West Highland Way in Schottland

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    • West Highland Way in Schottland

      Letzten Sommer waren zwei Freunde und ich in Schottland, um den West Highland Way zu wandern.
      Der West Highland Way ist ein alter Wanderpfad, der sich aus der Geschichte heraus durch verschiedenste Nutzungen (miliärisch, wirtschaftlich, zivil) entwickelte und heute als Fernwanderweg für Reisende Angeboten wird. Dabei kümmert sich eine Stiftung mittels Spendengeldern und öffentlichen Förderungen um die Instandhaltung des Weges.

      Der West Highland Way ist insgesamt 154km lang und führt von dem Glasgower Ortsteil Milngavie zu der Kleinstadt Fort Williams im Norden Schottlands.
      Dabei geht es vorbei an Schottlands größtem Süßwassersee, dem Loch Lomond , ausgedehnten Morastfeldern bis hin zu den schottischen Highlands, in Sichtweite vorbei an Schottlands höchsten Berg, dem Nevis (schottisch Ben Nevis, "Ben" steht im schottischen für Berg).

      Der Pfad bietet ca. alle 10-20 km eine Möglichkeit auf zivilisiertes Gebiet zu treffen. Nahrung und Trinken kann nur an bestimmten Stellen bevorratet werden. Ab ca. 40 km von Glasgow entfernt ist Wild-Zelten und Feuer erlaubt. Es besteht darüberhinaus auch die Möglichkeit für körperlich eingeschränkte Menschen, sich einen der zahlreichen Begleitservices zu buchen, welche das Reisegepäck zum vereinbarten Tagesziel transportieren.


      Wir sind den Weg damals mit 20kg Gepäck marschiert und haben uns lediglich an ausgewählten Punkten mit Wasser versorgt. Dabei haben wir uns ein enges Zeitfenster von sieben Tagen gesteckt. Im Gegensatz zu den meisten anderen, welche den Weg von Süden nach Norden wandern und damit kontinuierlich steigendes Gefälle vor sich haben, sind wir von Norden nach Süden gewandert. Dies ist jedoch keinesfalls der leichtere Weg gewesen, ging es doch immer wieder auf's Neue hoch und runter, mit teilweise Alpen-ähnlichen Anstiegen.

      Schottland bietet im Sommer dabei eine wunderbare Natur. Besonders durch die langen Tage und die milden Temperaturen wurde diese Reise sehr angenehm (im Gegensatz zum Winter: karge Landschaften und Nass-Kalte Temperaturen um den Gefrierpunkt).

      Dabei hat Schottland eine sehr nervtötende Mückengattung beheimatet: Die Midges.
      Sie werden von den Schotten schon beinahe kultartig gehasst. So kann man in vielen Touristenshops allerlei Reisesouvenire kaufen, darunter Kleidung, welche dem geneigten Käufer durch aufgedruckte Motive die penetrante Art der Midges vor Augen führt.
      Warum sind sie so gehasst? Das liegt zum Ersten an ihrer sehr, sehr geringen Größe, mit der sie mühelos durch die meisten Mückennetze schlüpfen können und so zu Hunderten schon manchem Wanderer schlaflose Nächte bescherten.
      Zum Zweiten bestimmt an ihrer schier unglaublichen Vielzahl. Ihre Stiche tun nämlich nicht weh, oder fangen an zu jucken, so wie bei deutschen Mücken. Sie bewirken ein sehr unangenehmes prickeln auf der Haut, sie fliegen in die Augen, die Ohren, die Nase, und sonstige Körperöffnungen. Jedoch begnügen sie sich meisten damit, in den Abend-, Nacht-, und Morgenstunden über einen herzufallen.

      Der Weg selber besteht im großen und ganzen aus schotterartigem Untergrund und wird immer mal wieder von Bächen und Flüssen gekreuzt, welche nur an wenigen Stellen durch Brücken einfach zu überwinden sind. Teilweise wird der Weg durch Felsbrocken erheblich schwerer (bis 50cm). Man trifft während der gesamten Tour immer mal wieder auf Gleichgesinnte. Dabei ist der Weg aber zu keiner Zeit überlaufen.

      Der Weg gestaltet sich sehr abwechslungsreich und weiß dadurch zu überzeugen. Nahezu alle vier bis fünf Stunden ändert sich die Umgebung und so gibt es stets etwas neues zu bestaunen und zu entdecken.

      Am Ende der Reise waren wir erschöpft und froh, den Weg aus eigener Kraft gegangen zu sein. Ich kann den Wanderweg nur weiterempfehlen. Er ist gut für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

      Ich hoffe ich konnte euch den West Highland Way etwas näher bringen. Vielleicht hat sogar der Ein oder Andere Lust bekommen, es auch mal zu probieren.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Siegfried ()

    • West Highland Way in Schottland

      Super Bericht, hat mir echt gefallen. Ich habe vor den WHW mal zu laufen, habe aber die nächsten zwei Sommerferien mit EP-Ausbildung verplant. Wenn die rum ist werde ich mir die nächste größere Tour überlegen.

      Heine Tochter ist in den Herbstferien jedes Jahr bei Freunden in Schottland, vielleicht fliege ich mal mit und laufe ein kleines Stück.
      LG Simon