ihrem Visier und sie kann nix mehr sehen. Panisch versucht sie sich aus den Fängen der Karte zu befreien. Als ihr das nach wenigen Momenten gelingt, verabschiedet sich die Karte jedoch und fliegt davon. Ich halte an und wir sehen sie noch kurz in der flimmernden Hitze über dem Asphalt tanzen, doch schon kommen drei extrem rußende LKW's die sich mühevoll den Hügel hinauf kämpfen und fahren über die Stelle wo wir die Karte das letzte mal gesehen haben.
      Als sie vorrüber sind und sich der Rauch verzogen hat, fehlt jede Spur von unserer Karte. 'Nicht so schlimm' meint meine mir Anvertraute, 'Ich kenn die Strecke auswendig, hab die Karte ja schließlich eigenhändig abgezeichnet'. (Man muss wissen dass Kopiermaschinen in Loa ein techisches Novum darstellen und man sie wohl nur in der Hauptstadt findet)
      Also, ohne Karte, nichts wie weiter. Wir fahren und fahren. Viele Schulkinder gehen am Rand der Landstraße und alle winken und johlen übermütig wenn wir vorbeifahren. Alle paar Kilometer muss ich stoppen und mich durch eine Wasserbüffel oder Ziegenherde durch hupen. Die Dörfer werden immer kleiner, die kommunistischen Schilder mit den propaganda Schriftzügen, werden immer verblichener und langsam wird uns bewusst, dass wir ziemlich weit auf dem Land sind.
      Für die nächsten Paar Tage sehen wir keinen einzigen westlichen Menschen mehr. Aber das stört gar nicht. Wir kommen an Dörfern vorbei wo die Frauen noch mit traditioneller Kleidung, geflochtenen Körben auf dem Rücken und einem langen, krummen Messer in der Hand aus dem Urwald kommen, wo sie täglich Ihre Nahrung ernten. Wir überqueren Flüsse mit 'Fähren' die nicht mehr als zwei kleine Ruderboote mit eine paar Planken drauf sind. (Jedesmal ein ziemlich nervenaufreibendes Unterfangen das Moped da aufzuladen). Wir übernachten in Dörfern die täglich 14 Stunden aus großen Lautsprechern mit kommunistischer Propaganda beschallt werden.Die Qualität der Übertragung der Lieder und Volksreden ist unglaublich schlecht, das wird aber mit enormer Lautstärke wettgemacht. Wie Diese Leute da leben können verstehe ich bis heute nicht....

      Nach einigen Tage beschließen wir wieder Richtung Stadt zu fahren. Vorher aber noch was essen.
      Da eh niemand Englisch spricht, läuft das ganze so ab. Man fährt so lange bis man am Straßenrand einen Bretterverschlag sieht. Dieser ist entweder ein Mechaniker, Mobiltelefonverkäufer oder (falls Essstäbchen auf dem Tisch stehen) meistens (!) ein Restaurant.
      Wir also zu so einer Hütte hin und das international gültige Zeichen für Essen gemacht. Die 'Köchin' nickt feundlich und wir setzten uns ,unter den angestrengt starrenden Augen der anderen Gäste, an einen der beiden Tische. Nach ca. 5 Minuten bringt uns die Köchin eine heiße Suppe in der allerlei Zeug schwimmt. Dazu gibts Salat und Minzblätter. Sie schraubt ein Döschen auf in dem sich graue Paste befindet und deutet uns an den Salat in die Paste zu tunken. Gesagt getan. Boaahhh ist das Eklig. mit Mühe und not würge ich die trockenen Minzblätter runter, welche auf Grund der Paste nach vergammelnden Fischabfällen schmecken.
      Also gut, dann die Suppe. Da schwimt auch ein Haufen Grünzeug rum und beim rühren stelle ich fest, dass sich am Boden auch noch Nudeln und kleine Fleischdinger befinden. Ich fische so ein fleischiges Ding raus und beiße rein. Plötzlich fangen alle anderen Gäste herzhaft an zu lachen. Ich denke mir nur "Ohh Gott was hab ich grad gegessen". (Dass man in solchen Ländern öfters mal Hundefleisch, deklariert als Rind vorgesetzt bekommt ist uns bekannt und kann uns auch schon lange nicht mehr schockieren) , aber was war das?? Die Köchin kommt wieder rüber mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Stellt sich heraus, dass die Gewürze die auf dem Tisch vor uns stehen eigentlich in die Suppe gehören. So kann sich jeder seine eigene Suppe anrühren, wie er sie mag. Die Suppe aber ohne Gewürze zu essen ist für die Einheimischen völlig unverständlich.
      Die Köchin schwirrt um uns herum und nimmt mit Ihrem Löffel zig verschiedene Gewürze und mischt sie in unsere Suppe. Danach probiert sie mit dem Löffel, schüttelt den Kopf, macht noch mehr Gewürze in die Suppe, rührt um, probiert wieder, nickt und lächelt.
      Also gut, dann mal los. Hungrig wie wir waren gleich mal ordentlich aufgeladen und rein in den Rachen. Ich kaue ein, zweimal, halte inne, drehe mich zu meiner Freundin und schon schießen mir die Tränen in die Augen. Die Gute hat unsere Suppe so dermaßen scharf gemacht, das ich das Gefühl habe flüssige Magma zu essen. Doch tapfer wir wir nun mal sind, essen wir die Suppe und fast die ganzen Minzblätter auf. Als die Köching unsere Suppenschalen wegräumt sitzen wir da wie zwei hechelnde Hunde in der Mittagshitze, um unsere von Chilli gepeinigten Gaumen etwas zu kühlen. Wir haben noch eine recht nette 'Unterhaltung' mit der Großmutter der Köchin (die ohne Witz den Namen 'Oma' trug), welche neugierig über die Fremden vorbeigeschaut hatte. Wir legen Ihr den Reiseführer hin, wo die Sprachphrasen abgedruckt sind. Sie ließt, antwortet, danach deutet sie auf eine weitere Phrase, wir lesen die Übersetzung und antworten mit Händen und Füßen.

