Wie Getreide richtig einlagern?

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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Hallo Zusammen,

      ein Freund hat mich gefragt, wie man Getreide haltbar einlagert.

      Da ich keine Ahnung habe, gebe ich das mal an Euch weiter.

      Also:

      Welche (chem. unbehandelten) Getreide sind gut geeignet?

      Wie wird das praktisch gemacht d. h. wie sieht der Schutz vor Mikroorganismen, Insekten- und Schädlingsbefall aus?

      Welche Menge benötigt man bei 5 Personen als Vorrat für ein Jahr bzw. wie berechnet sich eine Tagesmenge, ungefähr?

      Welches zusätzliche Equipment ist nötig (Getreidemühle u. ä.)?

      Woher bezieht man das ganze Zeug gut und günstig?

      Wenn Euch selber noch was Wichtiges zum Thema einfällt, nur zu.

      Danke und Gruß!
      Pulsar
    • Wie Getreide richtig einlagern?

      ich persönlich würde kein Getreide sondern direkt Mehl einlagern,wenn überhaupt. Lagerst du Getreide ein,musst du es vor Verwendung ja auch noch mühsam mahlen(möglichst stromunabhängig,da ja "WorstCase")

      Mehl in 1kg.Beuteln kann man in luftdichte Zipperlock-Tüten packen und dann möglichst dunkel und kühl lagern - hält aber auch nicht ewig,und muss von Zeit zu Zeit erneuert/ausgetauscht werden,wenn der WC länger auf sich warten läßt. ;)

      Ansonsten,wenn es unbedungt Getreide sein muss: Vakuumierbeutel und Pumpe kaufen und das Zeug vakuumieren - mehr kann man da für Haltbarkeit nicht tun.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Alles klar.. als Müller fühle ich mich jetzt mal angesprochen *grins*

      Getreide sollte man so einlagern wie wir das auch in Silos und Hallen tun, das heißt trocken und kühl lagern. Für uns gibt es eine Regel, alles was über 15% Feuchte hat wird nicht angenommen, denn das geht hoch ;)

      Zum lagern:
      Es gibt dafür Kunststofffässer (Weithalsfässer) die zur Lagerung optimal sind
      ghd-hamburg.de/index.php?sid=x…ls&cnid=300&anid=88203000 (Die Fässer gibts auch in richtig groß)
      Die sind lebensmittelecht und Luftdicht, so kommt auch keine Feuchtigkeit ins Getreide. Weizen reinfüllen und am besten in den Keller oder Speisekammer, so ist das ganze Jahre haltbar.

      Woher das Getreide?
      Kaufen kann man sich Getreide oft sogar in Mühlen selbst, ansonsten, Raifeisengeschäften oder Landhandel.
      Man sollte darauf achten das es kein Futterweizen ist und das er auf jeden fall gereinigt ist. Ob E,A,B Weizen ist eigentlich wurst, da du es ja komplett durchschrotest und so eh ein Vollkornmehl erhälst.

      Mühlen gibt es verschiedene, bei der Arbeit arbeiten wir im Labor mit Schlagkreutzmühlen, ansonsten gibt es da recht viele Shops, die kleine Getreidemühlen vertreiben.
      z.B. getreidemuehlen.de/

      Ja, wieviel sollte man einlagern? Das ist wirklich schwer zu sagen, das muss man schon selbst rausfinden, kommt ja auf den verbrauch an und was man sonst noch so als Reserve hat.

      Hoffe ich konnte ein bisschen helfen, falls noch Fragen sind nur zu.
      Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Welche Menge benötigt man bei 5 Personen als Vorrat für ein Jahr bzw. wie berechnet sich eine Tagesmenge, ungefähr?


      Da würde die Köchin mal 100 kg pro Person und Jahr rechnen, da Du ja kein reines Mehl hast und ich davon ausgehe dass das Getreide nur zusätzlich zu anderen Nahrungsmitteln gelagert wird.
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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Woher weiß man als Laie ohne spezielles Messgerät, wieviel Restfeuchte vorhanden ist?

      Auf einer kommerziellen Seite hatte ich zuvor gelesen, dass 4% Restfeuchte erreicht werden sollten. Nur denke ich, wenn man das Getreide selber nachtrocknet, verunreinigt man es ja wieder, indem man Keime etc. drauf schleppt (?).

