Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

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    • Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

      Wie würdet ihr den Vorteil von Flachschliff gegenüber Scandischliff beschreiben?
      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”
    • Vorstellung von Outdoor- und Survivalmessern

      Ja, ok, Flachschliff schneidet eher, beim Scandi ist dagegen die Spaltwirkung größer. Nur ich dachte, dass die Befürworter vom Scandi gerade darin den Vorteil sehen?

      Vielleicht hätte ich meine Frage anders stellen sollen: für welche Anwendungsbereiche in den Bereichen Outdoor/Bushcraft/Survival ist Flachschliff besser, für welche Scandi?

      Ich will jetzt damit auch keinen Glaubenskrieg anzetteln, ich wüßte nur einfach gerne, was eure subjektiven Erfahrungen und Meinungen dazu sind. :)
      “No living man may hinder me!” - ”But no living man am I! You look upon a woman. Éowyn I am, Éomund’s daughter. You stand between me and my lord and kin. Begone, if you be not deathless! For living or dark undead, I will smite you, if you touch him.”
    • Vorstellung von Outdoor- und Survivalmessern

      "Éowyn" schrieb:

      Wie würdet ihr den Vorteil von Flachschliff gegenüber Scandischliff beschreiben?


      Das wolltest du wissen und darauf habe ich geantwortet. Du hast deine Fragestellung auf den Anschliff reduziert, und nicht nach dem bevorzugten Anwendungsbereich gefragt.
      "Ein Teil der heutigen Menschen sind entartete, überzüchtete, naturentfremdete, egoistische Supermarktraubtiere" (Werner Freund †)

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      Ich persönlich schnitze mit einem scandi lieber. bei dingen wie der kerbe im bohrbrett zum beispiel... rein subjektiv geht es mir mit einem scandi angenehmer von der hand. dazu muss ich aber sagen das ich trotzdem einen flachschliff bevorzuge ;) weeeeil: ich mir sowas von überhaupt kein kopf darüber machen möchte wie ich mein messer scharf kriege. wenn ihr meine flachschliffe sehen würdet... die meissten würden die hände über den kopf zusammenschlagen. aber mal flott über nen flusskiesel oder einem angerotzten sandstein ^^ klappt nicht sooo gut mit einem konvexen und einen scandi nachschärfen finde ich eher mühsam. auch wenn die weit verbreitete meinung ja doch eher in die andere richtung geht tja. die traurige realitaet eben ;)
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      "Éowyn" schrieb:

      Ich will jetzt damit auch keinen Glaubenskrieg anzetteln


      Zu spät... :mrgreen:

      Ich verstehe die Befürworter von Flachschliffen. Zwei meiner Alltimegreatest (Ontario RAT-3 u. Becker BK 11) haben ja auch diesen Klingenanschliff.

      Ganz grob:

      Flaschliff
      PRO:
      - gute Schneideigenschaften
      - leichte Nachschärfbarkeit ("angerotzter Flußkiesel" :mrgreen: )
      - für einige Anwendungsbereiche funktioneller (Nutellastreicher, Gabelersatz, Graben etc.)

      Contra:
      - tendenziell weniger Stabilität (ist natürlich vo Modell abhängig), da die Klingenstärke kontinuierlich vom Rücken zur Schneide abnimmt
      - benötigt immer eine Sekundärfase
      - Beim Spalten von Holz liegt verhältnismäßig viel von der Klingenflanke an beiden Seiten des Holzes an :arrow: mehr Spaltwiderstand durch Reibung
      - weniger Masse beim Hacken, etc. (siehe Stabilität)

      Scandi
      PRO:
      - keine Sekundärfase nötig, d.h. bei gutem Anschliff brachial scharf
      - gute Spalteigenschaften, da, die Anschliffflanken nicht am Holz anliegen
      - hohe Stabilität da die Klingenstärke oft über 2/3 der Klingenhöhe beibehalten wird
      - viel Masse beim Hacken, etc. aus o.g. Gründen.

