Batoning mal kritisch betrachtet

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    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Eins vorweg: Ich sehe Bantoning als legitime Notfalltechnik an um an trockenes Kernholz zu kommen oder bei Speeren , Fackeln u.s.w die Spitze aufzuspalten. Ich betreibe es auch öfters und zeige es auch in Kursen. Aaaaber: Ich sehe in letzter Zeit immer öfters das Bantoning zur Sportart verkommt, die zu spaltenden Hölzer immer dicker werden , die Schlaghölzer immer größer , immer gewaltätiger auf die Klingen eingeprügelt wird , auch auf die Spitzen wobei sich das eigentlich von selbst verbietet und alles ohne Rücksicht auf Klingenstahl , Geometrie u.s.w.
      Nun wäre es für mich als Messerhersteller einfach auf diesen Trend zu reagieren und nur noch Messer zu bauen mit 6-8mm Klingendicke und den Stahl auf c60 oder c45 runter zufahren. Und genau da haben wir dann das Problem: Alles was fürs Bantoning entschieden wird geht auf Kosten der Schneideigenschaften und des Gewichtes. Die Frage ist : ist es das wert? Bei mir macht Bantoning mit Sicherheit keine 5% der Messernutzung aus. Soll man deshalb die Schneideigenschaften kastrieren oder wäre es nicht besser diese Methode einfach etwas vorsichtiger anzuwenden und nur dann wenn es nicht anders geht und bei entsprechenden Durchmesser von Holz und Schlagholz.
      Ich denke zwar auch darüber nach ein Doppelmesser anzufertigen das aus einem speziellen Bantoningmesser und einem kleineren Messer besteht aber kann man dann nicht gleich ein Beil einstecken. Ist das noch sinnvoll?
      Was denkt Ihr über das Thema?
      Freue mich auf eine rege Diskussion :)
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Vor 30 Jahren hat noch keine Sau gewusst was das überhaupt ist -trotzdem hat man Outdoor überlebt.
      Der Hype der um diesen nebensächlichen Schwachsinn gemacht wird ist für mich komplett unverständlich.
      IM NOTFALL vielleicht- aber statt dicke Scheite aufzuspalten gibt es auch andere Wege an trockenes Holz zu kommen.
      Und wenn, man das macht dann bitte mit maßvoll geführten, kontrollierten Schlägen und nicht um Riesenscheite aufzuspalten sondern eher um Anmachholz zu spalten,Kerben in Holz zu arbeiten oder einen starken Ast sauber zu durchtrennen.
      Ich lach mich schlapp wenn auf u-tube irgendein Blödi wie ein Geisteskranker auf seinem Messer rumprügelt.
      Paradebeispiel ist Nutnfancy, der Berserkermässig auf einem Cold Steel Pocket Bushman (mit einer ca 3 mm dicken Flachschliffklinge aus stainless)mit einem fetten Schlagholz rumprügelt um einen schenkeldicken!!!
      trockenen!!! EICHENSTAMM!!! zu durchtrennen .
      Dabei immer schön schräg auf die Klinge kloppt um dann nach erstaunlich langem Missbrauch feststellt das diese nun hin ist.
      Sein unmaßgebliches Fazit: DAS MESSER TAUGT NIX ! :lol: :lol:
      Komplett lächerlich wird es dann wenn angefangen wird WD40 auf die Klingen zu sprühen. :shock:
      Wer glaubt er muss dickes Holz spalten soll ein Beil oder besser eine Axt mitnehmen.
      Erstmal gucken ob da nicht schon trockenes Holz zu finden ist,sammeln verbraucht auch weniger Energie.
      Es gibt auch die Variante Holzkeile/Pflöcke mit einem Schlagholz zu benutzen.
      Die Qualität eines Messers danach zu beurteilen wie es zum Batoning geeignet ist kann nur auf Kosten des eigentlichen Zwecks eines Messers-nämlich schneiden zu können-gehen.
      Im Notfall ist das Messer ein fast unentbehrliches Werkzeug
      und man sollte sich es 2x überlegen ob man darauf rumkloppen sollte.
      Wer glaubt sein Messer zum Spaltkeil degradieren zu müssen soll das bitte tun, ich mache das freiwillig nur selten und bin dann sehr vorsichtig.
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Nachdem ich als Jungpfadi furchtbar stolz auf mein Fahrtenmesser und das "Recht" es zu tragen war 8-), trage ich nun seit ca. 20 Jahren diverse Taschenmesser und praktisch kaum noch fixed. Ehrlich gesagt versteh ich den Sinn von Batoning nicht soo ganz.
      Wenn ich Feuer mach, nehm ich klitzekleine Ästchen(meist Fichte), dann gaaanz dünne Ästchen dann Ästchen und irgendwann wird Bleistiftdicke erreicht. :o Das ganze eventuell unterstützt von Harz oder Birkenrinde oder was halt da ist... Funktionierte eigentlich bisher ganz gut ;)

