Wirklich EDC-taugliches Kit

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      Hi Freunde! nachdem ich immer wieder sogenannte EDC Survivalkits sehe, die ich nicht mal mit auf Expedtion mitschleppen würde, weil sie einfach viel zu gross und zu schwer sind wollte ich mir mal ein kleines Survivalkit zusammenstellen das wirklich im Alltag immer dabei sein kann. Mir bringt nämlich das tollste Kit nichts wenn ich das nicht immer mit mir rumschleppen will. Also habe ich mich die Tage mal daran gemacht ein wirklich EDC-taugliches Kit zusammenzustellen.

      Als erstes musste eine kleine Metalldose her. Die hier mit Minzpastillen passte von der Grösse her schonmal gut in meinen Plan, auch wenn der Preis von 1,70€ schon recht frech ist für ein paar Minzpastillen.



      Dann musste natürlich erstmal ein Messer her, ich habe aber keines mit einer Klinge die so gut wie möglich die Dose ausfüllt ohne dabei zu dick zu sein die ich hätte opfern können. Also habe ich mich dazu entschlossen erstmal ein kleines "Messer" wenn man das so nennen will zu bauen. Also schnell eine Klinge aus einem ca. 2mm dicken Stück rostfreiem Blech gedremelt und zugeschliffen; Bäume fällen könnte ich damit wohl nicht, aber um was zu schneiden, ein Tier auszunehmen oder sonstwas würde sie zur Not reichen. Sie ist eigentlich erstaunlich scharf, aber da das Material relativ weich ist denke ich dass sie nicht sehr schnitthaltig sein wird, aber das muss ich wohl in Kauf nehmen für so ein Minikit.



      Damit das "Messer" immer gleich griffbereit ist ohne dass man in der Dose fummeln und somit die Hälfte rauswerfen muss habe ich es in den Deckel eingeklebt, und eine Art Lasche angebracht um es schnell zu lösen. Das Duct Tape dabei zu haben kann auch nützlich sein, also 2 Fliegen mit einer Klatsche geschlagen ;)



      Die 2€ Münze liegt einfach zum Grössenvergleich drin um euch die Grösse der Dose und des Mischmetallfiresteels besser zu zeigen.

      Um eine bessere Wasserdichtigkeit der Dose zu gewährleisten habe ich die Scharnieröffnungen mit rotem Isoliertape abgeklebt, welches natürlich auch wiederum viele Verwendungen finden kann.



      Das selbe habe ich mit den Rändern der Dose gemacht, was zum einen der Wasserdichte beitragen soll und zum anderen dazu führt dass die Dose schwergängiger auf und zu geht. Dazu habe ich noch den Striker für Streichhölzer sowie eine magnetisierte Nähnadel in den Deckel eingeklebt. Den Striker habe ich eingeklebt weil ich eine Lehre aus dem Verlust meines Firesteels gezogen habe ;) Die Nähnadel kann nicht nur zum Nähen von Zeug und Wunden und zum entfernen von Splittern etc verwendet werden, sondern ich kann mir damit zur Not einen Kompass bauen, da ich sie ja magnetisiert habe.
      Auf den Boden Der Dose habe ich mir 4 kleine Post-it-Sticker geklebt die mit "Help!" und einem Pfeil versehen sind, womit man evtl. Suchmannschaften den Weg zeigen kann wenn man sich vom Fahrzeug/Lager oder whatever entfernt. Die Dinger nehmen kaum Platz weg und wiegen nichts, im Gegensatz zu einem Bleistift den ich anders auch noch hätte verstauen müssen, deshalb habe ich die Dinger gleich vorbereitet und kann so auf einen Stift verzichten.



      Dann habe ich normale Streichhölzer unterhalb des Reibekopfs bis kurz vor Schluss mit Vaseline beschmiert, wodurch sie nicht unerheblich länger brennen, und habe sie dann mit etwas dünner Plastikfolie (Mülltüte) umwickelt damit sie nicht alles einsauen.



      Ähnlich habe ich dann auch einen halben Wattepad mit Vaselinge eingeschmiert und mit Plastikfolie wasserdicht verpackt und auf die gewünschte Grösse reduziert.



