Planzliche Notnahrung im Schnee?

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    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      War heut Abend, wie jeden Tag, wieder ne Runde Gassi. Bei uns liegen im Moment ca so 25-30cm Schnee. Alles schön zugedeckt.
      Trotzdem fiel mir auf, dass es eigentlich überraschend viel zu essen gibt. Auf einer kleinen Runde von ungefähr 80 Minuten entdeckte ich: ne Handvoll Eicheln, ganze Felder Kanadischer Goldrute, mehrere Heckenmeter Berberitze und Rosen.
      Eicheln kann man rösten/kochen, Wurzel von Goldrute sowie die Früchte der Berberitze und die Hagebutten sind energiereich und essbar. Praktischerweise alles in einer Größe, dass es schön aus dem Schnee heraussteht.

      Was findet man zu Zeit noch so einfach???


      Ps:hab leider nur einige mittelprächtige Handyphotos. Die reiche ich morgen nach.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      Das ganze Jahr über kannst du Sauerklee finden und auch verspeisen. Solltest zwar jetzt keine riesen Mengen davon naschen aber ich finde es lecker. Muss man halt grad den Schnee ein wenig beiseite aber wo Moos ist ist auch Waldsauerklee.

      Was mir noch spontan einfällt ist Kambium.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      "Ege23" schrieb:

      Das ganze Jahr über kannst du Sauerklee finden und auch verspeisen. Solltest zwar jetzt keine riesen Mengen davon naschen aber ich finde es lecker. Muss man halt grad den Schnee ein wenig beiseite aber wo Moos ist ist auch Waldsauerklee.

      Was mir noch spontan einfällt ist Kambium.


      Es ist nur leider keine wirkliche Notnahrung, der Sauerklee. Der Nährwert geht gegen 0. Man hat was im Mund zu naschen aber viel mehr auch nicht.

      Die Früchte des gewöhnlichen Schneeballs sind jetzt vom Frost, essbar gemacht und hängen oft noch bis zum Frühjahr
      Schlehen finden sich auch noch.
      Letztens habe ich noch was interessantes ausprobiert. In den abgestorbenen Knoblauchsrauken finden sich in den Schoten noch jede Menge kleiner schwarzer Samen. Hab in ner knappen halben Stunde eine gute Hand voll gesammelt.
      Der Geschmack ist fast identisch mit dem von Meerrettich und die Samen enthalten einiges an Ölen. (Kreuzblüter halt)
      Was ebenfalls essbar und nahrhaft ist, sind die Sprosse und Wurzeln vieler Pflanzen. Ich habe letztes Jahr die unterirdischen Sprosse vom Japanköterich ausgegraben und gegessen. Den findet man leicht weil die abgestorbenen Triebe aus dem Vorjahr schön aus dem Schnee herausstehen und markieren wo man graben soll.
      Wenn man seine Plätze kennt, dann weiß man wo im Frühjahr und Sommer, das Scharbockskraut, der Bärlauch, Beinwell, etc. wächst. Auch dort kann man die Wurzeln ausgraben, doch man muss immer bedenken dass beim gefrorenen Boden der Energieaufwand viel höher ist und überlegen ob sich das überhaupt rechnet.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      "Affenjunge" schrieb:

      "Ege23" schrieb:

      Das ganze Jahr über kannst du Sauerklee finden und auch verspeisen. Solltest zwar jetzt keine riesen Mengen davon naschen aber ich finde es lecker. Muss man halt grad den Schnee ein wenig beiseite aber wo Moos ist ist auch Waldsauerklee.

      Was mir noch spontan einfällt ist Kambium.


      Es ist nur leider keine wirkliche Notnahrung, der Sauerklee. Der Nährwert geht gegen 0. Man hat was im Mund zu naschen aber viel mehr auch nicht.

      Die Früchte des gewöhnlichen Schneeballs sind jetzt vom Frost, essbar gemacht und hängen oft noch bis zum Frühjahr
      Schlehen finden sich auch noch.
      Letztens habe ich noch was interessantes ausprobiert. In den abgestorbenen Knoblauchsrauken finden sich in den Schoten noch jede Menge kleiner schwarzer Samen. Hab in ner knappen halben Stunde eine gute Hand voll gesammelt.
      Der Geschmack ist fast identisch mit dem von Meerrettich und die Samen enthalten einiges an Ölen. (Kreuzblüter halt)
      Was ebenfalls essbar und nahrhaft ist, sind die Sprosse und Wurzeln vieler Pflanzen. Ich habe letztes Jahr die unterirdischen Sprosse vom Japanköterich ausgegraben und gegessen. Den findet man leicht weil die abgestorbenen Triebe aus dem Vorjahr schön aus dem Schnee herausstehen und markieren wo man graben soll.
      Wenn man seine Plätze kennt, dann weiß man wo im Frühjahr und Sommer, das Scharbockskraut, der Bärlauch, Beinwell, etc. wächst. Auch dort kann man die Wurzeln ausgraben, doch man muss immer bedenken dass beim gefrorenen Boden der Energieaufwand viel höher ist und überlegen ob sich das überhaupt rechnet.