      Für den seltenen Fall, dass unterwegs was gespalten werden muss, gibts am Vic ne Säge. Ansägen, ein paar Schläge und gut ists. Ansonsten kleine Keile schnitzen. Geht auch ziemlich flott.

      Das Bedürfniss nach größerem Spaltwerkzeug hatte ich bisher ausschließlich auf geplanten Lagern/Treffen, wo vorgesägtes Brennholz in größeren Mengen und Stücken bereitlag. Zufälligerweise gabs da immer auch ausreichend Äxte und Sägen. :P
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Grundfrage: Warum spaltet man Holz?
      Nur sinnvoll im Heimbereich:
      1. - Wenn die Holzstücke zu groß für die Kaminöffnung sind.
      2. - Wenn man glaubt (Streitfrage), daß das Holz so schneller
      trocknet.
      Sonst ist kein rationaler Grund gegeben!

      Im Outdoor:
      Kein Mensch sammelt hier klatschnasses Holz. Warum ist wohl klar. Ergo verbleibt die Konzentration auf trockenem Holz:

      Batoning kostet hier Zeit (die man besser im Outdoor einsetzen kann), Kraft, Materialbelastung.
      Ein weiterer, entscheidenter Nachteil: Gespaltenes Holz brennt wesentlich schneller ab!
      Will sagen, man benötigt im Outdoor dann einen deutlich größere Holzmenge.
      Das Batoning wird kontraproduktiv!
      Legt man das trockene Holz "am Stück" in's Feuer, es brennt!!
      Warum denn auch nicht??
      Hatte während meiner seinerzeitigen Ausbildung ebenfalls Holz gespaltet. Es erfolgte ein "Anschiss" meines Ausbilders,
      eine Erklärung warum (siehe oben) und als Belohnung, damit ich es nicht vergesse, 2x50 Liegestütze...
      Ich spreche hier natürlich von Holz mit max. 20 cm Durchmesser.
      Dies ist - nicht nur - meine Erfahrung, in über 10-jährigem Survival-Einsatz.
      Für mich ist, aus welchen Gründen auch immer, Batoning im
      Outdoor, zu einem Aberglauben geworden, den man nüchtern
      überdenken sollte.
      Ein Messer muß in der Lage sein am Stamm Zweige und Äste ab-
      zuschlagen und zu zerkleinern. Keine Frage!!
      Ansonsten aber - siehe oben.
      Das war's von mir "auf die Schnelle".
      Wünsche dem Forum ein Sommer-Wochenende!

      Sinlclair
      Ich traue keiner Uhr-ihre Zeiger haben nicht die gleiche Länge. (Peter Sellers)
      Wir säen nicht und ernten doch. (Joe Dalton)
      Freedom is just annother word for nothing left to loose. (Janice Joplin)
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Wenn Gott gewollt hätte, dass Bäume mit dem Messer gefällt und Türen damit aufgehebelt werden, hätte er beides aus Rindsfilet gemacht!
      Bitte beachtet und respektiert, dass dies mein PRIVAT Account ist und Fragen zu unserer Firma an den gewerblichen Account "Begadishop" gehen! DANKE!
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Eigentlich ist es totaler schwachsinn ^^

      aber ich mache es auch :lol:
      aber nur wenn ich anmachholz benötige
      ich tu mir da mit den messer einfach leichter wie mit nem beil...
      dickes holz spalte ich mit dem beil oder ich pfeffer mein Glock durch.