      Da ein Kondom grösser ist als die Dose, und die Luft die in den Packungen mit eingeschlossen wird viel zu viel Volumen weggenommen hätte, ich aber nicht auf ein Kondom verzichten wollte (Wasser, Schwimmhilfe etc) habe ich das Kondom in der Packung ganz ans Ende gedrückt und ein Loch ins Alu gemacht (ohne das Kondom zu durchlöchern natürlich ;) ). Dann konnte ich die ganze Luft durchs Loch herausdrücken und das Loch dann mit einem kleinen Stück Tape verschliessen. So bleibt das Kondom fast wie vakuumiert in der gewünschten platzsparenden Forum und ist auch wieder luftdicht verpackt (An dieser Stelle eine Warnung, obwohl es klar sein sollte: Dieses Kondom wäre natürlich nicht mehr zum eigentlichen Verwendungszwecks eines solchen zu verwenden!!!)



      Alle anderen Sachen wurden auch soweit es geht von der Grösse her reduziert. Die wasserfesten Streichhölzer wurden 1-2mm gekürzt, so dass sie "quer" in die Dose passen, die Pillen wurden allesamt so eng es geht ausgeschnitten dass sie gerade noch so eingeschweisst sind, etc.

      Der kleine Müllbeutel wurde natürlich äusserst sorgfältig gefaltet, damit ja kein Lufteinschluss entsteht, die Pflaster je nach Art gefaltet, die Zahnseide so eng wie möglich aufgewickelt ohne dass dabei eine zu runde Form entsteht, der Spiegel wurde zugeschnitten usw...

      Leider habe ich vergessen ein Foto zu machen wie das Ganze am Ende von innen aussieht, hier aber mal ein Foto vom Zwischenstand ganz am Anfang als ich noch am probieren war. Insgesamt muss man relativ viel ausprobieren und wieder von vorne anfangen wenn man jeden mm nutzen will.



      Nun also zum Inhalt der Dose:

      1 "Messer"
      1 Rasierklinge (Baumarktausführung)
      1 Coghlan's Dosenöffner
      1 magnetisierte Nähnadel
      15(!) m Zahnseide (erstaunlich robust, deshalb für diese Grösse von Kit mMn die beste Lösung)

      1 Streichholzstriker
      4 "Vaselinestreichhölzer"
      3 wasserfeste Streichhölzer
      1 Mischmetallfeuerstahl
      1 Vaselinepad
      1 O.B.

      4 "Help"-Sticker mit Pfeil
      1 Spiegel aus Lexan (bricht nicht)

      1 Kondom aus Naturlatex und ohne Gleitmittel
      1 25cm x 25cm grosse Mülltüte

      4 Micropur Forte für jeweils 1 Liter Wasser
      1 Nurofen Fasttab (Fieber, Schmerzen etc)
      1 Immodium akut (gegen Durchfall, da sehr gefährlich im Bezug auf Dehydrierung und schnell mal eingefangen bei unsauberem Wasser oder ungewohnter Nahrung)
      3 verschiedene Pflaster
      1 Päckchen Salz (weil Platz übrig war und Salz immer gut ist)

      Und nicht zu vergessen:

      1 kleine Metalldose
      1 breites starkes Gummiband (Fahrradschlauch)
      etwas Ducttape
      etwas rotes Isolierband



      Und nochmal 2 Bilder zum Grössenvergleich mit einer normalen Streichholzschachtel



      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      Genau das war mein ziel, das Ding ist so klein dass man es immer in der Jackentasche aufbewahren kann, im Sommer sogar in der Hosentasche wenn man mag.
      Deshalb hebt es sich mMn von den oft gezeigten Maxpedition oder anderen Pouches, oder solchen Bauchtaschen etc ab.

      Bloss mit dem Messer muss ich mir noch etwas einfallen lassen :)
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      Ich glaube das Messer kannst du aus dem Kit herauslassen. In der Regel wirst du ja eh ein Klappmesser bei dir führen. Ob das jetzt ein kleines Schweizer, ein Opinel oder etwas brachialeres ist, ist ja erstmal egal.

      Ich würde statt der Messerklinge vielleicht ein oder zwei Klingen von nem Teppichmesser einpacken. Die sind ordentlich scharf und wenn du sie entsprechend behandelst und einpackst auch steril genug um damit ggf. auch mal einen Schnitt zu setzen. Scharf genug auf jeden Fall.

      Ansonsten nettes Kit. Wir bei den Pfadfindern haben damals dazu "Allzeit-Bereit-Päckchen" oder ABP gesagt. :) Die waren dann zwar ein klein bisschen größer, hatten dann aber auch noch eine Mullbinde mit dabei.

      Für ein etwas größeres Kit in das auch noch eine Mullbinde reinpasst empfehle ich Pfeifentabaksdosen. Die sind sogar einigermaßen Wasser- und Luftdicht. Die gibt es auch in relativ kleinen Größen, so dass sie noch in die Hosentasche passen sollten.