      Nun ist es aber wieder Zeit aufzubrechen. Wir verabschieden uns und die ganze Familie, sammt unzähliger Kleinkinder, steht am Straßenrand und winkt uns eifrig zu als ich den Gang einlege und wir unter heftigem Winken davon fahren. Jetzt sollte es aber eigentlich erst richtig los gehen.....

      Nach ca. 2 Stunden kommen wir wieder in eine Ortschaft von der wir wissen das wir sie schon bei der Hinfahrt passiert haben. Meine Holde meint sie kann sich auch noch erinnern dass es eine Alternativrute von hier aus gibt, die ebenfalls zurück zur Stadt führen würde. Wie uns später klar wurde, ist diese Straße auf der Karte gestrichelt, was bedeutet dass sie wärend der Regenzeit nur bedingt befahrbar ist. Das sollte sich später noch als fatal herausstellen.

      Wir biegen also ab von der Hauptraße und folgen einem ausgefahrenem Lehmweg. Der Dschungel mit seinen tausend Geräuschen um uns rum, die Sonne brennt vom Himmel, es könnte nicht schöner sein.
      Nach einer Weile sehen wir große Wasserpfützen vor uns auf dem Weg. Kein Grund zur Panik, die Honda zieht durch so einiges durch. Es dauert nicht lange und wir kommen an einem Meilenstein vorbei, der ein wenig von Gewächs überdeckt war. Trotzdem konnte man darauf deutlich lesen, dass es noch 12km bis zu unserem Ziel waren.
      Die Straße jedoch wurde immer schlechter. Mehrmals musste meine Freundin schon absteigen und ich habe das Moped alleine durchs schwere Terrain gefahren. Noch ein paar km weiter und auch ich musste absteigen und mit ein wenig Gas unser Gefährt durch Schlammlöcher führen.
      Dies wurde immer häufiger und die Tanknadel fiel auf 1/4tel. Damit der Motor nicht überhitzt legte ich immer den zweiten Gang ein, (die Honda ist eh so niedrig übersetzt) und schob kräftig voran. Aber auch das half nichts und der Motor starb kurz darauf ab.
      Plötzlich, ohne den Motorenlärm viel uns auf dass wir ganz alleine, mitten im Dschungel waren. Kein menschliches Geräusch zu hören und die Hitze lag drückend auf unseren Schultern.
      Wir machten Rast und stellten mit Entsetzen fest, dass wir nur noch 2 Schluck Wasser in unseren Flaschen hatten. Wir hatten jetzt schon richtig viel Durst und die letzten Schlucke schienen daran nichts zu ändern. Das ironische daran war allerdings, dass wir auf einen Wasserfall schauten, der tief unten in der Schlucht über eine gut 25m Klippe donnerte und uns mit seiner regenbogenfarbenen Gischt zu verhöhnen schien.
      Da wir schon einige Stunden unterwegs waren beschlossen wir, dass es nicht mehr weit sein kann und wir wohl besser beraten sind weiter zu fahren, als umzudrehen.
      Der Motor sprang wieder an und wir fuhren weiter, die Straße besserte sich langsam.
      Doch dann tauchte der Hügel des Grauens vor uns auf. Die Straße war in die Hügelkuppe hineingelassen, so dass links und rechts mehrere Meter hoch die Erde aufragte. Die starken Regen der letzten Tage verwandelten die Straße an dieser Stelle zu einem Schlammbad.
      Wir nun Beide am Moped zerrend und schiebend, versuchten wir den Hügel hinauf zu kommen. Der Motor machte wieder schlapp und wir mussten es auch ohne schaffen. Ich fand ein flaches Stück Holz welches wir vor das Vorderrad legten damit es nicht so weit im Schlamm einsinken würde. Wir zählten hunderte Mahle bis 3 um das Moped dann gemeinsam wenige Zentimeter durch den Schlamm bergauf zu schieben.

      Plötzlich setzte sich meine Freundin auf einen großen Stein und teilte mir mit sie könnte nicht mehr und sie würde jetzt hier erst mal sitzenbleiben. Unser Durst war grenzenlos.
      Ich legte meinen Rucksack ab und stapfte den Berg weiter hinauf und um eine Kurve. Die Schlammschlacht würde sich noch mehrere hundert Meter hinziehen und mir dämmerte dass wir das niemals schaffen würden. Ich ging wieder zurück oder stolperte mehr, dabei versank ich mehrmals Knietief im Schlamm. Es erforderte unheimliche Anstrengung den Fuß wieder hinaus zu ziehen. Als ich wieder zu meiner Freundin zurückkam, wollte ich ihr mitteilen dass wir keine Chance hätten weiter den Hügel hinauf zu kommen. Doch aus meinem Mund kam nur wirres Zeug und ich hatte Probleme einfache Sätze zu bilden. Meine Zunge fing schon an etwas dicker zu werden und meine sonst schweißgebadete Stirn war völlig trocken. Genau wie bei meiner Freundin, die mich mit einem hochrotem Gesicht anstarrte.
      Probleme zu sprechen, einstellung der Schweißproduktion, anschwellen der Zunge, oh weh oh weh. Die Anzeichen einer ordentlichen Dehydrierung. Wir mussten etwas trinken, keine Frage, aber um uns herum waren nur schmutzige Schlampfützen voll mit Malaria. Doch selbst diese grinsten uns schon verlockend an. Ich hätte ohne zu zögern für eine Flasche Wasser leicht 500€ hingelegt, hätte es denn was zu kaufen gegeben. Meine Entkeimungstabletten hatte ich wenige Tage zuvor einem sehr hilflosen Philosophiestudenten aus Kalifornien geschenkt, der ebenfalls mit einem Moped unterwegs war und den Eindruck machte als könnte er sie nötiger gebrauchen als ich....

