Bogen gebaut

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    • Hallo! Ich habe mir vor ein paar Monaten einen Bogen aus Esche gebaut. Er ist jetzt 174cm lang. Es hat alles gut geklappt, nur konnte ich mich mir dem schießen noch nicht so richtig beschäftigen. Ich konnte das Zuggewicht nicht messen und mir keine Trainigspfeile kaufen.


      Heute habe ich das Zuggewicht gemessen und komme auf 29lb.
      Jetzt habe ich noch ein paar Fragen. Bisher habe ich keine "richtige" Bogensehne, sondern benutze eine die ich aus Maurerschnurr geflochten habe. Diese besitzt keine Dehnung. Also sicherlich etwas aber ich kann keine nennenswerte feststellen. Ich hab den ganzen Bogen so gebaut das man ihn auch unter primitiven Bedingungen in der Natur herstellen kann. Klar die Kunststoffschnur sollte man dann dabei haben ;)

      Der Abstand zwischen Griffstück und Sehne beträgt jetzt 12cm. Ich denke das ist noch zu wenig. Wie groß sollte der Abstand in etwa sein? Wie ändert sich das Zuggewicht?

      Wenn ich mir Pfeile bestelle werde ich wohl zunächst günstige Holz oder Fieberglaspfeile kaufen. Kann ich auch welche nutzen die einen Spinewert für Bögen mit 45lb haben? Oder macht das einen sehr großen Unterschied für Anfänger?
      Ich werde sicherlich keine super Bogenschütze, aber auf 10 Meter möchte ich schon einigermaßen was treffen.
      Ich würde mir wahrscheinlich diese Pfeile bestellen:
      bogensportwelt.de/OLD-WOOD-24-28-Zoll
      Sind die ok oder sollte ich mir etwas anderes zulegen?
      Hier noch ein Bild vom Bogen.
      s7.directupload.net/file/d/3064/cmnt42jy_jpg.htm
    • Hi Spitfire,

      zunächst einmal hast Du Dir einen vom ersten Eindruch her sehr schönen Bogen gebaut. Respekt! Ich habe sowas leider zeitlich in den letzten drei Jahren (so lange schieße ich Langbogen) noch nicht auf die Reihe bekommen.

      Wie Du Dir denken kannst hast Du wahrscheinlich grad in ein Bienennest gestochen, da das Bogenschießen eine Wissenschaft für sich ist... :D Wie alles andere hier ja auch.

      Die optimale Standhöhe Deines Bogens erhälst Du... durch ausprobieren! Ich gehe davon aus, dass Dein Bogen , wenn er entspannt ist, keinen "Reflex/Deflex" aufweist, sondern im Prinzip ein "gerader Stecken" ist. Daher würde ich vorschlagen, Du beginnst bei ca. 7" Abstand zwischen Druckpunkt und Sehne und schießt drei Pfeile. Achte darauf, ob der Bogen "knallt" und ob die Erschütterung beim Schuß (Handschock) stark wahrnehmbar ist. Jetzt erhöhst du den Abstand jeweils um ca, 1/4", knallen und Handschock sollten geringer werden. Ab dem Punkt, wo der Bogen ruhig in der Hand liegt, erhöhst Du die Standhöhe nicht weiter, sondern versuchst eher, sie in geringeren Schritten wieder zu senken, da der Bogen an Wurfkraft verliert, je höher die Standhöhe ist.

      Der Spinewert der Pfeile sollte schon in etwa zum Bogen passen, sonst wird die rechts/links-Abweichung zu groß. Klar, Du willst keine Turniere gewinnen, aber 10m Distanz werden Dir schnell nicht mehr reichen und es soll ja Spaß machen. Die ausgeguckten Pfeile kannst für den Anfang schon nehmen, ist dann halt nicht schade drum, wenn Du mal einen "versenkst".

      Achte aber bitte auf den Sehnendurchmesser und dementsprechend die Größe der Nocke. Vielleicht solltest Du Dir eine einfache Dacron B50-Sehne gönnen. Bloß keine Fastflite, die kann Dein Bogen nicht ab!

      Außerdem solltest Du die "oben/unten"-Abweichung durch nen Rohschaft-Test zum Ermittel des Nockpunktes verringern, sobald Du den richtigen Spinewert gefunden hast...