      Natürlich hast du hier mit dem Nährwert recht. Nur Notnahrung bezeichnet man Nahrungsersatz in einer Notsituation. Da ist die Psyche das wichtigste und von daher wird jede Möglichkeit etwas zu essen die Moral aufwerten. Was das überleben bedeuten kann. Daher ist aus meiner Sicht auch der Sauerklee als Notnahrung gut. Klar wird man dadurch seine Energievorräte nicht aufwerten können da hast du zu 100 % recht aber die Moral wird auf jeden Fall positiv beeinflusst.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      ...gibt es eigentlich nicht!
      so sachen wie der Waldsauerklee (oxalis acetosella) kann man wie schon gesagt wurde essen, aber die haben halt 0! Nährwert!
      Winter ist traditionell die Zeit in der man von Vorräten gelebt hat oder eben von tierischem Eiweiß. Höchstens Eicheln oder Bucheckern (Zubereitung beachten!) liefern gemessen am Aufwand (keine Grabarbeiten im gefrorenen Erdreich etc.) noch einigermaßen Kohlenhydrate. Die Wahrscheinlichkeit Samen von Brennnesseln um die Jahreszeit zu finden sind gering.
      Ansonsten gibt es eigentlich nix um diese Jahreszeit in unseren Breitengraden. Wenn du dich auf pflanzliche Notnahrung verlässt bist du praktisch verlassen. :!:
      Mich stört in diesem Bereich die Tatsache, dass pflanzlicher Notnahrung viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, obwohl andere Dinge in Notfallsituationen (also typisches 72h Szenario und länger) weit wichtiger wären. Aber wenn man dann mal genauer hinschaut, sind fast ausschließlich Sachen dabei, die man zwar essen kann und gegebenenfalls med. Wirkung haben ggf. guten Geschmack haben, aber KEINERLEI Nährwert haben.
      Und wer schon mal wirklich Eicheln outdoor zubereitet hat, weiß, dass selbst das ein Heidenaufwand ist, um am Ende zwei kleine Kekse zu erhalten. Wer die Berichte und Aussagen aufmerksam verfolgt, sieht, dass es selbst mit "Erfahrung" schwierig bis unmöglich ist ausreichend ENERGIE!liefernde pflanzliche Nahrung zu finden.
      Fazit:
      Gut wenn man sich mit der Thematik auskennt, aber bitte sehr wenig von pflanzlicher Notnahrung erwarten (schon gar nicht um die Jahreszeit!). Schließlich waren auch unsere Vorfahren in erster Linie Jäger und erst weit dahinter Sammler. Weiterhin brauchst du um diese Jahreszeit eher Fette und Eiweiße als Kohlenhydrate.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      Danke für die vielen Antworten. Tja ich hab eben Dinge gesucht, die aus dem Schnee rausstehen, und die man im vorbeigehen mitgehen lassen kann ;)

      Mir ist schon klar, dass es unter dem Schnee noch mehr gibt, aber wo weiß ich ja nur bei mir daheim. Woanders brauch ich Pflanzen die auf sich aufmerksam machen. Eben während man von A nach B geht schauen was am Weg nahrhaftes ins Auge sticht.

      Zu Survivalsituationen: wenn ich draussen ein Problem habe, nehm ich das Handy und lass mich abholen( immerhin sind wir in Mitteleuropa), im schlimmsten Fall(kein Empfang) zum Beispiel in den Alpen hab ich halt ein paar Stunden Notabstieg vor mir bevor ich in der nächsten Siedlung steh. Ich informiere IMMER jemanden zuverlässigen wenn ich in die Berge geh. Hab ich mich nicht rechtzeitig zurückgemeldet wird die exakte Route der Bergrettung weitergegeben.

      Ich nutz halt gerne die wenige Zeit die ich habe um Bushcraftwissen anzusammeln und zu testen. In nichteinmal 2 Stunden konnte ich mehrere Handvoll Hagebutten und Berberitzen sammeln(Energie+Vitaminreich) sowie einige gute Eicheln(Energiereich). Auf das Ausgraben der Goldrutewurzeln(Energiereich) hab ich aus Faulheit verzichtet. Sind mir aber Felderweise ins Auge gestochen.
      Alles ohne Umweg oder großartigen Aufwand. Man musste nur pflücken oder aufheben.