      CON:
      - Schleifen muss man echt beherrschen
      - wenns stumpf is, isses stumpf :shock:
      - Vorteil der Spaltwirkung wird zum Nachteil bei weichen Materialien (Apfel, etc.)


      Natürlich wird man bei jedem Pro und con bei beiden Klingenarten Ausnahmen finden (eine Machete hat ja auch nen Flachschliff und hackt wie die Hölle) klar. Das war jetzt nur mal GANZ grundsätzlich.
      Und klar werden jetzt einige (zu recht) sagen, dass beim Spalten mit Flachschliff auch nicht mehr Klingenflanke am Holz anliegt als beim Scandi. Ja, kann man so sehen. Mein subjektiver Eindruck ist aber, dass Spalten mit nem Scandi besser von der Hand geht.

      Beste Grüße,
      André
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Vorstellung von Outdoor- und Survivalmessern

      Genau Sawyer. Das ist der Scandi Schliff.
      Deswegen wird oft auch vom "derben flachschliff" gesprochen, das sieht man in der Zeichnung sehr gut. Um mit evtl. Verwirrung aufzuräumen... bei der Hohlschliff und Flachschliff Zeichnung wurden die Schneidfasen nicht eingezeichnet sondern nur die Form der Klinge im Schnitt gezeigt.
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      "Sawyer" schrieb:


      Ein Scandischliff ist doch nichts anderes als ein Flachschliff, der nur ein Drittel bis max. die Hälfte der Klinge einnimmt?


      Im Prinzip ja. Jedoch wird ein Scandi-Anschliff, wie ICH ihn verstehe (wir hatten da schon Diskussionen zu dem Thema) auf NULL gezogen, d.h. die Anschlifffasen laufen an der Schneide zusammen ohne eine kleine Minischneide (Sekundärphase) zusätzlich zu haben.
      Oft ist ein Scandischliff auch werksseitig poliert um eben den "Vorteil" (kann man sehen wie man will) der fehlenden Sekundärfase auszureizen.

      Hoffe, ich konnte Dir helfen.

      Beste Grüße,
      André
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Vorstellung von Outdoor- und Survivalmessern

      "Bigpaddy" schrieb:

      Das wolltest du wissen und darauf habe ich geantwortet. Du hast deine Fragestellung auf den Anschliff reduziert, und nicht nach dem bevorzugten Anwendungsbereich gefragt.


      Genau. Deshalb hab ich ja auch nicht Dich kritisiert, sondern mich, und die Frage neu formuliert, weil es im ersten Anlauf schief gegangen war :D
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    • Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

      Vielen Dank für eure Antworten, allmählich wirds mir klarer! Ich selbst bin mit meinen Scandis bisher wunschlos glücklich und vor allem von deren Leistung beim Schnitzen begeistert. Ich bin natürlich auch eine alte Warmduscherin und bei meinen Anwendungsbereich stehen die leichten und mittleren Holzarbeiten klar im Vordergrund.

      Mein Vorschlag zum Thema Scandi und leichte Schärfbarkeit:

      Scandis sind leichter schärfbar in dem Sinne, dass es einfacher ist, den richtigen Schleifwinkel zu finden. Selbst ein völlig ahnungsloser Anfänger schafft es, die Flanke beim Scandischliff platt auf den Schleifstein zu legen und drüber zu ziehen. Beim Flachschliff dagegen kann es für Anfänger schwierig sein, den richtigen Winkel zu finden.

      Sie sind aber schwieriger zu schärfen in dem Sinne, dass man beim Schleifen mehr Material abtragen muss. Was sich besonders übel bemerkbar macht, wenn man eine komplett stumpfe Klinge hat oder Scharten oder eine Sekundärfase ausschleifen will. Ausserdem braucht man eine breitere plane Fläche zum Schleifen als beim Flachschliff, was das Schleifen auf dem berühmten Flußkiesel erschwert bzw. unmöglich macht. In einer Notsituation könnte man mittels Flußkiesel evtl. eine Sekundärfase anbringen.

