Pech- und Pflasterherstellung

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    • Pech- und Pflasterherstellung

      Servus beieranand!
      Neulich habe ich in dem Buch "reibet die Fußsohlen mit weißem Senf" geblättert. (Das ist ein Buch über Heilpflanzen ;) )
      Da habe ich zum Thema Fichte neben dem üblichen Vit.C usw. auch noch gelesen,dass man aus dem Harz früher Pech und mit dem auch Pflaster hergestellt hat.
      Ich bin natürlich gleich losgezogen und hab das ausprobiert.
      Ich hab mir nen Baum mit reichlich Harz dran gesucht und das abgekratzt, das war dann 1,5l. Das hab ich dann in einer Blechdose aufgekocht.Nehmt nie ein Kochgeschirr! Das geht nie wieder Raus!!!!(s.Unten)
      Das war dann schon mal ganz gut.Mit dem Pech könnte man in einer Notsituation ein Boot abdichten, ein Tarp flicken, Pfeilspitzen ankleben oder eben Pflaster herstellen:

      Dazu habe ich etwas Jeansstoff genommem(Es würde auch anderer Stoff gehen)und dann am Feuer das Pech ein gewirkt.
      Bilder
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Pech- und Pflasterherstellung

      Normalerweise tut man noch ein Bisschen Asche dazu oder? Also so kenn ich das. Die Idee mit dem Pflaster hört sich gut an, war mir neu.
      Wenn du n bissl eklig sein willst, dann such dir mal nen toten Baum, im Holz sollten Maden sein. :shock: Diese holst du dir, wirfst sie mit dem Harz in die Dose und kochst es bis es flüssig wird. Anschliessend tauchst du deinen Jeansstoff ein. Gibt eine unheimlich gute Fackel, die enorm lange brennt.

      :arrow: Schön dass es hier noch einen Regensburger gibt.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Pech- und Pflasterherstellung

      Ich bereite mir jedes Jahr eine Harzsalbe,nur ca. 50-60 ml.Das reicht für ein ganzes Jahr. Für einen Hund kocht man sie etwas dicker.Gerade an den Pfoten hält das wie Pech und Schwefel.
      Da kommen nur Bienenwachs, Harz und Johanniskrautöl (Rotöl)rein.Das Kochgefäß kannst Du dann aber für andere Zwecke vergessen.
      Ist ideal bei Rissen, kleineren Schnittwunden, rauer Haut,zur Wundheilung für Tier und Mensch.Wenn Du mehr Harz nimmst, kannst Du Dir auch die Axt an die Hände kleben.

      Gruß aus dem Osten
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      Hallo,

      wenn ich das richtig gesehen habe, sammeln die das Harz, geben es in einen Sack und kochen es in Wasser. Danach schöpfen sie etwas ab, dieses wird scheinbar wieder erhitzt und mit einem anderen Stoff versehen.
      Da mein Englisch grottenschlecht ist, verstehe ich es leider nicht. Kann mir bitte jemnd diese Arbeitsschritte übersetzen,
      um es einmal nachzumachen?

      Danke und Gruss
      Konrad
    • Pech- und Pflasterherstellung

      Ja sie schöpfen das pure harz ab kühlen es in Wasser.., erhitzen es erneut und vermischen es mit kohle (Kohlenstaub).

      Das ist echt nicht leicht zu verstehn aber das soll es denk ich mal heißen.
      Hab auch anderswo schon gesehn, dass Kohle verwendet wird damit harz im trockenen zustand härter ist.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      Hallo,

      ich wiederhole noch einmal:

      Harz vom Baum in einen Jutesack und in kochendes Wasser werfen.
      Nun schwimmt das durch den Beutel gereinigte Harz auf dem heißen Wasser
      Dieses Harz wird abgeschöpft und in kaltes Wasser geworfen.
      Im kalten Wasser wird es hart und man holt es raus.
      Dann noch einmal erwärmen und mit Holzkohle zu einem Brei verrühren.

      Wie ist der Anteil Holzkohle zu Harz?

      Richtig so?

      Gruss
      Konrad
    • Pech- und Pflasterherstellung

      Das mit dem Sack hab ich das Wochenende ausprobiert
      (Fotos gibts leider keine), auf einem Holzvergaser (nicht zu empfehlen:zu kleine Leistung) und das Resultat war wunderbar gelbes Harz :D . Aber es war noch nicht (stark genug) Polymerisiert.Es war wie im Film leicht zu Kneten. Um aber ordentliches Pech zu bekommen graucht man große Polymere,
      dadurch wird die Viskosität höher. Die Holzkohle oder der Talg verbessern die Eigenschaften zun nahtabdichten.
      Außerdem kann man mit dem nicht so reinen Pech auch noch sehr gut Exkremente nachbilden.... :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: Nur so nebenher.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Pech- und Pflasterherstellung

      Hallo,

      Talg? Hör ich zum ersten Mal. Wofür soll der gut sein?
      Polymerisation geschieht doch durch kochen? Im Wasser kochen oder das ausgekochte Harz in einer Blechdose kochen?
      Wieviel Holkohle hast du beigemischt?
      Fragen über Fragen!

