Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

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  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Heute habe ich die Antwort des Försters erhalten, der für "meine" primäre Region zuständig ist.

    Ich habe mir unlängst mal, entsprechend des Videos von Sakki, die "Mühe" gemacht, ein kleines Schreiben zu verfassen, in der ich mich, mein Hobby und den damit verbundenen Tätigkeiten genauer beschrieben habe und die Bitte formuliert, eine Genehmigung zum Betrieb eines kleinen (Lager-)feuers zu erwirken, sowie in definierten Gebieten nächtigen zu dürfen.

    Die Antwort war in Summe viel besser, als ich erhofft habe.
    Klarer Fall vorweg, was aber auch absehbar war: Die Genehmigung zum betreiben eines Feuerchens konnte nicht erteilt werden. Damit war aber zu rechnen, wie die Gesetzeslage nun mal ist, sowie die Tatsache, dass 99% deutscher Wälder/Forste als wirtschaftliche Nutzflächen dienen.
    Viel besser ist jedoch die gewonnene Tatsache, dass ich mir nun keinerlei Sorgen mehr machen muss, wenn ich im Wald mein Tarp aufspanne- denn das darf ich nun. Das habe ich allerdings nur dem Umstand zu verdanken, dass ich klar gemacht habe, dass "leave no trace" sowie "minimal impact" für mich an erster Stelle stehen und mir nun dahingehend vertraut wird, keinen Müll zu hinterlassen, keine lebenden Bäume zu fällen sowie nicht wie eine gestochene Wildsau durchs Unterholz zu preschen.
    Nichts desto trotz: Ich kann und darf nun, ohne ständig über die Schulter gucken zu müssen, mich gemütlich in die Penntüte rollen. Dass ich nun aber kein Feuerchen machen darf, lässt sich aber getrost verschmerzen, da so oder so immer ein bisschen Schiss mit dabei ist. Unterirdisch glimmende Wurzeln, Mycele, Funken, usw. Damit kann ich nun wirklich seehr gut leben.

    Ich bin schon so dermaßen froh, diese Genehmigung erhalten zu haben, dass ich nen Teufel tun werde, das in mich gesetzte Vertrauen dadurch zu beschädigen, doch noch ein Feuerchen (trotz meiner hohen Ansprüche an Sicherheit) zu entzünden!!

    Und wenn ich doch den Bedarf an ein warmes Süppchen oder Kaffee habe: Es gibt genügend andere Möglichkeiten, die auch weitaus sicherer sind. Sei es Trangia, Kocher, usw. Natürlich auf entsprechenden Freiflächen ;)


    Fazit:
    Ich kann tatsächlich nur empfehlen, einfach mal auf den zuständigen Förster zuzugehen. Wer weiß, vielleicht hat ja auch der ein oder andere noch das zusätzliche Glück und darf auch noch ein Feuer entfachen, oder, wie ich, ohne Magengrummeln zu erhalten, die Nächte unter freiem Himmel zu verbringen. Doch ein Rat an dieser Stelle:
    Seid bei der Vorstellung unbedingt offen und ehrlich und wenn's heißt "NEIN!", dann haltet euch auch dran!!!
    "Mein" Förster hat sogar ein ähnliches Hobby- er ist an den Wochenenden primär in den Bergen unterwegs. Unter Augenzwinkern hat er mir auch gestanden, dass er dann hie und da mal den Gaskocher auspackt und ne Suppe warm macht. Aber eben nur unter Einhaltung der Gesetzeslage, sprich: (Lager-)Feuer=No Go!!

    Ich für meinen Teil kann nur sagen, ich bin im sehr, sehr dankbar und werde das in mich gesetzte Vertrauen nun nicht enttäuschen!


    P.S:
    Ich war mir nicht sicher, ob dieses Thema jetzt eher unter "Lagerleben" oder "Feuer&Wärme" besser aufgehoben ist, hab mich daher hierfür entschieden. Falls Admin/Mod anderer Meinung ist, bitte entsprechend verschieben! Sorry :oops:
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Ja schau an Quinti. Glückwunsch. Und da sagt man noch das wir Förster und Jäger den Wald für uns alleine beanspruchen. :D

    Freu mich für dich. Dann kannst noch trainieren, damit in zwei Wochen fit bist ;)
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Das hab ich im Vorfeld schon abgeklärt,
    wenn mal einer bei mir in der Ecke ist sind hier schöne Plätze zum lagern.
    Die meisten Waldeigentümer und der Jagdpächter sind Freunde und Bekannte.
    Auf Ihre Frage"was wollt ihr denn da machen?"antwortete ich:
    "Das was wir früher auch immer gemacht haben,Bogen bauen,Speere schnitzen,Messer werfen ,Büddchen bauen ,Lagerfeuer machen usw"
    Ihre Antwort war durchweg gleich:"Kein Problem ,macht mal"
    Nur wenn man fragt kriegt man eine Antwort. ;)