      das alles ist doch nur ne modeerscheinungt :roll:
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Wirklich gebraucht habe ich die Methode im Mai. Ich war mit 2 Jungs unterwegs und als wir abends am Lagerplatz angekommen sind hat es angefangen zu schütten. Die ganze Nacht regnete es wie aus Eimern. Am nächsten Morgen brauchte ich dringend ein Feuer da ich ohne Kaffe unausstehlich bin. Selbst die unteren Äste der dichtesten Fichten waren fast bis zum Stamm durchnässt. Ich spaltete zuerst etwas Fatwood von einer Kiefernwurzel ab dann ein paar ca.3-4cm dicke Äste auf. Und schon brannte das Feuer. Aber es wurde eben alles in Ruhe mit Gefühl aufgespalten und ohne rohe Gewalt. Das ist das was ich unter Bantoning verstehe. ;)
      Übrigens durfte das Messer bald danach das machen für das ich es wirklich brauche: Fische filetieren und essen zerschnibbeln :mrgreen:
      Nachtrag: Ein Beil oder Axt war nicht dabei da jeder von uns schon über 20 Kilo auf dem Rücken hatte und man bei uns wirklich genug Holz in passender Größe findet
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Ich bin ja jemand der sein Messer zum Spalten von Holz nimmt. Ich bin einfach zu Faul noch ein Beil mitzunehmen. :) Ich mache das schon seit knapp 15 Jahren so und habe das Wort Batoning auch erst vor knapp 2 Jahren das erste mal gehört.

      Allerdings beschränkt sich das Ganze in der Regel tatsächlich auf die Vorbereitung von Anmachholz oder wenn wirklich gar nichts trockenes vorhanden ist.

      Nach einem langen, anstrengenden Tag sehe ich mich auch manchmal nicht mehr in der Lage, eine Axt sicher zu handhaben. Gerade, wenn es kalt ist und ich total ausgelaugt bin, ist das Batoning für mich persönlich einfach die sicherere Methode um Anmachholz zu machen. Ich schnappe mir einen kleinen Baumstamm Totholz, zerkleinere das mit Säge und Messer und bin glücklich, ohne auf rauchenden Sohlen noch Meilenweit durch den Wald zu rennen, oder gar in unebenem Gelände die Gefahr von Verletzungen durch Stürze, Straucheln oder ähnlichem zu erhöhen.

      Sein Messer durch 20cm ++ gefrohrene Stämme durchzuprügeln und obendrein noch WD40 draufzusprühen, damit es besser flutscht, halte ich aber für Schwachsinn.
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Hallo Heiko,

      das Batoning bei den Messerfreunden und Bushcraftern so groß in Mode gekommen ist, denke ich, ist u.a. auch Youtube und seinen Messerreviewern zu verdanken.
      Erst wenn ein möglichst dicker Stamm mit einem fetten Prügel gespaltet wird, ist der vermeintliche Beweis angetreten, das die Klinge auch etwas taugt.
      Wenn ein Messer in den Boden gesteckt wird, schreit die halbe Messerwelt "Sakrileg"...wenn das Teil aber eine Autotür zerteilt, gehen die Daumen reihenweise nach oben ;)
      Noch schlimmer finde ich es persönlich mit Foldern zu betonen. In meine Augen ist das wie mit dem Klapprad einen Downhillpacours runterzubrettern....absolut sinnfrei.

      Daher finde ich z.B. Phagos neue YT-Reihe sehr genial, weil er den intelligenten Einsatz von Messern veranschaulicht.
      Batoning hat seine Sinn in speziellen Situationen beim Bushcraften, keine Frage, aber als Haupteinsatzzweck eines Messers würde ich es niemals sehen.
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      "outdoorfriend" schrieb:

      Ein Messer ist nicht zum hacken, graben, etc.!