      Gruss
      Konrad
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      Also:Polymerisation erst beim Kochen in der Dose so richtig.
      Holzkohle ist bei mir keine drin. So dunkel wirds in der Dose.
      Den Talg hab ich aus einem Buch: Dirk Rohrbach:Yukon
      Das ist der Testbericht zu dem Video von oben.
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      Hallo Zusammen,
      In der letzten Zeit habe ich immer wieder Fichtenharz eingesammelt. Meistens immer die hart vertrockneten Knollen die an den Borken hängen. (Und jetzt bevor einer wieder anfängt mit "Das schadet den Baum", nein es schadet den nicht so lange man vorsichtig schabt und dabei den Baum nicht verletzt!)
      Irgendwann hatte ich eine gute Tüte voll mit ca 1 kg Harzkrusten zusammen bekommen. Angeregt durch den Clip vom Pulsar habe ich die Harzkrusten in einem Jutesäckchen gestopft und dazu auch noch einen Stein. das ganze habe ich in kochendes Wasser in einem Topf aus dem Sperrmüll reingeworfen. Dank Stein blieb das Säckchen unten am Topfboden. Nach ein paar Minuten im kochenden Wasser schwamm dann flüssiges Harz an die Oberfläche. Das flüssige Harz wurde abgeschöpft und in kaltes Wasser geworfen. Im kalten Wasser ist das Harz sofort erstarrt und konnte rausgeholt werden und in einen Kugel zusammen gerollt. Auf dieser Art und Weise habe ich irgendwann einen Tennisball großen Bollen beinander gehabt.

      Die Arbeit ist alledings echt ein Dreck, und Topf und Löffel waren hinterher ziemlich versaut. Wenn du heißes Harz auf die Flossen kriegst, brennt es echt wie Hulle. ;)
      Das Harz ist in diesem Zustand sehr geschmeidig, da Terpentin und andere flüchtige Substanzen noch in der Masse vorhanden sind. Beim Raumtemperatur fließt es sehr langsam. Wenn man ein Kugel auf eine Oberfläche hinstellt, wird es innerhalb von ein paar Stunden ganz flach. Mit Handtemperatur kann man es kneten, allerdings ist es ziemlich zäh.
      Ich habe meinen Harzkugel zum BCD-Stuttgarter-Treffen mitgenommen. In einer großen Blechdose wurde die Harzmasse vorsichtig erhitzt. Nebenher wurde die gleiche Volumen an frisch verkohlten Holzkohle in einer Tasse mittels improvisierten Holzmörser pulverisiert. Die fein pulverisierte Kohlenstaub wurde zur Harzmischung beigefügt.
      Beim Aufkochen des Harzes verdampfte auch das enthaltene Terpentin, das hat teilweise ziemlich streng gerochen. (Vorsicht Stichflammengefahr)
      Da wir weder Talg noch Bienenwachs dabei hatten, haben wir einfach einen Teelicht in die Masse beigemischt.
      Das produzierte Pech ist vom Konsistenz her gar nicht einmal so schlecht. In kaltem Zustand lässt es sich nicht mit dem Fingernägel deformieren. Drückt man mit einer Klinge, splittert das Pech wie Glas. Macht man es mit einem Feuerzeug warm, schmilzt die Masse. Das Flüssige material ist nicht zäh, solange es heiß bleibt.
      Das Pech haftet unheimlich gut und ist wasserdicht und sehr hart im kalten Zustand. Es fühlt sich ein bisschen an wie ausgebackene Fimo.
      Ich habe es noch nicht als Dichtung ausprobiert, allerdings habe ich es bereits als Klebstoff verwendet.
      Das ist einfach der Heißkleber der Vergangenheit.
      Hier gibt es zum Pech etwas mehr zum Lesen:

      de.wikipedia.org/wiki/Pech_%28Stoff%29

      cheers Mike :mrgreen:
      Silence is golden, duct tape is silver

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von MacGyver ()

    • Pech- und Pflasterherstellung

      Ich finde das echt Klasse und hab mir am Schluss auch noch einen Stab mit dieser Mischung von Dir gedreht. Dabei ging was auf meine Hose. Habe einfach kurz gewartet und als es trocken war, konnte ich es ganz einfach entfernen, ohne Fleck oder sonst was :D

      Für mich bist Du Eichhörnchen...immer flink auf der Suche und Umsetzung von neuen Ideen :D
      Das nächste mal dürfen wir Workshops bei dir buchen, ja :)
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