    Schönen Gruß aus der Eifel Hermann
    In der Natur gibt es keine Widersprüche....
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Nicht schlecht... ;)
    Bei mir in der Gegend ist die Haltung da nicht ganz so entspannt,
    ich würde aber diesen Schritt (dein beschriebenes Vorgehen) trotzdem
    gern versuchen.
    Allerdings, wenn "Nein" dann kann ich's ja erst recht nicht mehr trotzdem tun... :?
    Naja, einen Versuch ist es wert, ein "Ja" wäre natürlich sehr angenehm :D
    Kanntest du "deinen" Förster vorher persönlich?
    Wie bekomme ich am besten raus, wer das bei mir in der Gegend für welchen Wald ist?
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    "pragmatiker" schrieb:

    "Elias" schrieb:


    Wie bekomme ich am besten raus, wer das bei mir in der Gegend für welchen Wald ist?


    Dürfte bei dir das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe sein, bin hier von der PLZ in deinem Profil ausgegangen. Ansonsten auf wald-und-holz.nrw.de deinen Wohnort suchen.


    Dann hast Du aber auch nur das zuständige Forstamt und immer noch nicht den zuständigen Förster.
    Suchte auch mal einen Förster und mußte ewig rumtelefonieren, bis ich mal den "Richtigen" ans Telefon bekam.

    Also am Besten bei Deinem Forstamt anrufen und nach dem Förster fragen, der für den Wald, in den Du willst zuständig ist
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!! KURZE ANLEITUNG

    Liebe Leut,

    hier wird danach gefragt, ob ich das von mir erstellte Schreiben an "meinen" Förster reinstellen würde.
    Ich hoffe, es wird mir nicht negativ nachgetragen, aber das möchte ich aus einem einfachen Grund nicht tun: Das Schreiben war weniger von offizieller, neutral geschriebener Natur, sondern eher mit persönlichen Informationen und Eindrücken verfasst.
    Und ich halte es einfach für richtig, wenn ihr, sofern ihr den selben Schritt unternehmen wollt, euren eigenen Brief verfasst.

    Doch gänzlich hängen lassen möchte ich doch auch nicht, daher möchte ich lieber beschreiben, WIE ich den Brief verfasst und aufgebaut habe und wie ich vorgegangen bin.


    Zunächst einmal stand ich vor dem selben Problem, wie hier bereits von einigen beschrieben- erstmal den zuständigen Förster herausfinden.
    Ich hatte das Glück, dass ich bereits letztes Jahr direkt an die regional zuständige Forstbehörde geschrieben habe, in dem ich um die Genehmigung gebeten hatte, mir 3 Haselnussstämme von ca. 6-8cm Durchmesser zu schlagen, um daraus meine ersten Bögen zu bauen (Hasel als Versucherle für die ersten Schritte im Bogenbau kann ich übrigens wärmstens empfehlen, mal so nebenbei). In der erhaltenen Genehmigung war auch die Emailadresse des Forsthauses der Region als CC hinterlegt, der Rest war Recherche im Internet. Dann noch schnell über die regionale Forstbehörde die telefonische Kontaktmöglichkeit zu dem Förster angefragt und voila: alles Notwendige war vorhanden.

    Mein erster Schritt bestand also darin, mich erstmal telefonisch beim Förster zu melden. Im Telefonat habe ich mich dann vorgestellt und darum gebeten, ob er mir die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch einräumen würde. Er tat, es wurde ein Termin am Forsthaus vereinbart und so bin ich dann vor ein paar Wochen dort persönlich aufgeschlagen.
    Dann habe ich erstmal erzählt- wer ich bin, was ich für ein Hobby habe, worum es überhaupt geht. Ein persönliches Gespräch bricht nämlich in erster Linie das Eis, Du erfährst erstmal direkt, mit was für einem Typ Mensch Du es eigentlich zu tun bekommst und an wen Du da schreiben willst, respektive- wen Du um was bitten möchtest.
    Denn eines ist mal klar: Du trittst als Bittesteller um eine Genehmigung auf, gegen deren Inhalt es eigentlich ein Gesetz gibt, an das sich weit mehr als 75Mio Mitbürger zu halten haben!!!!

    Ich wusste somit erstmal, mit wem ich es zu tun habe. Ich bedankte mich für das freundliche Gespräch und versprach, ihm umgehend ein Schreiben zukommen zu lassen. Denn so kannst Du Dir auch gleich mal ein Bild davon machen, ob Du überhaupt eine Chance hast, oder das aufsetzen vergebene Liebesmüh sein könnte.

    Das Anschreiben ist dann der eigentliche Kernprozess in dem Genehmigungsverfahren und hier solltest Du wirklich Sorgfalt walten lassen.
    Achte auf Deine Rechtschreibung, korrekte Anrede (Namen nicht falsch schreiben) und einen sauberen Eindruck.
    Zum Verständnis: Ein Förster ist kein Hinterwäldler. Der heutige Forstberuf setzt ein 6 Semestriges Studium voraus, das wiederum mindestens die Fachhochschulreife voraussetzt. Ökonomie, BWL, Biologie sind wesentliche Bestandteile des Studiums.
    Also bitte: Keine Schluderei, denn es zeugt auch von einem gewissen Grad an Respekt dem Gegenüber/Empfänger des Schreibens.