      Ich ging auf eine zweite Exkursion der Umgebung und siehe da, der Regen hatte einen großen Sandstein freigespült. Aus einem kleinen Spalt lief klares Wasser aus dem Stein. Mir war klar, dieses Wasser oder keines. Ich holte meine Freundin und ich probierte einen Schluck davon. Wir warteten gut 20 Minuten in denen wir uns mit dem kühlen Nass wuschen und die Kleidung tränkten. Nachdem die Zeit verstrichen war, und mir nichts fehlte, konnten wir uns nicht mehr beherrschen und tranken und tranken.
      Nach ein paar Minuten im Schatten und dem Wasser ging es uns schon besser. Doch das Moped steckte immer noch bis über beide Reifen im Schlamm fest.
      Wir drehten es schließlich um und fingen wieder an zu schieben. Diesmal ging es bergab, aber es war trotzdem noch kein Kinderspiel. Alle 10 Minuten tranken wir wieder und kühlten unsere Körper an der Quelle. Beim befüllen der Wasserflaschen zitterten die Hände meiner Freundin immer noch. Wir waren der Verzweiflung nahe und ich schaue mich schon nach passenden Stellen um wo ich einen Shelter bauen könnte, bevor die Dunkelheit hereinbricht. Da hören wir ein entferntes Motorengeräusch. Es dauert nicht lange da kommen zwei Einheimische auf einem Moped den Berg herunter, auch sie haben Probleme, aber durch das Gefälle und den Schwung den sie hatten, und wir nicht, kamen sie wesentlich besser voran. Als sie näher kamen erkannte ich dass sie Tarnkleidung trugen und jeder eine AK-47 auf dem Rücken geschnallt hatte. Wilderer oder Armee, das ist die Frage. Egal, hauptsache sie helfen uns und rauben uns nicht aus. Ach egal, von mir aus können sie uns auch ausrauben, hauptsache wir kommen aus dem Dschungel raus...

      Als sie an uns vorbeifuhren, begrüßten wir sie mit dem landesüblichen "Sabaidee" und gestikulierten wild mit unseren Armen. Sie erwiederten den Gruß, grinsten uns an und fuhren einfach weiter.....

      Völlig verdutzt starrten wir Ihnen hinterher. Doch ca. 100m den Berg hinunter hielten sie an und stiegen ab, um mal für kleine kommunisten zu gehen. Ich lief ein bisschen bergab und rief wieder laut. Sie wechselten ein paar Worte miteinander und halfen uns dann schließlich aus dem schlimmsten Schlamm heraus. Das Ganze dauerte keine 3 Minuten. Darauf fuhren sie davon.

      So, das Schlimmste wäre geschafft und von jetzt an bergab, aber trotzdem lagen noch etliche Kilometer Schlampiste vor uns.
      Entkräftet wie ich war musste ich sehr vorsichtig sein nicht die Kontrolle auf dem rutschigen Boden zu verlieren.
      Nach ca. 2 Stunden kamen wir wieder am Grenzstein vorbei. Wir hielten und meine Freundin bog die Pflanzen zur Seite die den Stein ein wenig überwuchterten. Da kam doch tatsächlich eine 0 zum Vorschein. So waren es statt der angenommenen 12km sage und schreibe 120 km.
      Wir kamen wieder in das kleine Dorf und überfielen regelrecht ein kleines Restaurant. Dort warteten wir nicht auf Bedienung oder so, sondern gingen, von oben bis unten von Schlamm bedeckt, schnurstracks zum Kühlschrank und holten uns jeweils eine Flasche Eistee heraus.
      Das war das Beste was ich je in meinem Leben getrunken habe. Ich schloss die Augen und genoss es zu wissen, dass ich eine volle Flasche Eistee vor mir habe und niemand wird mich hindern sie auszutrinken.
      Als ich meine Augen wieder aufmachte, starrte ich in die vielen Gesichter der Dorfeinwohner, die uns und unser Schlammmoped entsetzt anstarrten. Niemand sagte was, aber man konnte zweifelsfrei die Frage in ihren Augen lesen "Where the fuck have you been...?"

      Wir bezahlten und fuhren weiter. Auf der Teerstraße.
      Wir nahmen das erste Gästehaus welches auf unserem Weg lag. Unser Zimmer war enorm schäbig und voller Insekten, aber das störte uns nicht im geringsten.
      Wir duschten ausgiebig und wanderten anschließend in den Hauptpavillion wo wir uns setzten und ein Bier bestellten.
      Der Tag steckte uns schwer in den Knochen, aber er war noch nicht vorbei...