      Für ein Minimalkit hast du da aber schon was sehr nettes zusammengebaut. Bleib kreativ und mach weiter so.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      Bin jetzt kein Survivalexperte...aber ich denke mal, Situationen die sowas erfordern werden auch durch soeine minimalistische Ausrüstung nicht besser. Und andererseits ist es für alltägliche Aufgaben auch zu klein,das einzige was man davon wohl regelmäßig verwendet sind die kOpfschmerztabletten.

      Da nehme ich lieber n anständiges Messer udn ein Tool als EDC mit, dann lohtn sich das Gewicht wenigstens. Survivalkits brauche ich am Weg von/zur Arbeit definitv nicht und wenn ich weiter weg bin kommt ja ohnehin ein Rucksack mit in dem man auch ordentlich was unterbekommt.

      Also meiner Meinung nach dienst so ein Kit höchstens einem besseren gefühl wenn mans in der Tasche hat.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      Also meiner Meinung nach dienst so ein Kit höchstens einem besseren gefühl wenn mans in der Tasche hat.


      Ist doch aber auch schon mal was, und was du damit in einer entsprechenden Situation alles anstellen kannst liegt allein in deinen Fähigkeiten. Ich find's gut.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      "jimpanse" schrieb:

      Bin jetzt kein Survivalexperte...aber ich denke mal, Situationen die sowas erfordern werden auch durch soeine minimalistische Ausrüstung nicht besser. Und andererseits ist es für alltägliche Aufgaben auch zu klein,das einzige was man davon wohl regelmäßig verwendet sind die kOpfschmerztabletten.

      Da nehme ich lieber n anständiges Messer udn ein Tool als EDC mit, dann lohtn sich das Gewicht wenigstens. Survivalkits brauche ich am Weg von/zur Arbeit definitv nicht und wenn ich weiter weg bin kommt ja ohnehin ein Rucksack mit in dem man auch ordentlich was unterbekommt.

      Also meiner Meinung nach dienst so ein Kit höchstens einem besseren gefühl wenn mans in der Tasche hat.


      Nun ja, bei einem solchen Kit gehts nicht unbedingt um EDC, sondern darum, wichtige Dinge am Mann zu haben, wenn man den Rucksack mit der restlichen Ausrüstung verliert. Von daher macht das durchaus Sinn.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      Eventuell würde das Spyderco Bug reinpassen, das ist zusammengeklappt 41mm lang.
      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”
    • Wirklich EDC-taugliches Kit

      @Eowin: Danke für den Tipp, ich dachte auch erst an ein Minimesser, aber leider sind die meistens trotzdem noch relativ dick. Eine Klinge von einem kaputten Messer wäre ideal, wenn nicht mache ich mir halt irgendwann das Messer nochmal aus ordentlichem Stahl.

      An Alle: Das Kit ist für mich mein EDC "Survival Kit", ein normales EDC-Kit wie viele Leute (Leatherman, Taschenlampe, Firesteel etc) habe ich nicht, da ich nicht soviel mit mir rumschleppen möchte und es auch für den Alltag in der Woche nicht brauchen würde.

      Dieses Kit soll für mich halt ein Survival-Kit sein das ich immer bei mir haben kann, denn nur dann nützt ein solches Kit mir was. Ich habe auch grössere, aber die liegen denn im Auto oder kommen mit wenn ich in den Wald gehe. Im Alltag würde ich niemals eine Bauchtasche oder sonstwas in der Art mit mir rumschleppen.

      Allerdings habe ich schon drüber nachgedacht ein kleines auf den Alltag ausgelegtes Kit zu basteln welches ich in meiner Laptoptasche aufbewahren könnte, welche ich eh in 99% der Fälle mit mir rumschleppen muss. Da schwebt mir die Grösse einer Zigarillodose vor, da diese recht flach sind und deshalb nicht so dick auftragen, und eigentlich (ob ich das möchte ist wieder etwas anderes) auch in der Jacken- oder Mantentasche platz finden können.

      Ob das Kit wirklich unnütz sein würde in einer Notsituation wage ich zu bezweifeln (auch wenn ich natürlich noch keine Erfahrungen in diese Richtung habe). Natürlich kann man es nicht mit einem grösseren Kit oder einem BOB oder sonstwas vergleichen, aber man kann ja auch keinen Smart mit einem Truck vergleichen ;) Bei der Grösse einer Streichholzschachtel müssen halt Kompromisse gemacht und Entscheidungen getroffen werden, und dennoch sind die wichtigsten Bedürfnisse eigentlich damit abgedeckt, zumindest für ein kurzes Szenario, alles andere würde eh den Rahmen eines solchen Minikits sprengen.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.