      Ich gehe da gerne, falls gewünscht, genauer drauf ein, aber ich denke, für den Anfang habe ich Dich genug abgeschreckt... :twisted: ... außerdem ruft meine Gattin zum essen...
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • "spitfire" schrieb:


      Heute habe ich das Zuggewicht gemessen und komme auf 29lb.
      [...]
      Der Abstand zwischen Griffstück und Sehne beträgt jetzt 12cm. Ich denke das ist noch zu wenig. Wie groß sollte der Abstand in etwa sein? Wie ändert sich das Zuggewicht?
      [...]
      Wenn ich mir Pfeile bestelle werde ich wohl zunächst günstige Holz oder Fieberglaspfeile kaufen. Kann ich auch welche nutzen die einen Spinewert für Bögen mit 45lb haben? Oder macht das einen sehr großen Unterschied für Anfänger?


      Ganz schnell und ganz grob:
      - 29 lb sind für einen Anfängerbogen prima (könnten fast noch weniger sein)
      - 12 cm entspricht in etwa 4,5 Zoll Standhöhe. Das ist schon recht niedrig, kann aber bei einem selbstgebauten "Survivalbogen" hinreichend oder schlichtweg egal sein.
      - bei niedriger Standhöhe wird der Pfeil länger beschleunigt, der Bogen wird also "schneller", dafür weniger Fehler verzeihend. Bei Erhöhung der Standhöhe umgekehrt. Das Zuggewicht verändert sich durch eine Veränderung der Standhöhe nicht.
      - Holz oder Fiberglas? Definitiv Holz! Ist einfach leichteres Material. Das wirkt sich bei "nur" 29 Pfund deutlich aus.
      - Pfeile mit Spinewert für 45 lb sind zu hart, bzw zu steif (google: Archers paradox). Nimm unbedint welche, die deinem Bogen entsprechen. Für 25-35 lb sollte passen.

      So, quick and dirty.
      Wer mehr weiß kann ja ergänzen!

      Viel Freude mit Deinem Bogen und
      alle ins Gold/Kill,
      André
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Hallo.

      unausgezogen sieht er fast perfekt aus. allerdings scheint der auf dem Bild rechte wurfarm ein klein wenig steifer zu sein.
      Ermitteln könnte man das erst wenn du ein Bild im Vollauszug postest.

      Dann würde ich im gegebenen Fall das letzte Drittel des Wurfarms noch ein wenig runtertillern.

      Bezüglich Pfeile. Du könntest ja auch probieren dir selber Pfeile herzustellen. Es ist auch nicht wirklich viel schwerer wie das Bogen machen.
      Das Federn ankleben ist ein wenig fisselig aber nix was unmöglich ist.

      edit:
      Noch etwas. Eschenholz ist viel Zugstabiler als es Druckstabiler ist. Das heißt der Bogenbauch ist gefährdeter, Stauchungsrisse zu bekommen.
      Bei deiner Zugstärke gibt es noch überhaupt keinen Grund zur Sorge, aber man könnte den Bauch noch "toasten" wie es im Fachchinesisch heißt.
      Dabei wird der Bogenbauch mit trockener Hitze, etwa einer Heißluftpistole oder einer offenen Flamme so bearbeitet, dass die Farbe in ein rosiges Braun übergeht, ohne ihn aber zu verbrennen. Das erfordert ein wenig Übung.
      Damit wird das Holz spröder und Druckstabiler und vor allem kann man somit noch die Zugkraft erhöhen. Bei deiner Zugstärke könnte man noch etwa 5-10 lbs rausholen.
      Hieß früher AJ im Forum.


      - Die Wüste ruft -
    • Also die Pfeile sind gestern angekommen und für den Preis bin ich echt überrascht wie gut sie verarbeitet sind.
      Ich habe heute mal ein wenig damit geschossen. Also die Pfeile flogen ca. 130 Meter weit. Manche etwas weiter andere weniger. Ich sag mal +/- 10 Meter. Wie gut ich die 45° eingehalten habe weiß ich nciht. Ich denke mal die Weite wird euch etwas über die Qualität des Bogens sagen.
      Allerdings gibt es ein Problem. Ich habe heute auf eine Pappe geschossen und der Pfeil hat immer kurz vorm verlassen oder vielleicht dabei einen kleinen schlag bekommen der ihn nach unten abgelengt hat. Bei den Weitschüssen war das auch so. Dort stabilisierte sich der Pfeil aber kurz darauf.
      kann das an der Nocke liegen? Also das die Sehne zu stark in der Nocke sitzt? Der Pfeil lässt sich allerdings locker auf der Sehne verschieben.
      Die Standhöhe beträgt derzeit 14cm. Ich muss den Bogen noch einmal tillern und lade dann auch mal ein Bild hoch.