      Die Inneneinrichtung des Palmengedeckten, offenen Haupthauses bestand aus unzähligen bunten Lichterschlangen und einer Karaokemaschine. Diese wurde von einer Horde Jungendlicher belagert, welche äußerst schlecht, aber in horrender Lautstärke Thailändische Popsongs nachsangen.
      Wir bestellten etwas zu essen (wir wären heilfroh um die Suppe von Mittags gewesen) und tranken unser Bier. Da dort das Bier stärker und die Flaschen größer sind als bei uns, merkte ich schon dass mir das Bier ein wenig zu Kopf stieg. Als ich das realisierte, sprach meine Freundin erneut mit der Chefin wo denn unser Essen bleibe und kam zurück mit der ernüchternden Nachricht, dass es jetzt doch kein Essen gäbe (kommt in Lao öfters vor).
      Aber wir hatten enorm hunger. Also blieb uns nichts anderes übrig als wieder auf Moped zu hüpfen und unser Glück woanders zu versuchen. Das gefielt mir gar nicht. Müde, Bier und auch noch ein herrannahendes Gewitter würde die Fahrt nicht gerade ungefährlich machen. Dazu kam noch, dass wegen dem Gewitter nun überall der Strom ausgefallen war und wir somit durch die tief schwarze Nacht fuhren.
      Schließlich fanden wir ein Restaurant dass noch geöffnet hatte. Wir bestellten und bekamen sogar unser Essen. Im Reis waren gekochte Ameisen. Egal. Die Leute starrten uns permanent beim Essen an, auch egal. Bei Heimweg wurden wir noch von einem Trunkenbold auf seinem Motorrad verfolgt. Nicht egal. Konnte Ihn aber zum Glück recht schnell abschütteln.
      Wieder im Zimmer, fielen wir auf unsere Betten und schliefen und schliefen und schliefen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann....


      Seit dieser Geschichte habe ich u.A. immer einen Lifestraw in meinem Rucksack. Diese Situation hat mir sehr viel über mich selbst gelehrt und wie unwichtig alle anderen Probleme erscheinen wenn man nichts zu trinken oder zu essen hat.
      Ich würde hier gerne Fotos hochladen, weiß aber nicht wie das geht. Muss ich die vorher erst ins Internet laden und dann hier verlinken, oder kann ich direkt hier hochladen?

      Viele Grüße euer Himbeer
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Die beste Bushcraft- oder Outdoorgeschichte gewinnt 30€

      Aye,

      wiederhole was ich schon einmal zum Besten gegeben habe:

      Nato-Manöver 1968 "Marmara Express" in Griechenland und Türkei.
      FernSpKp 300 stellte mich und Kameraden zur Unterstützung
      unserer Fallschirmjäger-Einheiten ab. Letzte Woche, in einem kleinen, abgelegenen türkischen Gebirgsdorf. Die Menschen dort
      waren mehr als super-freudlich zu uns. Ihre Gastfreundschaft
      war einzigartig. Einen Tag bevor wir das Dorf wieder verlassen haben, wollte ein Feldwebel von 261 dem Bürgermeister/Ältesten
      daher eine Freude machen:
      Der Feldwebel besaß eine Polaroid-Kamera, fotografierte alle Männer des Dorfes als Gruppe. Zusätzlich den Ältesten mit seinen Söhnen. Die Fotos wurden sofort überreicht.
      Das war für die Menschen dort eine Sensation, sowas hatten sie
      noch nie erlebt. Sie waren "aus dem Häuschen". Natürlich hätten sie gerne diese Kamera gehabt, haben ihre Bitte, mit Händen und Füßen, vorgetragen. Der Kp.-Chef des Feldwebels
      bat diesen, den Menschen die Polaroid, nebst noch vorhandenen Filmen als Geschenk zu überlassen. Aus der Kp.-Kasse würde er
      eine Neue erhalten. Gesagt - getan!!
      Damit aber begann das Problem: Im Dorf fühlte man sich, in voller Dankbarkeit, zu einem Gegengeschenk verpflichtet.
      Und so schenkte man 261 --- einen Esel :o
      Jetzt war guter Rat teuer. Was soll man mit diesem Esel anfangen :?: In meinem Beisein Kriegsrat am Abend.
      Den Esel zurück geben - unmöglich, man hätte die Menschen dort entehrt.
      Es folgten z.T. verrückte Vorschläge wie Schlachthof, Zoo etc.
      Und dann:
      Irgendeiner kam zu späteer Stunde auf die Idee:
      "Warum nehmen wir den Esel nicht mit zurück nach Deutschland"?
      Dieser Vorschlag zündete. Man suchte Kontakt zum Kommandeur.
      Seine sinngem. Haltung: "Macht was ihr wollt-ich habe keine Ahnung".
      So wurde ein Gruppe abgestellt mit dem Auftrag den Esel in den
      nächsten Ort zu schaffen und dort sowas wie einen Pferdeanhänger zu organisieren. Damit dann den Esel nach Thesaloniki, zum Flughafen, zu transportieren.
      Und genau so ist es dann gekommen: Gruppe und Esel trafen einen Tag vor Rückflug am Flughafen ein.
      Klar war - der Esel mußte sofort, bei Dunkelheit in ein Flugzeug. Man suchte die Piloten. Der Pilot mußte ja wissen was Sache war. Der Pilot war einverstanden, wollte aber von nix etwas wissen. So zerrte man den Esel - er hatte inzwischen einenNamen erhalten: Aphrodite, Kurzform war "Aphro" - in der Nacht ins Flugzeug.
      Der Abflugmorgen:
      Ein Wahnsinnsbetrieb auf dem Flugfeld.
      Nicht nur wir sondern Amerikaner, Belgier, Italiener usw., viele Nato-Soldaten war vertreten.
      Feldjäger (deutsche Militärpolizei) und Zollbeamte erschienen,
      die ganz Aktion war gefährdet denn:
      Plötzlich fing Aphro im Flugzeug an einen Höllenlärm zu machen.
      Habt Ihr schon einmal einen Esel schreien hören :?: :o
      Ein Kp-Chef schaltete als Schnellster: "Ein Lied" kam der Befehl :!: So sang das kompl.Bataillon, einschl. Sinclair, "Es donnern die Motoren", Aphro wurde übertönt :!: :lol:
      Alle auf dem Flugfeld waren "baff" und verwundert. Die "Crazy Germans"(=verrückten Deutschen) singen sogar noch vor dem Abflug :!: :mrgreen:
      So haben wir die Eselin tatsächlich nach Deutschland geschmuggelt :!: :P
      Sie hat den Flug prima überstanden.
      Nach Landung auf dem Flughafen Sembach, wurde Aphro in die Kaserne nach Lebach/Saarland befördert.
      Dort war sie dann über lange Jahre "Das Maskottchen" der 261! :D

