Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      Danke!
      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”
    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      Ich hab vor Jahren ein interessantes und unterhaltsames Buch eines Philosophen zu dem Thema gelesen... "Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein"

      Sehr interessantes Thema, bin schon gespannt was hier so geschrieben wird.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      Ich habe vor gut vier Wochen die Diagnose bekommen, dass ich eine sehr seltene, genetisch veranlagte Krankheit habe, bei der das Immunsystem manchmal etwas durchdreht. Das hat auch erst mal ziemlich übles Kopfkino bei mir ausgelöst. Gestorben bin ich bisher allerdings noch nicht :lol:

      Ansonsten kann ich auch die Erfahrung bestätigen, dass körperliche Schmerzen sehr viel schlimmer werden, wenn man sich in sie hineinsteigert, und sehr viel weniger, wenn man sie einfach ignoriert.

      Ich selbst gehöre zu den Leuten, die Krankheiten und Schmerzen eher herunterspielen und weitmöglichst ignorieren, was mir schon oft den nicht so komischen Nebeneffekt eingebracht hat, dass Freunde oder Ärzte es nicht ernst nehmen, wenn ich sage, dass es mir schlecht geht oder ich irgendwo Schmerzen habe, weil ich es ganz locker sage, ohne zu jammern oder sonstwie ein Drama zu veranstalten. Wenn man vom Arzt unbehandelt nach Hause geschickt wird, weil der denkt, man will sich nur ne Krankschreibung erschummeln, ist das dann wieder auch nicht mehr lustig.
      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”
    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      Ich habe durch krankheitsbedingte Erfahrungen in jungen Jahren "gelernt" Schmerzen zwar wahrzunehmen, aber so wie du auch schreibst, eher herunterzuspielen. Daher kann es passieren, dass ich mit einem meiner Kinder beim Arzt bin, er aber eher mich behandeln will.
      Ich sag mir ganz oft auch, dass ich nicht krank sein "will". Dann bin ich es (subjektiv) auch weniger. Mir sind andere Dinge dann wichtiger. Natürlich geht das nur soweit, wie ich dadurch keine körperliche Einschränkung habe. (Wenn das Band mal gerissen ist, hast du halt auch mal ein physikalisches Problem z.B.)
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      Was ich auch faszinierend finde, ist, dass bestimmte Berufsgruppen wie beispielsweise Köche im Laufe der Jahre Fähigkeiten entwickeln, Dinge zu tun, bei denen sich ungeübte schwer verletzen würden. Z.B. mit bloßen Händen in kochendes Wasser zu greifen, ohne sich zu verbrühen. Wenn ich sowas sehe frag ich mich auch immer, ob das eher körperlich oder psychisch ist.

      edit:

      Hier ist so ein Video, in dem man das sieht. bei 2:30 sieht man, dass Gordon Ramsay, britischer Sternekoch und seit 20 Jahren in der Küche, es nicht aushält, mit zwei Metallspießen in den 400° heißen Tandoori Ofen hineinzugreifen, der indische Koch, der tagtäglich am Tandoor steht, greift mit bloßen Händen hinein... und ich würd mal denken, dass Gordon Ramsay schon ziemlich abgebrüht ist

      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”
    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      Ich handhabe das auch so, dass ich Krankheiten herunterspiele und mir denk, dass ich da durch muss und es nichts bringt jetzt ein riesen Drama draus zu machen und das ist überhaupt oftmals sinnvoll, wenn man das nicht krankhaft betreibt und irgendwann ausbrennt oder das Gefühl für echte Gefahren verlernt.

      Ein Freund von mir ist sehr christlich und hat mir mal erklärt, dass es im Grunde eine Art ewigen Kampf gegen "Dämonen" gibt, denen man eben unterliegen kann oder nicht.
      Bildlich gesehen finde ich den Vergleich sehr gut, denn es ist einfach so, dass man sich in viele Dinge so reinsteigern kann, dass es wesentlich schwerer wird wenn man sich den negativen Gedanken hingibt, als wenn man beim Kampf mit negativen Gedanken/Erwartungen die Oberhand behält.

      Ich hab jahrelang in einem Weingut gearbeitet und mir in den ersten beiden Wochen dort jeden Tag die Hände zerschnitten bei meiner Arbeit. Ich hab die ganze Zeit geflucht und bin negativ rangegangen und mit so einer Einstellung war ich schon auf dem Weg zur Arbeit irgendwie innerlich schlaff und kraftlos. Nach den ersten beiden Wochen hab ich mir dann einfach gesagt, dass es besser werden wird und ich jetzt einfach mal den Popo zusammenkneifen muss... mein eigenes innerliches Gejammer ging mir auch echt verdammt auf den Keks.
      Jedenfalls hab ich die negativen Gedanken dann weggeschoben und hab einfach gemacht was gemacht werden musste und ab dem Tag ging es nur noch bergauf. Ich bin mir sicher, dass ich nach der dritten oder vierten Woche aufgegeben hätte, wenn ich es nicht geschafft hätte mein innerliches Gejammer abzustellen... nachdem ich es aber schaffte hat mir die arbeit bald viel Spaß gemacht und mich sehr erfüllt, vor allem konnte ich dann die Natur überhaupt erst genießen und viele andere Sachen die ich vorher ausgeblendet habe als ich noch negativ dachte.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Die Macht negativer Erwartungen: Der Nocebo-Effekt.

      "Affenjunge" schrieb:

      Mein Leben bestand lange aus Schmerz und Leid, dadurch fand ich die Götter. Mehr brauch ich nicht zu sagen.


      Hi Affenjunge,

      wenn das für Dich der Weg ist, den Du gefunden hast, um mit Deinen eigenen leidhaften Erfahrungen umzugehen, finde ich das völig ok, was sollte man auch dagegen einwenden. Was ich aber an Deiner Äußerung

      "Affenjunge" schrieb:

      Schmerz ist Befreiung, Schmerz ist Läuterung.


      etwas befremdlich finde, ist die Allgemeinheit Deiner Aussage, Du formulierst das so, als ob es eine allgemeinverbindliche These wäre, und als ob jeder, der seine Schmerzen nicht als Befreiung auffasst und willkommen heißt, was falsch machen würde. Was das betrifft, muss ich mich Frieses Kritik anschließen.
      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”