Camouflage - Ein Ausflug in die Welt der Tarnmuster

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    • Camouflage - Ein Ausflug in die Welt der Tarnmuster

      Einleitung
      Tarnung kann auch im Survival eine Rolle spielen. Aber welches Muster tarnt, welches ist nur Gucci-Style, worauf muss man achten. Der folgende Artikel basiert auf Auswertungen eigener Erfahrungen (im Laufe der vergangenen 20 Jahre), Testreihen/Dossiers der 1st Tactical Studies Group und diversen Artikeln auf SoldierSystems und CombatReform. Er bezieht sich explizit auf Universalität, ich bitte also darum, Diskussionen im Stil von "Aber auf meinem Lieblingswaldstück (20x20m) tarnt XY viel besser") aussen vor zu lassen. Es ist klar, dass dedizierte Tarnmuster für einzelne Vegetationen besser arbeiten als universelle Muster, die evtl nur einer oder mehreren Klimazonen Tribut zollen müssen!

      Begriffe:
      Mimetic Pattern: Muster, das natürliche Umgebungen nachahmt (Realtree, Treebark, Mitchel, Fjellducken Camo)
      Disruptive Pattern: Muster, das durch Farbe und Form Konturen aufbricht (ASAT, DPM,)
      Analog Pattern: Konventionelles Muster (US Woodland, Tiger Stripe, etc...)
      Macro Pattern: Muster, bei dem sich kleinere Formen zu grösseren formieren (Flecktarn, Vegetato, Multicam)
      Pixilated Pattern: Auch Digitalmuster genannt. Verstärkt den disruptiven Effekt durch Verpixelung der Kanten (UCP, MarPat, CadPat, Surpat)

      Wirkungsweise
      Tarnmuster “wirken” auf unterschiedliche Arten. Im grossen und ganzen orientieren sich die Muster daran, wie das menschliche Auge Dinge wahrnimmt. Es gibt 3 Faktoren, die unseren “Tarnindex” limitieren:
      1. Form: Je mehr wir als menschliche Silhouette erkennbar sind, desto schneller werden wir optisch erfasst. Muster brechen die Formen durch gegenläufige Zeichnung auf.
      2. Farbe: Je mehr sich unsere Farbe vom Hintergrund abhebt (Kontrast), desto schneller werden wir erfasst. Selbsterklärend, wie Tarnmuster dies ausgleichen Je dunkler ein Objekt, desto schneller wird das Bild erfasst.
      3. Bewegung: Das Auge registriert bewegte Objekte bis zu 20x schneller als statische Objekte, das ist Teil unseres Überlebensinstinktes. Dies kann durch Tarnmuster kaum überlistet werden.

      Farbwahl
      Über Jahrzehnte dominierten dunkle, gründomminierte Tarnmuster die Muster der europäischen Armeen. Nur langsam ändern moderne Forschungen das Aussehen und die Art wie das Militär ihre Tarnmuster sieht. Eines der Ergebnisse ist das (schrecklich) UCP Muster der US-Armee.. Aber auch das weitaus effektivere und bessere MultiCam von Crye Precision geht einen neuen Weg, mit sorgfältig abgestimmten, gedämten Farben. Das Muster hat zwar viele Grün Töne, ist aber nicht dominant.
      Aber was ist mit anderen europäischen Mustern? Britisch DPM (Disruptive Pattern Material) oder deutscher fünf Farben Tarndruck "Flecktarn" zum Beispiel, sind beide sehr grün und sehr dunkel. Wo ist da der Sinn?
      Eine Erklärung lautete: "Wir vergleichen viel mit Satellitenbildern." Nun, das erklärt einiges! Aber Soldaten hangeln sich nicht von Baum zu Baum wie Johnny Weissmüller, sondern bewegen sie sich erdnah, oft über oder direkt auf dem Boden, kriechen in Deckung. Und da ist die Welt meist braun und beige. Hat schonmal wer grüne Hirsche, Kaninchen oder Füchse gesehen?
      Ja, ich weiss: "Hey, warte! Was ist mit Gras? Dichtes Gestrüpp?"
      Stellen wir uns mal dumm, ja? Welche Art von Gras und Büschen kennen wir?
      Dicker, hoher Naturrasen: Wenn so frisch und grün ist, dass man grüne Muster bräuchte, wird es uns sowieso verdecken, wenn wir nicht gerade Neonrot tragen.
      Und kultiviertes kurzes Gras: Wenn es "british-short" ist, kann man(n) auch eine Chamäleon Haut tragen, man wird gesehen.