      Gruß aus der Toskana Deutschlands!

      Sinclair :D
      Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
      Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
      Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)
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      Nicht ganz ein Outdoor Erlebnis aber ich muss immer wieder daran denken. Wir wohnten "auf dem Land". Rechts und links von uns wohnten zwei Nachbahrn. Der Eine züchtete Rasse-Kaninchen für Wettstreite, der andere hatte einen großen Jagdhund.

      Eines Tages kam der Hund mit einem dieser Kaninchen ins Maul bei seinem Herchen zurück. Das Kaninchen sah ganz dreckig aus, und er wollte absolut nicht dass der Nachbahr merkte das sein Hund :? Er hat das Kaninchen geduscht, geföhnt, gekämmt, ... und abends, unauffällig, wieder in seinem Käfig gelegt.

      Ein paar Tage später kam der Kaninchen Züchter bei uns und erzählte : du, ich muss dir eine ganz komische Geschichte erzählen ! Morgens habe ich ein totes Kaninchen begraben, und am nächsten morgen finde ich es wieder ganz sauber im Käfig :?: :?: :?:
      Das Leben gehört denen, die früh aufstehen.
      Natur Fotos - Youtube Seite
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      Und hier der nächste 261er mit ner Anekdote..

      Wir waren 1998 bei einer Großübung Orts- und Häuserkampf in Hammelburg. Wir waren die erste Verteidigungslinie vor dem Ort. Nach zwei Tagen Gefechtssimulation, bekamen wir den Befehl von der Leitung die Stellungen zu verlassen, damit die Angreifer auch mal endlich zum Ort kommen könnten.
      In dieser Nacht schlugen wir unser Biwak dann an einer entfernten Stelle vom Manöver auf.
      Wir waren froh endlich mal wieder ne ruhige Nacht zu verbringen und ausschlafen zu können. Doch weit gefehlt!
      Nachts hörten wir auf einmal ein gemurre und gegrunze durch den Wald, was einige Städter aufschrecken und Alarm schlagen lies.
      Die wussten nicht was da gerade vor sich geht und hatten wahrscheinlich Visionen wie aus einem Horrorfilm. Ich verstand´s nicht - waren doch nur Schweine...ich bin halt vom Land und kenn´s.
      Auf jeden Fall nutzten wir Landbubis die Gelegenheit zur "Aufklärung" der (ein-)gebildeten Städter.
      Jeder erzählte ne Story - wie vorsichtig man sein muss, wenn man einer Mutter mit ihren Ferkeln begegnet (was ne Bache ist, wissen die nicht). Ich gab zum besten, wie ein Eber meines Cousins Auto demolierte - nachdem er angefahren wurde und das die Viehcher echt zäh sind.
      Da haben die mal alle nicht schlecht gestaunt.
      Das Fazit war - alle Städter bettelten darum Feuer machen zu dürfen und sie richteten ihren Schlafplatz trotzdem sicherheitshalber alle auf dem engen Tonner, 200 Meter weiter weg ein.
      Mir war das zu dumm. Ich dachte mir, wir haben Feuer, ich stink nach Rauch - ergo: die Wutz kommt net.
      Ein Kamerad, auch Städter, wollte sich, als er uns Landeier so sah, auch nicht ins Bockshorn jagen lassen.
      Er schob die Brust raus und markierte stolz, er habe kein Angst vor so ner blöden Sau.
      Nuun - mir sitzt ja der Schalk im Nacken und der wird noch von nem Teufel geritten... Den krieg ich, dachte ich mir.
      Ich bat einen Kameraden dann mit ihm die Feuerstelle auszuheben und sagte, dass er anfangen solle.
      Der andere sollte den Rest machen, dass er mit dem Kopf schön tief in der Mulde hängt und nichts sieht.
      Als es dann so weit war und er vertieft ins Buddel war, schlug die Stunde.
      Ich schlich mich von hinten an...schmiss mich ca. vier Meter vor ihm auf alle viere und polterte so schnell ich konnte auf ihn zu.
      Mit dem Kopf voran und laut grunzend, stoß ich ihm in die Seite.
      Der eingeweihte Kamerad fing hinter mir gleichzeitig an zu quieken wie ein Ferkel.
      Der "Buddler" sprang schreiend, wie von ner Tarantel gebissen auf, schmiss den Spaten weg, schnappte sich sein Gewehr, brach durch das Unterholz, lud während dessen die Waffe durch und feuerte das ganze Magazin einfach wahllos leer.
      Gott sei Dank war da nur Manövermunition drinne.
      Aber ich hätte es auch nicht mitbekommen, wenn es anders gewesen wäre. Ich musste mich so weglachen und alle umherstehenden auch, sodass sich der "Erwischte" gar nicht zeigen wollte.
      Wo er da im dunklen Wald stand, konnte man anhand der Akkustik des ihn zusammensch...enden STUffzes ausmachen.
      Der fragte ihn noch, was er glaube, dass die Sau täte, wenn er sie mit dem Krach noch mehr reizt, weil seine Waffe ja zur Zeit nicht bewirkt - außer laut..
      An Geräuschdisziplin war garnicht mehr zu denken.
      Er musste in der Folge noch einiges an Häme über sich ergehen lassen, da er ja schließlich keine Angst vor Säuen hätte - nur einen gesunden Respekt. Und er schlief in dieser Nacht auch auf dem Tonner.
      Ach hatten wir Hinterweltler/Landeier einen schönen, ruhigen, freien, befeuerten Lagerlatz.
      Während den anderen die Nacht recht lang erschien.
      Die Rotte Schweine, dei uns "auf Trab" hielt, verdingte sich nämlich auch zeitweise um den Tonner herum um zu fressen. Da war ja kein Feuer, das sie fern hielt, und Angst brauchen die ja vor uns nicht zu haben. :lol:
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      Eure Stories sind ja alle schon ganz alt. :shock:
      Wir hatten vorgestern erst ein sehr lustiges Erlebnis.