      Nochmals Danke an diejenigen, die versucht haben meine Frage "Pflanzen im Winter" zu beantworten.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      @Friese
      Danke. Versuche immer neues zu lernen, aber Lebewesen waren schon immer mein Schwerpunkt.

      Ich sehe es auch recht ähnlich wie meine Vorredner, wenn auch nicht ganz so drastisch. Im Buchenhochwald, bei hohem Schnee und gefrorenem Boden und am besten noch in einer Fremden Region sind die Mengen an flanzlicher Nahrung leider wirklich gering.
      Zum Glück gibt es hier nicht nur diese Extreme. Erstens gibt selten Jahre mit einer durchgehenden Schnee und Frostperiode. Vor allem in den Tieflagen und Auwäldern hat man je nach Winter auch viel bessere Möglichkeiten zum Graben.
      Dazu kommt noch dass es in meinen Augen einen großen Unterschied gibt ob man eine Region sehr gut über alle Jahreszeiten kennt oder man als Tourist in fremden Gebieten unterwegs ist.
      Kenne ich eine Region, weiß ich wiegesagt wo ich nach was suchen soll auch wenn Schnee liegt, weil ich die Stellen auch im Sommer kenne, weiß in welcher Ecke die Buchen, Eichen und Hainbuchen besonders viele Früchte haben fallen lassen und so weiter und so fort.
      Als Tourist in einer fremden Region sieht das schon anders aus. Liegt der Schnee hoch und es sind auch keine Felsen in der Nähe um die Bodenverhälntisse einzuschätzen, kann ich keine Bodendecker beobachten, den Waldtyp und was ich möglicherweise finden könnte nur schwer einschätzen und allgemein weiß ich nicht wo was wächst.
      Es ist unter Vorbehalt schon möglich im Winter einiges an Essen nur aus Pflanzen zu gewinnen, aber das geht schon in den Bereich des Expertenwissens und wäre ich Survivallehrer würde ich für den Winter ganz andere Prioritäten lehren.

      Was man noch erwähnen sollte ist, dass es zwischen dme Kleeblatt und dem Zwölfender ja auch noch anderes gibt, nämlich vor allem Invertebrata.
      Unter großen Steinen und Baumstümpfen wird man nicht selten fündig vor allem was Kellerasseln, Safkugler etc. und auch ihre Eier angeht. Auch in morschen Bäumen befinden sich Engerlinge oder Käfer. Ist finde ich ein Punkt den man nicht unterschätzen sollte.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      "Friese" schrieb:

      @ Affenjunge
      Respekt, ich ziehe den Hut vor deinem Pflanzenwissen!

      Mit den Eicheln ist das so eine Sache: Wenn sie noch nicht gefressen worden sind, hat das manchmal seine Gründe, z.B. Verwurmung. Zerbröseln und eine Nacht wässern empfiehlt sich wegen der Bitterstoffe.

      Eicheln sammelt man am besten, wenn der Schnee weg ist. Dann sind die Gerbstoffe schön rausgespült und man kann sie auch gut verarbeiten.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      @go
      Bei YouTube hab ich bei Trapperjacksurvival was Interessantes entdeckt! Gib in dem Zusammenhang mal noch Winter ein und du kannst dir die Wintersurvival Serie von ihm reinziehen ... Der macht das wirklich mit dem Wintersurvival und tut nicht nur so.
      Mir hat am besten gefallen, wie er die Sachen verarbeitet! Wurzeln röstet er und macht sich daraus so ne Art Wildkaffee ...,oder er zerreibt das in seinem selbstgemachten Mörser und macht das mit in seinem Eintopf.
      Von dem Typ kann man echt viel lernen, was Wintersurvival angeht!
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      Also bei mir gibt es, im Kiefernwald viele Flechtenarten , viele essbar und z.T. auch Flächendeckend :
      -Isländisch Moos ,nicht Flächendeckend und schützenswert
      -Rentierflechte, Flächendeckend,einfach ab und zu den Schnee wegfegen und schon findet man sie.
      gekocht schmecken sie zwar immernoch sch... :? aber enthalten reichlich Nährstoffe.
      Und sie kommen auch da vor wo man wirklich in eine Notsituation kommen könnte nämlich in Skandinavien. :ugeek:
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Planzliche Notnahrung im Schnee?

      Bei den Sachen, die aus dem Schnee rausragen fallen mir noch die Große Klette (Wurzeln essbar) und das Schilf (Rhizome essbar) ein. Bei dem Meerrettich bin ich mir jetzt nicht sicher, aber der sollte bei seiner Größe im Winter auch etwas vom Hauptstengel übrig lassen und aus dem Schnee ragen.
      Wer sich in die Natur begibt, der lernt beim allerbesten Meister! (Erwin Thoma)