Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

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    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Hallo alle zusammen,

      ich hoffe hier nicht verlacht zu werden, die Idee von mir ist schon ein bisschen ungewöhnlich, aber ich hab mir etwas überlegt, worüber ich mit euch gern mal diskutieren möchte.

      Ich habe einige Stellen, wo ich wirklich häufig im Wald unterwegs bin. Wie der Pilzsammler seine "Schwammelflecken" hat, so hat vielleicht auch jeder von uns seine Lieblingsplätze im Wald.

      Eine kleine Waldinsel von mir ist ziemlich abgelegen mitten in einem Feld, keiner kümmert sich um das Fleckchen. Es gibt dort eine Wiese die in Richtung Waldstück abfällt (nicht bewirtschaftbar), der Wald besteht dort aus gerade mal 40 Bäumen oder so, also groß genug für ein Lager und man ist abgeschieden. Es kommen aber eben doch immer mal Leute übers Feld, gerade im Herbst kann das passieren und es ist dort auch oft windig, was ein Lagerfeuer zu gefährlich macht.
      In einem Wald in der Nähe hat vor Jahren jemand eine illegale Müllhalde zugeschüttet und dort hunderte Erlenruten in die erde gesteckt, die nun mitlerweile gut gewachsen sind und ein undurchdringliches Dickicht abgeben.

      Wenn ich nun von dort Erlenruten nehme und am Rand meiner "Waldinsel" selbst einen "Sichtschutz"/"Windschutz" anlege von 4m oder 5m Breite (halbrund), dann kann ich zwar erst mal ewig warten, aber in ein paar Jahren hätte ich den idealen Lagerplatz, der schwer uneinsichtbar und windgeschützt wäre. Wie gesagt, der Wald und die Wiese sind völlig verwildert, dort hat seit 30 Jahren keiner was gemacht.

      Ist es illegal, wenn man der Natur in einem unbewirtschafteten Waldstück ein bisschen reinpfuscht und dort Bäume nach eigenem Gutdünken setzt?

      Moralsich gesehen ist das natürlich ein bisschen bedenklich, weil man da ja kultiviert durch das Pflanzen einer Art lockeren Hecke als Schutz...

      Na ja, ist nur so eine verrückte Idee von mir, manchmal kommt man schon auf komische Sachen wenn man unterwegs ist und Ausflüge plant :lol:

      Gruß
      Andi
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Das geht echt gut! Hab ich schon an ein paar Stellen gemacht...:wink:
      Was gut funktioniert ist Pappel, Weide und Linde. Nimm die einfach von irgendwo, wo es viele gibt(ist jetzt auch schon fast die richtige Zeit dafür! ) und lass es wachsen. Es gehen auch raffiniertere Sachen, wie Sichtschutzzäune, die dann fest verwachsen und vieles mehr! Weide ist auch sehr biegsam und lässt sich auch gut formen... Musst du einfach mal "bauen mit Weiden"googlen...,da gibt es massig Ideen! Was die wenigsten wissen..., ist dass das mit Linden und Pappeln auch geht! :D
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Weide geht immer, Linde und Pappel brauchen eine Weile. Windschutzstreifen bringen aber in mittelbarer Nähe nichts.

      Eine - auch von Jägern oft genutzte - Möglichkeit wäre eine Benjeshecke.

      Wenn es dicht genug gepflanzt ist bleibt Topinambur über Winter stehen. Das Zeugs vermehrt sich wie Karnickel, sieht nett aus und ist essbar (und nach Behandlung auch trinkbar) und hilft gegen Diabetes und Krebs.
      Dies ist eine Signatur
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Danke für die vielen Tipps und Äußerungen zu der Sache... ich hätte vermutet, dass die Idee eher als Gespinne abgeurteilt wird, aber scheinbar ist so was garnicht so abwegig.