      Ich bekomme Besuch von einem Freund, dem Hello Kitty Soldier.
      Man fragt sich ob man evtl. draussen pennen möchte. NA KLAR !

      Also das Geraffel gepackt und auf gehts. Wie meist bei uns leider erst gegen Abend, es dämmerte schon ein wenig.
      Wohin? Hmm, wie wäre es mit einfach da lang, oder lieber da lang, oder halt da lang.
      Wir einigten uns auf: Zur Tanke und dann da lang. :lol:
      Ich wohne hier ja noch nicht so lange, daher kenne ich noch keine guten Spots. Also einfach ins blaue einen suchen.
      Wir stapfen also los, alles ist cool. Wir erreichen den Ortsrand, biegen in die Pampa ab. Nach einer Weile laufen kommen wir an einer Brücke, da ist sogar ne Feuerstelle, leider aber auch eine kleiner Bauern-Highway, also weiter laufen. Wer will schon Feuer an einer Straße und unter einer Brücke machen?
      Nach 200 Meter das erste Problem. Mist, da ist ja n Fluss und da kann man nicht durchlaufen, nur schwimmen. Was tun? Zurück zur Brücke, da an der Seite die kleine Treppe hoch( Das war ein Autobahnzubringer ) und dann über die Brücke und den Fluss, drüben wieder runter. Problem gelöst.
      Denkste, nach n paar Metern, der nächste Fluss. :roll: Auch der war zu tief, also dran lang laufen und siehe da, eine kleine Holzbrücke.
      Wir queren also den nächsten Fluss und laufen weiter. Die Gegend sieht vielversprechend aus und wir sind guter Dinge in dem Wäldchen, in dem wir uns mittlerweile befinden einen guten Lagerplatz zu finden.
      Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei....und so kam es das wir mal wieder an einem Flüsschen samt Brücke ankamen. Rüber und weiter gehts, der Weg teilte sich in mehrere mini Trampelpfade.
      Unsere Wahl führte uns auf eine kleine Lichtung. Welch genialer Spot, hier bleiben wir. Es war mittlerweile schon fast ganz dunkel.
      Mein Kollege sagt: "Jo, ich bin auch dafür, ich sondier nur mal fix die Gegend." Nach einer Minute: " Alter komm mal hier her und guck mal was ich gefunden habe"
      Es war ein Anglerlager, verlassen. Alles da, ein riesiges Hauszelt, eine große gut gesicherte Feuerstelle, Brennholz, ein Campingtisch samt Stühlen, das alles unter einem netten Blätterdach und 10 Meter bis zum Fluss.
      Kurz gesagt, wir haben den Himmel auf Erden gefunden. 8-)
      Das Zelt ist natürlich ein No-go, genau wie das Holz.
      Wir laden also unser Geraffel ab, setzen uns erstmal an den Tisch und machen uns beiden ein kühles Bier auf. Mittlerweile ist Stirnlampenzeit.
      Wir teilen uns auf, Feuerholz sammeln. Finden sogar ein paar Judasohren. Nach einigen Startschwierigkeiten brennt bald ein kleines kuschliges Feuerchen.
      Es gibt Stockwurst und Brötchen. Beim pinkeln beschenkt uns die Location erneut, mit einem fetten Grillrost. Yeah, wir müssen die Steaks nicht aufm Stock machen. ;)
      Pünktlich nach dem Verzehr des letzten Fleischlappens setzt Regen ein, durch das dichte Blätterdach merkt man vorerst nicht so viel davon. Wir sitzen am Tisch, klönen, trinken und geniessen Patschamama. Was haben wir doch für ein Glück gehabt, genau hier zu landen. Der Regen wird immer stärker, die Augenlieder immer schwerer.
      So langsam verfluche ich mich selbst, das ich den Shelter nicht im hellen gebaut habe und warum zur Hölle ich meine Regenjacke zu Hause vergessen habe.
      Mein Kollege hat ne Zeltbahn mit, ich ne Basha-Plane. Was tun? "Ach, ich wickel mich einfach in meine Zeltbahn" sagt mein Kumpel. Ich entscheide mich mit Hilfe der Stühle und ein paar Stöcken einen kleinen Shelter zu bauen. Es schüttet wie aus Kübeln, der Platz verwandelt sich mehr und mehr in eine Schlammsuhle für Wildschweine.
      Irgendwie steht mein wackliges Konstrukt, ich hau mich drunter. Meine Fleecejacke ist schön warm, alles ist gut.
      Nach 2 Stunden ist nichts mehr gut :mrgreen:
      Ich merke wie meine Füße nass werden, es mir immer wieder ins Gesicht tropft, an Schlaf ist nicht zu denken, nur irgendwie die Nacht rumkriegen. Mist, der Shelter ist zusammengebrochen. :shock:
      Ich flicke den Unterstand notdürftig. Jetzt hat mein Schlafsack leider Kontakt zur Plane. Es wird richtig nass. Dann endlich, es dämmert. Ich puhle mich aus dem nassen Sack, schlüpfe mit Zentner schweren Socken in meine Schuhe. Meine Synmat ist nicht mehr orange sondern braun. Der Kollege ist ähnlich nass wie ich. Wir brechen das Lager ab. Bevor wir losgehen werfen wir dann doch noch einen kurzen Blick in das Zelt, was ja die ganze nacht neben uns stand. Bollerwagen, eine Matratze, noch mehr Stühle und und und.
      Es wird diskutiert ob wir nicht einfach im Zelt hätten schlafen sollen. Nein, man geht nicht in andere Leute Zelte!