      Echt???
      Ich hab immer gedacht mein Glock Feldmesser ist eine Brechstange mit ner zufälligerweise angeschliffenen Seite :lol:
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Man kann es mit der Vorsicht auch übertreiben. Selbst bei relativ groben Missbrauch habe ich keine einzige Klinge zerstört. Mit einem 8er Opinel habe ich auch mittels Schlagholz eine starke Eberesche umgelegt und einen Bogen draus geschnitzt. Mit einer dicken Klinge erlangt man nur mehr Verlässlichkeit und Spaltwirkung. Ketzerisch gesagt bräuchte man eigentlich gar kein robustes Heiko Häß sondern einfach nur ein Opinel, das schneidet auch noch besser und ist leichter. ;)

      Trotzdem haben solche Messer auch ihre Daseinsberechtigung. Unterm Strich zählt das Ergebnis und Nutnfancy hat sein Feuer. Man darf da nicht ausser Acht lassen wie hoch er sich dort befindet und welches Klima dort herrscht. Ich lebe nur auf ca 1000hm, das Holz hier ist wesentlich feuchter als im Flachland oder in einer Gunstlage. Ich maße mir deshalb da kein Urteil an.
      leave no man behind...
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Ich sehe Batoning als reinen Spaß und als Zeitvertreib an der frischen Luft an.

      Mir macht es durchaus Spaß mit meinem BK2 nen Scheit zu spalten oder sinnfrei iirgendwas klein zu hacken....Da bin und bleibe ich ein Spielkind. ;)

      Allerdings erwarte ich nicht von jedem meiner Messer, dass es eine "Spaltaxt" sein kann. Das BK2 ist da die Ausnahme. Das Messer hätte ich gar nicht, wenn es kein so unterhaltsamer Spielkamerad wäre :mrgreen:
      "Ein Teil der heutigen Menschen sind entartete, überzüchtete, naturentfremdete, egoistische Supermarktraubtiere" (Werner Freund †)

      Hier, mein kleiner YT-Kanal. Ich freue mich über jeden Besuch!
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      Ich würde da garnicht so eine große Theorie drauss machen. Wer ein stabiles Messer hat, soll es halt entsprechend einsetzen, mache ich auch so. Warum immer eine Axt und/oder Säge mitschleppen? Wer meint mit einem Filetiermesser eine Eiche fällen zu können, der muss halt damit leben dass sein Zachel Schrott ist. Fällkniven, Bark River, TOPS, Fox, ESEE und ähnliche müssen aber deswegen noch lange nicht in Watte gepackt werden, die halten was aus. Warum also nicht draufhauen?
    • Batoning mal kritisch betrachtet

      "mhe" schrieb:

      Ketzerisch gesagt bräuchte man eigentlich gar kein robustes Heiko Häß sondern einfach nur ein Opinel, das schneidet auch noch besser und ist leichter. ;)


      Das der Vergleich hinkt brauch ich dir ja nicht zu erzählen. Die Opinels sind wirklich ausgezeichnete Messer. Jedoch liegt ihr Einsatzgebiet ganz klar im Schneiden. Und das ist auch ihre Paradedisziplin. 2mm Klingenstärke dünn ausgeschliffen. Mein Opinel Carbone kann ich von Hand verbiegen, mit 2 Fingern. Ja ja falsche Wärmebehandlung; ne ganz einfach Kohlenstoffstahl in dünn mit ohne Legierungselementen.

      Heiko Häß Messer( und auch die üblichen Verdächtigen wie BRKT usw) sind stabile Gefährten fürs Leben. Aber auch Schneidwerkzeuge. Der Dickere Klingenrücke gibt der Klinge viel mehr Stabilität, der ausgewählte Stahl hat höhere Biegefestigkeit und eine höhere Zugfestigkeit. Da würde man selbst in 2 mm Stärke nichts mit dem Finger biegen.

      Wenn dein Leben dran hängt oder du nicht jeden Monat ein neues Messer kaufen möchtest, dann kauf dir was gescheites für den Anwendungsbereich. Das selbe Thema in die Andere Richtung, ich würde niemals mit einem D2 Messer hacken oder batonen. Ist halt nicht der Richtige Stahl für den Anwendungsbereich.

      Ich hab nämlich noch keinen Survival Experten mit einem Opinel gesehen. Und die brauchen da schon mehr als der Stadtmensch der einmal in der Woche ein Stöckchen batont.

      Gruß
      Stefan