      Gerade die Idee mit Topinambur ist ziemlich interessant. Ich kenn die Pflanze gut, hab sie auch schon gesammelt und sie ist nahrhaft und wächst schnell.
      Das muss ich mir mal überlegen, ob das nicht überhaupt mal eine Idee wäre da was zu pflanzen am Waldrand.

      Auch die anderen Planzentipps sind super gewesen, ich denk da mal drüber nach und schau mir demnächst die Stelle noch mal ganz genau an... Nadelbäume kommen da nicht in Frage, aber sonst wächst da so ziemlich alles was ihr genannt habt ganz natürlich.

      Edit: Nach dem Einwandt von Friese hat sich das mit dem Topinambur wohl wieder erledigt... na ja, so was muss man schon mit bedenken.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Topinambur ist ein agressiver (verdrängender) Neophyt.
      Und wird sowohl kommerziell als auch als Wildäsung angebaut.

      Benjeshecken erfordern Material und fallen sofort auf, schon gar im frühen Stadium.
      Und werden von Jägern, teilweise mit staatlichen Zuschüssen aus der Jagdabgabe, an jeder Ecke gebaut.
      Dies ist eine Signatur
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Soviel zum Bushcraftmotto "Leave no traces"... Herje, sei doch froh, daß es - wenn auch nur im kleinen Bereich - Ecken gibt, um die sich die Natur ganz alleine kümmern kann.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Die Idee ist hervorragend, wenn es eh an so einer ungenutzten Stelle ist, um so besser. Aber Topinambur muss es nicht sein.
      Birken, da haste dann auch immer Zunder und Shampoo, Hasel, Weiden, falls die da hinpassen, das sind alles bessere Pflanzen fuer den Zweck. Brombeeren fielen mir noch ein, oder Brennesseln. Unauffaellig, weil sowieso ueberall zu finden, und lecker.

      Guerilla Planting :lol: - geil.

      gruss
      couchcamper
      ‹Soltau statt sautoll!›
      Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat. (Nietzsche)
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Wie wäre es mit einem Tarnnetz? Die bekommt man in vielen Größen und teuer sind die auch nicht. So kannst ohne Eingriff in die Natur dein Lager verbergen. Wenn du noch zusätzliches passendes Material dort findest, kannst du die Tarnwirkung noch verbessern.

      Gruss, Para
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Einfach schauen, wem der " Landstrich " gehört und dann erst einmal höflich um Erlaubnis fragen, das ist immer die beste Idee und vermeidet oft unnötigen Ärger !

      Wir haben hier auch 3 solcher " Inseln " in den Ackerflächen die von uns tunlichst in Frieden gelassen werden, da diese von Reh- und Schwarzwild als ständige Einstände genutzt werden.

      Vielleicht ist dein " darin leben " nur bisher deswegen niemandem aufgefallen, eben weil nichts verändert wurde - was sich dann schnell bei Verpflanzungen von Bäumchen / Strauchwerk ändern könnte !
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Danke für diesen Gedankengang!
      Ich habe die Möglichkeit den Wald meines Großvaters für solche Zwecke zu entwenden und als Krisenshelter aufzubauaen. Leider ist liegt das Stückchen Wald nicht gerade Klimatisch vorteilhaft. Ich werde morgen das Gebiet in Augenschein nehmen, das letzte mal war ich als Teenager dort! Wir haben dort immer Holz gemacht, jetzt liegt es aber seit 10 Jahren brach und wächst wild.

      Daher auch nochmals der Aufruf an hessische Bushcrafter: Gerne können wir hier mal das ein oder andere Wochenende Lager errichten.

      Will hier aber nicht den Thread von Lumosianer sprengen.Bei Interesse mach ich zu dieser Thematik ein eigenen Thread auf
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      @ Malcolm Douglas

      Da hast du sicher Recht mit deinem Einwandt... ich glaube nicht, dass ich bisher dort aufgefallen bin, weil ich die Gegend so gut kenne wie meine Westentasche und schon als Kind dort jeden Tag war, aber wenn sich auf einmal was verändert, dann ist das auffällig.