      Wir brechen also auf, unsere Klamotten streifen nochmal ordendlich Wasser von den nassen Ästen auf dem schmalen Trampelpfad.
      An der Autobahnbrücke kraxeln wir vorsichtig die glitschige Treppe hinauf. Oben, nach vielleicht 50 Metern rauscht ein Lkw an uns vorbei und es geht nur wuuusch, einmal Dusche kalt, bitte!
      Wir lachen uns schlapp.
      Der letzte trockene Fleck den ich an diesem Morgen an mir, oder um mich, gesehen habe war eh nur das Zelt und die 0,25qm unter dem Campingtisch. Wir latschen also weiter. Es dauerte nicht lange, da hatten wir das gleiche nette Aha-Eerlebnis wieder. :lol:
      Wieder schallendes Gelächter, blos nicht den Humor verlieren :!:
      Zurück in der Zivilisation steuerten wir erstmal die erste Tanke an.
      Pitsche nass und vor Matsch triefend traten wir ein. Die beiden Angestellten waren sehr amüsiert. "Na, wo immer ihr herkommt, ihr hattet sicher ne Menge Spass" wir grinsten nur und sagten "Klar, war ganz nett" 8-)

      Zu Hause bei mir waren wir dann so gegen sechs Uhr.

      --------------------------------------------------------------------

      Und die Moral von der Geschicht?

      Bau den Shelter vor dem dämmern auf, dann wachst du sicher trockner auf... :? :mrgreen:





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      Dann werde ich auch mal eine wahre Geschichte loslassen:

      Da ich viel mit meinen Kindern unternehme kommt es öfters vor das wir am Wochenende meistens Samstag losziehen und eine Papa-Kind Nacht machen.

      Dabei wird erst der Lagerplatz schön eingerichtet anschließend Feuerholz gesammelt.
      Wenn genug Holz gesammelt wurde,geht es ans Feuer machen dabei machen das die Kiddis selbstständig unter Aufsicht.
      Solang noch keiner Hunger hat schnitzen wir uns Stöcke oder sammeln schöne Steine für Mama.Auch sehr beliebt ist es einfach nur der Stille der Natur zu lauschen.
      Später am Feuer wird dann die leckere Bratwurst am Stock gegrillt oder auch Stockbrot.
      Ist es dann schon etwas Dunkel gehen wir los und durchstreifen den Wald bei Nacht,ohne Taschenlampe.Erst haben sie etwas Angst aber wenn die Augen sich an die Dunkelheit gewohnt haben geht das schon wie ihr alle wisst.
      Bei unserer zweiten Papa-Kind Nacht war ein Nachbar mit seinem Sohn dabei,ein Vollprofi der alles kann und alles weiß!!! :lol:
      Er verspottete mich da ich mit meinen beiden Töchtern im Bus schlafe wollte,war die bedingung meiner Frau da die kleine kurz vor ihren zweiten Geburtstag war.
      Jetzt gehts los:
      Sein Sohn auch Hans Dampf in allen Gassen wollte alles essen Stockbrot,Bratwurst,Kartoffeln aus dem Feuer.
      Nur das Problem war das er nicht immer alles auf essen wollte und sein Rambo Papa die Reste sorglos in die "Mülltüte vor ihrem Zelt schmiss".
      Ich wies ihn noch darauf hin das das kein guter Plan sei doch er ließ sich nicht belehren.
      Naja wir saßen noch einige stunden am Feuer sangen Lieder ich spielte Mundharmonika und alle waren Glücklich.
      Die Augen der Kinder wurden immer kleiner und als mir meine kleine Tochter auf dem Arm eingeschlafen war beschloss ich mit meinen Mädels den Bus zu beziehen.
      Gute Nacht alle zusammen und mein Nachbar ging mit seinem Sohn ebenfalls ins Zelt zum schlafen.
      Soweit sogut.