    Oben links im Schreiben also erstmal vollständige Adresse und Adressat, oben rechts Ort, Datum.
    Dann drunter den Betreff, z.B. "Bitte um Erteilung einer Genehmigung zum Unterhalt eines kleinen Lagerfeuers sowie das Nächtigen im folgenden Waldgebiet"

    Darunter habe ich dann ein Screenshot aus GoogleMaps mit dem entsprechenden Einzugsgebiet gemacht. Ist übrigens auch Wichtig, es macht keinen Sinn um entsprechende Erlaubnis zu bitten, wenn das favorisierte Gebiet in der Region Hintertupfingen liegt und Dein Förster zuständig für Vordertupfingen ist...
    Bildunterschrift mit Beschreibung und Quellenangabe nicht vergessen.

    Dann geht das eigentliche Anschreiben los.
    Erstmal wird Bezug auf das freundliche, persönliche Gespräch vom soundsovielten genommen, damit der gute Mann erstmal wieder abgeholt ist und weiß, worum es geht. Der hockt nämlich nicht wochenlang da und sehnt Deinen Brief herbei...

    Gefolgt von einer eingehenden Beschreibung von Dir selber. Hier kannst und sollst Du auftrumpfen und zwar mit Deinen Erfahrungen (Pfadfinder, Bundeswehr, Biwak, autarke Reisen, usw usf.). Wichtig, gaaaanz wichtig: Bleib ehrlich, übertreib nicht.
    Es geht hierbei nämlich nur um eines: Dir Verantwortung attestieren und Erfahrungen im Umgang mit der Natur.

    Dann folgt die eigentliche Bitte. Hier solltest Du dringend Bezug darauf nehmen, warum man gerade DIR diese Genehmigung erteilen sollte. Es sollte also aufgezählt werden, welche Erfahrungen bereits im Umgang mit dem Betreiben eines Feuers vorliegen, was Du überhaupt unter einem Lagerfeuer verstehst.
    Warum Du gerade in seinem Revier a) nächtigen willst, b) Bushcraften willst (apropos: bitte auch sagen, was Bushcraft überhaupt ist!!) und c)ein Feuer entfachen möchtest.

    Abschließend bedankst Du Dich für die bereits erteilte Aufmerksamkeit und hinterlässt noch Kontaktinformationen für eventuelle Rückfragen.

    Dann -sprichwörtlich- ab die Post.

    Ab hier hast Dus nicht mehr in der Hand.


    Nochwas:
    Ich erhebe mit meiner kleinen Anleitung nicht den Anspruch auf Richtigkeit. Vielleicht hätte ich etwas besser machen können, vielleicht auch nicht, keine Ahnung.
    Mir reicht das erreichte Ziel vollkommen aus und bin schon jenseits froh darum, nun in Ruhe in "meinem" Wald schlummern zu können.
    Auch ohne Feuer! Damit kann ich auch gut leben. Dann muss ich das halt woanders machen, wo ich's darf.

    Have fun,
    Q.
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Hallo Quintus,
    danke für deine ausführliche Beschreibung wie du auf deinen Förster zugegangen bist. Ich habe mir deine Beschreibung als "Vorlage" genommen und den Förster für den Wald bei mir um die Ecke mal angeschriben. Ich bekam auch ein nette und entgegekommende Antwort, allerdings habe ich auch nicht nach einer Genehmigung zum übernachten gefragt. Das dürfte in einem Stadtwald wohl eher unwahrscheinlich sein :)
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Ich habe vor gut zwei Monaten unsern Förster vom Staatsforst gefragt und auch eine Erlaubnis erhalten. Mit dem Hobo ist es von der Situation abhängig. Grundsätzlich bleibt das Verbot für jegliche Art von Kocher mit offenem Feuer, aber wenn man sich verantwortungsbewust verhält, sagt keiner was.
    LG Simon
  • Kleiner Tip- geht auf "euren" Förster zu!!

    Hi,

    es freut mich natürlich für Dich, dass Du glücklich darüber bist. Aber ich frage mich nun, worin besteht nun dein Gewinn?
    Solange Du keine "bauliche Maßnahme" tätigst, also ein Zelt mit Gestänge aufstellst, ist es in den meisten Bundesländern erlaubt eine Nacht zu verweilen. Ein Tarp ist also erlaubt.

    Feuer ist sowieso nicht elraubt und hätte der Förster auch keine offizielle Genehmigung erteilen können.

    Worin siehst Du nun also einen Vorteil?

    Ich sehe hingegen eher einen Nachteil, denn man sollte keine schlafenden Hunde wecken.
    Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.