      "Recon8" schrieb:

      Jedoch wird ein Scandi-Anschliff, wie ICH ihn verstehe (wir hatten da schon Diskussionen zu dem Thema) auf NULL gezogen, d.h. die Anschlifffasen laufen an der Schneide zusammen ohne eine kleine Minischneide (Sekundärphase) zusätzlich zu haben.


      Ich sehe es ganz oft, dass in Bezug auf Scandis auch von einer Sekundärfase gesprochen wird, beispielsweise bei den EnZos aus D2 wird grundsätzlich eine Sekundärfase empfohlen, damit es nicht zu Klingenausbrüchen kommt. Ob das [edit: diese Redeweise] aber wissenschaftlich 100% korrekt ist, weiss ich nicht.

      Viele Grüße euch allen,

      Éowyn
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Éowyn ()

    • Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

      Skandinavischer Anschliff ist eine Methode um Messer schnell und günstig herzustellen. Sie werden sehr scharf aber durch die feine Schneide noch schneller stumpf. Außer für Schnitzmesser fällt mir kein vernünftiges Anwendungsgebiet für den skandinavischen Anschliff ein.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

      "Éowyn" schrieb:


      Ich sehe es ganz oft, dass in Bezug auf Scandis auch von einer Sekundärfase gesprochen wird, beispielsweise bei den EnZos aus D2 wird grundsätzlich eine Sekundärfase empfohlen, damit es nicht zu Klingenausbrüchen kommt. Ob das aber wissenschaftlich 100% korrekt ist, weiss ich nicht.


      Ich auch nicht.
      Wenngleich auch Scandischliffe aufgrund des vollen Klingenmaterials bis zu 2/3 der Klingenhöhe, stabiler sind (sein können) als Flachschliffe, kann die Schneide selbst tatsächlich empfindlich werden, wenn der Scandiwinkel sehr flach gewählt wurde. Bei Klappmessern mit Scandianschliff ist das quasi automatisch so, da die Klingendicke viel geringer ausfällt als bei einem feststehenden Messer mit gleichem Schliff. Daher KANN sich hier eine Sekundärfase positiv auf die Schneidenstabilität auswirken, muss sie jedoch nicht. Das muss man bei jedem Messer einzeln beurteilen. Schlußendlich ist ja auch die Stahlsorte dafür nicht unerheblich.

      Beste Grüße,
      André
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    • Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

      Es gibt ja die auch hier immer wieder auftauchende Debatte über die Frage, ob D2 als Messerstahl überhaupt geeignet ist usw. Die Warnung in Bezug auf die EnZos bezieht sich eigentlich mehr auf die Fixed, vor allem, wenn man sie für gröbere Arbeiten wie Hacken und Batonen verwendet.

      Bei meinem Folder von EnZo in D2 mit Scandi genieße ich einfach die Schärfe von dem Scandi Zero und hab damit auch nach ausgiebigen Schnitzaktionen in beinhartem getrocknetem Holz keine Probleme.
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    • Vorteil von Flachschliff zu Scandischliff

      scandi ist in der holzbearbeitung gefühlt viel effizienter als andere schliffe und leicht nachzuschärfen. meine scandis haben über die zeit immer eine konvexe fase bekommen oder wurden so ausgeliefert. ich schärfe sie nicht oft. auf dem leder mit paste abzuziehen reicht aus um sie zum rasieren zu bekommen. mit dem stein kann man genau wie bei einer axt auch eine konvexe schneidfase schärfen. im gegensatz dazu steht das klassische schärfen auf einem stein. da wird bei einem scandi auf null ohne sekundärfase mehr material abgetragen als auf einem flachschliff mit sekundärfase. wirklich ärgerlich wird das nur bei ausbrüchen in der schneide. die kann man verhindern wenn man seinen kopf benutzt und nicht gerade einen fein ausgeschliffenen scandi aus s90v d2 oder anderen karbidmonstern hat die viel besser mit stumpferen winkeln funktionieren.
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