      Apropos Büsche, da denkt man an dichten, grünen, Büschen, nicht wahr? Wenn sie dicht und grün sind, werden sie mich auf jeden Fall verbergen, ausser, ihr wisst schon... Neonrot... Zumindest im Sommer ...
      Im Herbst / Winter benötigen wir eh (wieder) Brauntönen oder natürlich weiß! Vor rund 60 Jahren entwickelte die deutsche Armee eine Fülle von Tarnmustern, neben dem berüchtigten "Peadot Camo" auch den "Buntfarbendruck 31" (in Englisch sprechenden Ländern als "Splitter oder Splinterpattern" bekannt). Es verfügt über khaki, grün und braun als Farben und funktionierte ziemlich gut! Nach dem Zweiten Weltkrieg haben viele Armee mit Mustern basierend auf "Splinter" experimentiert, die meisten haben neue Features hinzugefügt, allen voran schwarze Fabrbe als Neuerung. Die Erklärung war einfach: Zur Simulation von Schatten.

      Jetzt rechnen wir mal das “Kleine 1x1”:
      Beispiel 1: Ein Wald, Unterholz, Tageslicht: Wir haben einen Mann, in DPM (Töne Senf-Khaki, Tannengrün, Schokobraun und Schwarz), flach auf dem Bauch. Die Sonne wirft Schatten über seinen Körper und die Umgebung. Das grün, khaki und braun passt zu seiner Umgebung. Die Sonne wie gesagt wirft seine Schatten über seine DPM Uniform, sprich sie wirft dunkle Flecken auf seine Uniform, die ebenfalls mit schwarzen Flächen bedeckt ist. So haben wir den Faktor von 1/1/1/1 (1 Anteil Grün, 1 Braun, 1 Khaki, 1 Schwarz) um ihn herum, aber ein Faktor 1/1/1/2 (1 Anteil Grün, 1 Braun, 1 Khaki, 2 Anteile Schwarz) bei ihm. Was passiert? Er sticht als zu Dunkel aus der Umgebung heraus.

      Beispiel 2: Gleicher Soldat in Bauchlage auf einem Feld, Heide oder Stoppelacker, bei Tageslicht: Obwohl es keine Schatten gibt, ist seine Uniform wieder mit schwarzen "Schatten” gesegnet. Jetzt ist er in einer 1/1/1/0 (1 Anteil Grün, 1 Braun, 1 Khaki, 0(kein) Schwarz) Umgebung mit einer 1/1/1/1 (1 Anteil Grün, 1 Braun, 1 Khaki, 1 Schwarz) Konfiguration unterwegs. Was passiert, wieder? Er ist zu dunkel und fällt auf. Yay!

      Let's face it: Schwarz und Grün-Dominanz saugen! Muchos! Brauntöne mit wenig grün (33% max) versprechen den universellsten Erfolg!

      Wenn ich die Woche dazu komme, Pack ich noch Teil 2 (Sozialadäquate Tarnung ohne Camouflage) rein.
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      Ist ein Modemuster, dass in Russland kaum einer kennt, ausser evtl Discobesucher. Davon losgelöst findest Du in Russland jedes Nato Muster, Wehrmachts/SS Muster und Dutzende Eingenkreationen. Bei Bildern aus diversen Unruheherden sah man mal 6 russische Soldaten, man konnte ca 15 verschiedene Tarnmuster zählen.
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      In den nächsten Tagen bekomme ich einen südafrikanischen S2000 Anzug.
      Wenn ich nicht komplett danebenliege, dürfte das auch in unseren Breiten ein sehr wirkungsvolles Tarnmuster sein.
      Bilder
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
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      @Ridgeback: Das S2000 ist sehr gut, ja
      @beckstowner: Das M90 ist sehr effektiv, wenn die Klimazone stimmt. Mein Favorit wäre für unsere Breiten (aus Survivalsicht) ein Überanzug in Berzerka / KLMK. Für Simulationen trage ich Rooivalk Gen2, hat sich auch bewährt. Und wenn ich das Kleingeld hätte fürs Schmiergeld, würde ich mir einen Anzug aus Crocopat kaufen
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    • Camouflage - Ein Ausflug in die Welt der Tarnmuster

      @Ridgeback: ich erledige fast alles nur noch über mein Handy,
      da ich hier nur eine 1000ér Leitung und einen 90ér Jahre PC
      stehen habe, und da sahen die Bilder größer aus :x !
      35 min. später sieht es so aus:


      Bilder
      ...Herr ich bin Frange, Dange!
      (fränk. Abendgebet/Auszug politisch korrekt)
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      Servus,
      ich wüsste gerne, wenn ihr nur ein Tarnmuster benennen dürft, welches wäre für unsere Breiten am effektivsten? Ich weiß keines ist optimal aber welches wäre am universalsten?
      Danke im voraus,
      Oli
      ...Herr ich bin Frange, Dange!
      (fränk. Abendgebet/Auszug politisch korrekt)
    • Camouflage - Ein Ausflug in die Welt der Tarnmuster

      Unauffällig, mit einem Camouflage sein!??!

      Hm, streitet euch doch über Flecktarn, DiGi-Tarn, kein Strich-ein Strich usw.
      Nichts geht über einen gut gebauten Ghillie... Zur Beobachtung für Fauna und Flora bestens geeignet. Und ganz nebenbei, mit IR-Tarnung ist auch ein Grimmbold ein gutes Futter... Für das Doppelfernglas...

      Spaß muss sein. :mrgreen:

      Gruß Frisco