      Für lange unangetastete Lagerung reicht da <15%?
    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Naja, wir haben dafür Messgeräte, aber ich merke das schon wenn ich ins Getreide fasse ob er mehr als 15% hat. Normal wird dir keiner Getreide verkaufen das mehr als 13% hat. Die lagern es ja auch ein und meist ist der Weizen immer vom Vorjahr, also würde ich mir darüber keine Gedanken machen. Ansonnten würde es nach geringer zeit anfangen zu keimen.

      4% Restfeuchte?? Das ist ja vollkommener Quatsch, das wäre sogar viel zu trocken. Vor dem vermahlen wird Getreide ja sogar nochmal mit Wasser benetzt um die Schale leichter vom Mehlkörber trennen zu können. Wenn du so trockenes Gelumpe hast, wird das mit Sicherheit kein schönes Mehl =)
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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      So damit man es nochmal Schwarz auf Weiß sieht ;)

      In der Tabelle sind zwar 14% angegeben aber die oberste Grenze ist nunmal 15%, aber so Feucht ist kein abgelagertes Getreide mehr, das wär sonst schon längst gekeimt.
      Bilder
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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Ich bin auch eher für Mehl - ich habe mal aus Garantiert 12 Jahre altemmehl Pfannkuchen gebacken, die waren einwandfrei. Mehl soll ewig haltbar sein - wenn Mottendicht !.
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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      "Silbermann" schrieb:

      Ich bin auch eher für Mehl - ich habe mal aus Garantiert 12 Jahre altemmehl Pfannkuchen gebacken, die waren einwandfrei. Mehl soll ewig haltbar sein - wenn Mottendicht !.


      Beim Weißmehl ist das richtig. Nur vorsicht beim Vollkornmehl. Die in den Keimlingen enthaltenen Fettsäuren oxidieren und werden im Laufe der Zeit ranzig. Das Prozess kann jedoch verzögert werden, wenn das Mehl in geschlossenen Gefäßen und im Dunkeln aufbewahrt wird.
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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      Jepp stimmt - der Keim wird ranzig. Also besser 505er oder so, da geht es auch mit Bio :D . Und man sollte darauf achten das man mehrere verschiedene Chargen nummern einkauft. Das minimiert das Risiko des Schädlingbefalls von innen.
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    • Wie Getreide richtig einlagern?

      "Silbermann" schrieb:

      Mehl soll ewig haltbar sein - wenn Mottendicht !.


      Mottendicht reicht da leider nicht. Wenn Du Mehl wirklich für sehr lange Zeit lagern möchte sollte man es am besten wirklich luftdicht aufbewahren und dazu schattig und kühl. Sobald Mehl etwas Feuchtigkeit zieht fängt es an zu schimmeln.
      Mühlen haben sehr oft das Problem das in den Plansichtern sich Schimmel bildet, da sich dort schonmal Feuchtigkeit stauen kann und höhere Temperaturen.

      Das Getreide als ganzes zu lagern ist und bleibt einfach die beste Lösung.
      1. Hat die Natur dem Korn schon eine super Verpackung spendiert die den Mehlkörper schützt.

      2. In der Schale sind wertvolle Mineralstoffe, bei hellem Mehl wird diese vom Mehlkörper getrennt.
      Die Typenzahl spiegelt den Aschegehalt (Mineralstoffgehalt) vom Mehl... Also je höher die Type umso höher der Mineralstoffgehalt.
      Vermahlst du also dein ganzes Korn hast du eine 100% ausbeute, darum haben Vollkornmehle oder Schrote auch keine Typenzahl ;) besser gehts nicht.

      3. Mehl bietet einfach eine viel zu große Angriffsfläche, da kann man halt immer wieder das Beispiel Hackfleisch nehmen. Hackfleisch hat, da es gewolft wurde eine größere Oberfläche und ist somit nie so lange haltbar wie das Fleisch am Stück und genauso ist es beim Getreide.

      "Silbermann" schrieb:

      Und man sollte darauf achten das man mehrere verschiedene Chargen nummern einkauft. Das minimiert das Risiko des Schädlingbefalls von innen.


      Spielt eigentlich keine Rolle, so lange du es richtig lagerst hast du auch keine Probleme mit Schädlingen :)

      Gruß, Kristian ;)
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