Ohne Maschinen

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    • Ohne Maschinen

      keine Flex, kein Amboss, keine Maschine und ich will, oder brauche, so schnell wie möglich ein Messer, mit ganz einfachen Mitteln. Wie fängt man das am besten an, auch wenn ich von der ganzen Messermacherei keine Ahnung habe?
      Wir müssen improvisieren, und zwar erheblich. Zuerst ein Stück Stahl, am besten dünn, ein altes Stück Blattfeder oder sonst irgendetwas was zumindest ein wenig flach ist.
      Ich habs mal versucht mit einem Stück ausrangierten Sägeblatt.
      Die Hilfsmittel waren einfach gestrickt, ein Feuer ohne Luftzufuhr, eine Metallsäge und eine Feile.
      Lassen wir unseren Behelfsmessermacher seine Tätigkeit beginnen, als Vorgabe war eine gute Stunde angesetzt, ich kann ja kaum in einer gemütlichen Werkstatt Endzeitstimmung aufkommen lassen, deshalb die Zeitnotvorgabe.

      Das Sägeblatt wird im Feuer einfach eingehalten bis es rotglühend ist, dann in kaltem Wasser abgeschreckt und einmal kräftig auf den Boden geworfen, wenns nicht zerspringt noch einmal mit dem Schuh drauftreten.

      Danach ein passendes Stück aussuchen und die Form grob draufzeichnen, je nachdem was das Bruchstück hergibt.

      Das Bruchstück noch einmal ins Feuer legen bis es rotglühend geworden ist und dann auskühlen lassen, dann die Form mit der Metallsäge und einer Feile fertigstellen.

      Danach wirds einfach wieder ins Feuer eingehalten und mit einem Stück Pappe oder so etwas vergleichbaren ein wenig Luft in das Feuer "eingewedelt", wenn es rotglühend ist die Klinge aus dem Feuer nehmen und in Öl abschrecken, wenn sie soweit abgekühlt ist einfach ins Feuer halten und warten bis das Öl Feuer fängt, ein bißchen brennen lassen und dann im Öl abkühlen.



      Es ist keine Schönheit geworden, es hat einen kleinen Riss im Erl den ich zu spät bemerkt habe, aber es ist scharf und spitz und ich habe meine Zeit eingehalten.
      Viele Grüße
      Roman
      PS: Stabilität, die Klinge hat einspannt im Schraubstock zehn Schläge seitlich mit dem anderthalb Kilo Hammer eingesteckt, von jeder Seite, dann ist sie gebrochen, im gewöhnlichen Einsatz würde sie also halten.
      Bilder
    • Ohne Maschinen

      Das ist mal ein toller Bericht :D Bitte mehr davon :!:

      Finde es auch gut, dass Du die zeitliche Vorgabe eingebaut hast, weils dann "real" auch machbar ist und mit der Gewissheit, geht man entspannter an die Sache ran :)

      Vielen Dank fürs zeigen :!: Tolle :idea:
    • Ohne Maschinen

      ich muss noch etwas nachschicken. Die gezeigt Messerklinge ist und bleibt eine Behelfsklinge und ist nicht vergleichbar mit Klingen die sorgsam wärmebehandelt wurden etc., das ist einfach in einer solchen Zeit nicht möglich.
      Wie gesagt, es geht einfach nur darum innerhalb kurzer Zeit etwas in der Hand zu haben mit dem man sich helfen kann wenn etwas geschnitten werden soll und man so gut wie kein Werkzeug zur Verfügung hat.
      Viele Grüße
      Roman
    • Ohne Maschinen

      Ich finde den Bericht wirklich klasse! Vor allem finde ich eine Stunde wirklcih sehr schnell!
      Ich bin auch der Meinung das eine solche Klinge alle Schneidaufgaben meistern wird. Hebelnde Aufgaben jetzt mal ausgelassen.
      Das Anlassen ist unter solchen Primitiven Bedingung nicht ganz einfach. Hab da auch schon viel rumexperimentiert. Die Methode das man das Öl verbrennen lässt mache ich bei Pfeilspitzen auch so. danach lege ich sie meist noch in die heiße Umgebung der Esse. Ich vermute mal das dort Temperaturen um die 300°C herschen. Dort lasse ich dann auch nur kurz an.

      Auch ein kurzes Anlassen macht sich schon sehr stark bemerkbar.

      Ein Sägeblatt ist aber schon sehr vorteilhaft da ja es ja meist aus C75 oder ähnlihcem Material besteht. Bei einer Blattfeder kommt man mit einer Stunde nicht hin.