      Grundsätzlich könnte man das aber an vielen Stellen machen, wo es weniger auffällt als dort. Die Grundidee lässt sich denke ich aber nur für Leute umsetzen, die wirklich langzeitmäßig an bestimmte Orte gehen und ob das so viele hier sind, das weiß ich nicht sicher.

      @ ChrisVB

      Der Einwurf von dir ist interessant, so einen Thread gibt es hier nicht denke ich noch nicht und es wäre bestimmt gut, wenn alle von uns die solches Glück haben wie du und diese Waldflächen gern mit Gleichgesinnten teilen würden, das in so einem Thread kundtun würden, also eröffne damit doch ruhig ein eigenes Thema, dann geht es nicht unter ;)
      Sicher würden einige hier sogar einige hundert Kilometer weit fahren, wenn sie bei dir in aller Ruhe mal mit anderen aus dem Forum zusammen in ungestörter Ruhe ihrem Hobby nachgehen könnten.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Finde es mit dem Aufforsten sehr interesannt und verfolge es hier auch schon.
      Das mit den Birken fand ich zum Beispiel überlegenswert, weil es ja auch guter Materialspender ist - doch inzwischen hörte ich, daß Birken Wasserdiebe seien und evtl dann andere Pflanzen nicht mehr genug Wasser bekommen können.
      Wie kann man es am besten gut und günstig ohne Schäden feststellen, ob ein Gebiet für Birken geeignet ist?
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Ich würde sagen: schau dich um und suche nach Birken, das ist wohl der einfachste Indikator für den ersten Moment.

      Man kann aber auch einfach schauen wo man sich gerade genau befindet. Birken und alle anderen Baumarten haben einen bestimmten Toleranzbereich in dem sie sich entfalten können, das hat vor allem etwas mit der Höhenlage zu tun.
      In Deutschland sind (natürlich gesehen) vor allem Laubbäume heimisch. Die Nadelwälder sind meist auf Grund der forstwirtschaftlichen Nutzung in Monokulturen entstanden und nicht natürlichen Ursprungs.
      Wenn du schaust wo Birken natürlicherweise wachsen und das mit deiner Region abgleichst, weißt du auch, ob du der Natur ins Handwerk pfuschst.
      Wenn du mal eine Fehlpflanzung machen würdest, dann wäre der Schaden aber auch eher gering (Birken sind keine unbekannten Pflanzen für das Ökosystem in Deutschland), weil dein gepflanzter Baum dann nur sich selbst zur Last fallen würde, also mach dir in der Hinsicht der Wasserprobleme keine Sorgen, du pflanzt ja keinen Hektar Birken an ;)
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • AW: Taktisches "Aufforsten" für geschützten Lagerplatz

      Bei dem Thema fehlt mir noch das "zurückgegeben"! Viele Fragen über das ob man was machen soll und das wie werden leichter, wenn man es mit dem richtigen Gefühl tut.
      Gerade in einer Welt, in der viele sich wie Diebe verhalten und nur nehmen und nichts dafür zurücklassen, ist das sehr wichtig!
      Wenn man sich eine Zeitlang irgendwo aufhält, kann man genauso gut ein Teil davon werden.
      Unsere Welt ist ein Spiegel dieser Diebeseinstellung...und man sieht es auch überall im Kleinformat!
      Am Müll, der zerstörten Natur und dem Leid, das zurückgelassen wird!
      Es liegt daran, dass die Verbundenheit mit allem um uns herum verloren gegangen ist! Wir leben in einer Gesellschaft, die immer mehr gefühlslose Soziopathen hervorbringt.

      Aber durch das Zurückgeben kann man dem entgegen wirken!

      Dadurch wird ein Gefühl entwickelt, dass sogar auf die Umgebung übergeht ...und man ist wieder ein Teil der Natur und wird wieder "aufgenommen"!

      Deswegen ist dieses Forum auch so gut! Man kann vorher fragen und sich über ökologische Zusammenhänge informieren, bevor man loslegt.