      Es war ca. halb drei Uhr morgens als ich durch geschrei und Erdbebenähnlichen geschaukel meines Busses wach gerüttelt wurde!!! :shock: :shock: :shock:
      Mein Nachbar wackelte am Bus und schrie:
      "Wildschweine Wildschweine!!!"
      Sein Sohn schrie : "Ich will nach Hause!!!"
      Ich sah mit meiner Taschenlampe raus und erkannte im Scheinwerferschein meinen Nachbar im "Schlafanzug" seinen Sohn und hinter den beiden wackelte ihr in mühevoller Kleinarbeit aufgebautes Zelt wo sich eine Rotte von ca 5-6 Wildschweinen an den Resten in der Mülltüte zu schaffen machte.
      Ich mußte mir das Lachen echt verkneifen!!! :|
      Ich ließ die beiden schnell rein in den Bus und ließ sie auf den Beifahrer und Fahrersitz schlafen.
      Naja schlafen konnten wir erst mal nicht er war kreidebleich sein Sohn am weinen.
      Meine beiden Töchter haben von der Aktion nichts mitbekommen und sind erst um halb neun aufgewacht.
      Ich bin dann mit ihnen raus.
      Mein nachbar und sein Sohn lagen noch bis halb zehn auf den beiden umgeklappten Vordersitzen.
      Das Zelt sah ganz schön demoliert aus.
      :D :D :D

      Gruß Benny
      Gruß Benny



      Wenn die Zeiten unruhig sind,

      werden die Klingen länger.
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      Aye,

      habe hier zwar schon eines meiner Erlebnisse berichtet,
      zählte aber keineswegs zu den Höhpunkten meines Lebens.
      Habe über lange Jahrzehnte geschwiegen, aber meine unbändige
      Wahrheitsliebe drängt mich jetzt doch, alles zu offenbaren:

      Es war einmal ein junger hübscher Mann - das bin ich -, seine Eltern nannten ihn Sinclair.
      Er war ein Bild von einem Mann, breite Schultern, schmale Hüften, ein Blick wie Julius Cäsar.
      Er hatte Zähne wie ein Gaul
      und ein schrecklich breites Mund.
      Er konnte auch nett sein, freundlich fürwahr.
      Stimme wie Gold und güldenes Haar.
      Von Jugend auf durchstreifte er die Welt, auf der Suche nach
      Gold, Juwelen, Smaragden... Kein Waffengang war ihm zu gefährlich!
      Er besiegte am Nordpol die Sarazenen und in Australien die Hunnen. In Arizona lernte ich die Kreuzritten den Schwertkampf.
      Auf dem Gipfel des Nanga Parbat lehrte ich die Papua-Indianer
      Bushcraft und Survival! Mein Durst nach Gefahren konnte einfach nicht gestillt werden :!:
      Durch meine Forschungen, wie man eine Banane schält, bekam ich zwischenzeitlich noch den Nobel-Preis in Biologie :!:
      Dann kam mir ein Gerücht zu Ohren, das mir das größte Abenteuer meines Lebens versprach: :idea:
      In einem fernen, unbekannten Land namens Saarland würden Frauen Autos fahren. :shock: Sofort erinnerte ich mich an die Worte meines Vaters: "Frau am Steuer - Spannung und Abenteuer" :!: So zog es mich wie ein Magnet in dieses Saarland, das ich nach vielen Abenteuern erreichte.
      Ich durchstreifte die finsteren saarländischen Wälder, ständig auf der Suche nach Frauen am Steuer. Alleine - der Erfolg stellte sich nicht ein. Gab es vielleicht im Saarland gar keine Autos?
      Dann aber - eines Nachts - als ich friedlich unter Bäumen schlummerte, weckte mich ein übler Geruch:
      Ich erwachte, was mußte ich erkennen: Links von mir ein Säbelzahntiger von riesiger Gestalt, rechts von mir ein Salzwasser-Krokodil von 10 Metern.
      Ihr Mundgeruch hatte mich geweckt.
      Krokodil und Tiger waren gerade dabei sich eine Serviette umzubinden, als ich noch einen Besuch entdeckte. Zu meinen Füßen befand sich eine merkwürdige Gestalt in schwarzem Umhang, schwarzer Kapuze, mit einer Sense in dr Hand. :o
      Gleich drei gegen Sinclair - kein Problem, mutig ergriff ich die Flucht. Die Drei hinter mir her. Ich erreichte pfeilschnell einen großen, breiten Fluß. Kein Problem für einen Survival-Experten: Mit meinem Mora fällte ich blitzschnell eine große, gewaltige Buche und legte diese, als
      Brücke, über das Wasser. Plötzlich aber-dieser Tiger übersprang mich auf dem Stamm, schnitt mir den Weg ab.
      Der Tiger jetzt vor mir, das Krokodil hinter mir auf dem Stamm.
      Was tun :?:
      Da :!: Der Tiger sprang! Ich duckte mich geschickt und elegant. So sprang der Tiger, über mich hinweg, mitten in den aufgesperrten Rachen des Krokodils. Dieses verlor das Gleichgewicht, beide stürzten in diesen Fluss und ertranken. 8-)
      Blieb nur noch der kommische Typ mit der Sense. Meine Flucht ging weiter, ich erreichte ein einzelnes, finsteres Haus, versteckte mich dort. Nun war dieser schwarze Heini schlauer als ich dachte-er folgte mir ins Haus, suchte mich unter einer Kommode. "Du oder ich" - so mein Gedanke!
      Dann ging es los:
      Ich sprang unter die Kommode
      und kämpfte mit dem Tode.
      Ich zog den Degen, hieb daneben.
      Ich zog das Messer und traf schon besser.
      Ich zog den Colt - SCHUSS - :idea:
      Aus - Fortsetzung folgt -..... :mrgreen:
      Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
      Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
      Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)